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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.01.1928
- Strukturtyp
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- 1928-01-07
- Erscheinungsdatum
- 07.01.1928
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M 6, 7. Januar 1928. Redaktioneller Teil. Börsenblatts, d. Dtschn. Buchhandel. um einige gegenwärtig akute Fragen auszuführen, von manchen steuerrechilichen Problemen, teilweise von den beabsichtigten Änderungen der Gewerbeordnung, des Wettbewerbs- und des Berufsausbildungsgesetzes. Wo aber spezielle Aufgaben des Buchhandels in Angriff zu nehmen sind, muß er dafür sorgen, daß er die nötige Resonanz findet, und zwar nicht nur bei den Behörden, sondern vor allen Dingen in den Parlamenten des Reiches und der Länder und bei den Handelskammern. Jede Vereinstätigkeit muß darauf abgestellt sein, den Inter essen ihrer Mitglieder und damit denen des von ihr vertretenen Bcrufsstandes zu dienen. Gerade beim Buchhandel kommen dabei nicht nur wirtschaftliche, sondern in gleichem Maße auch kulturelle Gesichtspunkte in Betracht. Allen Bemühungen zur Bekämpfung der beklagenswerten Abwendung von geistigen Dingen ist daher besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Wenn die Anzeichen nicht täuschen, hat sich schon im zurückliegenden Jahre eine Wendung zum Besseren bemerkbar gemacht. Jedoch soll man auch in diesen Dingen die Hände nicht einfach in den Schoß legen in der Hoffnung, es werde von selbst wieder besser werden, vielleicht sogar im Glauben, solche Wandlungen könnten nur ganz von selbst kommen. Gewisse Einslußmöglichkeiten be stehen sehr wohl, und so sollte der Buchhandel immer wieder nach neuen Mitteln und Wegen suchen, um in dieser Richtung zu wirken. Dabei handelt es sich ebensosehr um die Tätigkeit des einzelnen Berussangehörigen wie um Maßnahmen der Orga nisation. Für diese sind allerdings aus dem Gebiete, das unter dem Sammelwort »Werbung« bezeichnet zu werden Pflegt, ge wisse Grenzen gesteckt. Die letzten Jahre haben hierüber mancher lei Erfahrungen gebracht; aus ihnen gilt es weiterzubauen. Eine außerordentlich wichtige Ausgabe wird dem Bildungs ausschuß erwachsen, dessen Tätigkeit der Ausbildung des Nach wuchses und der Weiterbildung gilt. Wirtschaftliche Erfolge be ruhen in der Hauptsache auf der Persönlichkeit und aus ihrem Können und Wissen. Deshalb bemühen sich auch alle Berufs stände, die sachlichen Ausbildungsmöglichkeiten zu vervoll kommnen. Der Freizeitgedanke hat allenthalben außerordent lich an Bedeutung gewonnen; das Bestreben nach Hebung des Fachschulwesens besteht überall. Der Buchhandel stand von jeher in dieser Bewegung mit an der Spitze. Einen besonderen Vorteil bildet dabei für ihn, daß er von Anfang an neben theo retische Erörterungen die praktische Erprobung gestellt hat. Wenn sich der Bildungsausschuß, gestützt auf die vorliegenden Er fahrungen, nunmehr an die Aufstellung eines Gesamtbildungs planes macht, kann deshalb darauf gerechnet werden, daß seine Arbeiten den Bedürfnissen der Praxis entsprechen und von Er- solg begleitet sein werden. Dabei- wird man, worauf bisher Rücksicht zu nehmen war, das Berufsausbildungsgesetz vorläufig beiseite lassen können; denn es scheint, als ob man bei dem Widerstand einiger wichtiger Gewerbezweige dagegen nicht wei ter kommt und deshalb nach anderen Möglichkeiten für eine gesetzliche Regelung des Handlungslehrlingswesens sucht, etwa in der Form, daß man die Materie einfach ins Handelsgesetzbuch aufnimmt. Bei allem, was die Organisation unternimmt, darf eins nicht übersehen werden: nur in seltenen Fällen kann es sich dabei um Maßnahmen handeln, die unmittelbar in Erscheinung treten; meist sind es solche, die sich nur mittelbar auswirken. Dabei ist vor allen Dingen auch in Betracht zu ziehen, daß man nicht mit einem Erfolg von heute auf morgen rechnen darf. Nur langsam können die Früchte solcher Tätigkeit reifen; es genügt nicht, lediglich den Zeitraum eines Jahres ins Auge zu fassen. Die deutsche Wirtschaft hat aber wohl gelernt, mit einer Besserung nur auf lange Sicht zu rechnen. Wie das Repara tionsproblem erst allmählich einer für Deutschland tragbaren Lösung zugeführt werden kann, so wird auch die deutsche Wirt schaft nur nach und nach gesunden. Es muß genügen, wenn sie Jahr für Jahr schrittweise auf dem Wege der Besserung weiter gelangt. Deshalb soll zu Beginn von 1928 die Hoffnung aufgepslanzt werden, daß auch dieses Jahr die deutsche Wirt schaft im Kamps und Ringen um ihre Wiedergesundung ein Stück weiterbringt. Dieser Fortschritt wird auch dem deutschen Buchhandel zugute kommen. Internationale Statistik der Geistesarbeit im Zahre 1S2K. Übersetzung aus »lös vroit LLntsnr«, Bern, Nr. 12, vom IS. De zember 1927, von Erich Ko einer. (Die entsprechende Statistik für das Jahr 1SS5 siehe Bbl. 1827, Nr. 20, 22 und 21.) II fl l> Nr. 4). Großbritannien. Nach dem kablisbsrs' Oircalar vom 1. Januar 1927 belief sich die literarische Produktion Großbritanniens im Jahre 1926 auf 12 799 Einheiten gegenüber 13 202 im Jahre 1925. Es ist also eine Abnahme von 403 Einheiten zu verzeichnen, die sicher den wirtschaftlichen Schwierigkeiten zuzuschreiben ist, mit denen Großbritannien zu kämpfen hatte. Wenn man im übrigen die Dinge in der Nähe betrachtet, so wird man bemerken, daß die neuen Broschüren und Bücher, die die eigentliche literarische Produktion Großbritanniens bilden, nur um 82 Einheiten ab nehmen s9S88 gegen 9670), während die Übersetzungen um 94 zunehmcn s40I gegen 307). Das Hauptdefizit (— 415) liegt bei den Neuauflagen, die auf 2810 sinken (gegen 3225). Der Uber schuß der Verluste über die Gewinste beträgt 403. Nachstehend die Ergebnisse der letzten zehn Jahre. Die Zahlen von 1926 nehmen die zweite Stelle ein, sind also durch- aus ehrenwert: Jnhr Neuerscheinungen Neuauslagen Zusammen 1917 6606 1525 ' 8131 1918 6750 966 7716 1919 7327 1295 8622 1920 8738 2266 11004 1921 8757 2269 11026 1922 8754 2088 10842 1923 9246 3028 12274 1924 9513 3193 12706 1925 9977 3225 13202 1926 9989 2810 12799 Die Rubrik »Neuerscheinungen« umfaßt die neuen Bücher, die neuen Broschüren und die neuen Übersetzungen. Die Zahl der Übersetzungen haben wir schon genannt: 401 gegen 307. Die neuen Bücher und die neuen Broschüren sind 8489 und 1099 an der Zahl gegen 8520 und 1150 im Jahre 1925. Abnahme —31 und —51, was, addiert, die oben erwähnte Zahl 82 ergibt. Die Statistik nach Wissenschaftsgebieten (siehe S. 28) weist in 10 Klassen eine Zunahme und in 17 Klassen eine- Abnahme auf. Die Klassen 9 (Medizin, Hygiene) und 17 (Dichtkunst und Schauspiel) bleiben unverändert. Der größte Zuwachs, -d 195 (Klasse 18, Romane), übertrifst die Zahl der stärksten Abnahme, —171 (Klasse 19, Jugendschriften). Noch sei der Fortschritt der Klasse 13 (Schöne Künste) bemerkt, die 91 Einheiten gewinnt, und der Rückschritt der Klasse 2 (Religion), die 118 verliert. Die Monatsübersicht des Uudliisdsr»' vironlai- zeigt, daß die Kurve der literarischen Produktion Großbritanniens im Jahre 1926 ungefähr denselben Verlauf genommen hat wie 1925. Die beiden Steigungen im Frühling und im Herbst finden sich wieder. Erstere erreicht für 1926 im März und für 1925 im Mai ihren Höhepunkt, die andere für beide Jahre im September. Der Sommerhochdruck ist 1926 ausgesprochener als 1925, doch sällt sein Höhepunkt in den Juni, statt in den Juli. Der niedrigste Stand wird für 1926*) im Mai und für 1A25 im August er reicht. Der Unterschied zwischen den beiden Maimonaten ist augenfällig. Bemerkt sei schließlich noch, daß die Monate No vember und Dezember im Jahre 1926 wesentlich besser waren als 1925. Man möchte glauben, daß sie für 1927 einen neuen Aufstieg Voraussagen. *) Wegen des Generalstreiks, sagt üudliodors' Lircular. 27
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