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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.10.1922
- Strukturtyp
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- 1922-10-16
- Erscheinungsdatum
- 16.10.1922
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- Deutsch
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Sprechsaal. ^ 242, 16. Oktober 1922. Einer ganzen Reihe von Verlegern mußt« ich heute anläßlich der Revision meines Remittendcnbuchcs schreiben: »Jeder gesittete Mensch hat das Bedürfnis, angcvichtetcn Schaden wieder gutzumachcn, — weshalb wolle» Sic sich um jeden Preis außerhalb dieses Kreises stelle»?- Es ist betrübend, daß solche Worte nötig sind, doch zarte Saiten verhallen nngehört. Ties« Zustände mögen meine d r i n g e n d e B i t t e an die Herren Verleger rcchtsertigen, doch alle derartigen Kälte nicht der willkürlichen Erledigung des nächstbesten Angestellten zu überlassen, sondern mit aller Sorgsalt, »ach Recht und Billigkeit, persönlich zu ent scheiden. Das angeklagte Sortiment soll und kann durch diese Ausführun gen nicht rcingewaschen werde»I Mit großem Bedauern werden viele Sortimenter die Berlegerkiagen über säumige Zahler vernommen haben — sind wir doch alle die Leidtragende», welche die Sünden der Säumigen mit zu büßen haben. Denn das Kind wird immer noch mit dem Bad auSgcschlittetl Wiewohl die Verleger es doch so leicht hätten, die schlechten Zahler auszuscheiden, wird gleich an alle Sorti menter nur noch uuter Nachnahme geliesert. Ein solches Vorgehen wird dem Verleger sicher allgemein verübelt, und zwar mit Recht! Der unschuldig Bestrafte wird keine freundschaftlichen Gefühle mehr siir ihn hege». Bei Verlegern, die nur noch unter Nachnahme liefern, bestelle ich erst in letzter Linie. Anders ist es, wenn die Rachnahme- spesen vom Verlag getragen werden. Bei alle» Nachnahmesendungen gehört mindestens die Bestellnummer aus die Adresse, wenn nicht die praktische» Adressen mit abgeteiltcr Faktur verwendet werben. Ei» alter Zops ist die Nachnah,nclicserung an »Firme», welche kein Konto haben-. Weshalb denn? Sic zahle» vielleicht prompter als solche mit JahreSkonto. Es sollte doch jedem Berufskollegen, der lns Adreßbuch kommt, wenigstens versuchsweise Vertrauen cntgcgengcbracht werden: rechtfertigt er es nicht, dann nicht gleich dem ganzen Sortiment das Vertrauen kündigen, sondern nur einzig und allein der betreffenden Firma I Unbedingt auszumerzen ist die Lieferung direkt bestellter Sendun gen via Leipzig oder Aufforderung zur Voreinsendung des Betrags. Welchem Sortimenter Hütte die dadurch entstandene Verzögerung nicht schon Ärger und Verdruß bereitet! Ta wird Nachnahme doch wohl allgemein wett vorgczogen! Der Verleger muß heute so rasch wie möglich in de» Besitz seiner Guthaben komme». Alle Sortimenter ohne Ausnahme sollte» daher künftig ihre Zahlungen mindestens jede Woche ansschrcibc». Allzu kurz bars dle Frist vom Verleger auch nicht bemessen werden, da des öfteren Sendungen cintressen, deren Zahlungsfrist bereits abgclanfen ist. Unerläßlich ist es auch, alle Fakturen vor dem Einränmen ln die JahrcSpäcke selbst noch einmal durchznprlisen, den» — siche da — schon haben wir eine oder zwei heransgefischt, die sich zum Stein des Anstoßes entwickelt hätten. Znsammcufassung: Mehr Vertrauen, guter Wille, Rechtlichkeits sinn und größte Sorgfalt, und eine neue Ara höflichen und frenndschast- lichen Verkehrs ist angebrochen! Sanlgan. F. .1'. Rau. Wir schließen uns den AnSsührnngen im Sprcchsaal des Bbl. von, 1. Oktober unter .Saumseligkeit-, gezeichnet M. Gl., I. K., voll an und wünschen den, ganzen Postzcitnngsabonncmcnt das baldigste Sterben. Ja, wenn Fachleute dort säßen, wär'S vielleicht auch noch anders. Wir haben z. B. die »Christliche Welt« ei» ganzes Jahr überhaupt umsonst geliefert, da der Verlag (damals Marburg) den, besorgenden Sortiment keinen Rabatt gewähren konnte. Wo soll dies hin ? ? ? Plaue» l. P., den !>. Oktober >922. Hoh in ann ' schc B n ch h andl n n g. Ter Artikel des Kollegin I. K. in M. Gl. in Nr. 282 des Bbl. schneidet ein trauriges Kapitel an: auch ich habe darunter sehr zu leide». Selbst die große» Verleger sind in der Erstattung der Pro vision sehr saumselig. ES wäre nur zu wünschen, daß der Schmerzens schrei des Herrn I. K. Erfolg hätte. Breslau, den 9. Oktober 1922, Koebnersche B uchhandln n g. Im ..Sprechsaal- der Nr. 282 des Bbl. klagt ein Sortimenter darüber, daß die Rabattvergiitung für durch die Post bezogene Zettl schriften z» lange auf sich warten lasse. Die Verleger seien im Zahlen in dieser Beziehung nicht minder saumselig als die Sortimenter hin sichtlich der Bezahlung der Verleger-Fakturen. Ter Sortimenter I. K. führt eine Reihe von ihm an Verleger gesandte Postquittungen an, von denen ein erheblicher Teil aus dem l. Quartal stammt und für dir der Rabatt heute noch nicht vergütet sei. Leider vergißt er anzngeben, wann er denn die Postqnittungen zwecks Rabattvergiitung an die Verleger cingesandt hat. Wir machen täglich die Entdeckung, daß Post quittungen erst nach Monate» zwecks Rabattvcrgütung an nns cinge- schickt werden. Im übrigen haben wir, um eine schnelle Abwicklung der Rabattverglltnng zu gewährleisten, zu dem Mittel gegriffen, daß wir den Rabatt nicht mehr durch Postschccküberweisnng, bzw. -Zahlung begleichen, sondern ihn durch Barsaktur erheben lassen. Zu diesem Zweck haben wir eine Inkasso-Faktur Vordrucke» lassen, in die der Sortimenter lediglich Tatum, Betrag der Nachnahme und seine Firma einzutragen hat. Tas andere ist von »ns schon ausgefüllt. Sobald Post-Quittungen bei uns eingehcn, bekommt der Sortimenter eine solche Faktur mit unserem Einlösungsvermerk zugeschickt, und nun liegt cs an ihm, wann er den Betrag dafür einziehen will. Es entstehen dadurch wohl einige Spesen in Leipzig beim Kommissionär, aber aus der andere» Seite wird die umsangrciche und deshalb gern hinausge- schobene Arbeit des Ausschreibens der Postschecks, bzw. Postschecküber weisungen erspart. Wir glauben, daß Verleger und Sortimenter, wenn sie diesen Weg beschielten, besser fahren als bei der zeitraubenden Rabattvergütung im Wege der Postschecküberweisung. Frankfurt a. M., Niddastr. 81. H. B « chhold, Verlag der »Umschmu«. » Tie Annahme des Einsenders, daß die Nabattvergütung silr die eingesandtcn Postqnittungen sofort geschehen müßte, erscheint mir un- gerechtsertigt angesichts der Tatsache, daß die Post die eingczogenen Zel- tnngs-Bczugsgelder erst am letzten Tage des lausenden Vierteljahres an de» Verleger ausbczahlt. Hier scheint mir ei» Vorstoß des Teut- schen VcrlegervereinS am Platze zu sein, diesen unter den heutigen Verhältnissen »»haltbaren Zustand zu beseitigen. Ei» Verleger. Das Ende des Zeitschriften- und Ieitungsvertriebes durch die Post? Seitdem die Mark sich fortdauernd verschlechtert, hat der Ver leger bcHm Vertrieb seiner Zeitschriften und Zeitungen durch die Postzeitungsstcllen nuermeßlichen Schaden erlitten und wird beim jetzigen Eiltempo der Markverschlechterung noch Verluste erleiden, die seine Existenz auss ärgste gefährde». Wenn der Verleger seine Zeitschriften durch den Bnchhandet. durch Kolporteure oder direkt an die Bezieher unter Kreuzband liesert, erhält er am Ansa » gc des Quartals die Bezugsgebühr siir ein ganzes Vierteljahr im voraus. Er kann dann mit dem im voraus ver einnahmten Gelde sosort Druckpapier siir die ganze Bczugszeit kaufen und sich — wenigstens zum Teil — gegen die woltcve Verschlechterung der Mark schützen. Anders beim Vertrieb durch die PostzcitungSämtcr. Die Post zieht zwar bereits vor Beginn eines neuen Quartals di« Bezugsgcbiihr für das ganze neue Vierteljahr ein, behält aber das Geld in ihrer Verwahrung (arbeitet also mit dem Kapital des BerlegerslI) und zahlt die Bcz » gSgebllhr nach »Maßgabe der gelieferten Nummern» an den Ver leger aus. Ter Verleger ist also nicht in der Lage, sich mit Pa pier einzudeckcn und setzt bei seinen Postbeziehcr» bares Geld zu. Dieser Verlust ist um so größer, als der Verleger den BezugsprctiS für das neue Quartal bereits v (füns) Woche» vor Ouartalsbeginn der Post bekannt geben muß. Nun besteht allerdings seit kurzem siir den Verleger di« Möglich keit, sich von der Post die Adresse» der Postbezicher attfgcbcn zu lassen und von den Beziehern eine Nachzahlung zu verlangen. Dieser Weg ist aber erstens sehr kostspielig und umständlich, zweitens sagen viele Bezieher mit Recht, sie hätte» die Bezugsgcbiihr doch in einer viel höherwertigen Mark bezahlt, und verweigern die Nachzahlung. Ter Verlag hätte atso a» die Post folgende Forderung zu stellen: 1. Auszahlung des ganze n cingczogcnen Betrags an die Verleger zu Ansang des Quartals, 2. Abkürzung der Anmeldepslicht des Preises siir das neue Quartal. Kann die Post die.se Bedingungen nicht annehmen, so werden wohl viele Verleger vom t. Januar 1928 an der Post die Lieferung der Zeit schriften und Zeitungen sperren müssen. Hamburg, 19. Oktober 1922. H. Panstia n i. Fa. Gebr. Paustian. Bcrautivvrtl. Redakteur: R , ch a r d A l b c r t I. — Verla«: Der N ü r l e u u e r c i u der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches BuchhändlcrhuuS. Trug: N a m in L S c e m a u n Sämtlich tu Leipzig — Adresse der Redet,lau und Erpedttion: Leipzig, Gerichtsweg 28 sBuchhändlerhauSs t448
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