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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 24.06.1922
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- 1922-06-24
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- 24.06.1922
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Redaktioneller Teil. X- 14S, 24. Juni 1922. Zahl der ersch. Wecke Ferner: 1913 1921 11. Sozialwissenschaft 61 39 12. Okkulte Wissenschaft I 5 13. Enzyklopädien 9 — 14. Literatur 34 51 15. Zeichnen, Mal- und Bildhauerkunst 16 15 III. Unterrichts wesen 294 358 IV. Volks erziehung 30 l 122 V. -B e l l e t r i st i k 419 665 VI. Iu g e n d s ch r i f t en 65 III vil. G e l e g e n h e i t s b ü ch c r 3l 47 vm. Sport, Körpererziehung 13 4 IX. Musikalien 295 354 Insgesamt 2377 2318 Diese Zusammenfassung ergibt demnach, das; gegenüber 2377 im ungeteilten Ungarn in ungarischer Sprache veröffentlichten Werken im Vorjahre im geplünderten, niedergeworfenen Rest- ungarn 2318 Werke ungarischer Sprache erschienen sind. Zahlen- massig ist demnach der Rückgang ganz unbedeutend: im ganzen 2,5 v. H. der Friedenserzeugung, ein Ergebnis, das mit Rücksicht darauf, daß zwei Drittel des Staatsgebietes abgetrennt wurden, mit vollem Recht als moralischer Erfolg gewertet werden darf. Eine namhafte Verschiebung zeigt sich, die Gesamterzeugnng zusammenfassend, im Verhältnis der O r i g i n a l w e rk e zu den Übersetzungen. Im Jahre 1913 gab es unter den ins gesamt erschienenen 2377 Büchern bloß 251 Übersetzungen, d. h. im ganzen 12 v. H., im Vorjahre hingegen waren von den 2318 Werken nicht weniger als 405 Übersetzungen, demnach ungefähr ein Fünftel aller auf dem Markte erschienenen Bücher. Man dürfte kaum fehlgehen, wenn man diese beträchtliche Steigerung der Übersetzungen neben der kurz bevorstehenden Einschränkung der Verlagsfreiheit auch dem Umstand zuschreibt, daß recht viel ungarische Schriftsteller, die auf die abgetrennten Gebiete Ver trieben sind, vorläufig ausgeschaltet bleiben, indes andere wie der, die im Jahre 1913 noch eine flinke Feder für eine seitdem kompromittierte Sache führten, nun — als sogenannte Emigran ten — höchstens in Wien einen Verleger finden, allerdings ohne Schaden für die ungarische Kultur. Zur Vollständigkeit des allgemeinen Bildes über die unga rische literarische Produktion ist noch die Erörterung des Um standes erforderlich, welchen Anteil an der erschienenen Gesamtzahl die neuen Werke einerseits und die Neuauflagen andrer seits hatten. Im letzten Friedensjahr war die Zahl der neuen Werke größer als im Vorjahre; damals gab es bloß 279 Neuauf lagen, im Vorjahre hingegen 49l. Der überwiegende Teil der Neuauflagen fällt freilich auf Lehrbücher. Wie bereits erwähnt, bildet im Rahmen der ungarischen Verlagstätigkeit der Selbstverlag eine interessante Erscheinung von besonderer Eigenart. Während jedoch im Jahre 1913 die Selbstderleger sich mehr in den uneigennützigen Dienst höherer Kultur stellten, gelangte im Jahre 1921 auch auf diesem Gebiete die Rücksicht auf den Absatz, das Geschäftsinteresse zur Herrschaft. Von 640 im Selbstverläge erschienenen Büchern waren im Jahre 1913 42 religiösen und 336 wissenschaftlichen Inhalts; im Vor jahre hingegen gaben Selbstverleger bloß 13 religiöse und 176 wissenschaftliche Werke heraus. Im Gegensätze hierzu erschienen im Jahre 1913 im Selbstverlag 276 belletristische Werke und Lehrbücher, im Vorjahre aber 363. Im letzten Friedensjahre dienten demnach 70 v. H. der im Selbstverläge erschienenen Bü cher idealen Zielen und bloß 30 v. H. mehr lukrativen Zwecken; im Jahre 1921 verschieben sich die Anteile: auf 40 v. H. für wis senschaftliche Werke und 60 v. H. für Bücher, die auch einen mate riellen Erfolg versprechen. Angesichts der zunehmenden Schwie rigkeiten des Buchverlages ist das eine nur zu begreifliche Ent wicklung, und kleines Kapital kann sich auf diesem Gebiete nur mehr auf Kosten des Niveaus betätigen. Mit den Verschiebungen, die sich auf dem Gebiete des Selbst verlages zeigen, hängen auch jene Änderungen zusammen, die Zahl und Tätigkeit der großen Verlagsfirmen aufweisen. Im Jahre 1913 gab es in Ungarn 42 größere Verlagsunternehmungen, darunter 6 in Provinzstädten (hiervon 2 in den jetzt abgetrennten! Gebieten), im Vorjahre zählte man 38 größere Verleger, dar unter bloß 3 außerhalb der Hauptstadt. Nicht weniger als 20 der alten Verlagsfirmen brachten im Vorjahre kein einziges Buch auf den Markt, demgegenüber entstanden 16 neue Verlagsfirmen. Als größtes Vcrlagsunternehmen gilt die Franklin-Gesellschaft mit 314 Werken im Jahre 1913 und 271 Ausgaben im Vorjahre; es folgt die St. Stesan-Gesellschast mit 219 bzw. 201 Ausgaben; an dritter Stelle folgte der Athenacum-Verlag mit 146 bzw. 188 Ausgaben, dann die Firma Singer L Wolsner mit 109 bzw. 147 Werken. Im letzten Friedensjahre folgte der Verlag der Ge brüder, Rüvai mit 74 Werken, da er jedoch im Vorjahre bloß 31 Ausgaben brachte, liefen ihm die Brüder Lsgrädy den Rang ab, indem sie gegenüber 9 Werken im Jahre 1913 diesmal 82 Bücher auf den Markt brachten. Erwähnenswert sind noch der Verlag Patria mit 49 bzw. 22 Ausgaben, der Verlag Grill mit 58 bzw. 10 Ausgaben, endlich die Firma Josef Nsmeth mit 40 bzw. 60 Ausgaben u. a. Unter den neuen Verlegern sührt der Zahl nach der Verlag »Kultura« mit 59 Werken (darunter 48 belletristischen und 4l Übersetzungen), es folgen der mit dem Verlag »Pallas- vereinte »Zentrale Presse-Verlag- mit 49 Ausgaben (hiervon bloß 1l bel letristische Werke und 3 Übersetzungen), der Verlag »Jugend« (ncuerdings »Dante«) mit 43 Ausgaben, »Genius« mit 42, die Firma Kner mit 27, die Firma Lantos und der Verlag »Welt literatur« mit je 26, der Verlag »Ordo« mit 19, »Pantheon« mit 16, die Firma Sacellary mit 14, »TMos« mit 13 Ausgaben und die übrigen mit noch geringeren Ziffern. Die Aufzählung dieser letzteren Verleger, der alte» ebenso wie der neuen, darf Wohl unterbleiben, wie auch jene unberücksichtigt blieben, die weniger ein eigenes Verlagsgeschäft, sondern vielmehr einen Kommis sionsverlag führen. Es dürfte noch von Interesse sein anzufllhren, daß auf dem Gebiete der religiösen Literatur die St. Stefan-Gesellschaft die Führung innehat, indem sie im Vorjahre 59, im Jahre 1913 54 ähnliche Ausgaben brachte. Aus wissenschaftlichem Gebiete führte im Jahre 1913 die Franklin-Gesellschaft mit 68, dann folgte die St. Stefan-Gesellschaft mit 36, die Akademie der Wissenschaften mit 28, der Athenaeum-Verlag mit 20 Werken. Im Vorjahre war die Reihenfolge eine andere: es führte die St. Stefan-Gesell schaft mit 30, dann kamen die Franklin-Gesellschast mit 26, der Verlag Joses Nsmeth und »Patria- mit je 17, der Athenaeum- Verlag und der neue Pantheon-Verlag mit je 16 Werken. Auch hinsichtlich der Belletristik stand im Jahre 1913 die Franklin-Ge sellschast an der Spitze (77), es folgten Athenaeum (57) und die Firma Singer L Wolsner (45). Im Vorjahre rückte letzterer Verlag an die erste Stelle vor (78), Athenaeum behielt die zweite Stelle mit 70, die Franklin-Gesellschaft stand in dritter Reihe mit 49, diesen folgen unmittelbar die früher erwähnten und sich meist ausschließlich diesem Gebiet widmenden neuen Verleger. Es wäre freilich höchst verlockend, die Exemplarzahl und noch mehr die Absatzverhältnisse der einzelnen Werke festzustellen. Diese Frage berührt jedoch bereits die intimsten Angelegenheiten der einzelnen Verlagsfirmen, sodaß ich bloß auf Grund der im Rahmen der eigenen Verlagstätigkeit erworbenen Erfahrungen eine ungefähre Meinung zu äußern vermag. Es ist jedenfalls anzunehmen, daß im Jahre 1921 die Stückzahl der erschienenen, wie auch jene der verkauften Bücher eine geringere war als im Jahre 1913; als Beweis liegt am nächsten, daß ja gerade bei den Volksschriften, deren Exemplarzahl die größte ist, die Verlags tätigkeit ganz besonders zurückging. Ebenso ist es mir aus eigener Erfahrung bekannt, daß wir im Jahre 1913 bei belle tristischen Werken eine Auflage mit durchschnittlich 5000 Exem plaren berechneten, jetzt rechnen wir mit einem Durchschnitt von 3000. Jedenfalls mutz in dieser Hinsicht mit einem Rückgang gerechnet werden. Auch hinsichtlich des Umfanges ließen sich interessante Vergleiche anstellen. Auch das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel drängt auf die Klarlegung nach dieser Richtung und will die Grenze in der Weise ziehen, daß Werke mit weniger als 40 Seiten als Hefte gelten und erst über diese Seitenzahl hinaus der Begriff »Buch« angewendet werde. Bisher nimmt jedoch bloß der englische Bericht auf diesen Gesichtspunkt Rücksicht.
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