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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.07.1922
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- 1922-07-29
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- 29.07.1922
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17S, 29. Juli 1922. Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. «Iis-nila» >. b. Doch». vuch»<mdel. Freiherr von Schrvarzenhorn <1899), Zürich als Vermittlerin eng lischer Literatur im 18. Jahrhundert <1891), Englische Flüchtlinge in Zürich während der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts >1898), Der gött liche Nowe <1894), Wallenstein in der dramatischen Dichtung des Jahr zehnts seines Todes l1894>, Aus den Jugendjahrcn der höheren Töchter schule Zürich >1895), I. H. Waser <18S8>, Literarische Beziehungen zwischen England und der Schweiz im Reformations-Zeitalter <1991), Joh. Jak. Heidegger, ein Mitarbeiter G. F. Handels s 1902s, Re- Istions dotrvsen LuZIanä an<1 ela rieb äurinA tOo kstormstion >1994), Über russische Volkslieder <1996), Die Kulturbedeutung Englands <1915). Vetter gab heraus: Discourse- der Mahlern 1721—>28 (1891), Brei- Ilnger, Grundzligc der englischen Literatur- und Sprachgeschichte. 3. Ausl. <189S>, B. Vetter, Die moderne Weltanschauung und der Mensch <1894, 4. Ausl. 1998), I. Bächtold, kleine Schriften <1899). Svreüislllll. ^ Zum Weltmarktpreise. (Siehe auch vorn den Artikel: »Umrechnungsverhältnis für Auslandprcise«.) Unaufhörlich rutscht die Mark hinunter; heute bekommt man für 10V Schweizerfrankcn 8000 Mark, genau 1 0 0 m a l so viel wie vor dem Kriege. Die deutschen Bücherpreise aber sind im Inlands kaum 10-- bis 20mal höher geworben (? Red.). Auch im hochvalutigen Auslande kosten deutsche Bücher mit wenigen Ausnahmen nicht mehr ober gar weniger als vor dem Kriege. Die zahlreichen Erörterungen der Preisfrage im Bbl. zeigen mit aller Deutlichkeit, daß das deutsche Buchgewerbe seine Preispolitik ändern muß. Erhöhte Auslandpreise? Die Erfahrungen der letzten drei Jahre sind in dieser Hinsicht die denkbar schlechtesten. Trotz des gewaltigen Kontrollapparates der Außcnhandelsnebenstelle Umgehungen in Menge! Geben doch viele Verleger zu, daß ihr Absatz nach Österreich schätzungs weise nur zu einem Viertel in jenem Lande bleibt. Geschädigt ist der deutsche Verlag, aber auch das Auslandsortiment, das die Schieberei nicht mitmachen kann, weil es die Lieferungssperre für die Fortsetzun gen riskiert und deshalb seit drei Jahren schwer um seine Existenz ringt. Daß die stark differenzierten Preise auch den Unwillen des Publikums gereizt haben, ist natürlich. Man räsoniert im Ausland ebenso: Kann der deutsche Verlag mit seinem Jnlandpreis auskommen, so ist der Auslandzuschlag Wucher. So dumm aber wird der deutsche Verlag nicht sein, daß er seine Bücher im Inland verschleudert, den Sperling in der Hand fahren läßt, um nach der Taube ans dem Dache zu Haschen. Nun, wir wissen jetzt zur Genüge, daß man das Kunst stück versucht hat; es ist ihm schlecht bekommen. Zugegeben, es ist außerordentlich schwer, bei den wechselvollen Verhältnissen das Rich tige zu treffen. Längst aber ist die Mark so entwertet, daß eine Erholung aussichtslos ist. Der Gedanke, die alten Friedenspreise als Richtpreise heranzuzichen und sie mit einer vom Börsenverein sestzu- sctzenden Indexzahl zu multiplizieren, ist sehr zu begrüßen. Man ver lasse aber endlich die unheilvolle Bahn der differenzierten Preise. Nasch nähern sich in Deutschland für viele Waren die Preise den Weltmarktpreisen; nichts wird diese natürliche Entwicklung aufhalten. Und je bälder, desto besser. Die deutsche Wirtschaft hat durch das unnatürliche Verhältnis zwischen Inland- und Auslandwert der Mark Milliarden verloren. Das Dumping wirb schließlich Deutschland selbst am schwersten treffen; es war und ist ein Niesenfehler. Gewiß wird die Einführung von Weltmarktpreisen in Deutschland selbst eine Absatzkrise Hervorrufen; das Buch wird vielen nicht mehr erreichbar sein. Der Verlag kann diese Krise noch weiter hinaus schieben, wird sich dabet aber selbst noch mehr erschöpfen. Dem deutschen Kultur- und Wirtschaftsleben leistet der Buch handel den besten Dienst, wenn er sich selbst noch rettet. Geht er zugrunde, so kann er in Jahrzehnten nicht wieder aufgebaut werden. Der einheitliche Weltmarktpreis ist der Anker; seine Einfikh- rung würde den ganzen deutschen Buchhandel im In- und Auslande von einer riesigen Fessel befreien und die alten Beziehungen wieder in ein normales, ruhiges Fahrwasser bringen. Basel. B. Wepf. Leben und leben lassen. Anschließend an den Artikel des Herrn Kändrich im Bbl. Nr. 125 vom 81. Mai 1922 muß auch ich dem deutschen Verlag den Vorwurf machen, -baß er die Schuld trägt, daß die für die deutsche Kultur unbedingt notwendigen deutschen Auslandsortimente langsam, aber sicher dem Verfall entgegengehen. Der Spesensatz von 40°/r>, welcher im Bbl. Nr. 128 vom 31. Mai angegeben ist, kommt nicht nur für überseeisch?, sondern auch für europäische Auslandsortimentc in Frage, die in valuta starken Ländern ihren Sitz haben. Wenn allein die Verleger wüßten, wieviel Miete man hier zu zahlen hat, was für Zahlen Löhne und Gehälter usw. verschlucken, so würden sie sich alle mit der Frage be schäftigen, wie es möglich ist, daß noch deutsche Bücher im Ausland gehandelt werden. Ein Buchhändler, welcher kaufmännisch handelt, läßt das schon längst, nur Idealisten geben sich noch damit ab. Ans die Frage, wie das kommt, mögen folgende Sätze die Erklärung geben. Erstens geben die Verleger nach dem Ausland einen viel zu geringen Rabatt. Zweitens liefern sie an jeden, der in sich den Exportbuch händler entdeckt hat. Auf dem zweiten Satze liegt das Schwergewicht. Es wäre interessant, zu erfahren, wieviel Exportbuchhandlungen in Deutschland seit 1918 entstanden sind. Wie gewaltig die Zahl ist, kann an und für sich der Börsenvcrein nicht wissen, da ja doch 99°/, dem Buchhandel nicht angeschlossen sind; auch die Verleger gangbarer, in der Hauptsache für das Ausland bestimmter Werke kennen die vielen »Neuen« nicht, da diese ihren Bedarf überwiegend durch Leipziger, Berliner oder Stuttgarter Grossokommissionäre bestellen. Alle Exportbuchhändler haben nun den Vorteil, daß sie ihren Be stellern die Werke zum nmgerechnetcn Tageskurs in Rechnung stellen können, während uns das nicht möglich ist. Nehmen wir zum Beispiel Kredit bei unseren Kommissionären in Anspruch, so wissen wir nicht, was uns die Mark am Zahltage (d. h. wo wir das Konto unseres Kommissionärs ausgleichen) kosten wird. Zahlen wir aber im voraus, sodaß wir eine Grundlage zur Umrechnung der uns für diesen Betrag zu liefernden Bücher haben, so ist bei den dauernden Schwan kungen des Markkurses nicht ausgeschlossen, daß in der Zeit der Liefe rung die Mark so gefallen ist, daß die Konkurrenz im Ort, sowie der Exportbuchhandel viel billiger liefern kann, als der Buchhändler, welcher die Mark teurer gekauft hat. Wenn er aber seine ihm noch treu gebliebenen Kunden, die von den deutschen Exporteuren mit Kata logen, Preislisten, Prospekten usw. förmlich gespickt werden, erhalten will, so muß er ohne weiteres mit Verlust arbeiten. Weiter kommt noch dazu, daß die deutschen Versandbuchhandlungen nur mit Mark- nnkostcn zu rechnen haben, wir aber mit Gulden oder entsprechenden Werten. Dessenungeachtet haben die deutschen Verleger für beide Grup pen nur einen Nabattsatz. Fernerhin muß ich auch die Preisfestsetzungen einzelner Verleger geißeln, die für ihre Werke Geld in der Währung des Landes verlangen, wo der Besteller seinen Sitz hat. In den meisten Fällen kann man leider feststellen, daß diese Leute gar nicht wissen, welchen Wert ein Gulden für Holland hat. Viele denken, weil sie die Verhältnisse hier nicht kennen, daß gegenüber der großen Markzahl eine kleine Gnlden- zahl für uns auch eine Kleinigkeit ist. Ich will diese Worte auch mit einigen Beispielen illustrieren. Vor wenigen Tagen zeigte die Firma E. Sch. ein Werk an, das für Holland und seine Kolonien spezielles Interesse hat, mit dem Jnlandpreise von Mk. 150.—, nach dem Ausland liefert er nur zu dem Preise vou 7 Gulden. Nehme ich nun an, daß die Buchpreise in Deutschland um das 25fache gestiegen sind, so wäre (150:25 — Mk. 6.— zum Vor- kriegskurs) G. 3.90 bis 4.— auch schon ein angemessener Preis, dabei ist zu beachten, daß die holländischen Verleger zum Teil ihre Preise herabgesetzt haben. Viele Bestellungen wird der Verleger auf seine Börsenblattanzeige vom holländischen Sortiment nicht bekommen haben. Da aber die Jnlandpreise im Durchschnitt 35mal teurer geworden sind ('? Red.), so muß das Werk in Holland viel weniger kosten. Daß Bücher nicht mehr billig sind, sollen einige Stichproben ans dem Börsen blatt zeigen. Ter Preis von Strümpell, Lehrbuch der speziellen Patho logie und Therapie ist 30mal, Kürschners Universallexikon (früher Mk. 8,—, jetzt Mk. 260.—) ist 43mal, ja Schopenhauers Werke in fünf Bänden, Großherzog Wilhelm Ernst-Ausgabe in Leder, früher Mk. 28.—, jetzt Mk. 2500.—, ist sogar 89mal im Preise gestiegen. Es ist mir unverständlich, wie die Verleger dann noch 200°/, Valutaauf schlag nehmen können, oder wie im letzten Falle ein Auslandpreis von 100 Schweizerischen Franken gleich 50 holländischen Gulden festge setzt werden kann, wo es früher hier mit G. 18.20 gehandelt wurde. Die Zahlen sind nach dem im Jahve 1917 erschienenen Literatur katalog ermittelt, wo viele Werke im Verhältnis zu den Vorkriegs zeiten schon eine Erhöhung erfahren haben. Ich will auch beweisen, daß deutsche Bücher manchmal teurer sind als holländische Ausgaben. In Amsterdam ist ein Atlas für G. 4.50 erschienen. Da das Vorwori verrät, daß die deutsche Ausgabe in Wien herausgegeben ist, bestellte mein Kunde die deutsche Ausgabe, in der Meinung, diese billiger zu bekommen. Wie groß war aber mein Erstaunen, als ich die Noch- nung des deutschen Zwischsubuchhändlers sah, der mir das Werk be sorgte. Preis Mk. 300.— plus 200°/o Valutazuschlag, also ungefähr G. S.—. Als ich meinem Kunden das Buch anbot, warf er mir das Wort Wucher an den Kopf, daraufhin habe ich ihm die Rechnung ge zeigt; der Erfolg ist, daß der Mann von dem Tage an keine deutsche« 1103
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