Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 19.06.1922
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1922-06-19
- Erscheinungsdatum
- 19.06.1922
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19220619
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192206199
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19220619
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1922
- Monat1922-06
- Tag1922-06-19
- Monat1922-06
- Jahr1922
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
Redaktioneller Teil. X- 140, lg. Juni 1922. mit immer neuen Forderungen von Preiserhöhungen hervorzutreten. Fordert er zu einer Zeit, wo die Lieferung in naher Aussicht steht, eine Preiserhöhung, so gibt er damit seinen Willen kund, sich endgültig an diesen Preis zu binden, und das auf Grund der Klausel ihm) zu- stehende Recht ist damit erschöpft. Der anderc Teil must sieh tm Inter esse der Sicherheit des Geschäftsverkehrs daraus verlassen können, daß er die Lieferung zu den geforderten, erhöhten Preis nun auch wirklich erhält. Neuwahl in der französischen Akademie. — In der französischen Akademie sollten gestern drei von den flins leeren Stühlen neu besetzt werden, und zwar diejenigen von Jean Aicard, Emile Bou- trvu; und Denis Cochi». Als Nachfolger von Boutroux wurde, wie uns aus Paris gemeldt wird, de Nolhac in der zweiten Abstim mung mit 18 Stimmen gewählt. Als Nachfolger von Denis Eochin wurde GeorgesGnyau mit 15 Stimmen gewählt. Der Nachfolger Jean Aicards konnte trotz fünfmaliger Abstimmung noch nicht b c st i m m t werden. Di« Wahl wurde daher ans später verschoben. PkrsrnilllnachrWeii. Jubiläum. — Am 20. Juni begeht Herr Prokurist Otto Hauer- laud sein 25jähriges Jubiläum iu der Firma Theodor Weicher in Leipzig. Aus einer Landwirtsfamilie aus Schöuberg am Deich iu dec Altmark stammend, wählte er sich den Buchhandel als Beruf und verbrachte seine Lehrzeit in der Robert Schilling'schen Buchhandlung in Bernburg. Seine Wanderstrhre führten ihn nach Könitz, Berlin, Breslau und schließlich nach Göttingen, wo er im Sortiment und Verlag der Dicterich'schcn Uuiversitätsbuchhandlung arbeitete. 1892 kam er nach Leipzig als Buchhalter in K. F. Koehlers Sortiment. Als 1897 Herr- Theodor Weicher die Dicterichsche Verlagsbuchhandlung übernahm, zog er als geeignetste Persönlichkeit Herrn Otto Havcrland, der mit den be deutendsten Unternehmungen dieser Firma: Martens, UeeueU des IraitäZ, Ubilologus usw. von Göttingen her vertraut war, als Mit arbeiter in den inzwischen nach Leipzig übergeführten Verlag. Sa trat der Jubilar am 20. Juni 1897 seine jetzige Stellung an, die er unter mannigfachen Veränderungen, auch nach Abtrennung des Dieterichschen Verlages und Neugründung des Verlages Theodor Weicher auf anderer Grundlage, in treuer Zusammenarbeit mit seinem Chef bekleidet hat. Durch seine hervorragenden Berufskenntnisse und durch sein echt deut sches Wesen hat sich Herr Otto Havcrland nicht allein im Buchhandel, sondern auch in weitesten Kreisen eine große Zahl von Freunden und Verehrern geschaffen, die an seinem Ehrentage gern seiner gedenken werden. SpreWal. Wie liegt der Rechtsfall? Am 24. XI. 1921 erhielt ich van einem Verlage auf Bestellung als Neuigkeit bar ein Buch, Pappband ^ 14.40 no. Das Buch wurde als »verbunden« mit genauer Angabe des Fehlers am 18. XII. 1921 direkt als Drucksache an den Verlag zurückgesandt mit der Bitte um um gehende Ersatzlieferung durch Kommissionär. Annähernd 5 Monate kam keine Stimme noch Antwort. Auf meine mehrfach unterstrichene Rekla mation vom 4. V. 1922 erhielt ich endlich mit Faktur vom 10. Mai ein Ersahcxemplar, wie mir scheint auf wesentlich schlechterem Papier, aber beileibe nicht mit einer Entschuldigung, sond'ern unter Nachnahme eines Mehrbetrages von ./i 23.30, da das Buch inzwischen auf das Dreifache ausgeschlagen ist. Muß ich mir diese »großzügige« Behandlung ge fallen lassen? Bin ich oder sein Buchbinder dem Verlag für verbundene Bücher und den dadurch entstehenden Schaden haftbar, oder hatte ich nicht schon genug Schaden an Spesen, Zeitverlust und kleinlichem Arger? Eßlingen a. N., den 22. Mai 1922. Christian Berner. U. E. wäre die Frage dahin zu beantworten: Stellt sich heraus, daß ein vom Verleger geliefertes Werk defekt ist, so ist der Verleger nach § 14 der Buchhändlerischen Verkehrsordnung innerhalb zweier Jahre nach dem Bezug verpflichtet, sofort nach Empfang der bezüglichen Mitteilung den Defekt unentgeltlich nachzuliefern oder das Exemplar umzutauschen. Ist der Verleger hierzu außerstande, so hat er das Buch zurückzunehmen. Zum Ersatz des dem Sortimenter entgangenen Gewinnes ist der Verleger nicht verpflichtet. Der Umtausch ist dem Verleger nicht unmöglich gewesen; wenn auch das Werk bei Eingang der Defektmcldung beim Verleger anscheinend vergriffen war, so war doch eine neue Auflage in Vorbereitung. Der Verleger muß das Buch Umtauschen und darf nicht den erhöhten Preis berechnen. Falls eine neue Auflage nicht erschienen wäre, hätte der Verleger das defekte Buch zurücknehmen müssen. Red. Zu der Bitte an den Verlag, bei Neuerscheinungen das Ausdrucken von Preisen zu unterlassen. (Vgl. Bbl. Nr. 125.) Wie leider schon sehr oft in ähnlichen Fällen, wenn man die Ver öffentlichungen im Börsenblatt verfolgt, fällt mir auch bei meinem »Eingesandt« und der Erwiderung der Firma Karl Robert Lange- wicsche, Königstcin (Taunus), seitens des Verlags ein Nichtverstchen- wollcn oder -können der Wünsche des Sortiments auf. Zunächst tut es mir sehr leid, daß sich genannte Firma au den »Pranger« gestellt fühlt, weil ich sie und ihre Verlagserzeugnisse herausgriff, um an Hand von Beispielen meinen Standpunkt darzu- legcn. Bisher nahm ich au, daß der Sprechsaal des Börsenblattes eine beliebt gewordene allgemein mit Interesse verfolgte Einrichtung im Buchhandel darstellt, über Berussfragen Meinungen und Gegen erklärungen zu äußern. Zur Sache selbst kann ich nur nochmals aufs nachdrücklichste be tonen, daß ich den Standpunkt der Firma Langewiesche in der jetzigen Zeit mit ihren betrübenden Begleiterscheinungen der fortschreitenden Geldentwertung für ganz unhaltbar halte. Der Verleger soll sehr wohl den Verkaufspreis seiner Erzeugnisse, meinetwegen auch einschließlich der Sortiments-Zuschläge, bestimmen, wenn er dementsprechend rabattiert; aber Verkaufspreise auf die Bücher drucken und zu verlangen, daß diese vom Sortimenter bei jetzigen Zeiten nach Jahr und Tag noch eingchalten werden, halte ich für un durchführbar. Bei allem Wohlwollen, das ich jederzeit für den Verlag Langewiesche und dessen Erscheinungen habe, muß ich in jetziger Zeit darin ein das Sortiment schädigendes Verhalten der Firma erblicken. Das Verhalten des Verlags darf nicht darauf gerichtet sein, dem bücher- kaufendcn Publikum auf Kosten des Sortiments billige Preise zu sichern, sondern es muß auch darauf gerichtet sein, daß der Händler dabei bestehen kann. Vom kaufmännischen Standpunkt ist es für mich ein Verlustgeschäft, wenn ich heute ein vor einem Jahr und länger be zogenes Buch (als d-as Geld noch den 3—4- oder lOfachen Wert hatte) zu dem damals festgesetzten Preise verkaufen soll. Hilft mir da der Ver leger nicht, indem er durch den Zeitverhältnissen Rechnung tragende Preiserhöhung den Sortimenter schützt, seine Lagerbcstände zu ver schleudern, so muß er sich selber durch entsprechende Aufschläge schadlos halten, wenn er überhaupt bestehen will. In diesen Tagen wurde bet mir im Geschäft »Wegener, Wir jungen Männer« verlangt, das ich noch zufällig vorrätig hatte. Ich ver langte dafür 12.60, das ist der Preis, den die meisten »Blauen Bücher« (Oktavformat) jetzt kosten. Der Kunde berief sich aber auf den aufgedruckten Preis von ./i 3.60 und hat das Buch nicht genommen, wurde außerdem noch unfreundlich und drohte den Fall zur Kenntnis des Verlags bringen zu wollen, wie er dies schon früher einmal getan habe. Er kenne Herrn Langewiesche persönlich und dieser sei ihm dank bar, wenn er über solche Fälle von Preisllberschreitungen unterrichtet würde. — Am nächsten Tage brachte mir die Post die Drucksachen- Offerte der Firma Langewiesche, in der eine Neuauflage von dem angeführten Buche zum Preise von ./i 27.— angekündigt wird. Wollte ich also nach den Grundsätzen der Firma Langewiesche handeln, so müßte ich morgen im Einkauf .Vi 15.— für dasselbe Buch zahlen, das ich heute für .>/ 3.60 zuzügl. 20°/» verkaufen darf. — Wo soll unter solchen Verhältnissen der Sortimenter das Geld für neue An schaffungen hernehmen? Wünscht der Verlag, daß seine Erzeugnisse im ganzen Reich zu ein heitlichen Preisen verkauft werden, so halte ich es für unbedingt er forderlich, daß die Verkaufspreise in Anpassung an die Geldentwertung von Zeit zu Zeit neu festgesetzt und im Börsenblatt bekanntgegcben werden, wie es fast alle übrigen Verleger tun. Sehr zweckmäßig für den Sortimenter wäre es, wenn der Verlag in diese Preiserhöhungen auch bei ihm bereits vergriffene Bücher aufnehmen würde. Auf diese Weise werden außerdem Unterlagen geschaffen, die der Sortimenter eventuell der Kundschaft, wenn über Verkaufspreise Meinungsverschie denheiten entstehen, zu seiner Rechtfertigung vorlegen kann. Keinem Sor timenter wird es dann noch einfallen, durch weitere Zuschläge dem Pu blikum die Preise zu verteuern. Die Frage ist für den ganzen Buchhandel von zu großer Bedeu tung, und ich bitte meine Kollegen vom Sortiment, durch Fortsetzung der Aussprache im Börsenblatt dazu Stellung nehmen zu wollen. Gcra-N., den 1. Juni 1922. Fr. Brcnöels L e s e i n st i t u t. Für^die Redaktion vcrantiv. z.^Zt.: Hau^tsc^iftleiter vr. 876 Berlao: DerNörsenverein der Deutschen Bnchliündlcr zu Leivzia, Deutsches Adresse der Redaktion u»d Expedition: Leipzig, Gerichtsweg 26 lBuchhändlerhaus).
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder