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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.01.1924
- Strukturtyp
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- 1924-01-16
- Erscheinungsdatum
- 16.01.1924
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- Deutsch
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13. 16. Januar 1924. Redaktionell«! Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. 429 III. Was hat die B-rufsgenossenschast bisher getan? Neben der aul die Verhütung, Heilung und Entschädigung der Unfälle gerichteten Tätigkeit hat der Vorstand nach den Absichten der Gründer darüber hinaus die allgemeinen Interessen des Einzel handels auch aus anderen Gebieten gewahrt. Auf dein Boden der BcrusSgcnossenschast wurde eine eigene Hafipflichtversichcrungs-An- stalt sür die Betriebe des Einzelhandels errichtet, die die gesamte gesetzliche Haftpflicht deckt, ohne besondere Werbungskosten arbeitet und damit einen erheblich billigeren Taris als die Privatgesellschaften ihrer Beitragssorderung zngrundelcgen kann. Ferner wurde als soziale Versicherung «ine den Einzelhändlern dienende Renten-, Wit wen- und Waisenkasse des Deutschen Einzelhandels a. G. gegründet, die, ans Goldbasis umgcstcllt, demnächst erneut mit der Werbung her- vortretcn wird. Weiter war cs möglich, aus dein Boden der Bcrufsgcnossenschast durch die neutrale Zusammenarbeit der Führer de» bisher zersplitter te» Einzelhandel in der Hauptgemeinschaft des Deutschen Einzelhan dels zu einer machtvollen Wirtschastsvertrctuntz zusammenzusassen. Alle diese Einrichtungen sind gemeinsam mit der Verwaltung der Bcrussgcnosscnschast im Hause Berlin SW. 68, Charlotten straß« 98, untergebracht. Goethe-Ausstellung in Kopenhagen. (Vgl. Bbl. Nr. 1 u. 8.) — Die Eröffnung der Ausstellung ist, wie schon mitgeteilt, auf den 29. Januar festgesetzt worben» Sie wird drei Hauptabteilungen um fassen: die historische deutsche Abteilung beleuchtet Goethes Leben von der Wiege bis zum Grabe, die moderne deutsche Abteilung, die vom Börse,wcrcinsausschuß »Deutsche Gesellschaft für A u s l a » d s b u ch h a n b e l« eingerichtet wird, zeigt die neue Goethe- Literatur, und endlich zeigt die dänische Abteilung, was in Dänemark über Goethe geschrieben worden ist, und veranschaulicht die Bedeu tung Goethes für das dänische Geistesleben. Während der Goethe- AuSsteilung werden folgende Vorträge gehalten werden: Gesandter vr. v. MIItIus: Goethe als Aktualität; Pros. Albert Köster: Faust; Prof. LouisHammerich: Goethe und der Orient; Dozent Wanschcr: Goethe und die bildende Kunst; Prof. KarlLarsen: Goethe und Dänemark. Kon der Goethc-Gcscilschast. — Den Fvstvortrag aus der dies jährigen Hauptoersammlung der Goethe-Gesellschaft sin der Woche nach Psingsten) in Weimar hat Prosessor vr. Eduard Sprauger von der Universität Berlin, srüher in Leipzig, übernommen. Sein Thema ist »Goethe und die Metamorphose des Menschen-. Außer dem Ende August erscheinenden Jahrbuch für 1928/24, bas IS bis 18 Bogen mit mehreren Bildertaseln umfaßt, soll seiner als besondere Iahresgabe für die Mitglieder die Schrift »Briese und Ge dichte an Frauv o.n Stein» in faksimilierter Wiedergabe her- ausiommcn. Der Jahresbeitrag sür 1924 ist aus 8 Goldmark sest- gesetzt worden, der zur Erleichterung der Zahlung in zwei Raten erlegt werden kann. Deutsche Shakespeare-Gesellschaft. — Für die diesjährige Haupt versammlung, die am 23. April, dem Geburtstage des Dichters, im großen Armbrustsaale zn Weimar stattsindet, ist ein Vortrag des Hamburger Universitätsdozenten Prosessor vr. Emil Wolf über die Baconfrage und eine Stellungnahme der Gesellschaft zu dieser Krage geplant. Das »Deutsche Nationaltheater» bereitet eine Auf führung des »Macbeth« in der Bearbeitung von Karl Rothe (Leip zig) vor. Arbeitsgemeinschaft der Preußischen Behördrn-Bibliotheken. — Bet der Aufzählung der Einzelglicder in Nr. 296 vom 20. Dezember 1928, S. 8816/16 ist die Bibliothek des Preußischen Statistischen Landesamts nicht erwähnt worden, die smit 284 641 Bänden) nicht nur die umfangreichste aller in der Arbeits gemeinschaft vertretenen Bibliotheken, sondern zugleich die größte staatswissenschaftliche Fachbibliothek Deutschlands ist. Zeiiungsjubiläe». — Die im Verlage der C. K. Re es'scheu Bnchdruckcrei in He Idenheim (Brenz) erscheinende Zeitung: »Der Grcnzbote, Tageszeitung für die nord östliche Ai b« begann mit diesem Jahr ihren 7S. Jahr gang. Sic ist 1849 in Giengen von W. F. Hehl ins Leben gerufen und am 2. Januar 1849 erstmalig unter dem Titel »Der Gränzbotc« erschienen. Nach Eingehen eines in Heiden heim erscheinenden privilegierten Blattes übersiedclte 1854 der Gränzbotc dorthin, wo er noch heute erscheint. Als Hehl im Jahre 1867 gestorben war, reichte seine Witwe ihrem Geschäftsführer Carl Friedrich Rees die Hand zum zweiten Ehebunde. Rees war ein tüchtiger Buchdrucker und Geschäftsmann, der die technischen Ein richtungen der Druckerei den Erfordernissen der Zeit anpaßte. In teressant ist es, daß er es war, der die Notwendigkeit einer Buch handlung sür seinen Wohnort erkannte und die jetzt 61 Jahre bestehende C. F. Nees'sche Buchhandlung gegründet hat. Sein Sohn Herr Friedrich Rees ist gegenwärtig Herausgeber und Trucker des Grenzboten. Dieser Tage vollendete auch das im Kahre 1874 vom Landcs- ausschuß sächsischer Feuerwehren gegründete und im Verlag von K. A. Körner in Leipzig erscheinende »Z e n t r a I b l a t t sür Feuerschutz« sein 50. Lebensjahr. Originell ist, daß das Blatt während seines Bestehens nur zwei Redakteure answeist: den ver storbene» Prosessor Keilerbaner in Chemnitz und de» gegenwärtigen Kreisvertreter Syndikus Krank in Leipzig. Eine ZcüungSnummcr von 192 Seite». — »He« lkorü Uwes« hat kürzlich die umfangreichste Nummer herausgebracht, die jemals durch die Notationsmaschinen beider Hemisphären gelaufen ist. Die Nummer, die eine wahre Enzyklopädie barftclii, gliedert sich in 12 Ab teilungen, die 192 Seiten großen amerikanischen Zeitungsformats um fassen. Sie ist in einer Auslage von 566 000 Exemplaren erschienen, die insgesamt 875 Tonnen, d. h. 1 754 000 amerikanische Pfund wiegen. 561 Spalten sind Meldungen, Berichten und Aussätzen gewidmet, wäh rend der Rest von 262 Spalten aus Anzeigen entfällt. Preisausschreiben. — DI« Deutsche Presse-Korre spondenz (Prosessor Oppermann) in Rudolstadt schreibt einen »Wettbewerb für Schriftsteller« aus, dessen Zweck ist, der Presse und somit auch der Allgemeinheit wahrhast guten Lesestoff zu bieten. Deshalb erbittet sie »Skizzen, deren In halt die Allgemeinheit interessieren und den Leser fesseln muß. Ins besondere soll daraus geachtet werden, der «Nizze hohen Wert zu verleihen, damit sie als ein kleines Kunstwerk und zugleich als ge sunde Kost gelten kann. Abschreckende ober sensationslüsterne Stosse, ganz zu schweigen von oberflächlichen Schreibereien, sind zwecklos. Das deutsche Volk braucht eine lebensbejahende, zu Herzen gehende und wahrhaft erbauende Lektüre! Aber cs braucht auch das be freiende Lachen, besonders in dieser trüben Zeit. Darum eibitte» wir ferner gute Humoresken. Wir betonen absichtlich: gute, denn kitschige Beiträge, die kaum ein Lächeln hervorzaubern, gibt cs über genug. Echter Frohsinn soll cs sein, nach dem die Leser mit Freuden greisen.werden, weil sie sich danach sehnen». Jeder Beitrag soll bis zu 90, höchstens bis 120 Zeilen lang sein und muß mit der Maschine oder in sehr deutlicher Handschrift geschrieben fein. Schluß sür die Einsendung ist der 1. Februar abends. An Preisen sollen verteilt werden: der Hauptpreis von 500 Goldmark, «in erster Preis zu 300, zwei zweite Preise zu 200, 6 dritte Preise zu IW, 6 Preise zu 75, 10 zu 60, 10 zu 60, 16 zu 40, 20 zu SO, 12 zu 25, alles Goldmark. Die Beiträge sind, wie üblich, mit Kennwort einzulieseru, denen ein Bricsumschiag mit dem gleichen Kennwort beizugebe» ist, der den Namen des Autors enthält. Jede Sendung ist zu adressieren: An die Deutsche Presse-Korrespondenz (Professor Oppermann) in Rudolstadt (Thüringen). Was ist ci» Kunstwerk? — In einer Vorlesung über Urheber recht hatte sich der bekannte Zivilrechislehrer Professor Kisch die Aus gabe gestellt, den Begriff »Kunstwerk« im rechtlichen Sinne klar- znlegen. Seiner Gewohnheit gemäß suchte der ungemein beliebte Lehrer ein recht schlagendes Beispiel aus dem Leben als Grundlage sür die Definition, »Hören Sie«, sagte er plötzlich, »meine HerrenI Ich kam einmal ans Holland, wo ich mir eine wertvoiie Porzelian- suppenschüsfei erstanden hatte, über die Grenze«. Der Zollbeamte sagte: »Kunstgegcnstand. Verzollen!« — »Aber, inein Herr, cs ist eine Suppenschüssel für den Hausgebrauch!« — »Das machen Sie mir nicht weis«, meinte der Beamte, »sie hat doch ein Loch«. Nun hatte die Schüssel tatsächlich, sonst gut erhalte», ein Loch, bei dem freilich jede Suppe durchgeiausen wäre . . , Kein Einwand half. Ich mußte wohl verzollen. »Aber warum?« sagte ich, »warum soll das ein Kunstwerk sein?» — »Ein Gegenstand, der zu nichts zu ge brauchen ist, ist ein Knnstiverk-, sagte der Beamte. — «Meine Herren, hier haben Sie die Definition!» 61
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