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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.05.1924
- Strukturtyp
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- 1924-05-26
- Erscheinungsdatum
- 26.05.1924
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- Deutsch
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nichts. Ms Vorzug« dieser Geschichte der russischen Literatur, di« sie mir als die empfehlenswerteste in deutscher Sprache oeröfteutlichtc erscheinen lassen, möchte ich hervorheben: Ähre nicht absolut ästhetische Einstellung, die gerade dadurch einen Anschluss an die Art der russi schen Literaturbetrachtung gewinnt, deren Entwicklung dem mit ihr nicht vertrauten deutschen Leser sonst säst immer unter viel zu west europäisch genommenen Gesichtspunkten gezeigt wird, ft-hr Bestreben, das sich ausbreitcnde Wachstum der russischen Dichtung nach dessen Hanptrichtungen zu bestimme»; auch die russische Dichtung hatte ihre KrAhzeiten, auch die russische Literatur ist nicht so entstanden und iveitergebildet worden, daß plötzlich das ein« oder das andere Genie ohne Vorgänger, ohne Nachsosger zu ihrem Träger wurde, Ähr Verlangen, der Leser möge sich nun auch mit dein Hauptwerken der russischen Dichtung, .soweit sie ihm in Übersetzungen zugänglich sind, vertraut machen. Gerade einem solchen Leser, und sollte er auch nur einige Hauptwerke kennen, wird diese Literaturgeschichte die er sprießlichsten Dienste leisten, weis sie ihn die Bedeutung der großen Dichter für das Gesamtschassen des russischen Schrifttums richtig verstehe» kehrt, 'weil sie ihm zeigt, welchen Platz di- Hauptwerk« in den langen Literaturlisten behaupten. Und das ist doppelt wichtig, weil der deutsche Leser i» den meisten Fällen ngtnrgemäh geneigt sein wird, die ganze russische Dichtung allein nach densenigen Werken zu beurteilen, die ihn, in mehr oder minder zufälligen Übersetzungen zugänglich sind. Er braucht eine Geschichte der russischen Literatur wie die angezeigtc allein schon, um den russischen Klassikerkanon selbst zu werten sund sitr eine nationale Poesie muß man immer von den nationalen Wertungen ausgehenl. Sein Verständnis kann sehr viel durch eine Erläuterung, einen Hinweis gewinnen, die eine Dichtung in die Beleuchtung rücken, die ihr der Dichter geben wollte. Um ein Beispiel zu geben: das berühmteste russische Lustspiel, Gogols --Re visor-, ist nicht, wie man ln Deutschland -häufig meint, eine Satire gegen die herrschenden Mächte bureaukratischer Mißwirtschaft. Sil wurde auch bas, aber der Dichter selbst hat sei»« Tendenz betont, die Negierung als die Aufrechtcrhalterin der Ordnung zu bezeugen. Und ein anderes Beispiel: Krylovs Kabeln sind nicht, wie man bis weilen liest, eine Art noch kindlicher StiMbuugen »ach berühmten fremden Mustern, sondern feine kleine Kunstwerke von erheblichem sprachlichen Reiz, die zum etstr» Make die russische Meisterschaft ln der ironischen Knversio», in der KunistsertiOeit, mit Worten anderes zu sage» und zu schreiben, erweisen. Auch wer mit der russischen Literatur genauer bekannt ist, wird in der aus dem vollen schöpfenden Darstellung Luthers noch manche ihm wertvolle Aufklärung, ihm wichtige Nachrichten finden, zumal da das Urteil des Verfassers von erfreulicher Selbständigkeit ist und er sich nicht mit dem Nachschreiben landläusiger literarhistorischer Meinungen zufrieden gibt. Dankenswert sind die Literaturnachweise, die vor allem auch eine Zusammenstellung der deutschen Übersetzungen der hervorragendsten Werke aus dem Ge biete der russischen Dichtung geben und für eine rasche Orientierung über das hier Vorhandene in jedem Kall nützlich sein werden. Der Verfasser mußte sich damit begnügen, di« vorhandenen Übersetzungen zu verzeichnen. Ob sie aber immer gut sind? Ich kenne sie nicht alle, -möchte -aber da und dort doch bescheidene Bedenken äußern. Einige kritische Notizen wären hier wohs recht -nützlich gewesen. Zahl reiche Beilagen und Bilder geben dem Werke nicht bloß eine» äußere» Schmuck, -sie verstärken beträchtlich seinen hohen inneren Wert. Der Gedanke, -für die Schriftproben möglichst deutsch geschriebene Autographen russischer Dichter zirsam-menzubriitgen- sdatz auch russische Handschris- pvoben nicht fehlen, sei hervorgehobens, hat etwas Bestechendes und gewiß seiner gelungenen Verwirklichung nicht geringe Schwierigkeiten gemacht. Trotzdem -möchte ich ihm nicht ganz und -gar z-listim-men, weil derart auch graphologische Mißverstäudulssc hervorgcruscn werde» könnten. G. A. E. Bogeng. Weinbach Die Neuregelung der Kapitalver- dehrsteuer. Jndustrieverlag Spaeth L Linde, Berlin 1824. Gm. 4 — DaS Kapi-ta-lverkehrsteuerrecht hat im Lauf« -es letzten Jahres, namentlich durch die zweite Stieuernotverordnuug, zahlreiche einschnei dende Änderungen erfahren, sodaß Sie Veröffentlichung eines auf den neuesten Stand gebrachten Gesetzestextes einem dringenden Bedürfnis entspricht. Dies gilt besonders für die Börsenumsatzsteuer, deren Wand lungen durch acht Verordnungen der Verfasser zugleich mii der etappen- weiscn Entwicklung des Abrcchnungsversahrens bei dieser Steuerart zur Darstellung bringt. Aufwertung, Börsen- und Obligationensteuer finden in gleicher Weise Berücksichtigung. Wird somit di« Kapital ver- Lehrsteuergesctzgebu'n.g in ihrer heutigen Gestaltung vollkommen erfaßt, so bildet auf der anderen Seite die vorliegende Arbeit eine wertvolle Fortführung der im Jahre 1922 erschienenen Handausgabe des Ver fassers, der 1V23 noch ein Ergänzungsband folgte. Nunmehr liegt das gesamte Auslegungsmaterial zum Kapitalverk ehrst euergesetz unter Be rücksichtig u>ng der neuesten Entwicklung in Rechtsprechung und Literatur vor. Alle wesentlichen Streitfragen, die sich aus der Praxis der Ge setz esanwendung- namentlich ans dem Gebiet der Devisen- und BezngS- rechtsteuer, ergeben haben, werden eingehend behandelt. Das gleiche gilt von den mannigfachen Auswirkungen der Goldbitanzverordnung auf das Kapitalverkehrsteuerrecht. Zusammen mit den früheren Ar beiten des Verfassers bildet das vorliegende Bändchen ein unentbehr liches Handwerkszeug für die Beherrschung der überaus schmierigen Materie, wie sie die steuerliche Behandlung des Kapital-verkehrs dar stellt. vr Runge. Kleine Mitteilungen. Führung zu den Leipziger Sonderfenstern. (Vergi. auch Bbl Nr. 116.) — Um einmal an praktischen Beispielen die Wirkung und die Erfordernisse guter Buchschausenster darzulegen, hatten sich am Kanlnte-DienStag zahlreiche Jungbuchhändler und -Händlerinnen unter Führung der Herren Otto Bruöre -Leipzig und Friedrich Reincck e-Magdeburg zusammengefuuden. um einen Rundgang durch die Stadt zu unternehmen, der besonders zu den im Wettbewerb prä miierten Fenstern führte. Die genannten beiden Herren, die bereits als Preisrichter im Kantatewettbewerb der Leipziger Sortimenter amtiert hatten, kannten die Vorzüge und Schwächen der Fenster genau und waren daher in der Lage, die Angestellten auf alle Einzelheiten aufmerksam zu machen. Kritik am Objekt ist zweifellos die beste Schulung, und daher folgten die jungen Damen und Herren den Aus führungen mit stärkstem Interesse, das ip lebhaftem Fragen und Ant worten zum Ausdruck kam. Im allgemeinen läßt sich sagen, daß die Leipziger Fenster eine nicht unbeträchtliche Besserung gegenüber früher zeigen; der Wille, etwas Gutes zu schaffen, ist zweifellos vor Händen. Noch wird aber zu wenig Sorgfalt auf die rein technische Herstellung der Fenster gelegt, auch harmonierten Plakate und Bei werk nicht immer mit den ausgestellten Büchern. Das Thema des Wettbewerbes: »Durch das Buch zum Erfolg« war in keinem Fall ganz befriedigend dargestellt. Einzelne Firmen begnügten sich sogar damit, Goethe-Literatur uud die Werke anderer bedeutender Persön lichkeiten ins Fenster zu stellen. Die Auslage der mit dem 2. Preis ausgezeichneten Buchhandlung (Alwin Schmidt, UniversitätSstr. 18/30) war interessant und in die Augen fallend. Sie zeigte jedenfalls eine tüchtige Leistung des betreffenden Angestellten, die durch eine Ehren gabe der Werbestelle noch besonders anerkannt worden ist. Eilige direkte Bücherzettel nicht mit drei Kreuzen versehen Das Briefpostamt Leipzig belegt seit einiger Zeit, wie uns aus dem Leipziger Buchhandel mitgeteilt wird, alle direkten Bücherzettel, auf denen die üblichen drei Kreuze mit Blau- oder Rotstift angebracht sind, mit Strafporto. Die Eingangsstellen der Post seien angewiesen worden, diese Kreuze auf Bücherzetteln als unzulässige schriftliche Mit teilung auSzu legen. In den im Verlag des Börsenvereins herausgegcbenen Erläute rungen znm »Bücherzettel« (Leipzig 1926) wird zu dieser Angelegen heit folgendes aus geführt: Bücherzettel, die mit den im Buchhandel üblichen drei Kreuz- ch e n (gewöhnlich mit Buntstift) bezeichnet waren, die bedeuten, daß die Angelegenheit eilig ist, sind von der Post mehrmals be anstandet und mit der Nachgebühr für unzureichend freigemachte Postkarten belegt worden. Die Post stützt sich dabei aus § 7, lli der Postordnung, wonach Sendungen mit Zeichen, die eine verab redete Sprache darstellen können, zur Beförderung gegen die Druck sache ng Ehr nicht geeignet sind. Die Aufschriften »Eilig«, »Eilt sehr« sind dagegen zugclassen. Also vermeide man die Kreuze und schreibe lieber »Eilig« aus die Bücherzeitel. Vom Stuttgarter Buchhandlungsgehilfenverein Der April Hauptversammlung, an der auch die Damen teilnahmen, gab Herr Richard Härtel (Union) durch eine interessante literarische Plauderei über die »Sieben Schwaben« das Gepräge. Herr W Deihle (Franckh) gab eine köstliche Auslese schwäbischer Dialekt stücke von Lohmüller, Lämmle, Otto Keller usw. in der ihm eigenen waschechten Vortragsweise. Herr Krenkel (Loewe) sang entzückende Volkslieder und Balladen zur Laute, von denen das -Schreiberlein von Osnabrück« und der »Bruchsaler Durst« besonders hervorgehoben seien Auch eine »Nachtigall« hatte sich eingefunden: Fräulein Gretel S7 4*
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