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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 30.09.1922
- Strukturtyp
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- 1922-09-30
- Erscheinungsdatum
- 30.09.1922
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- Deutsch
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einheitliche Handhabung und Einschränkung durchzuführen. Aucl!' soll die Resolution m zur Verwertung bei den Autoren den Mit gliedern auf Wunsch zur Verfügung gestellt werden. Die Aussprache ergab, daß den Schulbuchverlegern in erschüt ternder Weise der durch die seitherige Preisbildung und die sich überstürzende Geldentwertung eingelretene Verlust eines großen, wenn nicht des überwiegenden Teiles ihres Betriebskapitals end lich zum Bewußtsein gekommen ist. Man erblickte in den Be schlüssen der Hauptversammlung die rettende Tat, ohne welche in wenigen Monaten der Schulbuchverlag einen vollständigen Zu sammenbruch erleiden müßte. Di« Anwesenden waren sich aller dings darüber klar, daß vorübergehend der Absatz außerordent lich leiden würde, und verhehlten sich -die schweren Folgen der plötzlichen starken Preiserhöhung keineswegs. Betont wurde, daß mit aller Energie die Öffentlichkeit darüber aufgeklärt wer den müsse, daß es sich tatsächlich nicht um Preiserhöhungen, son dern nur darum handle, soviel vom Betriebskapital zu retten, daß überhaupt neue Auslagen hergestellt werden können. Die Kapitalnot zwingt selbstverständlich zu einer Einschränkung der Produktion, welche übrigens angesichts des in Deutschland seit vielen Jahren beobachteten Übermaßes an Veröffentlichungen nur -begrüßt werden kann. Erfreulich war, daß die Versamm lungsteilnehmer sich durchweg ihrer Pflicht gegenüber der Öf fentlichkeit, den Schulen, dem Publikum und den Autoren be wußt waren, welch allen Opfer bis an die Grenze des Erträg lichen gebracht werden müssen. Als eigenartige Folgewirkung der vollständigen Verschiebung der Produktionsverhältnisse sei schließlich noch vermerkt, daß neuerdings infolge der überdurch schnittlichen Preiserhöhung des Papieies und der Einbände sich die Auflagen der Schulbücher mit steigender Exemplarzahl ver teuern. Wenn die im Gefamtb-uchhandel gegenwärtig unternom menen Versuche, auf dem Gebiete der Preisbildung Ordnung zu schaffen, in den nächsten Wochen sich nur langsam durchsetzen kön nen, so erhofft man doch, daß sich ein einheitliches System der Preisbildung und damit die Wiederherstellung des festen, zu schlagfreien Ladenpreises durchsetzen -wird. Deutsche Bücherschau Leipzig 1922. Schon -mehrfach wurde im Börsenblatt aus diese Ausstellung (siehe des. in Nr. 211, 220 und 224) hingewiesen, und es dürste den Buchhandel interessieren, jetzt, nach ihrer Eröffnung, etwas Zusammen fassendes über sie zu erfahren. Bekanntlich ging die Initiative nicht vom Buchhandel, sondern von der Leipziger Volksakademie aus, die einen kräftigen Bundesgenossen im Deutschen Buchgewerbeverein fand; auch die Inhaber einiger Leip ziger Sortrmentsfirmen sind am Gelingen eng beteiligt. Vom Ver lag wurde die Idee freudig begrüßt, das beweist die Zahl der 120 beteiligten Firmen. Die Einteilung hat gegenüber dem ursprünglichen Plane einige Änderungen und Erweiterungen erfahren. Daß hier neue Wege be gangen wurden, geht schon aus dem Aufsatz in Nr. 214 des Bbl. hervor. Die Anlehnung an die Gruppeneinteilung der Ausstellung »Das Deutsche Buch« auf der Frankfurter Herbstmesse 1920 ist nicht zu leugnen, doch wurde vor allem der Gedanke hier auf breitere Grund lage gestellt und das Buch mehr in den Vordergrund gerückt. Es würde zu weit führen, alle vorhandenen Gruppen noch einmal auf zuführen, im folgenden werden nur einige wenige herausgcgriffen; wir verweisen auch hier auf den zuletzt genannten Börsenblatt-Auf satz. Das Leitmotiv der Ausstellung: »Der Mensch und das Buch« kommt natürlich auch in der räumlichen Anordnung zum Ausdruck. Der Besucher betritt zuerst einen wundervoll ausgestatteten Raum, der dem Bilderbuch und der Jugendschrift gewidmet ist. Sofort fühlt man sich in eine andere Welt versetzt, wozu nicht wenig das hier besonders reiche Farben- und Formcnspiel des Hintergrundes beiträgt. Nur un gern trennt man sich von diesem Raum, um den nächsten zu betreten, der die Büchereien des werdenden und reifen Menschen birgt. Tie ur sprüngliche Büchcrecke im Altjungfernstübchen wurde in die Bücherei der reifen Frau umgetauft, was uns geschmackvoller und zutreffender erscheint. Ebenso wie diese birgt die Bibliothek des Vierzigjährigen eine Auslese von schönen Büchern — gemeint ist diesmal nicht das Außere — die mancher Besucher oder manche Besucherin gern ihr eigen neunen möchten und die sie vielleicht in Gedanken mit Bänden aus der gegen überliegenden Bibliothek ergänzen. Im gleichen Räume ist auch dem Schaffen Gerhart Hauptmanns ein schönes Denkmal gesetzt in Gestalt seiner Werke in sämtlichen Gesamt- und Einzelausgaben. Selbst der ^Kenner mnß überrascht sein von der überreichen Zahl seiner dramati- ! scheu und epischen Dichtungen. Bei den Bibliotheken des Bücherlieb habers und des Kunstfreundes ist besonders für die letztere der Be griff viel zu weit gesteckt, als daß etwas einheitlich Ganzes Zustande kommen konnte. Vesser ist die Bibliothek des Musikfreundes ausge fallen, die zeigt, daß es nicht nur Noten und theoretische Schriften gibt. Von den kleinen Büchereien, die dem Geschmack von besonders veran lagten Menschen entgegenkommen sollen, ist die des Idyllikers gut ge lungen; auch die reiche Zusammenstellung der Heimat-Dichtung wird manchen überraschen. Die nächsten Abteilungen find der Geschichte, Völkerkunde, Philosophie, Religionswissenschaft u. a. gewidmet. Ver einzelt steht noch eine dem klassischen Deutschland gewidmete Bücherei da, worin naturgemäß Goethe de« breitesten Raum einnimmt; Platz oder Büchermangcl haben allerdings die anderen Größen derselben Literatnrperiodc zn sehr benachteiligt. Es soll nicht verschwiegen wer den, daß auch andere geplante Büchereien durch Mangel an geeignetem Stoff nicht zustande gekommen sind oder einen unfertigen Eindruck machen. Hier kann jedoch die Zeit viel nachhelfen, denn noch täglich gehen verspätete Sendungen ein; auch können bei der geplanten Über führung nach anderen Städten die nötigen Verbesserungen vorgenoin- men werden. Die Art der Aufstellung der Bücher bringt es mit sich, daß die Verdienste der beteiligten Verleger nicht besonders gewürdigt werden können. Aber wie weit das Verständnis und die Opferfrendigkcit des Verlags geht, mag aus einem Umstand erhellen, der sicher zum Erfolg mit am meisten beitragen und die Ausstellung populär machen wird. Während am Eröffnungstage sämtliche Tische mit dem Schildchen »Nicht berühren« versehen waren, wurden diese auf Veranlassung einiger Ver leger wieder entfernt. Jeder kann also das ihn interessierende Buch auch näher betrachten, reichlich vorhandene Sitzgelegenheiten laden zu längerem Verweilen ein; vielleicht endigt manche dieser näheren Be kanntschaften mit dem Kauf des Buches. Übrigens sei hier erwähnt, daß ein Eintrittsgeld von 10 Mark erhoben wird, also nur Neugierige etwas ferngehalten werden, trotzdem war der Besuch bisher sehr gut. Durch zahlreiche Konzerte und Vorträge, die in der Gutenberghalle ini Buchgewerbehaus stattfinden, sucht die Volksakademie die Aufmerk samkeit auf die Bücherschau zu lenken; an den Litfaßsäulen laden große wirkungsvolle Plakate zu ihrem Besuch ein. Der greifbare sofortige Erfolg einer solchen Veranstaltung läßt sich in einer großen Stadt wohl überhaupt nicht abschätzen; daß er ein- tritt, ist ohne Zweifel, doch wird sich die Mühe noch reichlicher belohnt machen, wenn es gelingen sollte, weitere Volkskreise mit dem Buche vertraut zu machen. Für das Sortiment bietet die Schau mancherlei Anregung für seine Ausstellung im Laden und Schaufenster. DaS Ganze ist als ein gelungenes Werk zu betrachten, für das der Buch handel den Veranstaltern dankbar -fein mnß. Mine Mitteilungen. Jubiläen. — Auf 100 Jahre des Bestehens blicken im Oktober zurück die Verlagsbuchhandlung Emil Roth und die Ferber ' sche U n i v e r s i t ä t s b u ch h a n d l u n g (Inh.: I)r. püil. Walter Huch), beide in G i e ß e n. B. C. F-erber gründete im Oktober 1822 in Gießen eine Sortimentsbuchhandlung. Nach Ferbers 1844 erfolgtem Tode trat dessen Witwe Dorothea F-erber, gcb. L'Ailemand, 1846 in eheliche Verbindung mit Emil Roth aus Weißenburg a. Sand in Bayern. Die Geschichte der Familie Roth ist mit der Geschichte der Stadl Weißenburg auf das engste verknüpft. Im 16., 17. und 18. Jahr hundert bekleideten Mitglieder der Familie Roth hohe Ehrenämter im Rate, oftmals den Bürgcrmeisterposten der Stadt, und trugen nickt unwesentlich zum gewerblichen und geschäftlichen Aufblühen des Ortes bei. Emil Roth führte das Geschäft unter der Firma »Ferber'sche Uni versitätsbuchhandlung (Emil Roth)« weiter. Durch den Anfang 1860 erworbenen Verlag von Alexander Pabst und Carl Wilhelm Leske in Darmstadt wurde der Übergang seines Sortiments zum Verlagsgeschäft eingeleitet. Einen ferneren erweiterten Aufschwung erfuhr die Firma durch ihre in den 1860er Jahren vollzogene Verbindung mit zwei Gelehrten von bedeutendem Ruf, nämlich mit den Professoren Jac. Moleschott in Zürich, später in Nom, und Geh. Justizrat Professor k)r. v. Schulte in Bonn, deren Werke in jener Zeit ein berechtigtes Ansehen genossen. Bis zum Jahre 1864 führte Emil Roth das Doppe!- geschäft: Sortiments- und Verlagsbuchhandlung weiter; von da ab übertrug er crsteres seinem Stiefsohn Wilhelm Ferber in Gießen, während die Verlagsbuchhandlung von ihm unter der speziellen Firma Emil Roth weitcrgeführt und immer vielseitiger ansgebaut wurde. Als Emil Roth im Jahre 1876 aus dem Leben schied, war seine Firma im Verlagsbuchhandel weit über die Grenzen des Großherzogtnms Hessen hinaus zu rühmlichem Ansehen und hervorragender Bedeutung gelangt. 1371
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