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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.04.1915
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1915-04-26
- Erscheinungsdatum
- 26.04.1915
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. ^ 94, 26. April 1915. und Graphiker, steht als Landsturmmann in Frankreich. Hermann Goebel, der Karlsruher Landschafter, der in den Sezessionsausstel lungen bekannt wurde, ist im Westen verwundet worden und liegt zur zeit in Rheydt bei Düsseldorf. Hans Schroedter, der Vorsitzende des Karlsruher Ortsvereins der Kunstgenossenschaft, steht als Vizefeld webel beim Landsturm. Alfred Cerigioli, der Berliner Bildnismaler, trat bei einem Grenadierregiment ein; Otto Richter, der Berliner Bild hauer, hat sich freiwillig als Sanitätshundfllhrer gemeldet. Otto Bau riedl, der Münchener Landschafter, trat als Kriegsfreiwilliger bei einem bayerischen Schneeschuhbataillon ein. F. A. Weinzheimer, der Kölner Maler und Graphiker, ist Vizefeldwebel bei der Infanterie. Professor, Adolf Sautier, der an der Pforzheimer Kunstgewerbeschule wirkende' Bildhauer, ist beim Landsturm eingetreten. Verlängerung des französischen Moratoriums. — Das offizielle französische Amtsblatt veröffentlicht ein Dekret, wonach das Moratorium für Handelseffekten und Depositengelder um weitere 90 Tage verlängert wird. Der Wechselinhaber ist verpflichtet, vor dem 31. Mai seinen Schuldner zu benachrichtigen, daß die betreffende Rimesse in seinem Besitz ist und daß die Zahlung an ihn abgeführt werden soll, da er andernfalls des Anrechtes auf Forderung der Stundungszinsen von 5°/o verlustig geht. Die deutsch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen. — Am 17. April fand im niederösterreichischen Gewerbeverein in Wien eine Versamm lung statt, die den deutsch-österreichischen Wirtschaftsbeziehungen nach dem Kriege galt. Im Laufe der Erörterungen führte der frühere Handelsminister Baerreither aus: Niemand zweifelt mehr daran, daß es heute kein politisches Bündnis mehr gibt, ohne das; dieses auch zugleich ein wirtschaftliches Bündnis ist. Die Fundierung des zukünf tigen Friedens muß eine politische und wirtschaftliche sein. In beiden Richtungen werden wir mit Deutschland Hand in Hand gehen. Wir können die Lasten des Krieges nur durch erhöhte Leistungsfähig keit überwinden. Wir müssen mehr Werte produzieren, mehr Güter ansführen, und dazu müssen mir alle Voraussetzungen rasch und ener gisch schaffen. Deshalb brauchen wir auch einen innigen geistigen Kon takt mit Deutschland. Wir suchen nach einer Form der wirtschaftlichen Anpassung. Wir werden diese Form finden, und hierüber müssen wir uns auch mit Ungarn verständigen. Zu den Kantate-Versammlungen. — Die Vorstände der Ver einigung der medizinischen Verleger, der Vereinigung der schönwissen schaftlichen Verleger und der Vereinigung der Schulbuchverleger haben beschlossen, in diesem Jahre von einer Hauptversammlung abzu sehen, da der Besuch der Ostermesse und damit auch dieser Haupt versammlungen voraussichtlich sehr schwach sein würde. Ferner würden auch mit Rücksicht auf die gegenwärtige Kriegslage neue Maßnahmen kaum mit Aussicht auf Erfolg beschlossen werden können. Personalimchrichteil. 70. Geburtstag. — Herr Kommerzienrat Julius Schneider, Senior-Chef der Firma Braun L Schneider in München, feierte am 24. April seinen 70. Geburtstag. Als ältester Sohn Friedrich Schneiders, des Mitgründers der »Fliegenden Blätter«, war er nach dessen frühzeitigem Ableben dazu berufen, schon im jugendlichen Alter von 25 Jahren die Leitung der Firma zu übernehmen, nachdem er in geachteten Häusern in Mün chen und Wien sich in allen Zweigen des Buchhandels ausgebildet hatte. Bei strengem Pflichtbewußtsein, unermüdlichem Fleiß und großer Energie hat er die Firma zu immer größerer Blüte entfaltet, insbesondere hat er es verstanden, als Hauptredakteur der »Fliegenden Blätter« diese durch Gewinnung geeigneter Kräfte immer künstlerischer auszugestalten und ihnen eine früher nie geahnte Ver breitung über den ganzen Erdball zu geben. Seinem Grundsatz »Allen zur Freud, niemand zu Leid« ist er in der Leitung des ältesten und bekanntesten Witzblattes stets treu geblieben und hat sich trotz der mo dernen Strömungen und Auswüchse auf diesem Gebiete nicht beirren lassen, den vorgezeichncten Weg, Humor in Wort und Bild nur in vor nehmer Weise zu pflegen, weiter zu beschreitcn. Im Jahre 1883 wurde Herr Schneider beim Erscheinen der Nr. 2000 der »Fliegenden Blät ter« mit der großen Medaille für Kunst und Wissenschaft ausgezeichnet; beim 50jährigen Jubiläum der Firma (1893) wurde ihm der Michaels- Orden und 1902 der Titel eines k. b. Kommerzienrats verliehen. Mit großer Genugtuung und mit Stolz kann der nunmehr Siebzig jährige auf seine bedeutenden Erfolge zurückblicken. Möge ihm noch ein langer Lebensabend beschicken sein! U. Gefallen. am 8. April bei Combres (Frankreich) Herr Wilhelm Piper, bis zum Kriegsausbruch Mitarbeiter im Hause Oscar Nothacker in Berlin. Obgleich bereits 37 Jahre alt, hat er bei Beginn des Krieges in seiner Begeisterung, aller Abweisungen unge achtet, nicht eher geruht, als bis er als Kriegsfreiwilliger im Grenadier-Regiment Nr. 6 Aufnahme gefunden hatte. Monate lang hat er dann alle Strapazen im Schützengraben ertragen und seine Mitarbeiter häufig durch Berichte über seine Erleb nisse erfreut. Seit 1895 ununterbrochen in einer größeren Reihe angesehener Buchhandlungen des In- und Auslandes tätig, hat es der Verstorbene als tüchtiger Buchhändler mit ausgezeich neten Kenntnissen verstanden, sich durch sein liebenswürdiges und aufrichtiges Wesen Freunde zu erwerben, die sein Hin scheiden aufrichtig betrauern. Gestorben: am 22. April schnell und unerwartet im 42. Lebensjahre Herr Johannes Gast, Prokurist der Firma Bosworth L Co. in Leipzig. Dem verstorbenen Berufsgenossen, der dieser Firma 16 Jahre lang angehört hat und seit 1903 ihr Prokuraträger war, und den der Tod jäh vom Arbeitspult hinwegraffte, wer den unermüdlicher Fleiß und reges Pflichtbewusstsein nachge rühmt. Marian Olszewski -f. — Einer der besten Kunstkritiker Polens, Marian Olszewski, ist in Lemberg am Flecktyphus gestorben. Ol szewski, den man den polnischen Muther genannt hat, kam von der Ma lerei und bildete sich in kurzer Zeit zu einem Schriftsteller heran, dessen Feuilletons ebenso formvollendet wie inhaltsreich waren. Louis Waldstein s. — Im Alter von 62 Jahren ist auf seiner Besitzung bei Hartfield in der englischen Grafschaft Surrey der Patho loge vr. Louis Waldstein gestorben. In New Zork von deutschen Eltern geboren, studierte vr. Waldstein in Heidelberg, Zürich, Wien und Paris und widmete sich nach einer erfolgreichen Praxis in den Vereinigten Staaten bald ganz psychisch-pathologischen Forschungen, auf welchem Gebiet er eine Autorität von internationalem Ruf wurde. Sein auch in Deutschland viel beachtetes Werk über das »Unterbewußt- fein« (1897) enthielt bereits viel, was seither über diese interessante Frage von anderer Seite geschrieben worden ist. Karl Ernst Forbcrg -f. — Dieser Tage ist nun auch der letzte der Düsseldorfer Kupferstecherschule, Karl Ernst Forberg, im Alter von 71 Jahren gestorben. Neben reproduzierenden Arbeiten nach den klassischen und Düsseldorfer Malern hat Forberg auch schöne Original arbeiten geschaffen. Von seinen Bildnissen ist sein Prophetenkopf Eduard von Gebhardts ein Meisterwerk. Außerdem hat er Josef Joachim und den Bonner Mineralogen Prof, vom Rath radiert. In den 70er Jahren war Forberg lange Zeit in Wien neben Jacoby und Unger tätig. Die Wegftthrung der Juden nach Bendemann, die Weinprobe nach Kurzbauer gehören zu seinen Hauptarbeiten. Sprechfaul. Feldbiichereien. lVgl. Nr. 82 u, 90.) Auch wir haben die gleiche Erfahrung gemacht wie der Verlag von Philipp Neclam jun. Kleine Zusammenstellungen von Büchern belehrenden und unterhaltenden Inhalts werden gern von den Sol daten gekauft, doch wird uns immer wieder aufs neue bei Bestellungen dringend ans Herz gelegt, namentlich mit Rücksicht auf die unzu reichenden Beleuchtungsverhältnisse der meisten Soldatenguartiere im Feindeslande usw. besonders Bücher mit großer Schrift anszuwählen. Wir haben aber dabei im Gegensatz zu den Erfahrungen der Firma Philipp Neclam jun. die Beobachtung machen können, daß der Sorti mentsbuchhandel erfreulicherweise dieselbe Anpassungsfähigkeit an den Tag legt, die die deutsche Industrie in diesem Kriege anszeichnet. Unsere Anregungen hinsichtlich der Zusammenstellung und Durch führung solcher Feldbüchereicn haben beim Sortiment verständnis volles Entgegenkommen und Hilfe gefunden. Wir können daher mit besonderer Genugtuung feststellen, daß der mit Hilfe des Sortiments erzielte Umsatz gerade bei Büchern, die für das Feld bestimmt sind, von Tag zu Tag steigt. Hermann Hillger Verlag. Verantwortlicher Redakteur: EmtlThomas. — Verlag: Der Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches Buchhändlerhaus. Druck: Ramm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 26 sBuchhändlerhauö). 628
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