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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 04.06.1923
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1923-06-04
- Erscheinungsdatum
- 04.06.1923
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- Deutsch
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«örsmblau s. d. Dtschn. Buchhandel. Redalttoneller Teil. X: 127, 4. Junl 1923. 1923, leider mit falscher Schlußfolgerung, Tatsache wurde: daß der BAG-Gedanke »vorzüglich» sei. Endlich, nach zwei Jahren, 3V. Mai >922, wandte er sich an den Vorstand des Deutschen Verlegervereins, und nun kam die Sache, wie bekannt, in Fluß. Die Vorarbeiten sind selbstverständlich vor den Kommissionären geheim gehalten worden, um die Erfahrungen von 1929 nicht zum zweitenmal zu machen. Daß die Herren jetzt wegen Übergangenseins die Gekränk ten spielen, bedauern wir um ihretwillen. Also — der Buchhandel kann nun wissen, was er von den Leipziger Kommissionären und ihrem Resormeifer zu halten hat. Geht er dennoch aus die ihm in »Zalko« und »Gilko» gestellte Leim rute — nun, dann ist ihm nicht mehr zu helfen. Leipzig (Marienstraße 12>, am 23. Mai 1923. Abrechnungs-Genossenschaft Deutscher Buchhändler, e. G. in. b. H. Ter Vorstand: Carl Linnemann. Robert.Voigtländer. Otto Zimmermann. Der Aufsichtsrat: Paul List, Vorsitzender. Wer die Grundsätze und Einrichtungen der BAG noch nicht kennt, wolle von deren Geschäftsstelle (Leipzig, Marienstr. 12) die Satzung und bi« Geschäftsordnung postgeldsrei verlangen. Doch wird deren Neudruck erst Anfang Juni versandbereit. — Aufnahmesähig sind « i n st w c i l c n nur Mitglieder des. Börsenvcrcins der Deutschen Buchhändler, des Vereins der Deutsche» Musikalienhändler nnd der Vereinigung der Kunstverleger. Der Gesellschaftsanteil beträgt 8lM) MI., die Haftsumme 1VMV Mk., das Eintrittsgeld 1 Mk. Grundzahl mal Schlüsselzahl -des Börsenvereins. Entgegnung. »Dis Dilettanten, wenn sie das Möglichste getan haben, pflegen zu ihrer Entschuldigung zu sagen, die Arbeit sei noch nicht fertig. Freilich kann sic nie recht fertig werden, weil sie nie recht angefangen ward. Der Meister stellt sein Werk mit wenigen Strichen als fertig dar; ausgesiihrt oder ni-cht, schon ist cs vollendet. Der geschickteste Dilettant tastet im Ungewissen, und wie die Ausführung wächst, kommt die Unsicherheit der ersten Anlage immer mehr zum Vorschein. Ganz zuletzt entdeckt sich erst das Verfehlte, das nicht aus zugleichen ist, und- so kann das Werk sreilich nicht fertig werden.» Goethe (Wilhelm Meister). Dieses Goethesche Zitat zum bisherigen Entwicklungsgang der BAG sei die einzige kleine Bosheit, mit der wir den Witz der Artikelschreiber erwidern. Wir möchten mich nicht, daß das Bör senblatt durch eine Fortsetzung witzig sein wollender Schreibweise in seinem Niveau herabgcdrückt werde. Zudem ist der wirtschaft liche Gedanke und die durchgesllhrt« Organisation des Zalko nnd der Gilko so einfach und gesund, daß wir es nicht nötig haben, uns bei den ungewollten Auseinandersetzungen mit der BAG von dem rein sachlichen Gebiet ans das der »goldenen Rücksichtslosigkeiten» und persönlichen Anfeindungen abdrängen zu lassen. Wir sind über zeugt, hierbei di« volle Zustimmung aller der Kollegen im Buch handel zu finden, die am Demagogentum keine Freud« haben. Wir erwarten mit Ungeduld die Inbetriebsetzung der BAG. Dann erst wird sich in praktischer Arbeit zeigen, ob das BAG- System oder das Zalko-Shstem für den Buchhandel das billigere und wirtschaftlichere ist und wer die organisatorische Aufgabe besser zu meistern verstanden hat. Dann erst wird auch der Beweis zu erbringen sein, daß die Zalko-Zahlungen trotz Einschaltung der Kommissionäre vom Sortiment znm Verlag nur höchstens 8 Tage laufen und ob die BAG, wie versprochen, dieses Problem bei Ein schaltung der Allgemeinen Deutschen Credit-Anstalt in Leipzig we nigstens in zwei bis drei Wochen zu lösen vermag. Auch dann erst wird sich zeigen, ob die BAG mit ihrem System der Zahlungs befehle es fertigbringen wird, vom Sortiment höhere Beträge cinzu- ziehen, als diesem zu den vom Verlag gewählten Zeitpunkten an Bargeld zur Verfügung stehen. Die BAG-Jdee mag allerdings für ihre Leipziger Erfinder besonders deshalb eine glänzende sein, da gerade dies« es höchst bequem haben werden, täglich ihre Zahlungs befehle bei der BAG cinzureichcn nnd dem nicht Leipziger Verlag, der seine Lastzettel natürlich nur von Zeit zu Zeit einliefern kann, 772 das flüssige Geld des Sortiments vor der Nase weg einzukassieren. Wir aber wünschen, ein Zahlungsshstem zu bieten, durch das das Sortiment seine flüssigen Gelder gleichmäßig auf den ganzen Verlag verteilen kann. Das Ansinnen der BAG an di« Kommissionär«, daß diese gegen die übliche Bllrgschaftsgebühr dem Sortiment, wo nötig, Kredit bewilligen möchten, damit besonders diese Leipziger Herren nur ja recht pünktlich ihre Lastzettel einziehen und die Folgen der Geldent wertung von sich aus den »dienenden» Kommissionär abwälzen kön nen, war allerdings so naiv, daß darauf bisher noch keine richtige Antwort gefunden werden konnte, übrigens mutz immer wieder be tont und darauf hingewiesen werden, daß di« Erfinder und Gründer der BAG absichtlich und geflissentlich die Kommissionäre von aller Mitarbeit ausgeschlossen haben und daß sie deshalb sich nicht wun dern dürfen, wenn in dem Punkte der Kreditgabe, wo die BAG di« Mitarbeit offenbar wünscht, die Kommissionäre nicht ohne weiteres als gehorsame Diener zur Verfügung stehen. Die Möglichkeit, ihre» Kommittenten durch Kreditgabe über schwierige Zahlungsperioden hinwegzuhelfen, wollen di« Kommissionäre freilich und begreif licherweise für den eigenen Zahlungsverkehr — den Zalko — reservieren. Auf eine irrige Auffassung über den Zalko, die aus einer Be kanntmachung dcsDeutschenVerlcgervereins nnd der Deutschen Buch händlergilde im Bbl. 120 vom 2K. Mai (S. 4949) hervorgeht, sei — obgleich dies mit dem Rundschreiben der Herren Voigtländcr nnd Genossen nichts zu tun hat — der Vollständigkeit halber hingewic- sen. Eine Beitrittserklärung, eine Verpflichtung zur Benutzung, eine Umlage oder sonst irgendeine Bindung wird beim Zalko von niemand gefor dert. Jeder Ko mm ittentkann den Zalko zu belle- bigenZweckenundbeliebigostbenutzenundzwar, nachdem wir auch die geringe Gebühr von 1 Pfg. Grundzahl pro Zahlzettel für den Verlag fallen gelassen haben (siehe Inserat im Bbl. Rr. 1 2 2 oom 2 9. Mai 1923), völlig ko st en los für Sortiment und Verlag. Wir haben nie daran gedacht, di« Konkurrenz der BAG auszuschaltcn. Nur den Sortimentern, die sich von den Zahlnnas- besehlen der BAG kein Heil versprechen, soll die Möglichkeit gegeben we' den, nach ihrer Initiative die Verleger auf wesentlich billigerem und besserem Wege als bisher und fast ebenso schnell ats durch direkte Postschecküberweisungen zu bezahlen. Schon jetzt sind die von uns als Muster versandten Formulare empirisch zu Zalko-über- Weisungen verwandt worden. Der Zalko war also drei Tage nach Versendung des ersten Rundschreibens bereits im Gange, obgleich der Eröffnungstag der Gilko erst auf den 28. Mai festzelegt war. Es war vorauszusehen und ist eine Selbstverständlichkeit, daß diejenigen Organisationen, die sich auf Betreiben ihrer Erfinder für die BAG öffentlich eingesetzt haben, nun auch öffentlich gegen den Zalko Stellung nehmen werden. Für die Kommissionäre liegt aber keine Veranlassung vor, sich beunruhigen zu lassen, denn die Enwicklung des Zalko kann dadurch höchstens vorübergehend be einträchtigt werden. Wenn die Güte des Zalko sich in der Praxis erst erwiesen hat, dann werden die einzelnen Sortimenter und Ver leger das tun, was ihr Eigeninteresse ihnen vorschreibt. Daß die Kommissionäre dem Buchhandel «in« neue Einrichtung zur Be nutzung anbieten, ist ihr gutes Recht, ebenso wie es ihr Recht lvar, den Jbuscheckverkehr für ihre ausländischen Kommittenten einzu richten und damit dem deutschen Verlag einen bequemen Weg zum Inkasso der Auslandsakturen zu bieten. Die Kommissionäre haben nicht die Absicht, auf irgend jemand einen Zwang auszullben, daher weisen sie auch den Vorwurf, daß sie das Gedeihen der BAG als eine für den Buchhandel nützlich« Einrichtung gefährden, zurück. Die BAG ist nur nützlich und lebensfähig, wenn sic so viel eigene Werbekraft und Lebenskraft besitzt, daß sie sich trotz der durchaus verständlichen Gegenaktion der Kommissionäre durchsetzt. Der Buch handel hat stets die Überzeugung ausgesprochen, daß der Kommis sionsplatz Leipzig zu erhalten sei. Also haben die Kommissionäre auch das Recht und die Pflicht, ihre Betriebe zu verteidigen und nicht zu dulden, daß ihnen im Geldverkehr derart das Wasser abge graben werde, daß sie dann auch womöglich im Warenverkehr nicht mehr das zu leisten vermöchten, was ihre Kommittenten von ihnen beanspruchen. Wer bietet wohl sonst dem Kommittenten die Ge-
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