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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.12.1913
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1913-12-27
- Erscheinungsdatum
- 27.12.1913
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- Zeitungen
- LDP: Zeitungen
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- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1913
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13986 Börsenblatt s. d. Dlschn. Buchhandel. Redaktioneller Teil. ^ 299, 27. Dezember 1913. eialt! et teeiuuque, monatlich 1 Heft in 8", mit Illustrationen (Verlag in Brüssel, 25 rus cke ia justies, Abonnementspreise 5 kres., Auslaitd 7 kres., 59 ets., pro Nr. 1 kr.). Das Oktoberhest (Bd. I, Nr. 10) ist als Sondernummer der Ausstellung des »öu- rsau Lloäerne« gewidmet, über die ich im letzten Briefe berich tet habe; der Inhalt ist reichhaltig und sachlich. — Wiewohl es an flämischen Literaturzeitschristen nicht fehlt (in früheren Jah ren hatte ich alljährlich über neue derartige Schöpfungen zu refe rieren) haben wir wieder eine neue zu verzeichnen: »De Tijd«, Algemeen vlaamsch letterkundig Maandschrift, herausgegeben von dem bekannten Romancier Edmond van Ossel u. a.; Verlag von Gust. Janssens, Antwerpen (Abonnementspreis 6 kres., pro. Nr. 75 ets.). Natürlich haben auch die belgischen Literaten »franzö- schen Ausdrucks« das Jahr nicht ohne eine neue Zeitschrift vor- llbergehen lassen wollen, die trotz des bekannten Namens ihres »Redaktionspräsidenien«, Georges Rency, der bereits die ver dienstvolle »Via iateUeetueile« leitet, ebenso problematisch sein dürfte wie ihre zahllosen Vorgänger: I-'Llan, kevue illustree mensueiie (der Name ist einer altangesehenen Brüsseler Künstlervereinigung entlehnt); pro Nr. 20 ets., Abonnements preise 2 kies. 50 ets. und 3 kies. Sie nennt sich das Organ der jun gen Literatur, ihr Umfang ist mehr als knapp, ihr Inhalt in keiner Weise bemerkenswert. Auch die Wallonen wehren sich gegen das Vordringen der Flämen. Sie haben zwei neue Zeitungen herausgebracht, deren Titel das ganze Programm der walloni schen Abwehrbewegung enthalten. Beiden dient der gallische Hahn als Symbol: I- e OogVailon, ckouruai ä'^vaut-Karcis, herausgegeben von M. Loumaye in Lüttich (Verlag von C. O. Goebel in Marcinelle; 24 Nrn. pro Jahr, auf gelbem Papier! Abonnement 3 kies.) und tte 6 o q iiarckz-, Uevue cku mouvo- meut ivallou, herausgegeben von G. Dureinpart in Falisolle (mo natlich 50 ets., Abonnement 5 wes.). Diese jüngst ausgebrüteten Kampfhähne zeigen bereits gewaltige Sporen und schonen auch die Autoritäten nicht; in der letzten Nummer des 6og tVaiion wird unser Landesherrscher als »König der Flämen und General der preußischen Kavallerie« bezeichnet. — Eine neue technische Monatsschrift »wo T e vün i v i e n«, herausgegeben und verlegt von Ingenieur A. Nachtergal, scheint etwas bessere Aussichten zu haben <4°, illustriert, jede Nr. 1 kr., Abonnementspreise 10 und 12 kres.). — Eine gute Architektur-Zeitschrift ist im fünften Jahre ihres Bestehens jetzt mit dem Buchhandel in Verbindung getre ten : I-a dlaison moderne, Verlag von F. Salmain, monat lich 1 Heft in 4", mit je 4 Tafeln, enthaltend ausgesührte Bauten, Grundrisse, Fassaden, Innendekorationen usw., Abonnements preis 20 kres. Die im vorigen Briefe erwähnte, in der letzten Generalver sammlung aufgeworfene Frage der Ermäßigung des Kundenra batts hat schneller eine Lösung gefunden, als damals zu erwarten war. Auf Grund der Beratungen in zwei im November etnbe- rufenen Sitzungen des 6erole de ia lidrairis, zu denen die Vertre ter der regionalen Syndikate in Antwerpen, Gent, Löwen und Lüt tich herangezogen worden waren, wurde beschlossen, den franzö sischen Tarif mit gewissen Beschränkungen schon vom 1. Dezem ber d. I. ab einzufllhren. Der Rabatt für alle Bücher mit einem Ladenpreise bis zu 5 kres. wurde abgeschafst, und zwar nicht nur für die französischen, sondern auch für die deutschen Bücher. Aus genommen sind wie in Frankreich die Lieferungen an Behörden, Bibliotheken, Schulen, Professoren und Lehrer, sowie alle Bände mit einem Ladenpreise von 3 kres. 50 ets. Dieser Preis ist offen bar so verdorben und das Publikum derart durch Unterbietungen verwöhnt, daß man genötigt ist, ihm bei jeder neuen Verkaufsord nung eine Ausnahmestellung einzuräumen. Er darf, wie in Frankreich, auf Zkrvs. erniedrigt werden, also beinahe 15 7»Rabatt! Mehrere der anwesenden Sortimenter, darunter die meisten Ver treter der Provinz und der Schreiber dieses, hatten energisch da für plädiert, diese enorme Rabattierung wenigstens — wie es übrigens allgemein gehandhabt wurde — aus die Belletristik zu beschränken, doch wurde er mit Rücksicht auf die Konkurrenz der Warenhäuser Tietz in Brüssel und Antwerpen auf Befür worten der Herren Forst (Antwerpen) und Vereycken (i. Fa. De« chenne L Cie.) auch auf die wissenschaftlichen Bände (Flamma- rion, Hachette, Alcan u. a.) ausgedehnt. Auch hier ist übrigens ein Fortschritt zu verzeichnen, da die 3 kres. 50 ets.-Bände nicht nur in Frankreich, sondern auch in Belgien bis vor wenigen Jah ren von den bekannten Schleuderfirmen für 2 kres. 80 ets. und 2 kres. 75 ets. nicht nur verkauft, sondern sogar angezeigt wor den waren. Selbstverständlich handelt es sich wie bei dem gan zen Tarif, so insbesondere bei dem 3 kres.-Preise um einen Mini malpreis, und die von der Konkurrenz weniger betroffenen Buch händler werden die betreffenden Bände wie bisher, wenn irgend möglich, zum vollen Preise verkaufen. Während jedoch die neue französische Verkaufsordnung den Rabatt bei Ladenpreisen von 5 kres. 10 ets. bis 20 kres. auf 5°/» herabgesetzt hat, soll in Bel gien vorläufig, d. h. als Übergangsperiode, die alte Rabattierung von 10 7« mit Rücksicht auf die im vorigen Briefe gekennzeichnete Pariser Konkurrenz noch beibehalten werden. Andrerseits bleibt der belgische Buchhandel, im Gegensatz zur neuen französischen Verkaufsordnung, die das öffentliche Anbieten von Rabatt ge stattet, bei dem früher beschlossenen Verbote desselben. Wir wer den es also nicht erleben, daß die belgischen Buchhändler — wie das zurzeit in Frankreich geschieht — Sortimentskataloge vertei len, in denen bei jedem Ladenpreise der Rabatt gleich abgezogen ist! Diese in Frankreich geübte Toleranz erscheint mir beinahe schlimmer als der frühere Rabatt, und was die Rabattbeschrän kung dort auf der einen Seite einbringt, dürfte andrerseits durch diese Verallgemeinerung des Kundenrabatts so ziemlich illuso risch gemacht werden. Als eine der erfreulichsten Folgen der bel gischen Rabattbewegung ist übrigens noch zu berichten, daß das Warenhaus Tietz sich zum Einhalten der neuen Verkaussordnung wie seinerzeit dem Börsenverein gegenüber, so nun auch gegen über den großen französischen Verlagsbuchhandlungen verpflich tet hat. — Einen weiteren Schritt auf dem Wege zur Besserung hat die neue belgische Verkaussordnung noch dadurch gemacht, daß das gänzliche Rabattverbot bis zum Ladenpreise von 5 kres. auch auf die deutsche Literatur ausgedehnt wurde, ein Erfolg, der bei dem großen Prozentsatz der unter diesem Preise ver öffentlichten deutschen Bücher, darunter die vielen billigen Sammlungen, ein großer Teil der Klassiker, Romane »sw., von den Auslandssortimentern Belgiens mit großer Genugtuung ver zeichnet worden ist. Eine weitere Genugtuung ist den deutschen Elementen im belgischen Buchhandel dadurch gegeben worden, daß unser Lands mann Otto Forst, Direktor der gleichnamigen, größten Buch handlung Antwerpens, zum Vizepräsidenten des Oreie de >a lübrairie ernannt worden ist; das Amt des Schriftführers ging an den Verlagsbuchhändlcr und Buchdrucker Pol Vromant über. — Zwei Brüsseler Buchhandlungen, die aus früherer Blütezeit im letzten Jahrzehnt immer mehr zurllckgegangen waren und sich nach mehrfachen Zahlungsschwierigkeiten zusammengetan hatten, mn während weiterer 114 Jahre ein unerfreuliches und zweck loses Schattendasein zu führe», sind nun endgültig verschwun den; der gemeinsame Lade» der katholischen Verlags- und Sor timentsbuchhandlung Svoiete bei^e Oe lübrairis (früher Oscar Schepcns L Cie.) und der ausländischen Buchhandlung Spinenx L Cie. (Paul Berger) in der Uno kozmie ist seit dem 28. No vember geschlossen. Ein Teil des Verlages und des Sortiments- lagers wurde von der Firma Albert Dewit in der gleichen Straße übernommen, ein anderer Teil ging an die Uaisou äs I'Letio» eatkoligus über. Dewit war der frühere langjährige Mitarbei ter von Oscar Schepens; er ist seit 10 Jahren etabliert und hat sein Geschäft in derselben Weise geführt wie die frühere Soeiete dklAe de üibrairis. Andrerseits ist in Antwerpen ein Zuwachs zu verzeichnen: lübiairik klaiitill (Inhaber Peelers) und I-ibrairie 6vsmos (In haber Kassla). Man beachte das sich verallgemeinernde Bedürf nis, den Buchhandlungen einen möglichst volltönenden Name» zu geben — ganz wie bei Gasthöfen und Modehäusern —, als ob die Inhaber es sich nicht zumuteten, ihrem eigenen Namen Klang und Geltung zu verschaffen! Die Vorarbeiten für die Beteiligung Belgiens an der Leip ziger Buchgewerbe-Ausstellung sind in ein aktives Stadium ge- lAartsetzung aus Seite 14011.>
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