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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.09.1922
- Strukturtyp
- Ausgabe
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- 1922-09-30
- Erscheinungsdatum
- 30.09.1922
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. 229, 3V. September 1922. PersonaliMrWei!. Erncununp zum Ehrcndoklor. — Herr Gustav Kirstein, der langjährige Mitinhaber der Firma E. A. Seemann inLeipzig, ist von der Technischen Hochjchuie in Aachen zum Ehrendoktor ernannt worden, und zwar, wie es im Diplom wörtlich heisst: »in Anerken nung seiner Verdienste um die Verbreitung und Vertiesnng lunstgc- schichtlichcr Forschung, die er als Verleger wie als Herausgeber und Leiter kunslhislorischer Zeitschristen, endlich als Versasser von Schriften über Kunst sich erworben hat«. Jubiläen. — Ein seltenes Toppcljnbiläum seicrt am 1. Oktober Herr Frih Quick in Marburg lWestsalen). Er begeht mit dem 50jährigen Bestchen seiner Buchhandlung zugleich das 59jährige Jubi läum seiner Selbständigkeit. Nachdem er bei Mols Russell in Münster die Lehre bestanden und noch kurze Zeit als Gehilfe gearbeitet hatte, machte Herr Quick sich nach dreijähriger Tätigkeit bei L. Schwann in Neust in dem kleine» in lebhaftem Aufblühen bcgrisfenen westfälischen Städtchen Marburg selbständig. Er errichtete eine Sortiments- und Schrelbwarenhandlung, denen sich eine Vuchdruckerei zugesellte. Mit eisernem Kleist hat der Herr Jubilar in zielbewusttcr Tätigkeit seinem Betrieb zu Ansehen und Erfolg verholsen, hat 59 Jahre lang wert volle Kulturarbeit geleistet, sodaß er heute mit befriedigtem Stolz aus die Arbeit eines halben Jahrhunderts zuriickblicken kann. Möge bas Glück ihm auch weiter hold fein, aus dast ihm weitere Erfolge be- schiede» seiet, I Aus eine 25jährige Selbständigkeit blicke» am l. Oktober folgende Herren zurück: Herr Fr. Bacheratz iu Stade, der am 1. Ok tober 1897 die 1820 gegründete Buchhandlung von A. Pockwitz käuflich erwarb und seitdem unter seinem Namen führt; Herr Hosrat L. Schambach übernahm vor 25 Jahren mit der Firma Bkyl dt Käm merer in Dresden deren pädagogischen Verlag und hat ihn im ver flossenen Vicrtcljahrhundert kräftig ausgebaut: Herr Alois Edel mann ist seit 1. Oktober 1887 Besitzer der 1852 gegründeten Buch-, Musikalicn- und Papierhandlung A. Hitschfcld tu Neu ro d e ; Herr Walther Thnleweit übernahm vor 25 Jahren von G. Huschle die Sortlmentsabteilung der 1810 gegründete» Buchhandlung von F. E. Rcupert in Planen i. V., die er unter der Firma F. E. Neupert's Sortiments-Buch handlung sWalter Thulewcitj führt und in ihr besonders rechts- und staatswissenschaftliche Literatur vertreibt; am 1. Oktober 1897 übernahm Herr Ma; Le ichsen ring die 1881 gegründete Buch handlung B. Pretzsch im srenndlichen Städtchen Rschlitz lTachseni uni führt sie seitdem unter der alten Firma mit dem Zusatz Nachfolger; Herr Wilhelm Maske trat 1897 dem vr. mack. B. Westcrhove in der Leitung seiner gleichnamigen Buchhandlung ln Gel senkt rchcn zur Sette und führt sie seit dessen bald darauf erfolgtem Austritt ein Vicrtcljahrhundert mit gutem Erfolge; Herr Hofbuchhändler Otto Buch mann ist seit 1897 Inhaber der 1862 gegründeten C. F. Windaus' Buchhandlung in Gotha. Uber Hkrru O t t o D r o w a tz k y s Tätigkeit, der 25 Jahre Inhaber der Buchhandlung Wolfs k Hohorst Nachfolger (Otto Drowatzky) in Hannover ist, haben wir in Nr. 85 des Bbl. anlästlich des 56jähvigcn Jubiläums seiner Finna berichtet und können uns hier damit begnügen, ihn als Jubilar auszusiihren. Eintritt in den Ruhestand. — Am 1. Oktober tritt Herr Prokurist Robert Katzschmann in Leipzig nach 55jähriger ununterbrochener Tätigkeit im Hause Breitkops K Härtel, wo er als blutjunger Mensch cingetrcten war, in den wohlverdienten Ruhestand. Er hat, wie man zu sagen pflegt, von der Pike auf treu gedient und als ein ebenso frischer wie arbeits- frcudiger und pflichteifriger Man» sich von Stufe zu Stufe empvr- gearbcitet. Wie er sich um das Haus, dem er ein Menschenalter hin durch seine Kraft widmete, verdient gemacht hat, kam gelegentlich seines 59jährigen Arbeltsjubiläums im Jahre 1817 deutlich znm Ausdruck. -Wer, wie er, in feinem Berufe völlig ausgegangen ist, dem wird der Abschied von diesem natürlich schnnr, aber auch von ihm, dem 7ljährigeu, fordert das Alter seinen Tribut. Mag er sich noch aus lange Zeit hinaus in Ruhe sonniger und glücklicher Tage erfreuen in dem Be wusstsein, jederzeit seine Pflicht getan zu haben. vpreWlil. Offener Brief eines mittleren Sortimenters an die Herren Verleger. In letzter Zeit mehren sich die Anzeigen im Börsenblatt, das; der und der Verleger sich nun auch gezwungen sieht, Beträge bis zu 1000 Mark und mehr nur noch mit Nachnahme zu erledigen. ES mag von vornherein zugegeben werden, das; bei der heutigen Geld- Mißwirtschaft im Zahlen von Rechnungen Nachlässigkeiten entstanden sind, die nicht als gesund bezeichnet werden können. Dieses aber als Norm anzunehmen und wegen verschiedener Firmen eine derartige Zahlungsmaßregel allgemein einsühren zu wollen, halte ich denn doch für über das Ziel hinausgeschossen. Praktisch angewandt hat nämlich diese Art der Absenkung der Waren nur für den Verleger einen Vor teil, nämlich den, das; er entweder bald zu seinem Gelde kommt oder — auch trotzdem nicht. Solange bei den Sortimentern noch das Aufschreiben seinen Kunden gegenüber besteht, und das dürfte trotz der in letzter Zeit vorgeschlagenen Mittel fast überall noch der Fall sein, ausgenommen natürlich tägliche Bedarfsartikel und Eintagsfliegen kundschast, ist öies-e Maßregel für den Sortimenter eine Belastung oder eigentlich eine Entlastung seiner Kasse, die in manchen Fällen mehr wie unangenehm wirken kann. Hier werden mir sehr viele Einwände gemacht werden können, die ich von vornherein eben als den bestehenden und hoffentlich nicht weiter Schule machenden Rückschritt unseres gegenseitigen Vertrauens abtun will. Welcher Sortimenter hat es schon fertiggebracht, seinen alten und besten Kunden einfach zu erklären: »Herr Professor, ich kann das Buch leider nicht mehr aufschrciben, sondern muß um Barzahlung bitten«. Diese Maßnahmen sind zurzeit noch ganz unmöglich, im Gegenteil, ich möchte behaupten, daß heute viele Sortimenter, gerade des teuren Preises der Bücher wegen, gezwungen sind, ihrer Kundschaft längere Zahlungsfrist ein zuräumen, um sie überhaupt noch zum Kauf anzuregen. Die Erregung in den Käuferkreisen ist trotz aller kleinen Mittel, die man anwendct, um unsere Not zu schildern, noch sehr groß, und wollte man hier mit Mitteln Vorgehen, wie es jetzt die Verleger mit den Sortimentern tun, dann wäre man seine Kundschaft bald los. Es ist hier wie überall ein klein wenig Entgegenkommen notwendig, und ich möchte an obige Ausführungen einige Sätze, die vor kurzem in der Papierzeitung gestanden haben, folgen lassen: . . . Nötig ist etwas mehr Geduld und Nachsicht, die der großen Mehrzahl aller Schuldner schon längst erwiesen werden mußte, da sich Forderungen »Zahlbar sofort nach Erhalt der Rechnung«, »Zahlbar innerhalb 14 Tagen« und ähnliche Parforcemaßnahmen, insbesondere bei kleinen Kunden, nicht erzwingen lassen .... Sortimenter, die auch Nebrnzweig>e haben, werden mir bcipflichtcn müssen, daß die Nachnahmezählungsart bei keinem bekannten Liefe ranten eingeführt ist. Ich erwähne nur die Firma Baier L Schneider, Leitz, die Schreibfcderfabrikanten usw. Diese Firmen haben natürlich ihr Zahlungsziel (meist drei Monate) auch herabgesetzt, aber ein Monat Ziel besteht fast bei allen derartigen Firmen noch. Warum geht es hier? Für den Sortimenter ist dies aber eine große Er leichterung; die Möglichkeit, während der Zeit der Lieferung und der Zeit der Zahlung die Ware absetzcn und somit die Rechnung ohne Schwierigkeit begleichen zu können, ist hier in ausreichender Weise gegeben. Bei einer Nachnahmesendung nicht. Sind es gar Lagersachen, so bedeutet dies eine Entblößung der Kasse, die manchmal mit den For derungen des Tages kaum auszuhalten sein wird. Auch ist dem kleinen Sortimenter, der sich für ein größeres Werk, für das er Absatz zu fin den glaubt, verwenden will, das Betriebskapital vorweg aus der Hand genommen. Und sehr viele Geschäfte werden dadurch nicht zustande kommen. Ich richte deshalb an alle Verleger die Bitte, mit di-eser anschei nend Schule machenden Maßnahme zu brechen und den Sortimentern, die ihres Vertrauens würdig waren und sind, wie bisher einen Kredit einzuräumen, der mindestens drei bis vier Wochen betrügt. Diese Pause ist znm Verschnaufen für den Sortimenter unbedingt notwendig. Die Folge ist, daß wieder etwas mehr Mut zum Unternehmen angewandt und die Spannung, die alles eher als angenehm zu nennen ist, weichen wird. Ein mittlerer Sortimenter. Bar bezahlen! lBgl. Bbl. Nr. 185, 193, 292, 220 u. 223.) Warum Berschen? Man sage doch deutlich in Prosa, was man erstrebt. Das wird jeder Einsichtsvolle verstehen und begreifen. Also: Bitte,- bezahlen Sic Ihre Einkäufe gleich; ich (wir) müssen cs auch! Mustergültig muß die soeben herausgegebene Preisliste des Georg Müller Verlages in München genannt werden, die, mit Friedenspreise» versehen, ans dem Umschläge die handschriftlich einsehbaren Teuerungs zahlen aufweist. J-edem Verlag zur Nachahmung empfohlen! G. 1376
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