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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.04.1922
- Strukturtyp
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- 1922-04-03
- Erscheinungsdatum
- 03.04.1922
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- Deutsch
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X: 79, 3. April 1922. Redaktioneller Teil. «5rlr»«l»u» r««». Trotz dieser großen Schwierigkeiten ist es gelungen, die Auf träge der Mitglieder fast ausnahmslos und unter Berücksichtigung der abnormen Verhältnisse auch entsprechend vorteilhaft untcr- zubringen. Dies wurde u. a. möglich durch die beständig erwei terten, einflußreichen Beziehungen zu den bekanntesten Fabriken. Der Umsatz ist inzwischen auf das Vielfache des einstmaligen gestiegen, was als Beweis der Notwendigkeit und der Nützlich keit der Wirtschaftlichen Vereinigung hervorgehoben sei. Die Ortsgruppe Leipzig des Arbeitgeberver bandes der Deutschen Buchhändler kann auf ein sehr arbeitsreiches Geschäftsjahr zurückblicken. Die sinkende Kaufkraft unseres Geldes und die damit ver bundene Verteuerung des gesamten Lebensunterhaltes ließen im vergangenen Jahre mich die im Buchhandel gezahlten Gehäl ter und Löhne dauernd steigen. So wurde der in seinen Grundzügen noch heute gültige Gehilfentarif vom 24. 8. 1920 erst malig mit Wirkung vom 1. Januar 1921 um 60?S für die ver heirateten männlichen Angestellten und 55°/° für die sonstigen Angestellten erhöht. Der Tarif wurde damals um drei Monate verlängert. Er wurde von den Gehilfenorganisa tionen rechtzeitig gekündigt, gleichzeitig wurde ein von dem bisherigen Tarif erheblich abweichender neuer Ver tragsentwurf vorgelegt, der insbesondere die Beseitigung der Unterschiede anstrebte, die bisher in der Bezahlung der Angestell ten der Grrchpen Verlag und Sortiment einerseits und Zwischen buchhandel andererseits bestanden. Der Arbeitgeberverband der Deutschen Buchhändler Ortsgruppe Leipzig sah sich außerstande, in eine Änderung des bestehenden Gesanrttarifs, der unter äußerst mühevollen Verhandlungen seinerzeit zustande gekoinmen war, einzutreten. Da zudem die Kosten des Lebensunterhaltes damals durchweg im Sinken begriffen waren, wurden auch nennenswerte Tariferhöhungen nicht zugestanden. Unter Verlängerung des bisherigen Tarifs bis zum 31. Juli wurde lediglich eine Beihilfe vereinbart, die "zwischen 100 und 500 . je nach dem Familien stand, abgestuft war. Mitte Juni fanden dann erneut Verhand lungen statt, sic wurden auch im August fortgesetzt, ohne daß es jedoch zu einem Ergebnis kam. Die Gehilsenorganisationen kün digten daher am 29. August den Tarif. Die nun beginnenden Verhandlungen, die sich ausschließlich auf die Neuregelung der Gehaltsbedingungen erstreckten, führten dazu, daß beide Tarif parteien den Schlichtungsausschutz Leipzig anriefen, weil über die Höhe der aufgestellten Forderung eine Einigung nicht zu er zielen war. Der Schlichtungsausschutz verlängerte den Tarif bis zum 31. Januar 1922 und erhöhte die bis dahin gezahlten Sätze für den September um 30?S, für den Oktober um 35^ und für die Zeit ab November um 45"/». Außerdem wurde den ver- heirateten männlichen Angestellten eine monatliche Beihilfe von 50 -L zugesprochen. Beide Teil« unterwarfen sich dem Schieds spruch. Der fortschreitenden Teuerung vermochte sich jedoch der Vorstand des Arbeitgeberverbandes nicht zu verschließen, und aus eigener Initiative beschloß er daher eine besondere Beihilfe. Aus diese näher einzugehen, erübrigt sich, da auf Wunsch der Gehil fenschaft von der Beihilfe Abstand genommen wurde und statt dessen erneut eine 25prozentige Erhöhung der damals gültigen Tarifgehälter durch einen Vergleich vom 16. November 1921 ver einbart wurde. Um ungefähr die gleichen Prozentsätze wurden jeweils auch die Tariflöhne der Markthelfer erhöht. Neben dieser unmittelbaren Tätigkeit innerhalb des Berufs hat der Arbeitgeberverband die Interessen des Buchhandels auch in allen die Arbeitgeberschaft Leipzigs berührenden Angelegen heiten im Zentralausschutz des Leipziger Arbeitgeberverbandes, dessen Mitglied er ist, vertreten. An dieser Stelle muß mit Bedauern festgestellt werden, daß noch immer eine große Anzahl Leipziger Firmen bisher der Ortsgruppe Leipzig des Arbeitgeberverbandes der Deutschen Buchhändler nicht beigetreten ist. Für seine schwierigen Aufgaben ist es für den Arbeitgeberverband jedoch von größter Wichtigkeit, den Leipziger Buchhandel geschlossen in seinen Reihen zu finden. Der besondere Beitrag, den der Arbeitgeberverband für seine Zwecke beansprucht, dürfte für den Leipziger Buchhändler kein Hinderungsgrund sein, ihm beizutreten, denn das Opfer, was der Arbeitgeber hier bringt, steht in gar keinem Verhältnis zu den Vorteilen, die ihm eine starke Arbeitgeberorganisation bietet. Es ist bedauerlich, seststellen zu müssen, daß diese Erkenntnis offen bar noch nicht Allgemeingut des Leipziger Buchhandels geworden ist, obwohl das Beispiel der Arbeitnehmer, die ganz erhebliche Beiträge für die Kampfzwecke ihrer Berufsorganisationen ab- führen, ihm täglich eine ernste Mahnung sein sollte. Immer deutlicher trat im abgelaufenen Jahre hervor, daß die Wirtschaftslage des Buchhandels, wie Deutsch lands überhaupt, abhängig ist von der Gestaltung der Devisen kurse. Ein Sinken der Börsenbewertung der Mark bedeutet zu nächst Exportmöglichkeit zu anscheinend lohnenden Preisen, daher stärkere Beschäftigung der Industrie, erhöhte Kaufkraft im In land — sobald aber die Verteuerung der ausländischen Roh. flösse und Lebensmittel, auf deren Einfuhr wir ja angewiesen sind, nach Erschöpfung der alten und billigeren Bestände auf die Preislage einwirken, müssen Löhne und Gehälter erhöht werden, sodatz die Exportmöglichkeit schwindet, sofern nicht eine weitere »wohltätige» Markentwertung weiteren Export ermöglicht. Der Schweizer Franken (1914 — 0,80 .kl) wnrde bewertet am 81.12.20. 27.1.21. 1.4.21. 1.7.21. 1.10.21. 31.10.21. mit M. II.12 8.78 IV.8S 12.62 21.87 88.20 8.11.21. 24.12.21. 56.70 87.30 Die Aufschläge des Buchdruckertarifs betrugen: 81.12.20 1.10.21 1.12. 21 S7S°tz 12657° 18V0'4> Der Buchbinderpreis für Falzen, Heften und Broschieren von 1000 Itzseitigen Bogen etwa 1SI4 I.g. 2Ü IS. 2. 21 I.g. 21 I.io. 21 1. II. 21 s. 12.21 8.2S 87.— 40— 4S.— SV.- 56- 80.— 16.12.21 IS. 1.22 6S — 70 — Eine 100 8-Drucksache im Jnlandverkehr kostete Ig14 1.1.21 1.4.21 I.1.22 s Ps. 20 Pf. 80 Pf. Ivo Ps. Der Papierpreis für das dg holzfreien Papiers betrug etwa IgI4 31. Dez. 20 Aug. 21 Okt.21 N°°. 21 Jan. 22 Febr. 22 —.40 7.S0 8— 8.S0 12.— IS—18— 22.— Vom November ab wurden Aufträge von den Papierfabri ken überhaupt nur noch zu freibleibenden Preisen angenommen, ja es wurden sogar aus fest abgeschlossene Aufträge vielfach Nach forderungen von 50 bis 100^ gestellt (Begründung: Beschlag nahme von Zellulose zu Reparationszwecken, durch Wasser- und Kohlenmangel verursachte Betriebsstockungen, denen zufolge die Erledigung der Aufträge in Zeiten höherer Löhne verschoben wer den mutzte). Bei der Unsicherheit der Rechtslage und der Not wendigkeit, Papier unabhängig vom Ausgang eines Prozesses in die Hand zu bekommen, ist leider diesen Nachforderungen vielfach wenigstens teilweise entsprochen worden. Was die Gestaltung der Verkaufspreise betrifft, so Hai leider die Einsicht noch nicht genügend Fortschritte gemacht, daß es nicht genügt, die Preise der Neuerscheinungen den »gestiegenen Herstellungskosten» anzupassen, sondern daß es eine Selbsterhal tungspflicht des Verlags ist, auch die Preise der älteren Werke der »Entwertung der Mark» anzupassen. Alle Rücksicht auf die steigende Kausunfähigkeit großer Teile des intellektuellen Mit telstands, insbesondere der Pensionäre und Rentner, kann nicht von der Notwendigkeit entbinden, dem Prozeß der »Kabitalaus- trocknung» entgegenzuarbeiten. Die Teuerungsaufschläge aus den älteren Verlag sind (von den in unserem vorjährigen Bericht gemeldeten 200^) auf 4—5007° gestiegen. Da die neuen Bücher im September das Acht- bis Zehnfache der Friedens preise kosteten und jetzt (nach der letzten Teuerungswelle) immer erst zum Zehn- bis Fünfzehnfachen des Friedenspreises ausge geben werden, so sind sie immer noch verhältnismäßig sehr bil- § lig, wenn auch neuerdings kaufmännisch denkende und in die Zukunft blickende Verleger Preiserhöhungen auf das Zwanzig- bis Vierzigsache der Friedenspreise haben eintreten lassen. 427
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