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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.08.1922
- Strukturtyp
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- 1922-08-17
- Erscheinungsdatum
- 17.08.1922
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191, 17. August 1922. Redaktioneller Teil. Zu Punkt 6 nahm Herr Bernhard Hartmann das Wort und führte aus. daß Elberfeld bereits vor langen Jahren mehr fach die Hauptversammlung des Kreisvereins in seinen Mauern beherbergt Hobe, und daß der Elberfelder Ortsverein, einer der größten im Rheinisch-Westfälischen Kreisverein, die Versammlung herzlich einlade, die nächste 8 0. Jahreshauptversamm lung in Elberfeld abzuhalten. Herr Fischer-Wittlich bat in Anbetracht dessen, daß die bisherigen Hauptversammlungen stets in Westfalen oder dem nördlichen Rheinland stattgefunden hätten, die nächstjährige Hauptversammlung im südlichen Rhein land abzuhalten, um auch dort den Mitgliedern wieder durch Teil nahme an der Versammlung ein regeres Interesse zu geben. Die Versammlung beschloß daraufhin, die Wahl des Ortes der nächste» Hauptversammlung dem Vorstande zu überlassen, der nach Lage der wirtschaftlichen Verhältnisse im kommenden Jahre seinen Eut scheid treffen werde. ZuPunkt 7: Der Vorsitzende gab bekannt, daß die die s- jähiigeHerbstversammlungdesVerbandesder Kreis- und Orts Vereine in Königsberg stattfindet, und bat, daß trotz der weiten Entfernung und der beschwerlichen Reise sich möglichst Viele Mitglieder beteiligen möchten. Nachdem Herr Max Röder und Herr Friedrich Steffen-Dortmund noch einige Ausführungen über die vom Börscnvercin und Krcisvercin beschlossenen geldlichen Unterstützungen der Teilnehmer gemacht hatten, sagten zwölf Herren ihre Teilnahme in Königsberg als wahrscheinlich zu. Der Antrag des Ortsvereins Elberfeld über Ausstellung von Richtlinien für die steuerliche Bewertung des Warenlagers im Sortiments buchhandel ries eine lebhafte und angeregte Aussprache her vor. Von vielen Seiten wurden Vorschläge gebracht, wie der Sortimenter am besten den Wert seines Warenlagers in der Bilanz ansllhren müsse. Es kam einstimmig zum Ausdruck, daß auzustrcben sei, das Warenlager nach Friedenswert einzusetzen. Herr Röder gab bekannt, daß der Rcichsverband der deutschen Industrie, dem ber Börsenverein als korporatives Mitglied ange hört, sich bereits mit Vieser Frage beschäftigt und eine entspre chende Entschließung gefaßt hat, die als Eingabe an die zustän digen Rcichsbehörden gehen soll. Es wurde darauf hingewiescn, Vatz diese Eingabe möglichst von allen Seiten zu unterstützen sei. Im Laufe der weiteren Unterhaltung über diesen Punkt führten verschiedene Mitglieder an Hand von Beispielen vor Augen, wel chen Nöten und Mißhelligkeitcn sie im Verkehr mit den Steuer behörden ausgesetzt waren. Nach Erledigung mehrerer kleinerer Anfragen nahm der Vorsitzende Herr Adolf Schnitze das Schluß wort, in dem er allen Mitarbeitern für die bereitwillige Arbeit im Kreisverein dankte und der Hoffnung Ausdruck gab, daß trotz ver deprimierende» Wirtschaftslage das deutsche Volk bald bes seren Zeiten entgegengehen möge, daß vor allen Dingen der deutsche Buchhandel als wichtigster kultursördernder Faktor sich aus den inneren Wirren herausarbeiten und ruhigeren Zeiten entgegengehen möge. Herr Kurt Schroedcr-Bonn gedachte in herzlichen Worten des scheidenden Vorsitzenden und seiner Ver dienste um den Kreisverein während der zwölf Jahre seuier Tätigkeit im Vorstande. Gegen IVo Uhr schloß der Vorsitzende die Versammlung. Anschließend an die Hauptversammlung tagte die Versammlung der Arbeitsgemeinschaft. lim 3 Uhr fanden sich die Teilnehmer mit ihren Dame» zum gemeinsamen Mittagessen im Hotel »Düsseldorfer Hof» ein. Herr Adolf Schultze-Münster begrüßte die Erschienenen unter Hinweis darauf, das; man trotz der traurigen Zeiten den Blick frei und zuversichtlich in die Zukunft richten solle. Den Bonner Kol- legen dankte er für die Mühe, die sich nichts hatten verdrießen lassen, um der Hauptversammlung einen würdigen und angemes senen Rahmen zu bereiten, er ließ feine Worte in ein Hoch auf die Bonner Kollegen ausklingen. Ihm erwiderte Herr Kurt Schroe- der-Bonn mit herzlichen Dankesworten und leitete sodann seine Worte über in eine Ehrung für das älteste Mitglied und Ehren mitglied des Kreisvereins, Herrn Bernhard Hartmann- Elberfeld, wobei er rückblickend auf seine Verdienste und die Errun genschaften der Zeiten einging, in denen Herr Hartmann in den Vorständen des Kreisvereins und Börsenvereins mitgewirkt hatte, zugleich an die Versammelten die Mahnung richtend, dieser Zeit eingedenk zu sein bei alle» Beschlüssen und nicht Dinge zum alten Eisen zu werfen, die die Grundlage für das Bestehen des Buch handels bedeuten. Herr B. Hartmann trank aus das Wohl des deutschen Buchhandels im allgemeinen, auf das Wohl des Börscn- oereins und dessen anwesenden Vertreters Herrn Max Röder, des verdienstvollen langjährigen Vorsitzenden und jetzigen Ehren vorsitzenden des Kreisvereins. Herr Röder selbst zog in ernster Rede, anknüpsenb an den am gleichen Tage vor 115 Jahren geschlossenen Tilsiter Frieden, dem die Erhebung von 18l3 folgte, einen Vergleich mit der Jetztzeit, in der uns die Zuversicht aus das Durchdringen der Erkenntnis vom Werl des Deutschtums niemals verlassen soll. Sein Glas weihte er dem deutschen Vater lands. In das Hoch stiinmten alle im Angesicht des deutschesten aller Ströme begeistert mit ein. Nachdem alsdann noch Herr Paul Stuermer-Köln die Anwesenden in launigen Worten zu einem Hoch auf die Damen aufgefordert hatte, wurde die Tafel aufgehoben, während die Zeichnungsliste für die Röder-Jubel- stiftung zirkulierte und noch einige ansehnliche Beträge erbrachte. Ein großer Teil der Kollegen wandcrte dann am Rhein ent lang nach Godesberg, wo der Kaffee eingenommen wurde. Abends folgte ein großer Teil der Einladung der Bonner Kol legen zu einem Glase Wein in die herrlichen Räume der hoch über dem Rhein gelegenen Lese- und Erholungsgesellschaft. Hier begrüßte Herr Kurt Schroeder die Erschienenen und gab seiner Freude Ausdruck, die Kollegen nach langer Zeit wieder einmal als Gäste in Bonn zu sehen, einer Stadt, die ja immer keine unter geordnete Rolle im Gesamtbuchhandel einnimmt. An der Grenze der Fidclitas sprach Herr Möhlmann-Tüsseldorf den Bonner» den Dank aus und forderte zu einem Hoch auf Herrn Schroeder auf. Noch manche Worte wurden gewechselt und es soll nach der Erzählung von Augenzeugen doch ziemlich spät geworden sein, ehe einige Düsseldorfer, Kölner und Bonner Kollegen sich trennten, was immerhin erklärlich ist, alldieweil sie 192ler Mosel probieren mußten! Mülheima. d. Ruhr, den 15. Juli 1922. Geschäftsstelle des Kreisvereins der Rheinisch-Westfälischen Buchhändler, gez. vr. Klage s, Syndikus. Das Jubiläum einer deutschen Jugendzeitschrift. Von R. Weihrauch, Assistent am Kupferstich-Kabinett, Stuttgart. In diesem Jahre ist ein halbes Jahrhundert verflossen seit dem ersten Erscheinen einer deutschen Jugendschrift, die so hoch alles über ragt, was auf diesem Gebiete bei uns geleistet morden ist, das; sie wohl ein Wort des Gedenkens zu ihrem Jubiläum verdient. Im Jahre 1872 begann im Verlage von Al phons Diirr in Leipzig der Dichter Julius Lohmeyer eine Monatsschrift hcrauszugeden, deren Titel schon überaus glücklich gewählt war. »Deutsche Jugend« hieß sie, und wie wir in diesen zwei Worten alles zusammenfassen, was wir an Liebe und Zukunftshoffnnng hegen, so galt dem Herausgeber als Wahlspruch: »Für unsere Jugend ist das Beste gerade gut genug«. Mit dem Herausgeber, dem eine fein sinnige Dichterbcgabung und tiefes Verständnis für die Jugend ver liehen war, verband ein glücklicher Stern einen Verleger voller künst lerischer Neigungen, die sich u. a. auch in seiner später berühmt ge wordenen Chodowiecki-Sammlung bekundeten. Zu diesen beiden trat als künstlerischer Leiter Oscar Pietsch, der zwar in seinen Schöpfungen seinen Meister Ludwig Richter nicht zu Erreichen ver mochte, uns aber doch eine Fülle lieblicher Kindcrbilder gegcb-cn und in der Wahl seiner Mitarbeiter an der Zeitschrift einc überaus glück liche Hand bewiesen hat. Schon die äußere Form der Zeitschrift mußte für sie'einnehmen: die große, klare, dabei durchaus nicht magere Schrift, die Abbildungen, die größtenteils wirklich für den Holzschnitt, das idealste Jllustrations- mittel, gedacht, von vorzüglichen Holzschneidern ausgesührt waren und sich ausgezeichnet dem Satzbilde .einfügten. Wer waren aber auch die Künstler, die den bildnerischen Schmuck beisteuerten? Von den bereits im Grabe Ruhenden wurden Zeichnungen des mächtigen, erst heute in seiner ganzen Bedeutung erkannten Alfred Nethel gebracht, auch von Moritz Schwind und Julins Schnorr von Earolsfeld erschienen Beiträge. Von den älteren Lebenden war cs vor allem Ludwig Richter, der mit den Kindern und für sie empfindend, aus dem überreiche» Schatze seiner Phantasie spendete, ferner der fromme Joseph von Füh- 1187
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