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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 23.01.1882
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1882-01-23
- Erscheinungsdatum
- 23.01.1882
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- Deutsch
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Nichtamtlicher Theil. H 18, 23. Januat. 3^ eine mächtige Förderung erhielt. Dadurch wurde die „Schlesische Zeitung", wollte sie in deni Wettstreite nicht unterliegen) zu neuen Anstrengungen genöthigt. Julius Korn ließ deshalb vom I. Januar 1828 ab die Zeitung täglich erscheinen und gewann für die Redaction derselben den Professor der Staatswissenschasten vr. Johann Schön, der den an die Zeitung gestellten gesteigerten Ansprüchen vollauf zu genügen vermochte. In dieser Weise war es trotz vielfacher Schwierigkeiten Julius Korn gelungen, den altbegründeten Ruf seines Hauses aufrecht zu erhalten, als er 1837, ohne ein Testament zu hinterlassen, durch einen früh zeitigen Tod hinwcggerafst wurde. Zwar konnte sein Vater Johann Gottlieb Korn noch die vormundschaftliche Verwaltung für seine minorennen Enkel ordnen, als aber auch er wenige Monate daraus seinem Sohn in die Gruft gefolgt war, sah sich das Korn'sche Haus allen Schwierigkeiten gegenübergcstellt, welche unter solchen Verhältnissen einem umfangreichen und mehrgliedrigen Unternehmen zu erwachsen Pflegen. Den treuen Freunden Julius Korn's, dem jetzigen Geheimen Regierungsrath und Bürgermeister a. D. vr. Bartsch, dem Buch händler Gosohorsky, später dem Kaufmann Am Ende, welche die Vormundschaft der minorennen Kinder übernahmen, sowie dem von ihnen zum Verwalter der Geschäfte ausersehenen F. A. Voigt, der im Jahre 1828 als junger Buchdruckereifactor aus der Tauchnitz'- schen Osficin zu Leipzig in das Korn'sche Haus gekommen war und sich durch Tüchtigkeit und Pflichttreue zu einer hervorragen den Stellung in demselben emporgeschwungen hatte, war es zu danken, daß die Korn'sche Handlung die Zeit dieser dreizehnjährigen vormundschaftlichen Verwaltung mit Ehren überwand. Allerdings verringerte sich der Umfang der Geschäfte von Jahr zu Jahr, da es dem Leiter derselben nicht gestattet war, neue größere Verlags unternehmungen in Angriff zu nehmen; in den vierziger Jahren hatte auch die „Schlesische Zeitung"harte Kämpfemitder Obercensur- behörde zu bestehen; auf Verlangen der Regierung mußte sogar der damalige Redacteur von seinem Amte zurücktreten. Im Jahre 1848 stellte sich die Zeitung auf die Seite der Ordnungspartei, sie wirkte dann in den folgenden Jahren in maßvollem und versöhn lichem Geiste für eine Verständigung über die Versassungsfragen und nahm bis zum Jahre 186K ihre Anlehnung an die damalige „altliberalc Partei", welche vor allem die Einigung Deutschlands unter preußischer Führung anstrebte. Für die Redaction wurde zuerst der heute noch im Staatsdienste wirkende Wirkliche Geheime Ober-Regierungsrath vr. Ludwig Hahn, welcher in den schwierigen Jahren nach 1848 Treffliches leistete, später Hr. Julius Moecke gewonnen, welcher 23 Jahre hindurch als Verantwortlicher Redac teur sungirte und stets bemüht blieb, für eine maßvolle Entwicklung unseres Staatswesens zu wirken. Eine neue Epoche begann für das Korn'sche Haus, als im Jahre 1850 der Sohn Julius Korn's, der jetzige Inhaber der Firma, Heinrich Korn, von seinen minorennen Geschwistern die Buchhandlung, die Buchdruckerei und den Verlag der „Schlesischen Zeitung" übernahm. Vor allem suchte er die Grundlagen des Geschäftsbetriebes neu zu sichern und zu befestigen. Seine erste Sorge war es, sich Kenntniß von den auf dem Gebiete der graphi schen Künste in neuester Zeit gemachten Fortschritten zu verschaffen, die veralteten Einrichtungen der Buchdruckerei zu beseitigen, den Dampfbetrieb in derselben einzuführen und neue, vollkommenere Maschinen zu beschaffen. Er erwarb zugleich die Papierfabrik zu Sacrau bei Hundsfeld, im Oelser Kreise, erweiterte sie und ge staltete sie, in der Societät mit dem erfahrenen Papiersabrikanten I. A. Bock, durch wiederholte Umbauten und Vergrößerungen zu einer der leistungsfähigsten Fabriken Deutschlands. Im Jahre 1875 erweiterte er in Breslau mittelst eines größeren Neubaues, welcher durch den Erwerb eines Nachbarhauses ermöglicht wurde, die Buch druckerei zum zweiten Male und versah sie mit den besten neuen Einrichtungen. Ein im November 1880 entstandener Brand ver nichtete in derselben die zur Anfertigung von Werthpapieren die nenden Werkstätten; indeß wurde diese Abtheilung der Druckerei binnen wenigen Monaten noch leistungsfähiger hergestellt, als sie es vorher gewesen war. Was das buchhändlerische Geschäft anlangt, so mußte sich die Sortimentshandlung unter der gegenwärtigen Leitung freilich bei der immer größer werdenden Concurrenz damit zufrieden geben, daß sie an ihrem Absätze nichts einbüßte und daß sie sich die Mehrzahl ihrer guten alten Verbindungen erhielt. In der Vergrößerung des Verlagsgeschästs verhielt sich der gegenwärtige Inhaber der Firma, von der Ansicht geleitet, daß Breslau nicht der geeignete Platz für eine umfangreichere buchhändlerische Production sei, zurückhaltender als seine Vorgänger. Dafür verband er sich mit der Gropius'schen Buchhandlung in Berlin und gründete mit seinem betriebsamen Freunde Herrn W. Ernst die Verlagshandlung Ernst L Korn in Berlin, welche während des dreißigjährigen Be stehens der Societät einen erheblichen Theil der in Deutschland er schienenen Werke aus dem Gebiete der technischen Wissenschaften edirt hat. Die Unternehmungen des Korn'schen Verlags in Breslau wurden in der neueren Zeit, seltene Ausnahmen abgerechnet, auf diejenigen Werke beschränkt, welche den Bedürfnissen der heimath- lichen Provinz entsprachen. Schul- und Gesangbücher bilden dem gemäß die Mehrzahl der seit 1850 in dem Verlage erschienenen Bücher. Zugleich wurde der Verlag landwirthschaftlicher Schriften gepflegt, unter denen die Werke von Settegast, welche wiederholte Auflagen erlebten, als epochemachend hervorgehoben zu werden verdienen. Seit 1865 erscheint im Korn'schen Verlage die land- wirthschaftliche Zeitung: „Der Landwirth",welche von dem General sekretär des landwirthschastlichen Centralvereins für Schlesien, Hrn. Oekonomie-Rath Korn, herausgegeben und von Hrn. Walter Christiani redigirt wird. Den glücklichsten Aufschwung von allen Unternehmungen der Firma Korn hat während der letzten Decennien die „Schlesische Zeitung" genommen. Seit dem Beginn unseres nationalen Einigungswerkes (1866) ist ihre Auflage um 10,000 Exemplare gestiegen. Allein im zweiten Semester des Jahres 1870 erfuhr sie binnen wenigen Wochen eine Steigerung um 3000 Exemplare. Dieselbe ist vornehmlich auf die damals täglich an Stelle des Leitartikels erschienenen orientirenden Artikel „Zur Kriegslage" zurückzuführen, welche der Feder des Oberstlieutenant a. D., Hrn. Heinrich Blankenburg entstammten, der schon seit dem schleswig- holsteinischen Kriege in der „Schlesischen Zeitung" eine reiche schriftstellerische Thätigkeit entwickelt hatte. Einige jener Artikel sind von der französischen „Regierung der Nationalvertheidigung" mittelst der Taubenpost in photographischem Miniaturdruck dem be lagerten Paris übermittelt worden. Nach Beendigung des Krieges übernahm der Verfasser jener Artikel die Politische Leitung der Zeitung, welche heute noch in seiner Hand ruht. Nicht nur blieben die neugewonnenen Abonnenten der Zeitung treu, sondern ihre Zahl erfuhr von Jahr zu Jahr eine erfreuliche Steigerung. Zu dieser gedeihlichen Entwicklung hat es offenbar nicht wenig beigetragen, daß die Zeitung sich nicht nur der Regierung, sondern auch den politischen Parteien gegenüber volle Unabhängigkeit zu wahren verstanden hat. Alle Politischen Fragen sucht sie unter streng objcctivcn Gesichtspunkten zu erfassen; ihr ganzes Programm liegt in den Worten: ouprewn lex rsipublicue salus. Die gleiche Objectivität aber, welche bei der Erörterung politischer Fragen ob waltet, auch dem Handelstheile zu wahren, haben Verleger und Redaction jederzeit als einen Ehrenpunkt betrachtet. An An-
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