Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 22.08.1923
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1923-08-22
- Erscheinungsdatum
- 22.08.1923
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19230822
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192308227
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19230822
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1923
- Monat1923-08
- Tag1923-08-22
- Monat1923-08
- Jahr1923
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
X: 195, 22, August 1923. Redaktioneller Teil, Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Ein für das Buchgewerbe höchst wichtiges Thema behandelt W. Wolfcrt in Oldenburg. Sein Aufsatz, betitelt »Der Mchrfär be n - I l l u st r a t i o n s d r u ck«, ist eine hervorragende Arbeit, die einer ganz besonderen Beachtung wert erscheint. Zunächst spricht er über »Das Künstlerische im Bilde« und dann über »Die Farben in der Natur«. Die Antwort auf die Frage: »Welche Originale eignen sich am besten für den Drcifarben- resp. Vierfarbendruck?« lautet, das; mit Vorteil die Vierfarbcn-Neproduktion gewählt wird, wenn das Bild tiefe, ins Schwarz gehende Farbtöne hat. Derartige tiefe Töne im Dreifarbendruck zu erzielen, würde im Druck große Schwierigkeiten bereiten, da alle drei Farben voll und satt gedeckt übercinandergeöruckt werden müssen, wodurch das Trocknen sehr erschwert wird. Dieses ist beim Vierfarbendruck nicht in gleich starkem Maße nötig, da hier die richtige Tiefe wie auch die scharfe Zeichnung Lurch den Aufdruck der schwarzen Platte erreicht wird. Die "weiteren Ausführungen des Ver fassers beziehen sich aus »Das Ausziehen der Grundfarben aus dem Original durch Farbenfilter«, auf »Die Stellung des Rasters bei den einzelnen Platten«, auf »Gut und schlecht geätzte Platten« und auf »Die Brauchbarkeit der verschiedenen Metalle zur Herstellung von Autotypien«. Was in diesen Abschnitten gesagt wird, ist nicht nur wichtig für den praktisch arbeitenden Fachmann, sondern auch für die Besteller von Büchern, Zeitschriften und sonstigen Druckarbeiten. Ein Vertrautmachen mit diesen zutreffenden und sehr brauchbaren Unter weisungen wird vor manchem Mißgriff, Arger und vielleicht auch ungerechter Beurteilung schützen. Für den Fachmann insbesondere sind dann noch die folgenden Abschnitte wichtig: »Die Behandlung. der Autotypien vor dem Druck und das Schließen der Form«, »Die Zu richtung unter der Platte«, »Die Zurichtung auf dem Zylinder«, »Das Abstimmen der Farben« und »Der Fortdruck«. Jeder, der mit dem Druck voll Illustrationen zu tun hat, wird dem Verfasser dankbar sein für die vielen, auf gründlichen Erfahrungen beruhenden Rat schläge und Fingerzeige. Werden diese befolgt, so werden Menge und Güte des Drnckprozesses nur günstig beeinflußt. Zuletzt behandelt der Verfasser »Die Reihenfolge der Farben sowie das Anfertigcn der Farbenskalen« und beantwortet die Frage: »Welche Anforderungen müssen an eine Jllustrationsmaschine gestellt werden?« Uber »Offsctdruck und P h o t o l i t h o g r a p h i e« hat Richard Witte in Zürich einen Beitrag geliefert. Er erinnert zu nächst daran, daß die Konkurrenzfähigkeit von jeher darin begründet lag, daß er eine Zurichtuyg wie beim Buchdruck nicht erfordert. Weiter führt er aus: »Ist die einfache Offsetmaschine schon leistungsfähiger als die Buchdruckschnellprcssc, so trifft dies in erhöhtem Maße bei der Schön- und Widerdruck- und bei der Zweifarbenosfset zu. Der Wcrkdruck und der Zcitschriftendruck, die beide heute schon vielfach von der Bnchdruckschnellprcsse zur Offset übcrgegangen sind, werden dies sicher in Zukunft noch mehr tun, wenngleich die Offsetmaschine ein schwach geleimtes, stäubendes und chemisch mcht neutrales Papier nicht zu verarbeiten vermag. Erfordert die bessere Leimung des Papiers vermehrte Ausgaben, so bringt der Wegfall der Satinage einen Teil derselben wieder ein«. Ter Verfasser widerlegt also, was Kundige ohne weiteres bestätigen, die Ansicht, daß zum Offsetdruck sich jedes, selbst das ordinärste Papier eigne. Elewissermaßen als Ergänzung der Arbeit Wittes kann öet nach folgende Aussatz von Offsetinstruktor Willy Hamacher ange sprochen werden, der sich über »Die Wiedergabe von Auto typien im Offsetdruck« äußert. Einleitend betont er, daß durch die Möglichkeit einer tadellosen Wiedergabe vom Offsetdruck der Chemi graphie, bzw. dem Buchdruck eine unerwartete Konkurrenz erwachsen sei, und die Vorteile hierbei gegenüber dem Buchdruck seien nicht zu verkennen. Der Verfasser ist allerdings der irrigen Ansicht, auf die bereits vorhin aufmerksam gemacht wurde, daß für den Offsetdruck jedes Papier verwendbar ist. Überhaupt urteilt er über den Offset druck etwas gar zu optimistisch, sodaß seine Schlußausführungen, die nachstehend folgen, nur als bedingt geltend zu bewerten sind: »Durch diesen autotypischcn Offsetdruck sind der Industrie nicht geringe Vor teile erwachsen, denn den Interessenten ist cs doch außer an dem guten Ausfall besonders auch daran gelegen, die Drucksachen so billig wie möglich zu erhalten, und letzteres vermag allein der Offsetdruck zu ermöglichen, einerseits bedingt durch den raschen Gang der Maschine und andererseits durch den Umstand, daß jede Art von Papier ver druckt werden kann«. Eine interessante, fachwissenschastlich hochwertige Arbeit veröffent licht M. Klein in Dortmund, und zivar über den »Dreifarbcn- Tiefdruck«. Ein eingehendes Studium dieses Aufsatzes ist sehr zu empfehlen, da ein bruchstiickwcises Heransgreisen von Einzelheiten der Art der Materie widersteht. Grundlegend sagt der Verfasser n. a.: »daß ohne besondere Schwierigkeiten zur Reproduktion im Dreifarbcn- Tiefdruck jedes farbige Bild, Gemälde usw., bei dem genaueste ori ginalgetreue Wiedergabe Bedingung, geeignet ist. Die photographischen Farbenauszüge erfordern größte Aufmerksamkeit und unbedingte Sicher heit des Photographen in der Erfassung der Farbwerte und Anwendung der jeweils notwendigen Farbfilter zur Erzielung möglichst richtiger Tonwerte der einzelnen Farben Rot, Blau und Gelb«. Ter Drei- sarben-Ticfdruck steckt noch gewissermaßen in Kinderschuhen, denn der Verfasser stellt auch fest, daß es nur einige Fachleute für dieses Ver fahren gibt. Aber diese Wenigen, die sich der Sache gewidmet hätten, sollten zum Erblühen des Verfahrens mit ihren gesammelten Kennt nissen nicht hinter dem Berge halten und Vcrbesscrnngsvorschläge in zuständigen Fachzeitschriften zum besten geben. Ingenieur A. Niklits ch c k in Wien behandelt das Thema »G c - werbliche photographische Aufnahmen für Repro- d uk t i o n s z w e ck c«. An der Hand von Gegenüberstellungen zeigt der Verfasser, wie sich günstige und ungünstige Aufnahmen ergeben. Als Grnndforderungen, die an ein für die graphische Vervielfältigung bestimmtes Lichtbild von vornherein zu stellen sind, bezeichnet er mög lichste Schärfe und größten Tonreichtum. Weiter soll eine gute Per spektive, geeignete Darstellung des Gegenstandes vorhanden sein und schließlich auch die Möglichkeit gewahrt bleiben, ausgreifende Netusche- arbeiten durchzufühven. Die fachwissenschaftlichcn Darlegungen, auf die hier näher einzngehen der zur Verfügung stehende Raum verbietet, bekunden eine sichere Beherrschung des Stoffes und eine vorzügliche Gabe, gemachte Erfahrungen anderen zugänglich zu machen. Im Anschluß an diese begrüßenswerte Arbeit folgt ein Aufsatz über »Neue N e p r o d u k t i o n s v e r f a h r e n«. (Verfassernamen fehlt.) Zur Besprechung kommen das Cellonblischee, das Napid-Klischce- verfahren (Patent Nenck), die Dnvaplattc, das Victoria-Trockenmater- Vcrfahren und das Durchlichtungsverfahren für de-n> Gummidruck mittels »Grapho-Cellon«. Die einzelnen Verfahren, deren Kenntnis für Len Buchgeiverbler sehr wichtig ist, werden durch Zlbbildungen ver anschaulicht. Uber das »V a l o r v e r s a h r e n« zur Herstellung von Papiergeld, Aktien und Wertpapieren unterrichtet I)r. P. Schumacher (i. Fa. Klinisch L Co., Frankfurt a. M.). Er führt einleitend aus, daß vor 15 Jahren von der Schweiz aus ein Verfahren angcboten wurde, das die photographische Herstellung von Rosetten, Verzierungen, Randleisten und Untergründen für Wertpapiere zum Gegenstand hatte. Das Ver fahren erfüllte jedoch nicht die Erwartungen, so daß die Firma Klinisch mit Versuchen begann, den Vorgang dadurch zu vereinfachen, daß an stelle der photographischen Aufnahmen ein direktes Kopierverfahrcn angewandt wurde, das nach langwierigen Versuchen dazu führte, ein Verfahren herauszubringen, das, wie der Verfasser erklärt, an Ein fachheit, Genauigkeit und sicherer Ausführung kaum überboten werden kann. Von Wichtigkeit ist, daß dieses neue Verfahren, welches auf der Benutzung einer kleinen Anzahl gravierter Grundfiguren beruht, die direkt ohne jede photographische Aufnahme oder Reproduktion umge- sormt werden, sich nicht nur auf die Wertpapiertechnik beschränkt, sondern auch für andere Gebiete, insbesondere auch für kunstgewerb liche Ziveckc Verwendung fnrden kann. Das Buchbindcrhandwerk, das ja gleich dem verschwägerten Buch druck in einem hervorragenden Maße auch Kunsthandwerk ist, hat in Klimschs Jahrbuch durch den bekannten Fachmann und Schriftsteller Ernst Eollin einen würdigen Vertreter gefunden. Seine Arbeit ist iiberschricben: »Der Hundei u band. —Die wichtigsten Ein bau d arten. — Die Herstellung des H a n d e i n b a n d e s. - Die Werkstoffe und Werkzeuge des Buchbinders.« Ausgehend von der Broschur und der steifen Broschur, leitet er über zum Halbleincnband, Ganzleinenband, Halbfranzband und schließlich zum Ganzledcrband. Die instruktiven Ausführungen, die sich auf den ganzen handwerksmäßigen Verlauf der Buchbinderarbcit erstrecken, sind auch höchst wertvoll für den Verlagsbnchhändler, der doch von der Technik des Buchbinders immer etwas mehr als eine »Ahnung« haben muß. Auf einer Tafel werden die Werkzeuge vorgeführt, die der Buch binder beim Handeinband benötigt. Die Darlegungen des Verfassers erstrecken sich des weiteren auf die Materialien nsw., die beim Hand einband in Frage kommen. Den vo.rzüglich durchgearbeiteten Anssatz Eollins wird niemand unbefriedigt lesen. Ein beachtenswerter Aufsatz ist auch derjenige über »Die Roh stoffe zur F e i n p a p i e r - F a b r i k a t i o n«, dessen Versasser mit F. N. angegeben ist. Die Zusammensetzung der einzelnen Papier arten, die Verarbeitung und die Herkunft der Rohstoffe, die maschi nellen Einrichtungen usw. werden allgemeinvcrständlich besprochen. Die Kenntnis dieser Ausführungen 'lüftet manches Dunkel, das gerade auf diesem Gebiete besteht. Den Schluß dek vielseitigen und durchweg gehaltvollen Aufsätze bildet ein Beitrag von Otto Säuberlich in Leipzig über 1177
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder