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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.03.1923
- Strukturtyp
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- 1923-03-07
- Erscheinungsdatum
- 07.03.1923
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- Deutsch
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>5 56. 7. März 1923. Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. «»rseuLkatt f. ». VN»«, «vLrandel. Perlagswechsel. — In Nr. 48 des Börsenblattes sind von Herrn Di. G. A. E. Bogeng folgende Werke besprochen morden: »Die Briese der Marquise von Pompadour«, »Gertrude Aretz: Die Marquise von Ponipadonr«, »Ter Günstling der Marie Antoinette, Memoiren des Herzogs von Lauzun«, »Casanovas Abenteuer und Erlebnisse in »Italien«, »Casanovas Abenteuer und Erlebnisse in Deutschland und der Schweiz«, »Der Schwarzkünstler Cagliostro«; dabei ist als Verlag Carl Rechner in Dresden angegeben wyrden. Die Werte sind aber inzwischen in den Opal-Verlag Paul Aretz in Dresden ilbergegangen, was hiermit nachgetrageu wird. Aus Brasilien. Aus Porto Alcgre in Brasilien wird uns gemeldet, daß die dort im Verlag von Cäsar Reinhardt früher er schienene »Deutsche Zeitung« seit 1917 nicht mehr herausge geben wirb. Der Verleger hat allerdings an der amtlichen brasiliani schen Stelle den Titel seines Blattes nicht löschen lassen und betrachtet wie es den Anschein hat — das Stilliegen seines Zeitungsbetriebes, neben dem seine Sortiments-Buchhandlung heute noch besteht, als vor übergehenden Zustand. Aus diesem Grunde dürften wohl auch die deutschen Zeitschriften-Kataloge seine »Deutsche Zeitung« als noch er scheinend führen, was aber, wie gesagt, nicht den Tatsachen entspricht. Hohe Preise für Handschriften. — Eine Aulographen-Versteigerung, die kürzlich! bei Karl Ernst Henrici in Berlin stattfand, brachte für einigermaßen seltene Handschriften sehr hohe Preise. So wurde das Original-Manuskript von Joh. Nestroy, enthaltend seine Posse »Der Zerrissene« aus dem Jahre 1844, mit Bleistift auf 95 Sei ten geschrieben, bei einem Cchätzungspreis von 100 900 Mark für 1 600 000 Mark verkauft. Ein sechs Seiten umfassendes Manuskript von Joseph Freiherrn von Eichendorff, eine Zeitbetrachtung über die Ereignisse des Jahres 1845 enthaltend, brachte bei einem Schätzungs preis von 50 090 Mark in Anbetracht seiner großen Seltenheit 210 000 Mark. Ein eigenhändiges Schriftstück von Friedrich Hebbel, ent haltend ein humoristisches Zwiegespräch zwischen einem »Gamin« und der »Judith«, brachte 91 000 Mark, zwei eigenhändige Briefe Heinrich Heines an seine Verleger Hoffmann und Campe in Hamburg, beide ans Paris, vom 28. Dezember 1832, drei Seiten lang, und vom 30. Ja nuar 1836, einseitig, gingen für 300 000 Mark, bzw. 200 000 Mark, ein eigenhändiges Gedicht von Jmmermann »Aus dem fünften Gesang der Hölle« auf 3Vs Seiten, für 13 500 Mark, zwei Briefe Gottfried Kellers aus Zürich vom 2. Februar 1847 und vom 17. März 1875 für 200 WO Mark, bzw. 160 OW Mark und ein bemerkenswerter Brief Heinrich Zschokkes ans »Aarau 21. Wintermonats 1815« über die Voreingenommenheit Bayerns gegen Ausländer, d. h. alle Nichtbaycrn, für 25 000 Mark fort. Ein englischer Brief von Charles Darwin vom 21. August 1881 erzielte 130 000 Mark, zwei eigenhändige Billetts von Charles Dickens aus den Jahren 1841 und 1861 gingen für 82 000 Mark und für 85 000 Mart fort. Ein zweiseitiger Brief Voltaires vom 7. März 1777 an seine vertraute Freundin Mme. d'Argental, die er mit »mon cber an§e« anredet, kan» ans 250OW Mark zu stehen. Die nächste Abteilung umfaßte -die klassische Zeit der deutschen Lite ratur. Von den 15 Goethe-Nummern brachte das Widmungsgedicht für Minna Hcrzlieb 765 000 Mark, der Weimarer Brief vom 18. De zember 1789 über den Kupferstecher Lips 800 OW Mark, ein mit Blei stift geschriebener Konvcrsativnszettcl ohne Unterschrift, Zeit- und Ortsangabe 200 000 Mark, ein Brief aus Weimar vom 9. Februar 1824 an seine in Berlin weilende Schwiegertochter Ottilie 820 000 Mark, zwei von Goethe geschriebene Notizzettel ohne Orts- und Zeit angabe, selbst ohne Unterschrift, fanden trotzdem für 125 WO Mark und 115 OW Mark einen Käufer, und eine eigenhändige Federzeichnung Goethes mit seiner Handschrift auf der Rückseite 65 000 Mark. Ein dreiseitiges Gedicht von Joh. Peter Eckermann mit dem Datum Wei mar. 2. II. 1825, brachte 56 OW Mark. Geheime Briefkontrolle in den besetzten Gebieten. Vorsicht im Schriftverkehr! — Im Ruhrgcbiet und in den Rheinlanöen ist von den Besatzungsbehörden eine geheime Briefkontrolle eingerichtet worden, dle von den Feinden dazu benutzt wird, Industrie- und Handelsfirmen sowie Privatpersonen in den besetzten Gebieten geschäftlich und per sönlich zu beobachten und zu bespitzeln. Größte Vorsicht im Brief verkehr des besetzten und unbesetzten Gebietes ist daher dringend er forderlich. (Papier-Ztg.) Kein Postvcrkehr mit Mainz. — Infolge der französischen Ein griffe besteht zurzeit noch kei>e Möglichkeit, Postsendungen nach Mainz zu befördern, da die Franzosen die zur Postbeförderung benutzten Kraftwagen beschlagnahmt haben und auch die Post, die auf dem Wege über Frankfurt—Wiesbaden ans Ziel gebracht werben sollte, nicht dnrchlasjen. In Düsseldorf ruht der Fernsprcchbetrieb infolge der französischen Gewaltmaßnahmen noch immer. Außerdem wurden von den Franzosen die Postämter Caub, Nüdesheim und Kirchberg st:ll- gelegt, nachdem das -deutsche Personal die Ausführung französischer Befehle abgelehnt hatte. SpreWal. (Ohne Verantwortung der Redaktion,- jedoch unterliegen alle Einsendungen den Bestimmungen über die Verwaltung des Börsenblatts.) „Buchhändlerbonk". Im Börsenblatt Nr. 50 vom 28. Februar 1923 ist ein-e Veröffent lichung aus den »Mitteilungen des Verbandes evangelischer Buch händler« Nr. 17, Januar 1923, unter der Überschrift »Die Buch händlerbank« abgedruckt. Diese Veröffentlichung enthält die Behaup tung, »daß die Kommissionäre der Abrechnungs-Genossenschaft einen einstweiligen Widerstand, den man wohl begreifen könne, entgegen setzten«. Der Unterzeichnete Verein legt Wert darauf, zu erklären, daß die Kommissionäre der Abrechnungs-Genossenschaft in keiner Weise Wider stand entgegensetzen, sondern die Dinge — zumal da man bisher die Kommissionäre geflissentlich von allen Beratungen ferngehalten hat — sich ruhig entwickeln lassen. Die Kommissionäre glauben zwar nicht, daß sich die Idee der Abrechnungs-Genossenschaft in der Praxis be währen wird. Um so mehr Hallen sie sich, auch wenn man sie nach träglich etwa noch zur Mitarbeit heranzieheu wollte, zur äußersten Zurückhaltung verpflichtet, damit im Falle eines Versagens des Unter nehmens die Schuld daran in keiner Weise den Kommissionären zur Last gelegt werden kann. Verein Leipziger Kommissionäre. Rollgelder ln Leipzig. (Siehe Bbl. Nr. 50 vom 28. Febr. 1923.) Die Hahnsche Buchhandlung in Hannover fordert den Leipziger Buchhandel auf, eine Herabsetzung der Leipziger Nollgeld- sätze zu bewirken, da -diese wesentlich höher seien als in anderen Orten. Hierzu gestatten mir uns zu bemerken, daß die Leipziger Kommissionäre bei ihren Spediteuren für den Fracht- und Eilgntverkehr ihrer Kom mittenten die Berechnung der bahnamtlichen Nollgeldsätze erreicht haben, die wesentlich niedriger sind als die allgemeinen Nollgeldsätze des Verbandes Leipziger Spediteure, wie sich aus nachstehender Gegenüberstellung ergibt: kx Eilgut: Frachtgut: bahnamtlich Verbandss. bahnamtlich Verbandss. ab 21. Febr. ab 27. Febr. ab 21. Febr. ab 27. Febr. 1- 25 Mk. 1100.— Mk. 3400.— Mk. 1000.— Mk. 3100.— 76—IW Mk. 2900.— Mk. 8000.— Mk. 2800.— Mk. 7500.- weitere 50 Mk. 1450.— Mk. 4000.- Mk. 1400.— Mk. 3750.- Die Leipziger Kommissionäre haben hiermit einen wesentlichen Vorteil fiir ihre Kommittenten erreicht. Tie Zahlen, welche die Hahnsche Buchhandlung in Hannover gegen- überstcllt, erklären sich daraus, daß der Leipziger Spediteur in dem vorliegenden Falle die Verbandssätze berechnet hat, mährend die in Hannover berechneten Sätze anscheinend die bahnamtlichen Rollgeld sätze sind. Die weitere Differenz erklärt sich- daraus, daß die Leip ziger Sätze die Ende Februar gültigen sind, mährend die Nollgeldsätze in Hannover vom 29. Januar angegeben sind. In dieser Zeit haben sich aber die Nollgeldsätze allgemein erhöht, auch die bahnamtlichen sind am 21. Februar neu festgesetzt worden. Leipzig, den 2. März 1923. Verein Leipziger Kommissionäre. Eine Enigeqnuns,! Der Verein Dresdner Buchhändler veröffentlicht in Nr. 45 des Börsenblattes für den Deutschen Buchhandel seinen 41. Jahresbericht und schreibt in dem Schlußabsatz: »Möge der Geist des gegenseitigen Verständnisses für die Nöte und Sorgen der einzelnen Bernfsgruppeu den Weg finden lassen, der zur Einigkeit führt! Ebenso wie das deutsche Volk gerade heutzutage besondere Veranlassung hat, alles Trennende bciseitezustellen und zu überwinden, so geziemt es auch dem Buchhandel, Opfer zu bringen, auch große Opfer zu bringen, wenn die Einheitsfront erhalten bleiben soll«. Dieser wirklich warme, herzliche Appell hindert aber den Verein nicht, auf derselben Seite gegen Len Warenhausbuchhandel Angriffe zu erheben, »da dieser nicht zu bewegen war, seine Vorräte den je weils geltenden Ladenpreisen anzupassen, sowie den vorgeschriebeneu Tenernngszuschlag zu erheben Der Dresdner Verein erhebt gegen 283
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