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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 27.09.1922
- Strukturtyp
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- 1922-09-27
- Erscheinungsdatum
- 27.09.1922
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Redaktioneller Teil. X: 226, 27. September 1922. er in Mark fakturiert, wird er durch Kursschwankungen nicht be< ^ rührt. Außerdem fällt der Valutazuschlag mit Ausnahme einer wenige Prozent betragenden Abgabe an den Staat voll dem Ver leger, bzw. dem Exporteur zu. Sehr empfindlich litt der schweizerische Buchhandel auch im Berichtsjahr wieder unter der Konkurrenz einheimischer Schie berlager. Neuerdings beginnen sich sogar Lehrer mit der Besor gung von Büchern via Österreich zu befassen. Die Konkurrenz des Auslandes droht auch für den schweize rischen Buchhandel vernichtend zu werden. Leider hat ein großer Teil der Bücherkäuser keine Einsicht in die wirtschaftlichen Ver hältnisse des einheimischen Buchhandels. Diese Leute betrachten die vom schweizerischen Buchhändler notgedrungen berechneten höheren Preise als Überforderung und bedienen sich an der bil ligsten Quelle. Es ist ja ohne weiteres zuzugeben, daß unsere Preise, je weiter der Kurs sinkt, prozentual gerechnet gegenüber den bei direktem Bezug zu zahlenden immer ungünstiger werden, weil wir auf ein gewisses Minimum nicht verzichten können. Der Vorstand hat sich bei jeder Gelegenheit redlich« Mühe gegeben, die Öffentlichkeit über die tatsächlichen Verhältnisse zu orientieren. Es ist dies auch Aufgabe eines jeden reellen Sorti menters, und der Vorstand ist auf Grund der gemachten Erfah rungen überzeugt, daß durch sorgfältige und gewissenhafte Einzel- ausklärung viel erreicht wird und viele dem schweizerischen Buch händler abtrünnig Gewordene diesem wieder zugeführt werden können. Der Vorstand hat auch nicht unterlassen, das Eidg. Volks wirtschaftsdepartement bis in alle Einzelheiten über die gegen wärtige Lage im schweizerischen Buchhandel und namentlich über die Preisberechnung und Gewinnchancen aufzuklären, und es darf Wohl als ein Erfolg betrachtet werden, wenn es ihm gelungen ist, das leider tief eingewurzelte Mißtrauen gegen den Buchhändler nach langen und mühsamen Verhandlungen zu zerstreuen. Unter diesen Umständen erschien es nunmehr als dringende Notwendigkeit, die wilde Konkurrenz des Auslandes nach Mög lichkeit einzudämmen, und das geeignete Mittel hierzu wäre wohl der Erlaß einer Einfuhrbeschränkung oder eines Ein fuhrverbotes gewesen. Dasselbe müßte Frankreich und Italien nicht betreffen, indem die Einfuhr aus Italien unbedeutend ist und mit dem llsroio äs !-> UdirUrls äs karis in jüngster Zeit durch die Loelstö des bibraires 6t Lclitours cw la Luisse lioin°mcl6 ein Ab kommen getroffen worden ist, welchem auch der Vorstand des S. B.-V. seine Genehmigung erteilt hat. — Wir verhehlen uns auch nicht, daß gegenüber Deutschland eine Einfuhrbeschränkung außer ordentlich schwer durchzuführen wäre, und es würde vielleicht eine energische und rigorosere Handhabung der Kontrolle durch die Autzenhandelsnebenstelle und die Zollorgane, namentlich auch im kleinen Grenzverkehr, genügen. Gegenüber Österreich aber fehlt jeder Schutz. Die dortige buchhändlerische Organisation kann diesen nicht gewährleisten, der Staat aber seinerseits lehnt es ab, eine Kontrolle einzuführen. Der Schieberei über Öster reich sind deshalb Tür und Tor geöffnet. Presse. Die Angriffe auf den schweizerischen Buchhandel sind im Berichtsjahre bedeutend seltener geworden. Der Vor stand hat sich bemüht, überall, wo etwa Mißstimmung vorhanden war, für Aufklärung und richtige Orientierung zu sorgen. Es hat sich gezeigt, daß dieses Verfahren seinen Zweck nicht verfehlt hat, denn außer in einigen unbedeutenden kleinen Fachblättern ist jede Preßpolemik unterblieben. Es darf sogar mit Freud« festgestellt werden, daß einzelne Zeitungen von sich aus auf Grund der ihnen von fachkundiger Seite gewordenen Orientierung beim bücherkaufenden Publikum mancherlei ungerechte Urteile und unrichtige Auffassungen in be zug auf die Preispolitik der schweizerischen Buchhändler richtig- gestellt und auf die Pflicht zur Unterstützung des durch die Va lutaverhältnisse schwer bedrängten Berufsstandes nachdrücklich hingewiesen haben. Wir danken herzlich für jeden Beweis von Verständnis und hoffen, das gute Beispiel einzelner finde bald viele Nachfolger. Im übrigen hat unser Verein und unsere Preispolitik die Öffentlichkeit keineswegs zu scheuen, indem in zahlreichen Ver handlungen im Laufe des Jahres sich Gelegenheit geboten hat, diese dem Eidg. Volkswirtschastsdepartement bis in alle Einzel- I3S6 heilen vorzulegen, ohne daß dieses irgendwie zu Beanstandungen Anlaß gesunden hätte. Immerhin wäre es ein Irrtum, anzuneh men, daß heute schon alle dem Buchhandel feindlich gesinnten Gemüter beschwichtigt wären. Der Vorstand sowohl, als jeder einzelne hat auf diesem Gebiete noch viel Aufklärungsarbeit zu verrichten, aber es wird auch hier dem sich ehrlich Bemühenden und demjenigen, der treu und fest an den alten und guten Grund sätzen eines soliden einheimischen Sortiments sesthält, schließlich der Erfolg nicht versagt bleiben. »DerAnzeigerfürdenSchweizerischenBuch- handel- hat uns auch dieses Jahr gute Dienste geleistet. Als offizielles Publikationsorgan bietet er uns ein willkommenes und geeignetes Mittel zur Bekanntmachung der Vorstandsbe schlüsse und zur regelmäßigen Orientierung unserer Mitglieder. Trotz der sich bietenden ausgezeichneten Gelegenheit zum gegen seitigen freien Gedankenaustausch fehlt es immer noch etwas an der allgemeinen Beteiligung. Es liegt dem Vorstande daran, auch an dieser Stelle wiederholt zu betonen, daß es ihm äußerst wichtig und für die Lösung aller Fragen sehr wertvoll ist, die An sichten der Mitglieder zu kennen. Dies kann auf keine Weise bes ser geschehen alz durch die freie Meinungsäußerung im Anzeiger, und mancher gute Gedanke kann so im Interesse des Ganzen ver wertet werden. Auch in dieser Beziehung ist ein beständiges Zu sammenarbeiten unbedingt notwendig. Sekretariat. Die Arbeit des Vorstandes war auch in diesem Jahre eine überaus große. Das Sekretariat erledigte allein etwa 1500 laufende Korrespondenzen, und cs wäre eine Be sorgung der Geschäfte ohne ständige Mithilfe eines Sekretärs in diesem Umfange wohl keinem Vorstande zuzumuten. Um so freudiger ergreifen wir die Gelegenheit, an dieser Stelle unserem Sekretär, Herrn vr. v. Stürler, den wohlverdien ten Dank und die Anerkennung für die große Arbeit, welche er geleistet hat, auszusprechen. Es bedeutet für die Vereinsleitung eine ganz wesentliche Erleichterung, feststellen zu dürfen, wie sich unser Sekretär von Monat zu Monat besser in alle den Buchhandel bewegenden Fra gen einlebt und unsere Interessen mit Geschick und tatkräftigem Eingreifen vertritt. Wenn auch das einzelne Mitglied die Wirkungen seiner Tä tigkeit nicht immer sofort zu spüren bekommt, so hängt das mit den vielfachen Schwierigkeiten zusammen, welche die wirtschaft lichen Kämpfe heutzutage auch dem Buchhandel bringen. Die guten Dienste, welche unser Sekretär im vergangenen Geschäftsjahre geleistet hat, rechtfertigen vollauf die Opfer, welche wir durch Schaffung des Sekretariats übernommen haben. G es am t ar b e i t sver tr a g. In Anbetracht des Um standes, daß heute die Verhältnisse nicht mehr die gleichen sind wie znr Zeit des Abschlusses des Gesamtarbeitsvertragcs, namentlich wie zur Zeit der vorgenommencn Erhöhung der Mindestgehälter, hat der Vorstand von der in Z S vorgesehenen Kündigungsmög lichkeit Gebrauch gemacht und den Gesamtarbeitsvertrag auf den 3V. Juni 1922 rechtzeitig gekündigt. Wir hoffen bestimmt, daß ein neues Abkommen sowohl die ernste Lage des schweizerischen Buchhandels berücksichtigen, als auch der Notwendigkeit Rechnung tragen wird, daß unsere Mit arbeiter in den Stand gesetzt werden, ohne Sorgen ihrer Arbeit nachzugehen und vertrauensvoll in die Zukunft zu blicken. Posttarif. Aus den Posttarif hat der Vorstand stets ein wachsames Auge gehabt. Er hat in jüngster Zeit in einer Ein- gäbe an die national- und ständerätliche Kommission für das neue Postberkehrsgesetz auf verschiedene für das Sortiment nach teilige Bestimmungen dieses Gesetzentwurfes aufmerksam ge macht, so z. B. auf das erhöhte Porto bei Ansichtssendungen und die Aufhebung der Begrenzung der Nllcksendefrist. Gleichzeitig ist beantragt worden, wie für Briefe und Kleinsendungen auch für Ansichtssendungen die Gewichtsgrenze auf 1000 Gramm zu erhöhen und eine Gewichtsstuse 500—1000 Gramm zu einer Taxe von 30 Cts. einzuführen. Ferner ist eine Herabsetzung der vor gesehenen Taxen für den Rechnnngsverkehr, als unbedingt im Interesse des Sortimenters liegend, befürwortet worden. Schließ lich hat sich der Vorstand in einem zweiten Teil der Eingabe
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