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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.01.1923
- Strukturtyp
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- 1923-01-17
- Erscheinungsdatum
- 17.01.1923
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- Deutsch
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X? 14, 17. Januar 1923. Redaktioneller Teil. Börsenblatt s. d. DIlchn. Buchhandel. Aus der im April 191g veröffentlichten Ankündigung milchte ich hier die charakteristischen Sätze im Wortlaut Mitteilen: -Die Drucklegung hervorragender Schöpfungen menschlichen Geistes als Son der- und vorzüglich als Erstdrucke wird dle Ausgabe derPresse sein, der sie durchaus in Beschränkung auf Schriften unserer Zeit gerecht z» werden gesonnen ist.» Die Presse will -bewußt dem spielerischen, wahllosen, snobistischen, merkantilen, abgegrisfenen Gebaren der vielen schau- stellenden Sondcrdarbietungen cntgegentrctcn, die den Interessen und der Anteilnahme des wahren Bücherfreundes stracks zuwlderlaufen». -Indem die Presse den Namen des mitunterzeichneten langjährigen Leiters der Ernst Ludwig-Presse in Darmstadt annimnit, der seine ge samte Krast und Persönlichkeit nunmehr dem neuen Unternehmen zur Verfügung stellt . . ., kennzeichnet die Kleukens-Presse ihre Absicht, ihre Haltung und ihren Weg«. Die Presse ist nicht abgeneigt, Auf träge von dritter Seite — ebenso wie die Ernst Ludwig-Presse — au- zunehmen. »Doch müssen die ln Auftrag gegebenen Drucke durchaus den Grundsätzen über die innere Berechtigung von Sonderdrucken ent- sprechend befunden werden». Di- KleukenS-Presse siedelte später nach Darmstadt über. In den ersten neun Drucke» gelangte ausschließlich die Kleu- kens-Antigua zur Verwendung. Erst im 1l>. Druck <Balzac, Uns passiv» ckans Io ckdsoit, April 1922) ist eine neue, etwas modifj. zierte Antiqua zur Anwendung gekommen. 1. «Joh. Wolfg. von Goethe: Unterhaltungen Deutscher Ausge wanderten. 250 num. Exemplare. 181 S. August 1913. 8°. 2. »Walter Klemm: Entfaltung. Gedlchtsolge. 250 num. Exem plare. 80 S. Oktober 1919. 8". 8. »Rudolf G. Btnding: Traurede. Einer Freundschast gehalten. sKolophon:s »Diese Worte sprach Rudolf G. Binding einem Freund und einer Freundin, als er sie am 28. Dezember 191Ü einander vertraute». 225 num. Exemplare, davon 18 auf Per gament. Mit Eingangsinitialc ln Gold. 12 S. 1919. 4^ 4. »GottsrieL Keller: Fra» Rege! Amrain und ihr Jüngster. 2S9 num. Abzüge. 55 S. April 192g. 8» 5. »Th ultz d i de s: Rede des Perlkles für die Gefallenen laus dem zweiten Buche über den Peloponnesischen Kriegs. Übertragen von R u d o I s G. B i n d > n g. 25V num. Abzüge, davon 25 auf Pergament. 14 S. 192g. 4". 8. »Gotthold Ephraim Less > ng : Kabeln. Drey Bücher <1759. 1777s und Anhang. Mit sarbigen Holzschnitten von Kay Nebel. Blockbuch. L5<1 NUM: Exemplare, davon 25 aus Pergament. 71 S. 1920. 8». 7. »Das Evangelium S. Johannis. Letzte Fassung der Übertragung Martin Luthers. Mit Holzschnitten von Kay H. Nebel. 250 num. Abzüge, davon 50 aus Japan. 99 S. Weih nachten 1920. 8°. 8. »Heinrich von Kleist: Penthesilea. Ursprüngliche vom Dichter diktierte und eigenhändig verbesserte, bisher ungedruckte Fassung nach der von der Preuß. Staatsbibliothek in Berlin bewahrten Handschrist. Für den Text verantwortlich Or. Charlotte BUHler. 250 num. Abzüge, davon 50 aus van Geldcrn-Blitten mit ver goldetem Initial. 109 S. 1921. 8°. 9. »Joh. Wolsg. von Goethe: Prometheus. Dramatisches Frag ment. 250 num. Expl, davon 50 auf Bütten. 24 S. März 1922. gr. 8». Goethes Prometheus-Fragment ist ost gedruckt worden. Ich habe außer dem obengenannten folgende bibliophile Drucke des Fragments gezählt: Truck der Technischen Lehranstalten ln Ossenbach a. M. <191V>. Mustcrdruck der ReichSdrnckerei: Verlag von Ernst Ohle in Düsseldorf <1918». 21. Druck der Marses-Gesellschast s1920s. Druck der Ossicina Serpentis (1922), Enphorion Verlag, Berlin <l922s. Ein Druck mit Stichen von Fritz Nphoss wird vorbe reitet von der Werkgemeinschaft Worpswede (erscheint Oster» 1928s. 19. »Honorö de Balzac: Uns psssion ckans je ckssert (Paris 1882s. svo num. Abzüge auf Bütten ». 50 auf Japan. 27 S. April 1922. 8°. Außerhalb der Reihe: Maximilian-Gesellschaft. 1. Flugblatt, enth. Gedichte von Friedrich Hölderlin, K. Vollmöller und Rudolf G. Binding. sKolophonis Gedruckt auf der Klcukens-Prcssc In 800 Abzügen im In nt 1920. i- S. 4°. Kriegsgefangene »drucke. Die In de» Kriegsgcsangcnenlagcrn entstandenen Drucke haben, wenn wir von wertlosen Akzidenzdrücken, die auch meist hektographiert sind, absehen, einen hohen bibliophilen Wert. Zeigen sie doch — ich führe im Folgenden zwei markante Beispiele vor —, wie cs selbst unter den allerschwierigsten Umständen, wo Druckpapier, Typen, Drucker schwärze, kurz die ganzen Vorrichtungen und Apparate von den Krlegsgesangenen selbst mit den primitivsten Mitteln erst her- gestellt iverdeu mußten, möglich war, Drucke hcrzustellen, dis unser Staunen erregen. Bedenlt man noch, In welcher ticscn seelischen Depression, in welchen geistigen und leidlichen Nöten, sehr oft herbcigcsnhrt durch die kleinliche» Schikanen des Feindes, diese Drucke zustande kamen, so kann man ermessen, was für eine Leistung hier voll bracht worden istl»s Auch als Kultnrdokmncnte, als Niederschlag jener merkwürdigen geistige» Verfassung des intellektuellen Teils der Kriegs gefangenen sind diese Drucke bedeutsam. BlätterausderKrlegsgefangcnschafltnJleLongnc, Frankreich. D Die in den Jahren 1918—19 erschienenen Blätter in Ouartsorm enthalten Textdrnck und Lithographien. Verfasser der Aussätze und dle Künstler sind meist unbekannt. »Nr. 1. 8 Blätter, enthaltend einen Aussatz »Das undurchdring- lich« Abenteuer». Mit 6 Lithographien.. 10 Expl. auf weißem Bütten, 50 Expl. aus grauem Bütten. Etwa 1918. »Nr. 2. Drei Gedichte. Mit Lithographien. 8 Bll. Etwa 1918. »N r. 3. Enthält ein Gedicht »Kriegsjahreswende aus Ue Longue« von Hermann von Boettlchcr und ein Gedicht »Abendstunde» von Willy Hennings. Mit 5 Lithographie». 8 Bll. Etwa 1918. »Nr. 4. Enthält einen Aufsatz »Das Gefangenenlager. Eine tra gische Groteske» und 8 Lithographien. Impressum auf dem letzten Blatt: »Dieses Blatt wurde in Kriegsgefangenschaft ge druckt. Es wurden hergestellt: 10 Expl. auf weißem Bütten, von den Künstlern signiert, 50 Expl, ans grauem Bütten. Ile Longue, Frankreich. April 1919.» Bibliophile Drucke der Kriegsgefangenen- Druckerei des Lagers Krasnasa Rjetschka lnOstsibirie n»»s. Krasnasa Rjetschka, d. t. »Rotes Flüßchen», ein Fischerdorf am Amur unweit der Stadt Chabarowsk, beherbergte bis znm Jahre 1920 krtcgsgefangene Offiziere und Mannschaften der ehemaligen öster reichisch-ungarischen Armee, Hier entstand, um den geistigen Be- dllrsnisicn der Gefangenen zu dienen, eine Druckerei, die in den Jahren 1919—A im ganzen 95 nerschiedene Dreckarbeiten herausbrachte. In der Hauptsache waren es Akzidenzdrücke, 5 davon aber waren Bücher, von denen drei ln deutscher Sprache abgesaßt sind, die die Deutsche Bücherei besitzt. Sämtliche Drucke haben Umschläge in ein- oder dreifarbigem Holzschnitt. Die Holzschnitte sind im Lager entworfen, ge- schnitten und gedruckt worden und haben das Impressum und die Namen der Hersteller, Den Inhalt der Drucke I—III bilden Originalaussätze und Übersetzungen von Krlegsgesangenen des Lagers Krasnasa Rjetschka. Druck IV enthält ausgewählte Stücke ans englischen Autoren von Shakespeare bis Kipling. Die in englischer Sprache abgefaßte Ein leitung gibt ein Bild von dem geistigen Leben Im Lager. Druck V ent hält die Sammlung von Gedichte» eines ungarischen Kriegsgefangenen. »Druck I, ausdrücklich als »Erstdruck» bezeichnet, trägt die Be zeichnung »Druck I», oder nach dem Titel des ersten Aussatzes »Überwindung der Zeit», erschien ain 1». Juli 1919 in einer Auslage von 45 Expl. »Druck II erschien unter dem Titel »Ende August 1919» August 1919 in einer Auflage von 150 Exemplaren. »Druck III unter dem Titel »März 1920», cbcnsalls in einer Auf lage von 150 Exemplaren März 1920, Druck IV ln englischer Sprache unter dem Titel: »Solect Speci- mons ok I-itersluro» erschien in monatlichen Lieferungen zu 20 Seiten von Oktober 1919 bis März 1920. Druck V endlich, in ungarischer Sprache abgesaßt, »iüiört büntslsr snAsm?« Warum strafst Du mich?), erschien April 1920. (Fortsetzung folgt.) Die deutsche Musikwoche in München Auf ö?r außerordentlichen Hauptversammlung des Vereins der Deutschen Musikalienhändler, die Anfang Oktober 1922 in Eisenach tagte, wurde tn einem kleinen Kreise untcrnehmungssrendiger Musikverleger der Gedanke einer deutschen Mnsikwoche in München erwogen, und ob gleich die Arbeiten zur Durchführung des Gedankens gerade in die bis her schwierigste Zeit für die Entwicklung des deutschen Verlagswesens Vgl. Julius Nodenberg, Bibliophile Drucke der Kricgs- gefongenen-Truckerei des Lagers Krasnaja-Rjetschka in Ostsibirien im »Cicerone« (Beilage »Der Büchersammler«) 14. Jahrg. 1922, Heft 3, S. 125—128. Mit Abb. **) Vgl. den vorstehend zitierten Aussatz. e
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