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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.11.1922
- Strukturtyp
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- 1922-11-25
- Erscheinungsdatum
- 25.11.1922
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil 274, 25. Novenrbcr 1922. Äon anderer Leite wird uns noch folgendes Stimmungsbild ans dom Wiener Buchhandel gesandt: In Österreich steht der Handel im Zeichen der Stagnation. Ihre ! tiefste Ursache ist in der Stabilisierung der österreichischen Krone zn suchen, die seit etwa zwei Monaten nur mehr ganz geringen Schwankun- ^ gen unterworfen ist. Für die inländische Bevölkerung entfällt seit her der Wunsch, das Geld aus Furcht vor weiterer Entwertung so rasch als möglich los zu werden und es in Waren anzulegen. Tic beste Bestätigung hierfür bieten die Ausweise der österreichischen Ban ken und Sparkassen, die stets steigende Einlagen aufweifen. Tic nächste Folge war dab rasche Abströmen der Fremden, für die der bisherige Anreiz der Billigkeit aufgchört hatte. Dazu kam der Rückgang der Mark, der die Fremdenflucht noch weiter anrcgte. Aus den genannten valutari scheu Vorgängen ergab sich für viele österreichische Erzeugnisse die Unfähigkeit zu weiterer Konkurrenz gegenüber dem Auslande. Dies traf auch den Buchhandel in großem Maße. Der Wiener Verlag hat nach wie vor seine großen Lasten, während ein Abbröckeln sich nur in ganz geringem Maße bei den Papicrpreisen findet, doch sollen die Buchdrucker schon zu größerem Entgegenkommen bereit sein. Da hingegen weisen die Kosten der Buchbinderei noch ein erhebliches Steigen aus. So kommt eS, daß unsere Bücher heute ein Vielfaches der Preise von deutschen Büchern haben. Allerdings dürfte dies nur von kurzer Dauer sein, denn die deutschen Verleger werden wohl in Bälde dem österreichischen Beispiele folgend zur Goldkalkulation -übergehen, und dann ist nur ein ganz geringes Steigen des Markkurses erforderlich, um die Absatzmöglichkeit umzukehren. Am größten ist diese Gefahr aber für diejenigen deutschen Verleger, die sich jetzt zur Cinhebnng eines 1VO°/oigen AaslandsValutaf-Ausschlags entschlossen haben. Die Frage dieses Aufschlags und der Errichtung einer Außenhandelsnebenstelle in Österreich hat tiefgehende Aufregung in den hiesigen Buchhandel ge bracht, und der Schaden, der durch die gleichzeitig eingerissene Un sicherheit entstanden ist, wird nie wieder gntgemacht werden. Da die Korporationsverfammlung vom 9. November nach stundenlanger Be ratung der Errichtung einer Anßenhandelsnebenstelle in Wien zustimmte, ist zu erwarten, daß damit auch wieder der 100°/,ige Aufschlag ver schwinden wird. Aber bis dahin ist für Österreich zu dem bisherigen Preischaos noch ein neues gekommen, sodaß in dieser Übergangszeit der Buchhandel nahezu jeder Berechnung entbehrt und einer reinen Zufallswirtschaft anheimsällt. Es sei hier auch nicht verschwiegen, daß es nicht zu diesem unseligen Zustande hätte kommen können, wenn auf der einen Seite weniger Geheimniskrämerei und auf der andern Seite weniger geistreiches und -sarkastisches Witzeln geherrscht hätte. Wäre die Frage von Anfang an mit dem ehrlichen Ausklärcn und der Sach lichkeit behandelt worden wie am 9. November, so wäre beiden Seiten Aufregung und unabsehbarer Schaden erspart worden. Nach und nach geht auch der österreichische Verlag zum System der Grundzahlen Uber. So hat jetzt der große Schulbücher-Verlag Hölder-Tempsky A.-G. einen Katalog von 60 Seiten ausgegeben, der ein langentbehrtes Material liefert, aber an Verwendbarkeit für den Geschäftsgebrauch dadurch sehr leidet, daß er kein durchlaufendes Alpha bet, sondern eine ganze Menge einzelner Abteilungen hat, wodurch das Nachschlagen zu einer schwerfälligen Arbeit wird. Ähnlich liegen die Verhältnisse aber auch beim Verzeichnis des Insel-Verlags, der durch seine Nummcrn-Angabe ein mehrfaches Nachsehen erfordert. Ebenso wäre das Verzeichnis von Loewes Verlag besser in der Reihenfolge der Zahlen anzuordnen. Für seine Werbetätigkeit hat der Wiener Buchhandel in dem neu erscheinenden »A n ze ig e r s ü r d e n Buch -, Kunst - und Musi- k -alie n h a n d e l« ein geeignetes Blatt gefunden. Er stellt den Nach folger der Lstcrr.-ung. Buchhändler-Korrespondenz dar, bringt aber nur mehr Anzeigen und hat auch die Bibliographie der Buchhändler- Korrespondenz aufgegeben. Hingegen hat er die Anzeigen der hiesigen Barsortimente in sich ausgenommen, die seither nicht mehr einzeln er scheinen. Ter rührige Rikola Verlag hat, durch das lange Nicht erscheinen der Buchhändler-Korrespondenz veranlaßt, ein eigenes Blatt herausgegeben, von dem bisher zwei Nummern in schöner Ausstattung vorliegen, die aber ausschließliches Anzeigcblatt des eigenen Verlags sind. Martumrcchnung und Preise in der Tschecho-Slowakei. — Der N e i ch s w i r 1 s ch a f t s r a t in Prag hat vom 6. November 1922 an die Markumrechnung für Bücher und Zeitschriften im Einvernehmen mit der Sektion wie folgt verfügt: 1 Mark — Le. 02 plus gleiten dem Spesenzuschlag. Bei Büchern über 300 Mark wird kein Spesen- ztischlag berechnet. Bei ausländischen Büchern, die der Verleger in Le. berechnet, werden 10°/» Zuschlag erhoben, für inländische Bücher 2°/« für Umsatzsteuer. Preise für Sammlungen: Spezialkarte, Deutsch. Lö. 3.30. Genevalkarte, Deutsch. Lö. 6.60. 1660 Berlitz. I., II., englisch, deutsch, franz., und für Kinder, ä Lö. 18.7V Berlitz, Sprachen, einb. ü Lö. 22.—. — Gramm, u. Korresp., L Lö. 47.60. — Literaturgeschichte und Japanisch, ü Lö. 25.30. Sammlung Göschen. Lö. 6.60. Natur und Geisteswelt. Lö. 7.90. Fischer, Repetitorien. Lö. 11.—. Kuppitsch. Lö. 4.50. Sang u. Klang. Lö. 60.—. Neclams Universal-Bibliothek. Lö. 1.50. Seemann, Künstlermappcn. ä Lö. 20.—. T-auchnitz-Edition. Lö. 10.—. Kl. Ullstein. Lö. 7.50. Sektion für Ausländische Literatur des Vereines der Buchhändler und Verleger der T s ch e ch o - S l o w a k i s ch e n Republik, Prag. Mehr Aufmerksamkeit bei Ausführung von Bestellungen. - Der Verlag Teutsch-Ordens-Land in Sontra in Hessen teilt uns mit. daß er in letzter Zeit von verschiedenen Verla-gshäusern Sendungen mit Ausfuhrbewilligungen erhalten hat. — Ans Beutheu in Ob e r s ch l e s i e n, das nach wie vor zn Deutschland gehört, wer den wir gebeten, wiederholt darauf aufmerksam zu machen, daß Sen dungen dahin dem Jnlandporto unterliegen. Deutsche Buchausstclluug in Nom. — Anfang Dezember wird die von unserer Gesellschaft in enger Zusammenarbeit mit der Deutschen Botschaft in Rom veranstaltete Deutsche Buchausstellung in Nom, deren Dauer drei bis vier Wochen sein soll, eröffnet. In dieser Deutschen Buchausstellung, für die das lebhafte Interesse der maßgebenden römi schen Gesellschaft und Gelehrtcuwelt bcreus erweckt <st, soll außer dem von der Internationalen Büchcrmesse in Florenz vernommenen Aus stellungsgut des Deutschen Saales einschließlich der Tante-Ausstellung auch eine besondere Abteilung für die übrigen geistigen Beziehun gen zwischen Italien und Deutschland gezeigt werden. Hierhin gehören vor allem die wichtigsten Arbeiten Deutscher über Italiens Geschichte, Kulturgeschichte, Landschaft. Dichtung und Kunst, sodann deutsche Übersetzungen i ta l i e n i s ch c r W e r k e. Wir bitten, die einschlägigen Werke sofort gebunden in eingeschriebenen Kreuzbändern (nicht als Postpaket) zu senden an Herrn Legationssekretär I)r. von Schmieden, Deutsche Botschaft, Nom, Via l'osoaua 7, und der Deutschen Gesellschaft für Auslandsbuch Handel in Leipzig ein Duplikat der Kommissions- faktnr mit den für Italien geltenden Laden- und Nettopreisen zu übersenden. Kosten entstehen den Verlegern außer dem Porto nicht, doch dürfen wir als Gegenleistung wohl erwarten, daß bei einem et waigen Verkauf nach Schluß der Ausstellung diese Werke zu einem er mäßigten Preise der Deutschen Gesellschaft für Auslandsbuchhandel überlassen werden. Im Hinblick auf die Wichtigkeit der Förderung unserer Knlturbezichungen zu Italien und auf die hiermit gebotene Möglichkeit, für den Verlag dort zu werben, hoffen wir auf Erfüllung unseres Wunsches. Deutsche Gesellschaft für Auslandsbuchhandel. Ausstellungsabteilung. Die Bnsso Malchow-Ausstellung im Graphischen Kabinett I. B Ncuman» in Berlin W. 50, Kurfürstendamm 232, wird bis 1. De zember verlängert. Im Dezember werden Richard Janthurs neue Werke gezeigt. Earl Flcmming und E. T. Wiskott A.-G. für Verlag und Kunst druck in Glogau und Berlin. — Die zum 4. Dezember einberufene Generalversammlung soll auch über die Erhöhung des Aktienkapital? auf 13 Millionen Mark durch Ausgabe von 6 000 000 Mark auf den I» Haber lautende neue Stammaktien, gewinnanteilberechtigt ab 1. Juli 1922, und 1000 000 Mark Vorzugsaktien, welche auf 7 Prozent kumn lative Vordividende auf den eingezahlten Akticnbetrag beschränkt sind und bei der Beschlußfassung über bestimmte Punkte zehnfaches Stimm recht haben, Beschluß fassen. Buchdruckerstreik in der Schweiz. — Der Buchdruckerstreik in der Schweiz, der zunächst in Genf und Lausanne kurz vor Konferenzbeginn ansgcbrochen ist, breitet -sich immer weiter aus. Jetzt sind auch in Zürich und Bern keine Blätter -mehr erschienen. In Lausanne geben die Zeitungen gemeinsam ein kleines Nachrichtenblatt heraus, um we
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