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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.12.1922
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1922-12-20
- Erscheinungsdatum
- 20.12.1922
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- Deutsch
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vollkommene Verkennung der Tatsache, daß alle übrig-en Sachpreise doch auch im Werte gestiegen sind und das Buch noch immer »das billigste« Kaufobjekt darstellcn soll. Da das Buch ln den meisten Füllen heute den Wert-Verhältnissen noch nicht angcpaßt ist, gibt man de» Kritikern eiu geringeres W-ertobjekt in die Hand als in der Vor kriegszeit! Dieser Grundsatz sollte -dem verständnisvollen Verleger zu Berlin-Wilmersdorf. Otto Rieb icke. vr. Ernst Wasserzieher: Lprachgeschichtliche Plaudereien. Berlin: Ferd. Dllmmlcis Vel!a»s- buchhandlu>!g >922. VIII, 288 S. 8". Ladenprel« OL. 2.9, gi-b. 3. Eine bemerkenswerte schriftstellerische Fruchtbarkeit entwickelt Or. Ernst Wasserzieher, der Halberstädter Studiendirektor a. D., auf dem Gebiete der deutschen Sprachpflege. Er hat jetzt seinen Büchern »Leben und Woben der Sprache« und »Bilderbuch der deutschen Sprache« ein ähnliches Werk folgen lassen, das bei Ferd. Tümmler in Berlin er schienen ist und ebenfalls sprachliche Kenntnisse in wcite Kreise tragen und das Verständnis für unsere Muttersprache fördern will. Es ist »Sprachgeschichtliche Plaudereien« betitelt und führt uns in sympathi schem, volkstümlichem Plauderton, unterhaltend und belehrend zugleich, man möchte sagen in angenehmen kleinen und größeren Spaziergängen ins weite Land der Sprachwissenschaft, ohne daß man dabei nur einen Augenblick Ermüdung spiirte. vr. Wasserzieher hat zweifellos eine besondere Gabe, sprachwissenschaftliche und sprachgeschichtliche Fragen anziehend zu behandeln. Der Inhalt seine? »Plaudereien« zerfällt auf 288 Seiten in vier Abschnitte, die sich indes nur äußerlich als solche kennzeichnen. Der erste umfaßt etwa 30 kurze Aufsätze, die sämtlich interessante Stoffe bieten. Wir nennen nur die Überschriften »Goethe und die Sprache«, »Bedeutungswandel im Nibelungenlied«, »Geadelte Fremdwörter«, nämlich solche, die durch Einführung in unsere Klassiker Heimatrecht erlangten, dann die trefflichen Unter suchungen über »Hvhennamen«, »Monatsnamen und Wochentage«, »Germanische Stammesnamen«, »Alte deutsche Vornamen« usw. Ter zweite Abschnitt bildet eine Art alphabetisch geordnetes Lexikon, be stehend aus fast hundert kleinen, zum Teil ganz kurzen Aufsätzen über einzelne Wörter, dem als Einleitung eine Studie über die beiden großen deutschen Sprachforscher Franz Bopp und Jakob Grimm vor an gestellt ich. Der dritte Abschnitt ist eine Zusammenstellung kleiner Aufsätzchen über zahlreiche Redensarten. Der vierte enthält wieder längere Aufsätze, worunter »Beobachtungen über die deutsch-ameri kanische Sprache«, »Kameruner Englisch«, »Der Harzgau in sprach- gcschichtlicher Beleuchtung« usw. Dieser letztere Aufsatz, der 42 Seiten zählt, ist eine im Jahre 1920 als besonderes Cchriftchen erschienene Abhandlung, die, da sie im Buchhandel vergriffen war, mit mannig fachen Zusätzen und Verbesserungen angefügt ist und eine ebenso ansprechende als nützliche Arbeit über die sprachwissenschaftlichen Eigen tümlichkeiten des Harzes darstellt. Sie enthält u. a. eine alphabetisch geordnete Zusammenstellung der Ortschaften, Flüsse, Berge und sonsti gen geographischen Begriffe des Harzes mit der jeweiligen Erklä rung der Bedeutung ihrer Namen. Dem neuen Buch ist von vornherein eine günstige Aufnahme gesichert. E. K. Meine Mitteilungen. Einfuhr von Büchern nach Amerika. — Mit Bezug auf die Be kanntmachung der Geschäftsstelle unter der gleichen Überschrift in Nr. 275 des Bbl. vom 27. November find zahlreiche Anfragen um weitere Auskunft bei uns eing-cgangen. Zur Beantwortung sei bemerkt: Die Kennzeichnung »Urintoä in Oermuv^« ist für alle Büch>er ans Deutschland vorgcschrieben, gleichgültig, wann sie erschienen sind und in welchen Mengen und auf welchen Wegen sie nach Amerika einge- sührt werden. Ausgenommen sind lediglich Werke mit dem Erscheinungs ort Berlin auf dem Titelblatt. Tie Kennzeichnung kann mit Hilfe eines Gnmmistempelausdrucks erfolgen, muß aber im Buch selbst, am besten wohl auf der Rückseite des Titelblatts am unteren Rande, ge schehen. Ausdruck auf die Umhüllung oder auf die Adresse genügt nicht. Gerade dagegen ist schärferes Einschreiten angeordnet. Ehissreanzeigen und Mustersendungen. — In letzter Zeit wurde unserer Expedition gegenüber wiederholt darüber geklagt, daß sehr häufig bemusterte Angebote, Probeexemplare und sonstige M n st e r s e n d u n g e n , die auf Chiffreanzeigen hin den betreffenden Inserenten unter Chiffre zugesandt wurden, nicht wieder zurttckge- geben worden sind. Von vielen solchen Empfängern traf überhaupt keine Antwort ein. Fn den meisten Fällen handelt es sich für die an- bietenden Firmen um Wertgegenstände, die, wenn auch nicht besonders be rechnet, von den suchenden Firmen doch nicht einfach in Besitz genommen und zurückbehalten werden dürfen. Wir hoffen, daß dieser Mißstand bei Chiffreangcboten nicht weiter um sich greift, und bitten alle, die es angeht, stets darauf bedacht zu sein, die ihnen überwiesenen Muster sendungen gewissenhaft zurllckzugeben oder zu verrechnen. Liste der Verleger, die sich der Schlüsselzahl des Börscnvereins nnd des Deutschen Verlcgervereins angcschlossen haben. — In der heutigen Nummer, Seite 14 485 bis 14 494 ist das 1l. (v e r v o l l st ä n - digte) Verleg er Verzeichnis abgedruckt. Unveränderter Goldankaufspreis. — Der Ankauf von Gold für das Reich durch die Reichsbank und Post erfolgt in der Woche vom 18. bis 24. Dezember unverändert zum Preise von 20 000 Mark für ein 20- Mark-Stück, 10 000 Mark für ein 10-Mark-Stück. Für ausländische Goldmünzen werden entsprechende Preise gezahlt. Ter Ankauf von R eichssilbermünzen durch die Ncichsbank und Post findet un verändert zum OOOfachen Betrage des Nennwertes statt. Kurt Wolfs Verlag A.-G. in München. — Das Unternehmen weist für das zweite Geschäftsjahr als Aktiengesellschaft 1,17 Mill. Mk. (0/80) Reingewinn aus. Die Dividende beträgt 12 l9) Prozent für 4,50 Mill. Mk. alte und 6 Prozent für 5,50 Mill. Mk. junge Aktien bei 100 000 Mk. Rücklagen, 310 000 ( 288 218) Mk. Abschreibungen und 102 303 (111092) Mk. Vortrag. Die Generalversammlung genehmigte den Abschluß und die Erhöhung des Aktienkapitals um 19,8 auf 20,8 Mill. Mk. Neu in den Aufsichtsrat wurden Baron Fritz Schcy-Korvmla, München, und Bankier Otto Ncgendanz in Berlin ge wählt. (Frankfurter Zeitung.) Ein alter Buchhändlerlehrkontrakt. — In Nr. 261 des Börsen blattes haben wir das 7 0 jährige Berufsjubiläum des Herrn Verlagsbuchhändlers Ernst Urban i. Fa. Urban L Schwarzenberg in Berlin und Wien gemeldet. Die Berufstätigkeit des Herrn Urban begann am 1. Oktober 1852, wie aus nachstehendem Lehrvertrag hervor geht, der uns im Original mit der Bitte zugestellt wurde, ihn gelegent lich im Börsenblatt zu veröffentlichen, welchem Wunsche wir Hiermit- Nachkommen: Am heutigen Tage wurde zwischen dem Buchhändler C. Wagner und dem Tuchmachermeister C. Urban folgender Lehrcontract fest gestellt. 1. Der Tuchmachermcister C. Urban (gibt) seinen Sohn, Ernst Urban dem Buchhändler C. Wagner (in die Lehre), um^sihn) bet denselben das Geschäft des Buchhandels mit seinen Nebengefchäfften erlernen zu lassen. 2. Ter p. Urban verpflichtet sich, seinen Sohn Ernst Urban 4 (vier) Jahre hindurch das Geschäfft erlernen zu lassen, und zwar vom 1. Oktober 1852 bis 1. Oktober 1856. 3. Sollte der p. Urban seinen Sohn vor Ablauf dieser 4 Jahre aus der Lehre nehmen, ohne eine gesetzliche Veranlassung zu haben, so verpflichtet sich derselbe, dem Lehrprinzipal 20 Taler zu vergüten. 4. Verpflichtet sich der p. Urban, seinen Sohn während der Lehr jahre Kleidung, Wäsche un-d Schlafstelle zu geben. 5. Der Buchhändler C. Wagner verspricht dagegen, den Ernst Urban in der festgesetzten Lehrzeit nach möglichsten Kräften zu unter weisen und hinnauszubilden, daß er als tüchtiger Geschäftsmann sein 'künftiges Fortkommen gewinne. 6. Ferner verpflichtet sich der p. Wagner, dem Ernst Urban die Zeit seiner Lehrjahre über die unentgeltiche Kost zu verabreichen. Beide Contrahentcn haben weiter nichts zu erwähnen und ver sprechen gegenseitig vorstehenden Contract unverbrüchlich zu halten und haben zur Beglaubigung desselben, denselben eigenhändig unter schrieben und durch Zeugen bekunden lassen. Sch wiebus, den 1. Oktober 1852. gez. C. Wagner, Buchhändler. „ C. Urban, Tuchmachermcister. „ Arnold Kramm. „ W. Bollack, Schneidermeister. Die Geschäftslage in der Papicrverarbeitung und im Druckgcwerbe im November 1922. — Die Lage der papierverarbeitenden Gewerbe hat sich, wie d-er Bund Deutscher Vereine des Druckge-werbes, Verlages und d-er Papi-erverarbeitulig auf Grund der bei ihm ringegangeuen Meldungen der Konventionen und Jachverbände berichtet, weiter zuge spitzt. Die Mitte November e i n g -e f ü h r t c u neuen Zahlungsbedingungen der P a p i e r fa b r i k a n t e n mit i h r e r ' E u t w e r t u n g s k l a u se l bei Zahlungs verzug werden als unmöglich bezeichnet und hab-en die schwersten Befürchtungen wachgerufen. Noch in keinem Monat sind seitens der Verbände so umfangreiche B-etri-ebseinschränkungen und Ar- beiterentlafsuugen gemeldet worden wie im November. Das sind 1767
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