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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.04.1922
- Strukturtyp
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- 1922-04-29
- Erscheinungsdatum
- 29.04.1922
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- Deutsch
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vvrseuriatt s. h. Dtschu. vuch-au-«l. Redaktioneller Teil. X° 100, 29. April 1922. Es würde nun zu weit führen, die Entwicklung und Umgestaltung der Zeitung ausführlicher zu behandeln. In zweihundert Jahren ist aus dem kleinen Lokalblättchen eine große politische Zeitung gewor den, die sich weit über die Grenzen des Vaterlandes hinaus großen Ansehens erfreut. Alte Zeitungen, besonders wenn sie wie dieses Blatt vorwiegend Anzcigeblätter sind, bringen eine Fülle kultur historischen Materials. Vor mehr als 70 Jahren hat Frau Belli geb. Gontard aus der Zeitung Auszüge aus den Jahren 1722—1821 ge bracht, die in 10 Bändchen unter dem Titel »Leben in Frankfurt a. M.« erschienen sind und zur Geschichte der Zeit manch Wissenswertes brin gen. Für die Leser dieses Blattes dürften vorwiegend buchhändlerische Anzeigen Interesse haben, und so will ich hier einige Mitteilen. Es handelt sich einerseits um Anzeigen neuerschienener Werke, dann um Angebote verkäuflicher Bücher. So heißt es 1722: »Ein sehr altes aufs Pergament, nach der damaligen Art, sehr sauber geschriebenes Manuscript von der Liblia VuIZata auß dem 10. Seeulo ist zu ver- kauffcn. Es ist dasselbe eine große Rarität, und würdig, daß selbiges in eine wohlbestelltc vornehme Bibliothec komme. Die Anfangs-Buch staben sind mit sehr künstlichen Zügen von schönen Farben gemacht, und eine große Zierde des Wercks. Dieses rare Manuscript kan bey Außgeber dieses gesehen, und der Preiß davon vernommen werden.« »1728. Franckcns von Wördt (Lroniea von dem deutschen Ur sprung von Tuisco dem Sohne Noha, ihrem Ankunft Reiche, Eigen schaften, von der Alten Deutschen Geschichten weil vor Christi Geburth, nach Erbauung der Stadt Nom, ihren Kriegen, Siegen, Glück und Niederungen, auch wie sie wider den ^uZiMuni '1'iberium, dann an deren Kaysern und Königen anfänglich zu starck sieghaft, daß sie auch den Mächtigsten der Welt widerstanden; von der klonaredia des Römischen Reichs der teutschen Sache, vornehmlich wird von ihren alten Göt tern, Religion, Gesetze, Sitten und Sprachen, auch aller Städte, Schlös ser und Clöster Herkommen, mit anderen dergleichen Antiquitäten vollkommen beschrieben, ein rar Boch ist zu verkausfen vor 2 Gulden.« Im gleichen Jahr: »vr. Jüngkens Odirurxia IKanualw, vollkom mener Begriff der gantzcn Chirurgie, nebst darzu gehörigen Operatio nen und Hand-Arbeiten, wie solche einem rechtschaffenen CüirurZo experimentaliter zu lernen und zu wissen absolute nöthig nebst nöthi- gen Kupffcrn, und einer vermehrten Anatomie, so ein Chirurgus ab sonderlich wissen muß, ist zu verkausfen vor 45 Ktzcr.« 1750 findet sich folgende, für den Merian-Fvrschcr interessante Anzeige: »Unter allen Merianischen Büchern, welche das Unglück ge habt, vor einigen Jahren durch den Brand verzehret zu werden, sind wohl des berühmten Johannes Petri Lottichi Ues dermanieae OXVIl libros sistens in zwei) Thcilen mit sebr vielen schönen Kupffern in Folio, die rarestcn, indem man solches in den allerwenigsten Biblio theken complet zu sehen bekommt. Von diesem so rar gewordenen schönen Werke hat Philipp Heinrich Hutter, Buchhändler allhier auf den Pfarrwysen, mit vieler Mühe noch 20 Exemplarien bis auf die Abdrucknng verschiedener Bogen Materie, so noch fehlen und dann über 110 darzu gehörigen schönen Kupffern zusammengebracht, welche er entschlossen, dem Publico zu Liebe von 20. Gulden zu erlassen, da es bishero nicht anderst, als etwann gebunden, und selten complet, als eine große Rarität, und zwar in hohem Preiße zu bekommen ge wesen; Wie man cs dann in keinem Buchladen finden wird, es wäre dann gebunden, und zwar meistens, ohne den zweyten Theil. Wer nun zu diesem raren Buch Belieben hat, und sogleich 10 Gulden franco einsendet dem solle das Merck complet auf nächstbevorstehendc Mi chaeli Meß 1750 gegen Nachschuß der anderen zehn Gulden geliefert werden. Wann nun außer diesen 20 Exemplarien keine mehr zu be kommen, sollte man auch noch einmal so viel davor bezahlen wollen; Als kan keine gewisse Zeit wie lange die Einsendung erwehntcr 10 Gulden währen soll, anberaumt werden, sondern es lediglich dabey verbleibet, wer am ersten sich meldet, solche erhalten wird, zumalen diese wenigen Exemplaria in kurtzcm von denen Ke8p. Herren Lieb habern bestellet werden dürfften. Diejenige, welche also mit Einsendung der 10 Gulden verzögern, können sich sclbsten beymessen, wenn ihnen alsdann ihr Geld wiederum zurückgesandt wird. X. 6. Zu gleich hat man avisieren wollen, daß kein zweyter Theil a pari« zu haben ist.« Noch einmal werden wir an den Namen Mcrian erinnert. So heißt cs 1723: »kr. 8. Weil ein falsch Geschrey außgckommcn scyn soll, daß der XIX. 1'omu3 des 'l'deatri Europa«! diese Messe nicht hcraußkommen würde, so dient hiermit allen Liebhabern dessclbigen zur Nachricht, daß solcher Theil würklich und eompIeti88une fertig, auch gehörigen Orts zu haben sey, nämlich bei Herrn Maximilian von Sand und Herrn Knoch.« Von späteren Bänden findet sich keine Ankündigung mehr. Ankündigungen neuer Werke finden sich vielfach. So heißt es 1724 von den damals sehr beliebten Tobten Gesprächen: »Diejenigen Tobten Gespräche und Reisenden Chincser, so zu Leipzig in der Cör- nerischen Buchhandlung verlegt worden, sind allster in dem Waltheri- 612 sehen Buchladen auf den Pfarrwysen complet und auch einzeln anzu- tresfen, von crstcre sind bis anjetzo 68 Entrevuen, und von Chineser 5 Stück des zweyten Bandes heraus;, und werden von Beyden nächstens wieder neu Continuatione8 cingehen.« Die Todtengespräche werden in späteren Jahren noch wiederholt angezeigt, ferner Kalender aller Art, die vor allem im Multzischen Buchladen in der Bnchgaß neben dem Karpfen erhältlich waren. Auch Beschreibungen von den vertriebenen Salzburgern und ihren Erlebnissen sind wiederholt angekündigt und zum Kauf bey Christian Gottsr. Meyer s sel. Wittib, auf der kleinen Gal lengaß zu haben. Auch Subskriptionen auf zur Messe erscheinende Werke werden angenommen, so zeigt 1738 der Johann Heinrich Nonne, Buchdrucker, an: »Es ist unter die Presse kommen: Der Mademoiselle Zäunemännin aus Erfurt, Poetische Rosen in Knospen, dieser Tractat bestehet in einer Sammlung unterschiedlicher Gedichte, welche die Mademoiselle Ver fasserin eintzeln ediret, nunmchro aber nebst einigen Poesien, so über haupt in blassen, nemlich in Geistliche, Leichen, Lob-, Ehren- und Glückwünschende, und vermischte Gedichte abgetheilet, durch den Druck denen Liebhabern einer reinen Dicht-Kunst mittheilcn wird. Der Ver leger nimmt auf dieses auf 50 Bogen lauffende Werk biß zn Ende des Februar» 1738 9 gute Groschen, oder 5 Batzen Müntz vraenumerrr- tion an, und wird solches auf künftiger Leipziger Oster Messe fertig. Wer weitere Nachricht hiervon zu wissen verlanget, kann solches aus denen bey dem Verleger, wie auch in Franckfurth am Mayn bey Jacob Michael Gentzsch in der großen Sandgasse dem Sandhoffe über woh nend, und in Leipzig bey Herrn Samuel Benjamin Walther zu haben den ^verti886m6nt ein mehreres ersehen werden.« Die Gedichtsamm lung, der Kaiserin Anna von Rußland gewidmet, erschien 1738 zu Erfurt. Die Verfasserin war 1738 von der Universität Güttingen zur »Kaiserlichen gekrönten Poetin« ernannt, dieses Ereignis wurde nach j der Sitte der Zeit sehr gefeiert und selbst Denkmünzen auf das Er eignis geschlagen. Ankündigungen der Meisterwerke unserer großen Dichter finden sich nicht, den Namen Joh. Wolfgang Goethe findet man außer in der Geburtsanzeige nur zweimal, und zwar unterm 10. Juni und 18. Okto ber 1774, wo er als Bevollmächtigter der Vorstadt- und Buddcschen Herrn Erben alle Warenschuldner derselben auffordert, binnen 14 Tagen an ihn so gewiß Zahlung zu leisten, »als man sonsten gegen die Säumigen ernsthaftere Maasregeln zu ergreifen, keinen Augen blick mehr ausstehen wird.« Die großen Krönungsdiaricn des Buchhändlers Jung, von denen oben die Rede war, werden mehrfach ausführlich angezeigt und Be stellungen darauf erbeten. Im Laufe der Jahre finden wir natürlich Anzeigen von Werken, die uns den Wandel im Geschmack und in der Bildung zeigen, so fin den wir 1782 folgende Anzeige: »Curieuse Beschreibung einer Reise auf den Feldbcrg bey Frankfurt, wobey besondere Beobachtungen über den Auf- und Untergang der Sonne und des Mondes, ingleichen der daselbst entstehenden Gewitter. 8. 1782. 4 kr. Ist bey dem Buch händler Weber, neben dem Rothen-Haus Vit. 1) kl 24, zwey Stiegen hoch zu haben.« Die Lustballonfahrten des Ehepaars Blanchard erregten das! größte Interesse, Bildnisse von ihm und seiner Frau werden an! geboten, Abbildungen des Ballons, Darstellung des Aufstiegs usw.I 1785 heißt es n. a. in einer Anzeige: »Nächsten Frcytag, den 14. dieses! erscheint allhier in der Eßlingerschen Buchhandlung: Beschreibung dcg letzten oder fünfzehnten Luftreise des Herrn Blanchards, welche er den! 3tcn dieses zu Franckfurt am Mayn nach 10 Uhr Vormittags angctret-ß ten, nebst den Bemerkungen, die er auf dem Weg von hier bis Weil-! bürg gemacht hat, von ihm selbsten beschrieben. Diese interessant» vieee wird sowohl auf französisch als deutsch, auf sauberes Schreib^ papier gedruckt, und kann von heute an bis nächsten Freytag mi^ 30 kr. darauf praenumcrirt werden. Die Eßlingersche Buchhandlung hat dem Herrn Blanchard das Manuscript zu dieser merkwürdigeg Neißebeschreibnng abgekauft, also ist sie ganz ächt, und es werden nug wenige Exemplarien mehr, als bestellt werden, abgedruckt; die LiebV Haber belieben sich also bei Zeiten zu melden. I ^6 ckeelare que la veritable Relation cle mon quinrieme voyagg ^ Rranekort es 10. Oetobre 1785. I tienne.« > So bietet uns ein Durchblättern der alten Zeitungen eine FttllI kulturhistorischer Bilder in seinen Anzeigen. Nach den Befreiungsl kriegen zeichneten als Verleger: Gebrüder Sauerländer, Ziegelgassi 175. 1818 findet sich die Anzeige: I »Die Waage. Eine Zeitschrift für Bürgerlcben, Wissenschaft un» Kunst, herausgegeben von vr. Ludwig Börne. I
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