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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 31.05.1922
- Strukturtyp
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- 1922-05-31
- Erscheinungsdatum
- 31.05.1922
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- Deutsch
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H5r1«blLtt V. ». Dttch«, vurbbaadel. Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. X° 125. 31. Mai 1922. gesellte Schweitzer seinen Unternehmungen zu, der sich ebenfalls gut entwickelt hat. Am 1. Januar 1916 zog der Verstorbene sich ins Privat leben znrück und überließ seinen Töchtern das großgewordene Geschäft. Gestorben: am 25. Mai plötzlich und unerwartet Herr Rechtsanwalt vr. Otto Pellech, Syndikus des Literaria-Konzerns in Wien. Buchhändler Franz Bücher in Ellwangcn f. — Dem Andenken dieses tüchtigen Berufsgenossen, dessen am 9. Mai (nicht 12.) erfolgten jähen Tod wir kurz im Bbl. Nr. 115 meldeten, widmete die Ell- wangener »Jpf- und Jagstzeitung« vom 11. Mai 1922 folgende ehrende Worte: »Mit dem so jäh und unerwartet aus dem Leben geschiedenen Buchhändler Franz Bücher ist in der Blüte der Jahre ein Mann dahingegangen, der sich um das geistige und künstlerische Leben unserer Stadt sehr verdient gemacht hat. Schon die allgemeine und fach männische Vorbildung, die er für den Beruf des Buchhändlers in einer kleinen, aber geistig angeregten Stadt mitbrachte, und die großzügige Art, wie er diesen Beruf auffaßte und betätigte, befähigten ihn, einen fördernden Einfluß auf die höheren Interessen der Einwohner der Stadt und des Bezirks auszuttben. Dazu gesellte sich eine warme Vorliebe für die Pflege der Heimatkunde und der Heimatkunst, in deren Dienst der von treuer Anhänglichkeit an seine Vaterstadt erfüllte Verstorbene besonders sein hervorragendes Können in der Herstellung von künstle rischen Aufnahmen stellte. Franz Bücher ist der Schöpfer der be kannten Sammlung der »E l l w a n g e r Lichtbilder«, die vor züglich geeignet ist, die großen Denkmäler unserer Stadt wie ihre in timen Bilder und ihre herrliche Umgebung zur lebendigen, eindrucks vollen Anschauung zu bringen. Für die Jeningen-Kommission, der der Verstorbene die eifrigste Mitarbeit widmete, hat er die Serie der Je- ningen-Bildcr gefertigt, die die Stätten der Geburt und der Wirksamkeit des »Apostels des Virngrundes« trefflich illustrieren. Mit größter Bereitwilligkeit und Uneigennützigkeit hat er bei Vorführungen und Veranstaltungen aller Art seine Kraft zur Verfügung gestellt und so besonders in hiesigen Vereinen sehr verdienstlich gewirkt. Im Ge schickes- und Altertumsverein, dessen Jahrbuch er verlegte, lag ihm die Sorge für die geselligen Veranstaltungen des Vereins ob. Den be- sondern Dank der ganzen Einwohnerschaft aber hat er sich in den letzten Jahren dadurch verdient, daß er an die Spitze der neugegründeten Theatergemeinde trat und die mühevolle Vorarbeit für die Aufführungen der »Schwäbischen Volksbühne« leistete. Auch für die Vorbereitungen zum bevorstehenden Charitastag in hiesiger Stadt hatte er bereits wich tige Aufträge übernommen. Die Stadt Ellwangen wird ihrem getreuen Sohn ein dankbares Andenken bewahren.« Heinrich Quincke 1'. — In Frankfurt a. M., wo er seit 1908 im Ruhestande lebte, ist der frühere ordentliche Professor der inneren Medizin an der Universität Kiel Geheimer Medizinalrat vr. Hein rich Quincke im 80. Lebensjahre gestorben. Seit 1878 lehrte er an der Kieler Hochschule, nachdem er vorher in Berlin und Bern tätig gewesen war. Er hat zahlreiche Aufsätze im Archiv für Anatomie und Physiologie, im Archiv für pathologische Anatomie, im Deutschen Archiv für klinische Medizin, im Archiv für experimentelle Pathologie, in der Berliner klinischen Wochenschrift und anderen Zeitschriften veröffent licht. Auch war er Mitarbeiter an Ziemssens Handbuch der speziellen Pathologie, für das er die Krankheiten der Gefäße (1879) bearbeitet hat. Von seinen sonstigen Schriften seien ausgeführt: Balneologische Tafeln (1872), Uber perniciösc Anämie (1876), Die Stellung der Medizin zu den anderen Univcrsitätswissenschaften (1900), Die Technik der Lumbal punktion (1902), Grundriß der Lungenchirurgie smit Garref (1903, 2. Ausl. 1912), Die Krankheiten der Leber smit Hoppe-Seylerf 2. Aufl. (1912), Wandlung ser Medizin in Wissenschaft und Praxis (1913). EpreWa!. Bitte an den Verlag, bei Neuerscheinungen das Aufdrucken von Preisen zu unterlassen. Immer nach albt es Verleger, z. B. die Firma Karl Robert L a n g e w < e s ch e, die aus den traurigen Verhältnissen unserer Zeit mit ihrer fortschreitende» Geldentwertung noch nicht die Lehre gezogen haben, das Ausdrucken von Verkaussprcisen siir das Publikum bei ihre» Veröffentlichungen zu unterlassen. Dem Sortiment ist dadurch die Möglichkeit genommen, sich durch den jeweiligen Zeitverhältnissen an- gepcchte Zuschläge vor den fürchterlichen Folgen dieser Aciterscheinnng zu schützen. Bcrantivorll. Redakteur: Richard A l b c r t i. — Verlaa: Der Börsen Druck: R a m m L S e e m a n n. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der 780 1920 bezog ich z. B. eine größere Sendung »Blaue Bücher«, Oktav- sormat, für den damals gültigen aufgcdruckten Preis von 3.60 Ein zelne Exemplare weniger gangbarer Sachen davon habe ich heute noch vorrätig. Von »Seele« und »Buch der Ehe« verkaufte ich die letzten Stücke Weihnachten 1921 für den zu jener Zeit gar nicht mehr zeitge mäßen Preis von 3.60 ./i und 20"/« Zuschlag, die natürlich als noch »billige« Bücher reißenden Absatz fanden. Eine Preiserhöhung seitens des Verlags war für die inzwischen längst vergriffenen Ausgaben nicht erfolgt. Hätte ich die Bücher zu dem damals angemessenen Preise von 12.60 verkaufen wollen, so hätte dies zu unliebsamen Auseinandersetzungen und Reibungen mit der Kund- schast geführt, die sich natürlich gar zu gern auf die aufgedruckten Preise beruft. 1920 ließ sich das Verhalten des Verlags entschuldigen. Damals hat mau nicht annehmen können, daß sich bei uns die Verhältnisse der artig verschlechtern würden; daß aber die angeführte Firma auch aus den Erfahrungen der letzten Monate noch nicht diese Lehre gezogen hat, beweisen ihre bis jetzt vorliegenden Erscheinungen des Jahres 1922. Im März gelangte zur Ausgabe: Nichter, Die gute Einkehr, mit dem aufgcdruckten Verkaufspreise von ^ 18.—. Dieser Preis ist heute schon überholt und nicht mehr zeitgemäß, d. h., jetzt würde sich das Buch zu diesem Preise nicht mehr Herstellen lassen. Das Buch hat also zweifel los heute schon einen höherenMert, als der aufgedruckte Verkaufspreis darstellt. Sämtliche Unkosten des Sortimenters sind inzwischen aber schon bedeutend gestiegen und steigen weiter von Monat zu Monat. Heute trifft bei mir ein: Larsson, Das Haus in der Sonne, ebenfalls mit aufgedrucktem Verkaufspreis von 32.40 Mark. Der Verlag ist durch die üblichen großen Vorausbestellungen in der Lage, das Anlagekapital für den größten Teil der Auflage sofort nach Erscheinen wieder flüssig zu machen. Wenn der Verleger jedes Exem plar zu der Zeit bezahlt bekäme, zu der es der Sortimenter verkauft, so würde er ganz anders rechnen müssen. Der Sortimenter aber ist gezwungen, möglichst großen Gebrauch von Vorausbestcllungen zu machen, weniger deswegen, weil er sich da durch etwas günstigere Bezugsbedingungen sichert, sondern vielmehr deswegen, weil die Verleger meist nur kleine Auflagen drucken und gangbare Sachen meist schon kurz nach dem Erscheinen wieder vergriffen sind. Daraus folgert für das Sortiment die Notwendigkeit, sich immer mit gangbaren Sachen gut einzudccken. Ich habe mich also mit beiden Büchern so eingeöeckt, baß ich glaube, auf längere Zeit, mindestens bis Weihnachten 1922, damit zu reichen. Kein Mensch weiß aber, wie cs Weihnachten 1922 im Buchhandel aus sieht. Soll der Sortimenter vielleicht dann diese Bücher noch um so und so vieles mehr entwertete 18 bzw. 32.40 Papiermark hingeben? Ein solches unkausmännisches Verfahren würde, wenn es bei allen Büchern so wäre, die Existenzunmöglichkeit des Sortiments bedeuten. Bis zum Eintreten einigermaßen normaler Verhältnisse, ich meine, solange der Kursstand der Mark nicht eine gewisse Stetigkeit wieder er reicht hat, müßte unbedingt bei Büchern das Aufdrucken von Verkaufs preisen unterbleiben. Gera-Neuß, den 16. Mai 1922. Fr. Brendels L c s e i n st i t u t. * Erwiderung. Erstens: Ist es nicht vielleicht etwas unfreundlich, in einer solchen Sache eine einzige Firma und ihre Produktion herauszugreifen? Wäre es nicht liebenswürdiger, in solchem Falle daran zu denken, daß auch für Verleger »geteiltes Leid halbes Leid« sei, und daß man schließ lich lieber in guter Gesellschaft (die sich ja wohl hätte finden lassen) als allein an den Pranger des Börsenblattsprechsaals gestellt wird? Zweitens: Was die Sache angeht, so ist mein Standpunkt der, daß bet populären Büchern (bei »exklusiven« Publikationen ist ja jeder Prcisaufdruck von vornherein aus Geschmacksgründen zu vermeiden) der Verlag gerade so lange das Recht behalten muß, einen Preis aufzudruckcn, als er die Pflicht haben soll, überhaupt einen Preis fcst- zusetzen. Ist die überwiegende Mehrheit des Sortiments eines Tages damit einverstanden, daß ich meine Bücher einfach zu den jeweiligen Tages Nettopreisen ohne alle Verkaufs- und Ladenpreis-Vor schriften au das Sortiment weitergebe, so wird mir dies durchaus nicht unlieb sein. Drittens: Im librigen bedeuten auch die angeführten Bände »Richter« und »Larsson« nur einen Übergang in der Preis politik meines Verlages. Meine künftigen Produktionen werden notgcdrungenerweisc so kalkuliert sein, daß das Sortiment kaum noch über »zu niedrige Preise« klagen wird. K ö n i g st e i n im Taunus, am 20. Mai 1922. Karl Robert Langewiesche. verein der Deutschen Buchhändler zu Leipzia, Deutsches BuchliändlerhnuS. Redaktion und Trpetition: Leipzig, Gerichtsweg 2« lBuchhändlerbauSI.
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