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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 14.12.1922
- Strukturtyp
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- 1922-12-14
- Erscheinungsdatum
- 14.12.1922
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- Deutsch
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Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. Xe 290, 14. Dezember 1922. berichtete alsdann von seiner Arbeitsstätte für Menschheitskundc, in der neue synthetische Forschungen betrieben werben. Aus jeglichem Wissenszweige jedweden Volkes werden die unliebsamen Elemente her- ausgchoben und zusammengestellt. Handschriften von bedeutenden Ver tretern aller Nationen sollen das Einigende in den Schriften der Völker und Nassen nud denen der Individuen aufzergen. Die deutsche Kunstausstellung in Helsiugsors. — Die große deutsche Kunstausstellung, die seit einigen Wochen in Helsingfors im Athenäum, der staatlichen Galerie der finnischen Hauptstadt, stattfindct, deren Räume zu diesem Zweck von der finnischen Negierung zur Verfügung gestellt worden sind, hat in der Öffentlichkeit einen starken Erfolg zu verzeichnen. Die Gelegenheit, Zum ersten Male in Finnland die beste deutsche Kunst des letzten Jahrhunderts im Original zu zeigen, ist von Professor vr. Gustav Pauli, dem Leiter der Hamburger Kunsthalle, aufs eindrucksvollste benutzt worden. Die Kunstwerke entstammen zum großen Teil der Hamburger Kunsthalle selbst, zum anderen dem deut schen Privatbesitz. Gezeigt werden mit vorzüglichen Proben ihres Schaf fens die deutschen Maler vom Biedermeier bis zur Gegenwart: voran Schwind und Spitzweg, dann Feucrbach und Böcklin, Menzel und Leibl, Mar Klingcr, aber auch das Schaffen der Gegemvart bis zu Käte Koll- witz, Paula Modcrsohn und Alexander Kanoldt. Eine Kunststistung in Deutsch-Österreich. — Ter Großindustrielle Castiglioni, der Stinnes von Deutsch-Österreich, hat dem Unter richtsministerium eine Stiftung von 200 Millionen Kronen isür Kunst- zwccke überwiesen. Ein plattdeutscher Verein in Afrika, der das Zusammengehörig keitsgefühl der niederdeutschen Landsleute durch die Pflege plattdeut scher Sprache und Dichtung beleben will, hat sich nach den Mitteilun gen des Hamburger »Quickborn« mitten in Afrika in dem früher deut schen Windhuk gebildet. Der Verein führt den Namen »Jungs holt fast« und hat der Vereinigung Quickborn jüngst eine Spende zuge wendet, die zur Linderung der Not in zehn kin-dergcssgneten nieder deutschen Familien benutzt wurde. PersonlllnachrlAen. Gestorben: am 11. Dezember nach schwerem Leiden im 58. Lebensjahre Herr Kommerzienrat A u g u st M e i s enba ch in M üuche n, Senior- chef der Firma Meisenbach Nifsarth K Co. in Berlin, Leipzig, München. Der Verstorbene, der noch mit den tüchtigen August Spieß und Heinrich Riffarth an der Leitung des großen Unternehmens beteiligt war, hat durch feine umfassenden Kenntnisse auf graphischem Gebiet viel zur Entwicklung und dem Aufschwung des feiner Qbhut anver- trautcn Instituts geleistet. Voll unermüdlicher Schaffenskraft ist er ein leuchtendes Beispiel für seine Angestellten gewesen, um deren Wühl .er stets treu besorgt war. Otto Günther f. - Am 5. Dezember ist der Oberbibliothekar au der Universitätsbibliothek zu Leipzig, De. Otto Günther, im «2. Lebensjahre gestorben. Er war Lehrer und Mitglied der Prüfungs kommission der Bibliothelkarischule zu Leipzig. Von seinen Schrif ten seien genannt: Plautuserneuerungen in der deutschen Literatur (1889), Kestner'sche Handschriftensammlungen (1892), Leipziger Musen- kricg (1894), A. Gottscheds Briefwechsel (1894), Unbekannte und ver gessene Autographen (1890), Die Universität Leipzig 1873/98 (1898), Die Wiegendrucke der Leipziger Sammlungen (1960, Nachträge 1910). Günther gab heraus: Notermund, Fortsetzung zu Jöchcrs Gclchrten- lexikon, Bd. VII (1897), Lavaters Tagebuch von 1774 (1901), Briefe an Erasmus von Rotterdam (mit I. Förstemann 1904), Gohliser Ge sangbuch (1914). SMWlll. ^ Verrechnungsstelle für ausläudische Zahlungen. Mit Bezugnahme aus das Eingesandt im Bbl. Nr. 278 vom 30. No vember 1922 gibt die Firma Friedrich Hofmeister G. m. b. H. in Leipzig bekannt, daß ihr aus Fachkreisen lebhafte Anerkennung über die Eröffnung dieser Verrechnungsstelle zuteil geworden ist. Die Übermittlung von fremder Valuta soll in der Weise vor sich gehen, daß die ausländischen Sortimenter allwöchentlich eine Liste derjenigen deutschen Verleger einreichen, an die sie Zahlungen zu leisten haben. Nach dem bekannten System der Ostermetz-Mrechnnng werden die für die einzelnen Verleger bestimmten Beträge gesammelt, die dann in einer Summe, und zwar in der betreffenden fremden Währung zur Auszahlung gelangen. Zur Vermeidung eines umfangreichen Schrift wechsels werden alle in- und ausländischen Fachvereinigungen ersucht. Stellung zu dieser bedeutsamen Einrichtung zu nehmen und ihren Mit gliedern deren Benutzung zu empfehlen. Zuschriften sind zu richten an: Friedrich Hofmeister G. m. b. H.. Leipzig, Karlstr. 1V. Abt.: Verrechnungsstelle. Kulturträger und Warenkenntnis. Der Buchhandel, das Sortiment nicht zum wenigsten, liebt es, sich Kulturträger zu nennen, und meist so, daß damit der Anspruch auf eine Sonderstellung im allgemeinen Handel erhoben wird. Man will der Teil des Handels sein, der von den höchsten Kulturerscheinungcn. von Literatur, Kunst und Wissenschaft über sonstige wirtschaftliche Tätigkeit hinausgehoben wird. So kommt cs, daß die Reden der Ver treter des Buchhandels gern von einem gewissen Adelsstolz getragen sind. Es ist nicht notwendig, hier zu betonen, daß es tatsächlich manchen Buchhändler, Sortimenter und Verleger, gab und gibt, der mit Recht auf seine Kulturtat verweist. Wir müssen aber die Sache auch einmal von der andern Seite ansehen, und dazu sollen nachfolgende Zeilen anvegen. Wenn man nämlich die Frage stellt: »Wann erfüllt ein Handel eine Kulturausgabe?«, dann kommt man zu Betrachtungen, die den ernsthaften Buchhändler recht nachdenklich stimmen müssen. Ohne auf Vollständigkeit Anspruch zu erheben, beantworte ich diese Frage so: Ein Handel erfüllt seinen Kulturzwcck, wenn es ihm gelingt, mit bester Ware, zum billigsten Preis, in kürzester Zeit eine Nachfrage zu be friedigen. Da diese Nachfrage manchmal nur im tiefsten Unterbewußt sein der in Betracht kommenden Käufer schlummert, so gehört die Weckung dieser Nachfrage, ihr Emporheben in das Bewußtsein des Käufers natürlich mit zur Lösung dieser Kulturaufgabe des Handels. Es ergeben sich nun für den -Händler folgende Notwendigkeiten: 1. Er mutz gute Warenkcnntnis haben, 2. Er mutz wirtschaftlich arbeiten, 3. Er mutz die für ihn in Betracht kommenden Verkehrswege und 4. die Nachfrage genau kennen. Ich überlasse die nähere Betrachtung von Punkt 2 und 3 anderer Gelegenheit, denn über Herr Teuerungszuschlag z. B. zu schreiben, bringt mich in die Gefahr, das; das Nachfolgende nicht gelesen wird, und über Verkehrsfragen im Buchhandel kann man Bände schreiben. Es bleiben also noch die beiden Forderungen der Warenkcnntnis und der Übersicht über die Nachfrage. Wie es damit im deutschen Buchhandel heute be stellt ist, mag folgende Geschichte beleuchten: In Nr. 251 des Bbl. zeigte meine Firma mit 40'/» Vorzugsrabatl mehrere Neuerscheinungen an, darunter: »Deutscher Staat und deutsche Parteien«, die Festschrift zum 00. Geburtstag Friedrich Meineckes, des Berliner Historikers, der doch wohl in seiner Be deutung allgemein bekannt ist. Auch sollte ich meinen, wenn die be kanntesten seiner Schüler ein derartiges Buch schaffen, das manches Licht in das Dunkel deutschen Parteiwesens zu bringen geeignet ist. würde sich Angebot und Nachfrage leicht begegnen. Was hat nun das deutsche Sortiment mit seinen über 7000 Handlungen in den seither verstrichenen fünf Wochen zur Erleichterung dieser Begegnung geleistet ? 52 Firmen haben 75 Stücke des Buches bestellt, davon 10 Berliner Firmen 15 Stück, und von den Berliner Firmen waren mehrere rus sische Handlungen! Wer kann hierfür eine Erklärung geben? Eine boshafte Seele sagte mir, die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft wissen schaftlicher Verleger im allgemeinen, meine Firma im besonderen er freue sich zu geringer Beliebtheit. Ich habe das zurückgewicscn, weil ein Kulturträger nur das hohe Ziel im Auge hat, nicht die Befried, gung höchst persönlicher Gereiztheit. Ich teile diesen Fall mit, nicht um zu jammern: denn cs handelt sich um ein Buch, das sich durchsetzt auch ohne die erwartete freund liche Mitwirkung. Ich möchte aber damit anderen Verlegern Mul machen, auch ihre Erfahrungen in Stichproben zu veröffentlichen. Wie wäre cs z. B., wenn auch einmal Verleger anderer Richtung mittciltcu, welche Bestellungen etwa aus Anzeigen wie die über »Agonie der Leidenschaft« (Nr. 281 d. Bbl.) bis Ende des Jahres eingegangcn sein werden. Wenn recht viele beisteuern, könnten wir zu Kantate -sicher ein schönes Lied zum Lobe des Buchhandels singen. Ich schlage vor. es unter »Geschäftsgvuüd'sätze« in die Tagesordnung cinzufügen. Dr. F r. Old e nbo u r g. Vcrautwortl. Redakteur: Richard Albert t. — Verlas: Der Börsen verein der Deutschen Buchhändler ju Leipzig, Deutsches Buchhändtcrhau». Dtuck: Ramm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig. Gerichtsweg 26 sBuchhändlerhau-SI 1744
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