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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.09.1923
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- 1923-09-15
- Erscheinungsdatum
- 15.09.1923
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. 216, 15. September 1926. Erklärung. Wien, 5, September 1923, Die Unterzeichneten Verbände des österreichischen Buch«, Kunst« und Musilatienhandels empfehlen dem deutschen Verlag auf das dringendste, bei Lieferungen nach Österreich unter keinen Umständen anders als in Kronen, und keines« falls auf Grund von höheren Frankenpreisen zu rechnen, als sie heute Gültigkeit haben. Diese Frankenpreise, zum Züricher Kurs in österreichische Kronen umgerechnet, liegen zum Teil jetzt schon über der Grenze der Kaufkraft, über die das österreichische Publi kum verfügt; jede Erhöhung müßte zu schwerer Schädigung des österreichischen Buchhandels führen. Die österreichischen Buch«, Kunst« und Musikalienhändler er« warten auf das bestimmtest« die weitere Einhaltung der bisherigen Rabatte, ohne die sie nicht bestehen können, Sic verlangen unbe« dingt, daß sämtliche auf den Sendungen lastenden Spesen nicht in Mark, sondern nur auf Franken-Basis in österreichischen Kronen berechnet werden und müssen jede Berechnung, die nicht in dieser Weise erfolgt, ohne weiteres zurückweisen, Verein der österr. Buch-, Kunst- und Musikalienhändler in Wien. Korporation der Wiener Buch-, Kunst- und Musikalienhändler in Wien. Bekanntmachung. Es wurden uns überwiesen: Durch Herrn Immerthal i, H, Akade- miska Bokh, in Helsingfors von der Fa. U. W. Telen L Co,, KnoPia (Finnland) (Franken 200,—) , , , , 29 925 000 Mk, Aus Wien unter Motto: »Gott schütze Österreich« 2 000 000 Mk, Wirtschaftliche Vereinigung Schlesischer Verleger, Breslau 730 500 Mk, Süddeutscher Buchhändler ver ein: Sammlung zur Süddeutschen Junimesse 200000 Mk. Von Herrn Otto Grebe, Berlin, anläß lich lOjährig, Selbständigkeit für einen Bedürftigen 100000 Mk, Wir danken herzlich für diese Zuwendungen, Der Vorstand des Unterstützungs-Vereins Deutscher Buchhändler und Buchhandlungs-Gehülfcn. Or, Georg Paetel, Max Paschle, Max Schotte, Reinhold Boisteil, Allgemeiner Deutscher Buchhandlungsgehilfen- Berband. Die ungeheure Erhöhung der Portosätze macht cs uns unmöglich, die für das 3. Vierteljahr 1923 fälligen Renten dsrWitwen-und Waisenkasse und der Invaliden- kass« jetzt zur Auszahlung zu bringen, es sollen vielmehr gegen Mitte des Monats Oktober sowohl die Beträge für das 3. Viertel jahr als auch die erheblich höheren Sätze für das 4, Vierteljahr aus der Notstandsunterstützungskasse zusammen zur Auszah lung gebracht werden. Die in Leipzig ansässigen Rentenempfänger Und Rentenempfängerinnen können die Beträge in Zukunft persön lich in der Geschäftsstelle des Verbandes abholen, den auswärtigen ist zu empfehlen, sich mit einer Buchhandlung wegen Vermittlung der Auszahlung in Verbindung zu setzen. Wir haben die Hoff nung, daß sich auf Ansuchen die betreffenden Firmen, bei denen die verstorbenen oder bcrufsunfähigen Mitglieder früher angestelit waren, sicher bereit finden werden, die Witwen- oder Invaliden renten zur Auszahlung zu vermitteln, damit den Rentnern so wenig als möglich Unkosten erwachsen, Leipzig, den 12, September 1923, Hospitalstr, 25, Der Vorstand, Richard Hintzsche, Edgar Pilz, Die «ommerakademien des Jungvuchhandels. 1, Schloß Elgersburg vom 2, bis 13, August, Schöpferischer, o wann, Genius unseres Volkes, Wann erscheinst du ganz, Seele des Vaterlands? Hölderlin. -Sind ohne Vater! Satanskinder«, Dieses Telegramm, das der Post sicher Mißtrauen gegenüber einem geplanten kommunisti schen Handstreiche «ingeflößt hat, rief den Chronisten zur Schlutz- seier des letzten Tages, Es wird den Lesern noch verständlich werden. Aber merkwürdigerweise wurden in der kommenden Nacht von den Elgersburger Kommunisten die Einrichtungen der beiden ersten Elgersburger Hotels zerschlagen, die Burg blieb als Gemein- schastsstätte unbehelligt. Ein Schutzengel wachte über den Satans kindern des Buchhandels. Mancher Börsenblattaussatz hatte dem Jungbuchhandel Sinn und Notwendigkeit eines Zusammenschlusses seiner geistig bewegten Elemente in der Form eines gemeinsamen Ferienerlebens klar gelegt, und «ine Psingsttagung hott«, um diese Gedanken ins Prak tische zu überführen, auf der Leuchtenburg stattgesunden. Drei Agitationsgruppen unter Führung junger Chefs hatten sich in Nord-, Mittel- und Sllddeutschland gebildet. Das Resultat in bezug auf die Zahl der Anmeldungen war nicht übermäßig, und diese Zurückhaltung, die mancherlei Ursachen hat, legte allen Teilnehmer», Leitern wie Schülern, die Pflicht auf, zu bekennen, ob es sich der Müh« lohnte, das Experiment zu wagen, Süddeutschland und Mit teldeutschland hatten sich im Thüringer Wald auf Schloß Elgers burg zusammcngesunden; der geographische Bezirk der Teilnehmer erstreckte sich aber auch auf den Osten, sogar Gumbinnen war ver treten. Am Eröffnungsabend am t, August waren zwar alle Jungbuch- häudler und -Händlerinnen zur Steile, aber merkwürdigerweise fehlten die beiden für den Unterricht gewonnenen Leiter und waren auch nicht durch Telegrainme herbeizuschaffen. Sie gehörten den Leipziger Universitätskreisen an; der eine war Philosoph, der andere Naturwissenschaftler. Es war geplant, daß sich Vorträge mit Arbeitsgemeinschaften abwcchseln sollten. Das Ausbleiben beider warf jede Organisation über den Haufen, So wurde aus der Eigersburgcr Sommerakademie leine wohlgepflegte Gartenpslanze, sondern ein völlig wildwachsendes Feld-, Wald- und Wiesen gewächs, Sie trug völlig den Stil des Improvisierten, Aller zwei bis drei Tage hatte die Akademie einen anderen Charakter, d, h, sie wurde von einer Persönlichkeit bestimmt, die schnell anzeretst kam und ebenso schnell wieder verschwand, nachdem sie »wie eine Zitrone ausgepreßt war«. Denn all die Gespräche gingen nicht um das Wissen an sich, sondern um das Wissen wozu, um die Einstellung zum Lebensprozeß und seinen Problemen. Für di« Lehrenden war es, als wenn sie «in Nest junger Vögel vor sich hätten, die die Schnäbel hungrig aufsperrten. So kam die Abreise jedes einzelnen immer zu früh. Die Zuhörer bekamen nie genug, manchmal setzte man sich nach dem Abendbrot wieder zu sammen und bracht« einmal sogar ganz spontan bas heroische Opfer, früh um 5 Uhr aufzustehen, um noch schnell vor dem Kaffee- trinken zwei Stunden lang geistig gedüngt zu werden. Aber nach dem Kaffee ging es sofort damit weiter, bis der Zug kam. Bei jeder Abreise zog man gemeinsam mit der Burgfahne zur Bahn, Man ließ eine »blaue« Rakete steigen, rief dreimal rhythmisch »Gut Runst« und sang alle Strophen von Störtebeckers Seeräuberlicd bis zur Verbrüderung mit dem Satan, sodatz sich wohl mancher im Zug sitzende Tourist fragte, ob er sich nicht verhört hätte, denn der Kehrreim: »Es lebe die Seeräuberei« paßte doch gar nicht zu den grünen Matten des Dorfes und der über dem Bahnhof drohenden Burg, So rief denn auch einer Wohl in Gedanken an seine Hotel rechnung: »Ihr meint Wohl die Landräuberei?« Der metamorphosierende Lehrkörper war ein merkwürdiges Gewächs, Zuerst bestand er in einem Herrn, der in China gewesen war und jetzt Redakteur eines nicht unwichtigen Fachblattes in Leipzig ist. Er kam als Gast zur Eröffnung und wurde sofort zu einer Arbeitsgemeinschaft über »Konjunktur und Markt« dingfest gemacht. Da nun seine Anwesenheit in Moskau, abgesehen von der Schlttsselzahlfinditng in Leipzig, dringend notwendig war, ver- 1282
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