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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 25.10.1922
- Strukturtyp
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- 1922-10-25
- Erscheinungsdatum
- 25.10.1922
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil- X: 250, 25. Oktober 1922. zur Vernunft zu bringen. Wem dann nicht zu helfen ist, der mag weiterhin Selbstmord treiben, da die heutigen Verhältnisse jede Preisgabe einer Gewinnmöglichkeit verbieten. Selbstverständ lich werden wir auch fernerhin jeden uns gemeldeten Fall ver folgen und beizulegen versuchen. Fortfahrend in unserer Berichterstattung kommen wir zu den am 13. und 14. Mai 1922 abgehaltensn Kantatever sammlungen unserer Spitzenorganisationen und zu den auf diesen Tagungen erfolgten Beschlüssen. Es ist schwer, von all dem, was sich im Laufe der Verhandlungen ereignete, ein knappes Bild zu geben. Unsere Mitglieder werden die Hauptsachen Wohl selbst im Börsenblatt verfolgt haben, und so sei hier nochmals das Wichtigste hervorgehoben: Sämtliche Versamm« ^ lungen waren überaus stark besucht, wie bei der Bedeutung der Tagesordnungen nicht anders zu erwarten stand. Von unserem Verband nahmen 47 Mitglieder an der Hauptversammlung des Börsenvereins persönlich teil, und nur 108 Mitglieder hatten eine Stimmvollmacht eingesandt. Angenommen auch, daß dich wenigen Verlegermitglieder unseres Verbandes dem Verleger-^ Verein ihre Vollmacht gegeben hatten, so bleibt immerhin ein^ bedauerlich große Anzahl übrig, die von unserem Rundschreiben überhaupt keine Notiz genommen hat. Der Vorstand kann nicht umhin, die Mitglieder dringend zu ersuchen, in Zukunft den Vorgängen im Börfenberein, der doch letzten Endes immer unser wirtschaftlicher Halt ist, gebührendes Interesse entgegen zubringen. Es sei gestattet hier etnzuslechten, daß auch der Sächs.-Thüringische Buchhändler-Verband dasselbe Interesse für sich in Anspruch nimmt und alle seine Angehörigen um regste Mitarbeit und ständige Fühlungnahme bittet. Unsere Mitglieder können überzeugt sein, daß seitens der Organisationen alles ge-, schielst, um zu helfen oder mit Rat und Tat beizuspringen. Eigen. ^ tümlich ist es, daß die Kollegen, die uns stets eine Mitarbeit versagen, nur dann ihren Verband zu finden wissen, wenn sie mit einer Sache in die Tinte geraten sind und nun womöglich seitenlange Gutachten beanspruchen. Nachdem am Freitag nach mittag bereits der Deutsche Berlegerverein getagt hatte, fand am Sonnabend vor Kantate morgens die Hauptversammlung der Deutschen Buchhändlergilde statt. Am Nachmittag hielt alsdann der Verband der Kreis- und Ortsbereine sein« Hauptversamm lung ab. War in früheren Jahren diese Versammlung stets das -große Reinemachen« für di« Haupttagung des Börsenvereins gewesen, so bot die diesjährige Zusammenkunft ein ganz anderes, ungewöhnliches Bild. Floß auch di« Rede, so fehlte doch die Gegenrede. Beide aber sind notwendig, wenn Allsgleich« ge schaffen werden sollen, und das war bisher die Aufgabe der Ver sammlung des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine. So wurde z. B. zur Satzungsänderung des Börsenvereins über- Haupt nicht gesprochen. Lediglich die Anträge über die »Wirt schaftsordnung«, die als Ersatz an Stelle der Notstandsordnung treten sollte, brachten eine, allerdings einseitige Aussprache. Der Gildevorsteher, Herr Nitschmann, stellte seinen Antrag dem des Börsenvereins in einem längeren Referat gegenüber und brachte den Standpunkt der Gilde zum Ausdruck. Hierauf machte der Vorstand des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine, Herr Jäh, zum Antrag des Börsenvereinsvorstandes Verbesserungsvor- schlage, die jedoch auch zu keinem befriedigenden Ergebnis führ ten. Ein« Stellungnahme seitens des Verlages erfolgte zu dem Punkte »Wirtschaftsordnung» nicht. Nachdem Herr Jäh die An sicht des Verbandsvorstandes über die Frage klar zum Ausdruck gebracht hatte, machte er den Vorschlag, dem Anträge des Bör senvereins Jnterimsbestimmungen beizufügen, die den Fortbc- stand der Notstandsordnung gewährleisten sollten für de» Fa!!, daß die Kantatehauptversammlung des Börsenvereins nicht sofort eine Regelung herbeifllhren könnte. Dieser Antrag fand in Form einer Entschließung einstimmig Annahme. Während der Diskussion hatte die Wahl für den Vorsitz im Verband der Kreis, und Ortsbereine stattgefunden, die die Wiederbestätigung des Sächs.-Thüringischen Buchhändler-Verbandes brachte. Herr Jäh nahm die Wahl an, und Sachsen-Thüringen dankt ihm sowie den Herren Kretschmann und Niemeyer, daß sie auch weiterhin dieses ehrenvolle, aber nicht leichte Amt übernehmen lvollen. 1484 In der Hauptversammlung des Börsenvereins am Kantate sonntag erfolgte alsdann nach Erledigung des geschäftlichen Tei- les die Abstimmung über die Satzungsänderung des Vörsenver eins. Nach zahlreichen und schwierigen Beratungen konnte der Satzungsänderungsausschuß in diesem Jahre der Hauptver sammlung zur Beschlußfassung zwei Entwürfe vorlegen. Er- darf Wohl vorausgesetzt werden, daß das Wesentliche dieser bei den Entwürfe, nachdem es des öfteren zur Erörterung gestan den, hinreichend bekannt ist. Der Entwurf, der das Kurialsystem enthielt, wurde bei der Abstimmung von der Versammlung mit Stimmenmehrheit abgelehnt, worauf der Entwurf 8 einstimmig zur Annahme gelangte. Der Verlag, der zur Wahrung seiner Interessen naturgemäß den Entwurs -4 vertreten hatte, war so mit ebenfalls dem Entwurs 8 beigetrelcn, allerdings in der Hoff nung, daß er seitens des Sortiments in Wirtschastsfragen eine Majorisierung nicht erfahren würde. Ob der Verlag jedoch nach den weiteren Ereignissen der Ostermeßvcrsammlung des Börsen vereins nicht bei nächster Gelegenheit wieder mit einem Vorschlag auf Satzungsänderung im Sinne des Kurialsystems hervortreten wird, steht dahin. Aber auch weiteren Kreisen der Börsenver einsmitglieder dürfte eine Satzungsänderung, wenn auch nicht im Sinne des Kurialsystems, so doch in der Form, daß alle Wirt schaftsfragen an einen zu schaffenden Wirtschaftsausschuß über wiesen werden, sympathisch geworden sein. Die weiteren Ver handlungen galten der »Wirtschaftsordnung», die, wie voraus- zusehen war, «ine lange Diskussion verursachten. Der Verlag erklärte, daß er aus seinem Standpunkte, wie er in den Leitsätzen der Wirtschastskonferenz vom 5. April formuliert war, beharre, d. h., er wollte dem Sortiment die benötigten wirtschaftlichen Freiheiten, also di« Erhebung des Teuerungszuschlages lassen, keinesfalls aber gab er seine Zustimmung, daß eine Wirtschafts ordnung in Form einer Mußvorschrift für alle Börsenvereins- mitgliedcr verbindlich wurde. Vom Standpunkt des Sortiments aus wiederum war diesem jedoch mit einer Kannvorschrist nie mals gedient, und so blieben die Vertreter der Gilde ebenfalls- bei ihrem Anträge. Der Vorsitzende des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine versuchte nochmals seine vermittelnde Tätig keit, bevor eine Abstimmung erfolgte. Diese ergab dann schließ lich die Annahme des Gildeantrages. Auch die Einfügung eines Paragraphen in die Wirtschaftsordnung betreffs Zuschlagssrei- heit bei direkter Lieferung vom Verleger an das Publikum, ein Zugeständnis, das sowohl der Antrag des Börsenvereinsvor- i slandes als auch der der Gilde vorsah, wurde nunmehr bei einer -weiteren Abstimmung abgelehnt. Das Ergebnis war somit die uns heute vorliegende Wirtschaftsordnung, wie sie im Börsen- blatt vom 20. Mai 1922 vom Börsenveremsvorstand« bekannt- ^ gegeben wurde, die aber gegen den Willen des Börsenvereins vorstandes, gegen den Widerspruch des Verlages und unter Ab raten des Verbandes der Kreis- und Ortsvereine zustandege. kommen ist. Zwei weitere Anträge aus den Kreisen des Sorti ments, nämlich Abänderung des H 7 der Verkehrsordnung, dem- zufolge der Mindestrabatt aus 35°/->, bzw. bei Schulbüchern auf 30?6 erhöht wurde, und eine Änderung des Z 5 der Verkaufsord- nnng, der damit eine Ergänzung betreffs Erhebung des Teue- - rungszuschlages erfahren hat, wurden mit Stimmenmehrheit an genommen. Auch diese beiden Beschlüsse sind vom Vörsenver- einsvorstand als gültig veröffentlicht worden. Die Erregung über diese Beschlüsse, die den Verlag in vier Fällen majorisiert haben, war ungeheuer. Rur dem außerordentlichen Pflichtbe- wußtsein des Börsenvereinsvorstandes ist es zu danken, daß er -sein Amt nicht niederlegte und vielmehr erklärte, auch fern« -trotz der geschaffenen Lage seine Arbeit weiterzuführen. Wenn in dem von uns zu erstattenden Jahresberichte die vorstehenden Ausführungen so eingehend gemacht worden sind, so geschah es, um die Urteilsbildung bei künftigen Beschlüssen -innerhalb unseres Verbandes zu festigen, l Welche Einflüsse haben nun di« Beschlüsse der Kantatever sammlung auf unseren Verband? Die geänderte Satzung des Börsenvereins ist mit der Satzung unseres Sächs.-Thüringischen Buchhändler-Verbandes in Einklang zu bringen und dürften Änderungen unserer Satzung nicht notwendig sein. Erwähnt werden möge hierbei, daß der Berlegerverein seine Eigenschaft
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