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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.07.1922
- Strukturtyp
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- 1922-07-29
- Erscheinungsdatum
- 29.07.1922
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- Deutsch
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vörs«Llatt f. ». Dtsch». »uch-andrl. Sprechsaal. XL 175, 29. Juli 1922. Bücher mehr kauft. Meiner Ansicht nach müßte die Außenhandels- , Nebenstelle für das Buchgewerbe eine derartige Preispolitik der Ver leger bekämpfen, indem sie derartige Auslandpreise »der zu hohe Valuta- Anschläge nicht mehr schützt und dies gleichzeitig in ihrem Preisver zeichnis mit bekanntgibt. Eine weitere Unsitte einzelner Verleger schädigt das Ausland sortiment beträchtlich: daß jene, statt wie früher alle Privatbestcllungen den in dem betreffenden Orte ansässigen Sortimentern zu überweisen, diese alle selbst ausführen. Damit allein begnügen sie sich aber nicht, ver schiedene große Verlagssirmen haben ihrem Hause sogar eine Vcr- sandbuchhandlung angeschlossen. Es ist dies eine wenig erfreuliche Tatsache. Daß man über den Zustand ziemlich erbittert ist, wird jeder mitfllhlen, besonders dann, wenn er weiß, wie minimal wir aus unserm Felde, wo wir säen, ernten. Es wären noch viele Fälle anzufllhren, die zeigen, wie undankbar wir von unseren Kollegen in der Heimat behandelt werden; doch hoffe ich, daß schon diese Zeilen genügen werden, baß bei einer Revision der Auslandverkaufsordnung das deutsche Auslandsortiment genügend mit berücksichtigt wird. Leben und leben lassen! Haag. Dnew. » Im Anschluß daran wird nachstehende Spesenrechnung, die uns aus Brasilien zur Verfügung gestellt wurde, interessieren. Rio Grand e, 10. März 1922. Ausstellung der Spesen- auf 1 Kiste, 30 Bücher. Fakturawert der Bücher n 137 versch. Expl. Mk. 921. - Valuta-Aufschläge 50°^, Mk. 840.15 Valuta-Aufschläge 150°/, Mk. 173.47 1 Kiste Mk. 70.—, 4°/n Ausfnhrabg. Mk. 127.40 Mk. 041.02 Bahnfracht bis Hamburg Mk. 58.00 Kaigeld Mk. 4.80 Zollabfertigung Mk. 3.50 Versicherung °. Mk. 2000.- Mk. 40.- Police und Stempel Mk. 2.50 Provision, Spediteur Mk. SO.— Seefracht (6 sd) Mk. 202.— Konsulalsgebühren 1 Konnossements ? Mk. 140.80 Anteil Porto und Deklaration Mk. 542.20 Mk. 2l04.22 Zollabgabe Mk. 597.75 Summa: Mk. 2701.07 iollabgaben: 30 leg ä 150 rs, 4.500 >-». 55°/» «olck 2.475 r«. i> 4.040 rs. — 9.995 r3. 45»/> Papier 2.025 rs. 2°/» Gold Barra 180 i-s. 7°/, Gold Hasen 072 rs. 4.040 1-3. ü 252 rs. 1.020 rs. Despachantengeb. und Stempelmarken 7.600 r3. Lösch- und Kaigeld 1.270 1-8. Kuhrlohn 2.000 rs. 23.910 i-3. Umgerechnet in Mark zu 040 r8. — Mk 597.75 Daraus ergibt sich allerdings, baß die Spesenlasten im Ausland sehr beträchtlich sind, zumal da sie in ausländischer Währung auf die deutschen Grundpreise prozentual viel stärker wirken. Berechnung in fremder Valuta. Folgender hochinteressanter Brief wurde uns vom Absender WM Abdruck im Börsenblatt überlassen: Herrn Gehelmrat Professor I)r. E. Volt, München. Baperstratze 28. Sehr geehrter Herr GehcimratI Als ich vor einem Jahre den Verlag der Zeitschrift für Biologie übernahm, lagen die Verhältnisse so, daß mit einem namhaften Ver lust gerechnet werden mußte. Um die alte angesehene Zeitschrift sortsührcn zu können, hat sich die Notgemeinschaft der deutschen Wis senschaft bereit erklärt, sür diese Zeitschrift einen Betrag von Mk. 30 000.— zur Deckung der Unkosten zu zahlen. Ich bin heute in der angenehme» Lage, Ihne» mltteile» zu können, baß ich aus diesen Beitrag verzichten kann. Das Blatt ist infolge der von mir geübten Preispolitik in der Lage, trotz seiner kleinen Auslage sich selbst erhalten zu können und nicht nur aus einen Zuschuß zu ver zichten, sondern auch das bisher allerdings sehr bescheidene Honorar der Mitarbeiter verdoppeln zu können. Sie werden wohl erstaunt sein und fragen: wie ist bas möglich! Das hat seinen Grund darin, daß die Hälfte der Auslage ins Ausland geht. Ich habe den beut- scheu Ladenpreis de» wesentlich gesteigerten Truckp.rcisen entsprechend erhöht. Den Ausländern aber berechne ich nicht i» Mark, sondern ln der entsprechenden fremden Valuta. Ta diese zurzeit sehr hoch ist, habe ich auch meinerseits so beträchtliche Einnahmen aus dem Va lutagewinn, daß ich nicht nur die enorm gesteigerten Druckkosten zah len kann, sondern daß ich auch in der Lage bin, auf den Zuschuß verzichten zu können und bas Honorar entsprechend besser zu stelle». — Hätte ich wie früher mich mit einem Valutaaufschlag begnügt, so hätte die Zeitschrift mit einem Defizit von etwa Mk. 50 000,— abgeschlossen. Da ich aber in Ausland-Valuta berechne, ist das Defizit verschwunden, und das Ausland zahlt so viel, daß wir sogar noch mit einem Gewinn abschließen. Ich bin von jeher auf das ent schiedenste für die Berechnung in Auslandvaluta eingetreten, und es freut mich, gerade an diesem Beispiel wieder den Beweis erbringen zu können, daß die deutsche Industrie in vielen Fällen in der Lage ist, sich auch unter den schwierigsten Verhältnissen aus eigener Kraft über Wasser halten zu können. Anstatt daß das Defizit von den Steuergroschen des deutschen Volkes zur Unterstützung der deutschen Wissenschaft bezahlt wird, bezahlt jetzt bas Ausland so viel, daß sich das Blatt selbst erhalten kann. Das Blatt kann auf diese Weise auch in Deutschland zu einem relativ immerhin durchaus angemessenen Preise verkauft werden, und das Ausland braucht trotzdem nicht mehr zu zahlen, als vor dem Kriege. Wen» jeder deutsche Verleger nach dieser Methode arbeitet, so zweifle ich nicht, daß eine ganze Reihe von Zeitschriften, die eine starke Verbreitung im Auslande haben, sich genau so wie die Zeitschrift für Biologie aus eigener Kraft über Wasser halten können, wenn sie gleich mir in Auslandvaluta berechnen. — Ich möchte im Interesse der deutschen Steuerzahler jeden falls anregen, daß Ilnterstützungsbeträge an notleidende Zeitschriften nur unter der Bedingung bezahlt werden, daß die Verleger sich ver pflichten, ihre ins Ausland gehenden Exemplare zur Auslandvaluta zu berechnen. Geschieht dies, so dürfte bei einer ganzen Reihe von Zeitschriften bas Defizit verschwinden und die Blätter nicht mehr ge nötigt sein, staatliche Unterstützungen anzunehmen. Ein solches Er gebnis ist allerdings nur bei Blättern möglich, die eine namhafte Bezieherzahl im Ausland haben; aber auch bei Blättern, deren Leserkreis in der Hauptsache ans Deutschen besteht, wird das Ergebnis durch die von mir empfohlene Preispolitik wesentlich verbessert, wenn es auch ln vielen Fällen nicht ausreichen wird, das Defizit ganz verschwinden zu lassen. — Die einzige Zeitschrift, für die mir von Staats wegen eine Unterstützung angeboten wurde, als ich ihren Verlag übernahm, ist jetzt infolge meiner Preispolitik aktiv geworden, indessen vier andere Zeitschriften, die ich herausgebe und deren Leser kreise zum größten Teil in Deutschland liegen, schwer um ihren Be stand kämpfen müssen und zum Teil mit namhaften Verlusten ab- schließcn. Ich habe mich eines mitleidigen Lächelns nicht erwehren können, daß an dem Tage, wo ich bei der Zeitschrift für Bio logie die Feststellung machte, daß durch eine vernünftige Preis politik das Blatt in der Lage ist, sich ohne jeden staatlichen Zu schuß durchhelfcn zu können, die Münchener Handelskammer bei der Negierung beantragt, ihren Mitgliedern zu gestatten, zu Markpreisen ins Ausland liefern zu dürfen. Ich zweifle nicht, daß der einzelne Kaufmann, der seine Ware ins Ausland zum Markpreis verschleudert, persönlich noch ein Geschäft macht. Er macht es aber nur auf Kosten der Gesamtheit, denn was er verdient, geht dem deutschen National vermögen verloren. Ich hoffe daher, daß unser Handelsministerium das Gesuch der Münchener Handelskammer als nicht im Interesse des deutschen Volkes gelegen glattweg zurllckwelst. Nach unserem großen Münchener Natlonalökonome» Lnjo Brentano ist allerdings eine Mark eine Mark, erfolgt die Zahlung in Gold oder Papier. Dieser Herr verlangt ja direkt, daß wir unsere deutschen golbwertigen Waren ans Ausland zum Papiermarkpreis verschleudern. Ter Münchener Handelskammer hätte ich allerdings etwas mehr Ver ständnis zugetraut und erwarte, daß sie sich von diesen Grundsätzen des Herrn Brentano, durch deren Befolgung unser Volk wirtschaft lich völlig zugrunde gerichtet wird, srel macht. Mit vorzüglicher Hochachtung Ihr ganz ergebener gez. I. K. Lehmann. B-runtn-ortl, RedaNrni: RtchnrdAlb-rti. — Berlaa: Der BSrIenürr-tn der Deutschen »uchiindler M Leippa, Deutsches Bnchdäildt-rdau». Druck: Ramm L Seemann. Da NI tisch tn Leipzig — Adresse der Redaktion lind EU-ebition- Leipzig, Gerichtsweg La lBnch-SndterbauSI. 1104
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