64, IS. MSrz 1924. Redaktioneller Teil. — Bibliographischer Teil. vvunni«» i. d. D««». v»»b»«d«> zzgz Redaktioneller Teil. (Nr. 38.) Aufruf! Alldeutschland rüstet sich, den 2ülljährigen Geburtstag Immanuel Kants sestlich zu begehen. Der deutsche Buchhandel steht dabei allerorten mit in vorderster Reihe. Gerade seinen Anstrengungen wird es zu danken sein, wenn der Name des groben Königsbergers in den Apriltagen dieses Jahres in allerweiteste Kreise verbreitet wird. Aber dem Buchhandel ziemt es, nicht nur aus solche Wirkung bedacht zu sein, gerade ihm vielmehr soll der Tag mehr bedeuten. Immanuel Kant ist ein Symbol. Der Philosoph der Psllcht ist der deutschest« aller Philosophen. Sein Name hat den Ruhm deutschen Geistes und deutscher Wissenschaft mehr vielleicht als alles andere gerade bei den Besten in aller Welt verbreitet. Willig beugten sie sich seiner Größe und verehrten in diesem Deutschen ehrfurchtsvoll den Genius der Menschheit. Damit liegt im Namen Immanuel Kant für uns ein« heilige Verpflichtung beschlossen. War sein Wirken, war sein Idealismus deutsch bis ins tiefste, so muß die Stätte, von der sein Werk ausging, deutsch bleiben sür alle Zeit, muß die lUma male,- Königsbergs eine Hochschule des Deutschtums sein und bleiben, und das heute mehr denn je, nachdem Ostpreußen eine von slawischen Fluten umbrandete Insel geworden. Immer noch ist das deutsche Buch berufen, der erste Pionier des Deutschtums zu sein, und welche Aufgaben gerade dem deutschen Buchhandel in Ostpreußen gestellt sind, ist In den unvergessenen Tagen der Herbstversammlung 1922 wohl jedem deutschen- Buchhändler zum Bewußtsein gekommen. Es wird deshalb im ganzen deutschen Buchhandel Verständnis finden, wenn daran erinnert werden muß, daß di« Universitätsbibliothek Königsbergs, die ja ebenfalls eine besondere Psleg- stätte des deutschen Buches dort am Ostrand des Deutschtums zu sein bestimmt ist, schwer notleidet. Der Preußische Staat hat sein besonderes Interesse für diese Bibliothek in den Jahrzehnten vor dem Kriege durch die Errichtung eines hervorragend schönen und zweckmäßigen Bibliotheksgebäudes bewiesen. Heut« aber reichen seine Mittel nicht aus, ihre Bücherbestände aus der notwendigen Höhe zu halten. Könnte eine schönere Form für eine Ehrung Immanuel Kants seitens des deutschen Buchhandels gefunden werden als die einer Kant-Jubiläumsspende zum Besten der Königsberg«! Universitätsbibliothek? Zu ihr rufen wir daher den gesamten deutschen Buchhandel hiermit auf und sind überzeugt, daß er es nicht an sich wird fehlen lassen, mit einer solchen Gabe den größten Sohn Königsbergs und sich selbst zu ehren. Leipzig, den 27. Februar 1924. Oer Vorstand de« Börsenvereins der Neuischen Buchhändler zu Leipzig vr. Arthur Meiner Paul Nitschmann Richard Linnemann Max Röder Albert Diederich Ernst Reinhardt. Um die Spende ihrem Zweck ungekürzt zugute kommen zu lassen, hat sich der Kreisverein Ost» und West Preußen bereit erklärt, die aus den eingehenden Mitteln zu beschaffenden Werke der Bibliothek zu den Einkaufspreisen ohne jeden Aufschlag zuzuführen. Die Auswahl der Werke erfolgt auf Grund der von den Fakultäten aufzustellenden Wunschlisten, um die als besonders störend empfundenen wichtigsten Lücken in erster Linie auszufüllen. Dabei kommt nicht nur schwerwissenschastlich«, sondern auch andere Literatur in Frage. Zeichnungen und Zahlungen, über die im Börsenblatt Quittung geleistet werden wird, nimmt die Geschäftsstelle des Börsenvereins entgegen (Postscheck Leipzig 13463). Es wird um genaue Kennzeichnung »Zur Kant-Jubiläumsspende- gebeten. Auch der Vorstand des Deutschen Verlegerbercins hat in der letzten Nummer seiner »Mitteilungen« die Sammlung empfoh len und aufgefordert, sich nach Kräften an der »Kant-Jubiläums-Spende- zu beteiligen. IS«'