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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 03.04.1922
- Strukturtyp
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- 1922-04-03
- Erscheinungsdatum
- 03.04.1922
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- Deutsch
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Durch den Tod wurden dem Verein entrissen: Herr Alb. Brockhau s, Mitinhaber der Fa. F. A. Brockhaus, am 27. März im 66. Lebensjahre; „ Wilhelm Hartmann, Bevollmächtigter der Fa. Deutsches Verlagshaus Bong L Co., ain IS. Juli im 45. Lebensjahre; ' „ Geh. Hofrat vr. Georg Oskar Immanuel von Hase, Mitinhaber der Fa. Breitkopf L Härtel, am 26. Januar im 75. Lebensjahre; „ Albert Ludwig Hilgenberg, Mitinhaber der Fa. Hermann Schultze, am 12. April im 75. Lebensjahre; „ Johann Eugen Säuberlich, Inhaber der Fa. Io- Hannes E. Säuberlich, am 11. August im 42. Lebensjahre; „ vr. für. Bernhard Freiherr von Tauchnitz, In- Haber der Fa. Bernhard Tauchnitz, am 7. Juli im 81. Le bensjahre. Vorstandssitzungen fanden 26 statt, ferner 5 Vor standssitzungen in Gemeinschaft mit dem Ausschuß für die Ver einsanstalten, eine mit dem Ausschuß für die Buchhändlerlehr, anstatt, der selbst eine besondere Sitzung abgehallen hat. Der Hauptausschuß bereitete in der üblichen Weise die Wahlen zur Hauptversammlung vor und übernahm die Prü fung der Jahresrechnung und des Haushallplanes. Außerdem wurde der Hauptausschuß im vergangenen Jahre zweimal als Schiedsgericht in buchhändlerischen Streitigkeiten angerufen, von denen die eine durch Schiedsspruch, die andere dadurch ihre Er ledigung fand, daß der Antragsteller von der weiteren Durch führung seines Anspruchs Abstand nahm. Die Satzungsänderungs-Kommission hat sich im vergange- nen Geschäftsjahr darauf beschränken müssen, lediglich Material aus den Mitgliederkreisen für die künftige Neugestaltung der Satzung zu sammeln. Die Verarbeitung desselben zu positiven Vorschlägen ist jedoch zurückgestellt worden, da erst die Neuge staltung der Börsenvereinssatzung abgewartet werden mutzte, um den Einfluß, den diese Neukodisikation auf die dem Börsenverein angeschlossene» Kreis- und Ortsvereine hat, mit berücksichtigen zu können. . .. Außerordentliche Hauptversammlungen fan den im Berichtsjahre nicht statt, dagegen war der Verein zahl reich vertreten auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Kreis- und Ortsvereine in Heidelberg. Glückwünsche des Vereins wurden der Firma L. A. Kittler zum 75jährigen Jubiläum, der Firma H. Keßler zuni 50jährigen und der Firma Oswald Weigel zum 125jährigen Bestehen dargebracht. Die B « st e l l - A nst a l t hatte einen gegen das Vorjahr er- hedlich angewachsenen Zetteleingang zu bewältigen. Der Ver sand von Rundschreiben und Prospekten hat ebenfalls im ver flossenen Jahr zugenommen. Um die Firmen schneller in den Besitz der sortierten Zettel und Skripturen zu setzen, wurde ein Zubring- und Abholdienst eingerichtet, der sich durchweg sehr gut bewährt hat. Die Paket-Austausch stelle hat ebenfalls einen er höhten Umsatz aufzuweisen. Ganz besonders ist die Neueinrich tung des An« und Abfahrens der Güter von den Firmen begrüßt worden. Hierauf ist auch der erhöhte Umsatz mit zurückzuführen, Sa sehr viele Firmen nicht mehr ausfahren, sondern alles der Paket-Austauschstelle übergeben. Die Zahl der bargeldlos ver kehrenden Firmen beträgt 363. Der Verkehr mit eingeschriebenen Rechnungs-Paketen hat sich sehr gut eingeführt. Insgesamt wurden im verflossenen Jahre 26 OVO wertvolle Pakete eingeschrieben. In beiden Anstalten, der Paket-Austauschstelle und der Bestell-Anstalt, sind jetzt rund IVO Angestellte beschäftigt. Für die Lehranstalt kennzeichnet sich das Berichtsjahr, wie für alle kaufmännischen und gewerblichen Schulen unseres Landes, durch schweres Ringen um ihren Bestand. Es wurde daher ernstlich erwogen, die Lehranstalt eingehen zu lassen. Mit Rücksicht darauf, daß ein bereits angekündigtes und vorbereitetes Berussschulgesetz das Fachschulwesen nicht nur des Freistaats 42k Sachsen, sondern des Reichs einheitlich regeln will, haben wir uns entschlossen, die Anstalt als Vereinsunlernehmen vorläufig wctterzuführen. Die Schülerzahl der Lehrlings-Abteilung hielt sich nicht in der Höhe des Vorjahres. Aller Voraussicht nach ist von Ostern 1922 an mit derselben, vielleicht mit einer etwas höheren Schülerzahl zu rechnen. Die Zahl der Teilnehmer im Fachkurs der Höheren Abteilung hat sich erfreulicherweise nicht nur aus der Höhe des Vorjahres gehalten, sondern diese etwas überschritten, was daraus schließen läßt, daß die Lehranstalt mit ihren Bil dungsmöglichkeiten sich beim auswärtigen Buchhandel einer wachsenden Wertschätzung erfreut. Von besonderer Bedeutung für alle Bestrebungen, die auf die Erhaltung der vorherrschenden Stellung Leipzigs im deutschen Buchhandel hinauslaufen, ist es dabei, daß die Schülerschaft im Fachkurs nicht nur aus allen Lei ten des deutschen Reiches, sondern auch aus dem gesamten deut schen Sprachgebiet überhaupt stammt; neben den Staatsange hörigen Deutsch-Österreichs finden sich Söhne und Töchter der Schweiz, der Tschecho-Slowakei, Ungarns und Rumäniens. End lich sei noch der Abendkurse für die Gehilfenschaft gedacht, die sich im Berichtsjahre auf Wirtschaftskunde, Kunstgeschichte, Buchfüh rung, Buchgewerbekunde, Englisch, Französisch und Spanisch, so wie auf Stenographie für Fortgeschrittene erstrecken uird insge samt von 230 Teilnehmern besucht werden. Die seit dem Jahre 1915 in den Räumen der Lehranstalt untergebrachten allgemeinbildenden Kurse für die Kriegsbeschä digten beim Heimatdank Leipzig erreichten im Sommer ihr Ende; dagegen gewährt die Schule noch immer einer größeren Anzahl von Klassen der städtischen Nikolaischule Unterkunft. In der Lehrerschaft ist insofern eine Änderung zu verzeich nen, als Herr Studienrat Otto Heyde am 1. April 1921 ausge schieden ist, um eine Stelle an der Handelslehranstalt zu Zittau anzunehmen. Herr Heyde hat sich während seiner siebenjährigen Wirksamkeit an der Schule große Verdienste und damit den Dank des Vereins und der Schülerschaft erworben. Die Lehranstalt bezog im Berichtsjahre wesentliche Bsihil- fen zur Erhaltung vom Rate der Stadt Leipzig, dem Sächsischen Wirtschaftsministerium und dem Börsenverein. Ferner hat die Handelskammer eine einmalige Zuwendung von 3000.— ge macht. Den genannten Behörden und Körperschaften sei auch an dieser Stelle gedairkt. Das abgelausene Geschäftsjahr der Wirtschaftlichen Vereinigung brachte nicht die erwartete Stetigkeit und Sicher heit. Schien es in der ersten Jahreshälfte, als ob das allmählich stärker einsetzende Angebot, in Verbindung mit der zunehmenden Kaufunlust, die Papierpreise senken würde, so zeigten sich im zwei ten Halbjahre gerade die entgegengesetzten Verhältnisse. Roch im Mai und Juni waren die Preise in leicht absteigender Bewegung begriffen. Fast plötzlich änderte sich die Marktlage im zweiten Halbjahre. Selbst die geschäftsstille Sommerszeit zeigte eine Be lebung der Kauflust, überraschend schnell versteifte sich der Markt im August. Die verschiedensten Umstände, u. a. Trocken heit, Streiks, dazu einsetzende starke Verschlechterung unserer Währung und die durch letztere anschwellende, den Jnlandbedarf nicht genügend berücksichtigende Ausfuhr, brachten derartig große Schwierigkeiten in der Papierbeschafsung, daß diese schließ lich zur Papiernot führten. Die Unterbringung neuer Aufträge wurde vielfach unmöglich und die Einhaltung fest zugestandener Lieferzeiten teilweise um Monate hinausgeschoben. Aus zu festen Preisen abgeschlossene Aufträge kamen von Monat zu Monat steigende Ausschläge, die trotz Widerspruchs gezahlt werden muß ten. In vielen Fällen blieben trotzdem die Lieferungen aus. Heute haben die Preise nahezu das Doppelte und Dreifache des niedrigsten Zählerstandes erreicht. Die von den Fabriken zur Erklärung dieser geradezu trostlosen Verhältnisse angeführten Tatsachen sind durch zahlreiche Erörterungen in den Fach- und Tageszeitungen bekannt, weshalb sich ein Eingehen darauf an dieser Stelle erübrigt. Inzwischen steigt die Teuerungswelle weiter, und es lassen sich keine Anzeichen finden, die zur Hofs- nung auf ein Sinken der Preise in der nächsten Zeit berechtigen könnten.
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