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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.04.1924
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- 1924-04-11
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- 11.04.1924
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X- 87, II. April 1924. Redaktioneller Teil. »SrI-nblatt s. d. Wich». Buchh-ndU. 5053 Hälfte 351 betrug. Die Grundzahl für Paris stieg besonders rasch von 321 im Juli auf 350 im November und aus 365 im Dezember. In Belgien betrug der auf der gleichen Grundlage errechnet« Index am 15. Januar dieses Jahres bereits 480, zur gleichen Zeit in Luxemburg 487 gegen 479 im November 1923 und 440 im Juli 1923. Einen interessanten Sprung zeigt der polnisch« Index in der Gesamtsumme der Indexziffern mit einer Steigerung von 18 994 869 im Oktober aus 44 090 490 im November. Auch der ungarische Le benshaltungsindex steigt dauernd: so stellte er sich im Juli 1923 aus 225 267, im Oktober bereits auf 410 529 und im November des vorigen Jahres bereits auf 445 708. Die Bewegung der Lebens haltungskosten in den anderen Ländern ist nicht so starken Schwan kungen unterworfen; im letzten Dritteljahr stieg der Index in Nor wegen um vier Punkte, dagegen vom Dezember von einer Höhe von 234 aus 286 im Monat Januar dieses Jahres. Der schwedische Index hielt sich verhältnismäßig recht beständig mit einer Durch, schnittszahl im Juli von 160, im November 164 und auch im De- zember mit 164. Die neuerliche Steigerung des dänischen Index ist in den Ziffern von 1923 noch nicht zu erkennen, wenngleich sich während des ganzen Jahres eine langsam steigende Linie erkennen läßt, von IW im Januar auf 204 im Juli und auf 209 im Dezember vorigen Jahres. Auch Finnlands Grundzahl stieg in ähnlichem Ausmaß von 986 im Juli aus 1l01 im November und auf 1083 im Dezember. Der holländische Dezemberindex betrug 180, gegenüber 173 im gleichen Monat des Vorjahres. Der schweizerisch« Index hielt sich recht gut; im Juli vorigen Jahres betrug er 166, im No vember 167 und im Dezember 168; der italienische Index weist ebenfalls keine großen Veränderungen auf; sein Stand war im Juli 458, im November vier Punkte höher mit 462, im Dezember 469; ebenso stand der spanische Index im Juli auf 172, im Oktober auf 174 und im November auf 177; der österreichische Index zeigte trotz aller Stille an der Börse ziemlich starkes Steigen von 1090 286 im Juli auf 1 114 935 im November und 1242 943 im Dezember. Der Index der Tschechoslowakei weist Verminderung aus; er betrug im Juli 920 und war im September bereits auf 900 zurückzegangen. Der rumänische Index mit der Grundzahl lOO im August 1916 stieg von 3115 auf 3203 im Oktober. Auch der Index der Vereinigten Staaten Amerika weist steigende Richtung auf; der Juliindrx ist auf 144 berechnet, der Novemberindex auf 148, der im Dezember auf 149. Der Index von Kanada stieg von 146 im Juli auf 150 im November vorigen Jahres, um diesen Stand auch im Dezember zu behaupten. Handelt es sich hier auch vielfach um schon weiter zurückliegende Zahlen, so sind sie doch auch für die Gegenwart noch beweiskräftig, da sich di« Entwicklung durchaus in derselben Rich tung gehalten hat. * Dieser allgemeinen Entwicklung gemäß haben sich bisher auch die Preisverhältnisse der Bu ch he rst« l l u n g gestal- tet. über die allgemeine Geschäftslage äußerten sich die Bericht« der preußischen Handelskammern: »In der Zellstofsindustrie sind die Aufträge aus dem Inlands sowie aus dem Auslands reichlich vorhanden. Die Nachfrage in allen Papiersorten hat sich gehoben. Die Fabriken sind teilweise auf längere Zeit gut beschäftigt. Die Versorgung mit Roh- und Grundstoffen stieß in der Papierindustrie des besetzten Gebietes auf Schwierigkeiten wegen der mangelhaften Wagenstellung seitens der Regie; vorübergehend mußten Feier schichten eingelegt werden (Duisburg). Im graphischen Gewerbe klagt Hannover über den Mangel an Aufträgen, während Elberfeld und Frankfurt a. M. über eine bedeutende Besserung der Geschäfts lage berichten--. Die »Papier-Zeitung- schrieb am 29. März: »Seit etwa 14 Tagen hat sich die Beschäftigung der Hersteller holzschliff haltiger Papiere gebessert. Die wertbeständige Rentenmark hat die Geschäftsleute veranlaßt, erhöhten Umsatz anzustreben, da nicht mehr wie in der sogenannten Inflationszeit jeder Verkauf zu Verlust zu führen droht. Es wird aber wieder Reklame gemacht, die Zeitungen erhöhen ihren Umfang, der Papierverbrauch steigt. Erhöhte Nach frage führt bei gleichbleibenden oder gar steigenden Herstellungs kosten (die Papierholzpreise zeigen bei den letzten Versteigerungen steigende Richtung) stets zu Preiserhöhungen, und solche werden für Zeitungspapier und andere holzhaltige Papiere erwartet, um so mehr, als Holzschliff infolge des ungemein langen Winters sehr knapp ist, di« Holzschleifer lang« Lieferzeiten fordern und Altpapier erheblich im Preise gestiegen ist. Holzpappe ist schon um etwa 10 v. H. teurer geworden, und auch für die anderen Pappensorten hat in den letzten Tagen erhöhte Nachfrage eingesetzt. Dagegen ist für holzfreie Papiere die Marktlage unverändert ruhig. Gelegenheits posten aller Art sind immer noch zu sehr niedrigen Preisen am Markte, «in Zeichen der allgemeinen Geldknappheit«. Über di« Lage im Buchdruckgewerbe ließ sich die »Buchdruckerwoche- speziell aus Leipzig schreiben: »Der Geschäftsgang der hiesigen Buchdruckereien befand sich im abgelaufenen Vierteljahre in aussteigender Linie. Katalog, und Akzidenzdruck waren gut beschäftigt, während Auf träge in wissenschaftlichen Werken (z. B. technischen Lehrbüchern u. dgl.) weniger Vorlagen und der Banknoten- und Wertpapierdruck noch heute brachliegt; auch die russischen Aufträge, die in früheren Jahren Beschäftigung brachten, fehlen. Trotz Einführung der 53stündigen Arbeitszeit in den größeren und größten Betrieben wurde zu zahlreichen Einstellungen geschritten, sodaß die Arbeits- losenzifser der Leipziger Buchdrucker von 1700 am Anfang d. I. auf 700 Ende März sank. Auffällig ist die Zahl der arbeitslosen Drucker (330), während Maschinensetzer längst »vergriffen- sind und nun von der Provinz gestellt werden, da viel« Setzmaschinenbetriebe in Schicht arbeiten. Auch die Schriftgießerei stand, mit wenigen Ausnahmen, im Zeichen guter Konjunktur; die zahlreichen Ausland- aufträge der letzten Jahr« haben infolge der Währungsstabilltät nachgelassen, dafür ist aber das Jnlandgeschäft in voller Blüte, sodaß trotz ölstündiger Arbeitszeit teilweise noch Überstunden ge macht wurden. Die galvanoplastischen und chemigraphischen An- stalten waren ebenfalls gut beschäftigt. Im Steindruck fallen beson ders die flotten Bestellungen im Lichtdruck aus, dem man noch vor kurzem — wohl infolge der Verbreitung des Offsetdruckes das Totenlied sang. — Di« graphische Maschinenindustrie Leipzigs arbei tet mit Hochdruck, um die Scharte, di« ihr der siebenwöchige Metall- arbeiterstreik gebracht hat, auszuwetzen. Bei Offset- und Buchdruck- Pressen ist die Lifferfrist eine verhältnismäßig lange». (Vgl. auch unser« regelmäßigen Wochenberichte.) Die oben angekündigte Pa pierpreiserhöhung ist inzwischen eingetreten. Sie stellt im großen ganzen die Preisverhälinisse wieder her, wie sie vor der 8prozentigen Ermäßigung Anfang Februar bestanden. Die Begründung durch den Hinweis auf die leider steigenden Holzpreise trifft ja äußerlich zu. Die tieferen Zusammenhänge läßt aber die Äußerung der Papier zeitung deutlich genug erkennen. Es handelt sich einfach um «ine Ausnutzung der Konjunktur. Bei den Buchdruckern ist in den letz ten Tagen eine Lohnerhöhung bekannt geworden. Auch hier be gründeten die Arbeitnehmer ihre Ansprüche mit dem Hinweis auf die Besserung der Konjunktur. Hoffentlich sehen aber die Druckerei, besitzer trotzdem von einer Preisheraufsetzung ab, da sie ja inzwischen eine Ermäßigung nicht bewilligt hatten. Der Abbau des 25pro« zentigen Aufschlages um die Jahreswende kann nicht mitzählen, da dieses letzte Erinnerungsstück der Inflationszeit ja überhaupt nie ernsthaft Wirklichkeit geworden war. Vor jedem Versuch, die Schein konjunktur etwa weiter auszunutzcn, nach dem Grundsatz, daß man nie zu viel fordern kann, solange man den Preis durchzusetzen ver mag, muß jedoch Papierindustrie wie Druckgewerbe dringend ge warnt werden, übertriebene Preisforderungen gerade sind die größte Gefahr für die Stabilität unserer Währung wie unserer gan zen Wirtschaftsentwicklung. Solange der Preisstand vom Anfang des Jahres nicht überschritten wird, mag es noch erträglich sein. So lang« liegt auch für den Buchhandel vorläufig noch die Mög lichkeit vor, an den bisherigen Preisen festzuhalten. Und diese Sta bilisierung der Preise ist mich nach der grenzenlosen Verwirrung, die das unglückselige Erbe der Inflationszeit ist, das allerdringendste Gebot. Kann ein weiterer Preisabbau im Augenblick nicht erfolgen, so muß doch, koste es, was es wolle, eine neue Preissteigerung unbe dingt vermieden werden. Im Gegenteil, da wir auch wieder die jetzt völlig darniederliegende Ausfuhr unbedingt neu beleben müs sen, muß aus weite Sicht sogar -gerade ein Preisabbau das letzte Ziel bleiben, weil wir zu den heutigen Preisen auf dem Weltmarkt wettbewerbsunfähig sind. Das gilt gerade auch für Papierindustrie wie Druckgewerbe. Auf Grund eines Preisabbaues bei ihnen könnte dann auch das Buch wieder mit besseren Aussichten ins Ausland gehen. SIS
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