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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.03.1919
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1919-03-21
- Erscheinungsdatum
- 21.03.1919
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1919
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X 53. 21. März 1919. Redaktioneller Teil. kurzen Besprechung dieses Werkes von Max Kroll eine passende Er gänzung. Neue »Wege der Prosa« bespricht Kurt Martens, und Wil helm Hansenstein gibt über nene Kunstbücher einen zusaminenfassenden Überblick. Einen den Buchhändler besonders anziehenden Stosf behandelt Hans Josts Aufsatz »Wege des Büchersammelns«, da mit die Adresse andentend, an die sich der Almanach wendet. »Ge danken über das Buch« von Wilhelm von Humboldt, Schopenhauer, Jean Paul und Lichtcnberg leiten zu dem Bücherverzeichnis über, das mit dem Anzeigen-Anhang des Almanachs zweiten Teil bildet. Dieses führt im Alphabet der Illustratoren zunächst illustrierte Werke auf, dann Muster- und bibliophile Neudrucke, Gesamtausgaben, schöne Lite ratur in mehreren Gruppen, weiterhin Kunstgeschichte, Geschichte, Kul turgeschichte, Politik und Philosophie. Der Text des in kleiner, an sprechender Fraktur sauber gedruckten Bändchens wird von zahl reichen, gelungenen Probebildern belebt, und auch die sonstige Ausstat tung zeugt von besonderer Sorgfalt, die es dem Bücherfreunde von selbst empfiehlt. So dürfen auch diese beiden Werbemittel buchhänd- lerischcn Geschäftsgeistes in unserer, sonst nichts weniger als hosf- nungöfrohen Zeit als gute Anzeichen aufstrebender Buchkunst warm begrüßt werden. R. H. Kleine Mitteilungen. Umrechnungskurs i» Lftcrrcich. — Vom Vorsteher der Korpora tion der Wiener Buch-, Kunst- nnd Musikalienhändler ist mit Rück sicht auf die Verteuerung der Devise Berlin vom 6. März au der Um rechnungskurs der Mark für alle Bücher und Zeitschriften aus Deutschland, sofern nicht besondere österreichische Preise für dieselben bestehen, aus 21 ü Heller festgesetzt worden. Der Vorstand deS Vereins der österreichisch-ungarischen Buchhändler hat sich dieser Be rechnung angeschlossen und seine Mitglieder ersucht, die Marl mit L Kronen 10 Heller nnd zuzüglich 18°/„ Tenernngszuschlag der Ein fachheit halber mit 2 Kronen 88 Heller sstatt 2 Kronen 81 Hellers zu berechnen. Ostermcstabrechnnng in Wien. — Ter Vorstand des Vereins der österreich.-ungar. Buchhändler erläßt nachstehende Bekanntmachung: Die diesjährige Buch Händlerabrechnung in Bien erfolgt Montag, den 81. März um ZL8 Uhr vormittags in Karl Tischlers Restauration, I, Schauflcrgassc 0. Die Vertreter jener Firmen, deren Chefs nicht persönlich zur Abrechnung kommen, haben sich, soweit sie nicht als langjährige Mitarbeiter bekannt sind, bei Zahlungsübernahme mittels einer vom Vorsitzenden des Vereines der österreichisch-ungarischen Buchhändler beglaubigten Vollmacht auszuweisen. Zur Vermeidung von Rcchnungsbisfcrenzen erlauben wir uns, die auswärtigen Kollegen auf die Bestimmung des K 31 der Verkehrs ordnung aufmerksam zu machen, wonach der nicht in Wien domizilie rende Sortimenter berechtigt ist, einen Skonto von 1^,, bas soge nannte Mcßagio, den Wiener Verleger» vom Saldo in Abzug zu bringen, wenn die Zahlung ohne Übertragung erfolgt. Wien, am 7. März 1818. Der Vorstand des Vereines der österreichisch-unga rischen Buchhändler. Deutsche Rcktorcnkonserenz. — Die für den 18. bis 15. März nach Halle a. S. einbcrnsenc außeramtliche deutsche Rektorenkonscrcnz ist ans den 18. bis 12. April verschoben worden. Vereinigung jüdischer Forscher, Schriftsteller und Künstler. — Unter dem Namen Harnach hat sich in Wien eine Vereinigung jüdi scher Forscher, Schriftsteller und Künstler gebildet. Der Zweck der Vereinigung ist die Wahrung der gemeinsamen Interessen ihrer Mit glieder durch Hebung und Förderung der Würde und des Ansehens ihres Standes, der Erwerbsmöglichkeiten und Arbeitsbedingungen, der beruflichen Fortbildung, der Ausbildung des Nachwuchses nnd durch Selbsthilfe und Schutz gegen Gewissenszwang in der berufliche» Arbeit wie im öffentlichen Wirken, gegen wirtschaftliche Zurücksetzung, Benachteiligung und Ausbeutung überhaupt, gegen Alter, Krankheit und andere unverschuldete Not. Zeitgemäße PrciSaufgabcn. — Kür das Jahr 1818/28 wurden von der philosophischen Fakultät der Universität'G i c ß e n folgende Preisaufgabcn gestellt: 1. Aus der alten Geschichte: Die führenden Mächte Griechenlands haben sich in den Kriegen, die sie gegeneinander durchfochten, des agitatorischen Mittels bedient, den der gegnerischen Macht anhängenden Staaten die »Freiheit« bzw. »Befreiung- in Aus sicht zu stellen, um sie dadurch zum Anschluß an die eigene Partei zu bewegen. Die darüber vorliegenden Nachrichten sollen gesammelt und ««sichtet werden mit dem Ziele, das Motiv durch seine Geschichte zu verfolgen und die Frage zu beantworten, inwieweit durch die Ve- sreiung eine Erweiterung der staatlichen Selbständigkeit eingetrclen ist. 2. Aus der deutschen Philologie: Es soll für eine Gruppe von Speiscbczelchnungen die Verbreitung des deutschen Sprachgebiets fest» gestellt werden. Personalnachrichten. Guillaumc Laurent Cerise ft. — In Paris ist der Nationalöko- nom nnd Soziologe Baron Guillanme Laurent Cerise im Alter von 68 Jahren gestorben. Cerise hat sich namentlich auf dem Gebiete des Feucrvcrsicherungs- nnd des Sparkassenwesens verdient gemacht. In zahlreichen Abhandlungen der kiavn« ckos conteinporains und der volkswirtschaftlichen Fachpresse ist er für seine Idee» eingetreten. SpreWal. (Ohne Verantwortung der Redaktion: jedoch unterliegen alle Einsendungen »en Bestimmungen über die Verwaltung des Börsenblatts.t „An de» Pranger!" Im Börsenblatt Nr. 21 forderte der Unterzeichnete, veranlaßt durch die untarifmäßig zustande gekommene Lohnerhöhung der Buch-- drnckergehilfen, zur Zurückhaltung bei Erteilung von Druckaufträgen auf. Auch der Deutsche Vcrlegerverein hat inzwischen offiziell die Zurückhaltung empfohlen. Das schlechte Gewissen des Verbandes über diese nur durch Tarifbruch durchgedrückte Erhöhung.der Löhne zeigt sich in einer maßlosen Wut. Der Korrespondent, das Verbandsorgan der Bnchdruckergehtlfen, beschäftigt sich nun schon zweimal unter obiger Überschrift mit meinem Artikel und meinen Pri vatverhältnissen. Das zweite Ddal leistet er sich den nachstehenden Er guß, der wohl wert ist, niedriger gehängt zu werden. Die LKunerkun- gen in Klammern stammen von mir. Der Korrespondent schreibt: »Es fehlt gerade noch, daß in dieser gärenden, unruhevollen Zeit von einem Großverleger in derart empörender Weise Ol ins Feuer gegossen wird. Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, daß auf Unternehmerseite in unverantwortlicher Weise durch künst liche Zurückhaltung von Aufträgen die Not des Wirtschaftslebens verschlimmert wird, so ist dieser Beweis durch den Weitbrechtschen Appell geliefert. Während die einsichtsvollen Stellen in Staat und Gewerbe alles aufbieten, um das gewerbliche Leben wieder in Gang zu bringen und den heimgekehrten Kriegern Arbeitsgelegenheit zu schaffen, wird gerade von solchen Personen, für welche viele Tau sende unsrer Kollegen draußen Gesundheit und Leben zu opfern gezwungen waren, in aufreizender Weise zur Aussperrung aufge- foröert. Und da dünken sich Leute vom Schlage des Herrn Weit-- brecht noch wunder wie erhaben über spartakistische Unruhestifter, als ob sie sich durch ihre Gewaltmaßnahmen nicht ebenso schwer am Volksganzen vergingen wie diese. Das Machwerk des Heerrufcrs der Stuttgarter Buchhändler ist und bleibt ein Schanddoknment ans Deutschlands schwerster Zeit. Was heute die Bnchdrnckergehilsen an Lohn beziehen, ist das Äußerste, um Überhaupt existieren zu können. Man bedenke nur, wie viele von ihnen nicht vollbeschäftigt oder überhaupt arbeitslos sind! Es ist Pflicht des Staates, der jetzt Millionen für Arbeitslose opfert, gegen volksschädigende Unterneh mer, die offen zur Zurückhaltung von Aufträgen anffordern, einzn- schreiten. Es würde damit lediglich der nötige Wcchselbegrisf ge schaffen für die festgelegte Arbeitspflicht der Arbeiter.« Aus Stuttgarter Gehilfenkreisen läßt sich der Korrespondent noch berichten: »Herr Weitbrecht, der den Mut hat, den Buchdrnckereibesitzern eine Machtprobe zu empfehlen und nur das Allernotwendigste drucken zu lassen, ist Teilhaber der hochkonservativen Firma I. F. Stein kopf in Stuttgart (Ist unwahr, ich bin schon seit 1915 ausgetreten. Der Unterzeichnete). Er ist selbst auch so ein leidtragender Verleger, da er nachgewiesenermaßen während des Krieges an einem einzigen gangbaren Werke Hnnöerttansenöe verdient hat! (Ist unwahr, ge meint ist wohl Günther, Die Heilige. Leider ist es nicht Verlag von Thienemann.) Man sieht es auch an seinen familiären Verhält nissen, daß er notleidend ist, demzufolge bewohnt er eine schöne Villa mit anstoßendem Park (ist unwahr) und hält drei Dienstboten zu seiner verhältnismäßig kleinen Familie (ist unwahr). Es liegt dem Herrn eben in Fleisch und Blut, gegen die Ordnung in unserem Ge werbe Sturm zu laufen (ist unwahr, im Gegenteil, ich wende mich gegen die Unordnung), da er ein Schwiegersohn des bekannten Vcr- bandsgegners Bertelsmann in Gütersloh ist. Hier wäre ein dank bares Feld gegeben, diesen überaus christlich gesinnten Herrn zu- friedenzustellen und ihm Gelegenheit zu geben, mit dem Gehalt eines Buchdrnckergehilfen in dessen Genüssen zu schwelgen, dafür dürfte er dann sein Einkommen und seinen Besitz an seine unzufrie denen Unteraebenen enttäuschen. (Naiv, ich habe überhaupt keine, weder zufriedene noch unzufrieden« Buchdrucker als Untergebene.)* 183
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