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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 28.01.1922
- Strukturtyp
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- 1922-01-28
- Erscheinungsdatum
- 28.01.1922
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benutzt werben können. Die Fahrkarten zu diesen Sonderzügen sind nur beim Meßamt sür die Mustermessen in Leipzig zu erhalten. Die Ermäßigung beträgt 20—40 Prozent. Da nur soviclc Fahrkarten ver laust werden, wie Sitzplätze vorhanden sind, ist sosortige Bestellung nach Bekanntgabe der Inge unter Angabe der Mcßzuguummcrn, des Verkehrstagcs, der Wagenklasse und Strecke zu empschie». Kür die Rückreise von Leipzig können die Fahrkarten bis kurz vor Abgang des Zuges im Meßamt gekauft werden. Berliner Papier-Messe. — Der Landesverband Brandenburg im Rcichrbund Deutscher Papier- und Schreibtvarenhändicr veranstaltet seine diesjährige Berliner Papier-Messe (Frühjahrsmesse) vom LS. bis 28. Februar d. I. jn dem Gebäude der Landcsversichcrungsanstalt Berlin schem. MarinehauL) Berlin, Am Köllnischen Park 3, nahe Zannowitzbrücke. Kein Streik im deutschen Buchdruckgcwcrbc. — Am Montag, dem 23. Januar, trat im Buchgewcrbehausc zu Leipzig der Tarisaus- schuß der Deutschen Buchdrucker zusammen. Am ersten SitzungStage tagte die sogenannte Lohnkommission, deren Ausgabe darin bestand, sür das am folgenden Tage zusanimcntrctende Plenum die Be handlung der Lohnfragc vorzubereitcn. Das Ergebnis der Konnnis- sionsberatungen und der zwei Tage dauernden Plenarverhandlungen ist in einer abermaligen, nicht unerheblichen Erhöhung der Teuerungszulagen zu erblicken. Je nach den örtliche» Lokal- zuschlägcn erhalten vereinbarungsgemäß ab 1. Februar d. I. die ver heirateten Gehilfen eine wöchentliche Zulage von 50—00 ^k, die ledigen Gehilfen 40—so -/k und die Neuausgelernten 30—40 ^l. Beispiels weise erhält in Leipzig ab 1. Februar ein verheirateter Gehilfe <Lohn- klasse 6) einen Mindestwochenlohn von 575 ^k, in Berlin beträgt dieser Wochenlohn 0>3 -/k. Maschinensetzer erhalten noch 40 wöchentlich mehr. »m einen Ausgleich sür diele neue Belastung zu schassen und auch in Rücksicht auf die andauernd steigenden Preise aller im Buchdruckerei- bctriebc benötigten Materialien wurden die gegenwärtig gül tigen Sätze des Deutschen Buchdruck-Preistarifs um 1 5 erhöht. <Am 1. Dezember v. I. waren die bis 30. November gültigen Preise für Drucksachen um 40°/« erhöht worben.) In den dreitägigen Verhandlungen versuchten die Gehilfenverireter Immer wieder den Nachweis zu erbringen, daß durch die Verteuerung der Lebenshaltung eine Erhöhung der bisherigen Teuerungszulagen »in wöchentlich 100 für alle Gehilfen unbedingt erforderlich sei. Die Gehilscnvcrtreter verwiesen besonders auf die Verteuerung des Gases, der Mieten, der Fahrpreise, der Stiefclsohlen. der staatlichen Versicherungsbeiträge, des Fleisches und der Wurst, bcS Zuckers, des Kaffeeersatzes, des Biers, der Wäsch« »sw., vor allem aber auf die bevorstehende Verteuerung des Brotpreises. Die Prinzipalsvertre ter führten ans, daß den angeführten Steigerungen auch bedeutende Preissenkungen für verschiedene Lebensmittel gegenübcrständen, die Fette seien z. B. um etwa 40°X> im Preise gefallen. Die Ermäßigung der Steuern betrage sür die Arbeiterschaft sbci zwei bis drei Kindern) etwa 2000im Jahre. Das Ergebnis der tagelangen Redeschlacht ist in der vorhin angeführten Vereinbarung zu erblicken. sDIe Gehilfenvcr- treter haben also von ihren Forderungen bedeutend Nachlassen müssen.) Für die Prlnzipalität war für die Annahme der Vereinbarung vor allem der Umstand maßgebend, daß Mitte Februar eine Verteuerung des Biotpreises um 75°/„ eintritt, und daß man schon aus diesem Grunde eine Erhöhung der Teuerungszulagen bewilligen müsse. Aber auch in Rücksicht aus die Erhaltung des gewerblichen Friedens wurde dieser Ausgleich vorgczogen, denn unverkennbar wäre ein allgemeiner Buchdrnckcrstrcik von den nachteiligsten Folgen sür etile Angehörigen des Bnchdruckgewcrbcs begleitet gewesen. Das neue Lohnabkommen gilt bis zum 31. März b. I. und kann jeweils am 1. und IS. jedes Monats gekündigt werden. Die erste Kündigung ist zulässig am 1. März b. I. Grillparzers Gchcimpaplere. sVgl. Bbl. Nr. 18.) — Am LI. Januar erfolgte in den Direktionsräumen der Städtischen Samm lung«» die Eröffnung der Geheimpapiere des Grillparzcrschen Nach lasses. Bei der Eröffnung wurd« sestgcstellt, daß der größte Teil der Schriften bereits bekannt ist, und daß kein? der Papiere irgend welche politisch« Bedeutung hat. Die große Sensation, die man er wartete, ist also ansgebliebcn. Im ganzen befanden sich in der zu erösfnenden Schatulle 18 Schriften. Die Mehrzahl dieser Ta ge lt uchblätt er ließ sich Freiherr von Nizzi sür eine geplante Bio graphie des Dichters abschreiben und stellte diese Abschriften Heinrich Laube sür sein im Jahre 1884 erschienenes Buch -Franz Grillparzers Lebensgeschichte» zur Verfügung, woraus dieser sie abdrucken ließ. Man wußte damals nicht, woher die Originale zu diesen von Laube veröffentlichten Tagcbnchauszeichnungen stammten. Die Geheimpapier« 122 sind zumeist Tagcbuchblätter; auch befinden sich ganze Tagcbuchhefte darunter, ferner Entwürfe zu Eingaben, Bliesen ujw. Hauptsächlich werden dadurch die Beziehungen des Dichters zu Katharina Fröhlich und Marie Dassingcr-Smoienitz berührt. Ra- mentiich i» der Korrespondenz mit Kalhi Fröhlich und in den Nieder schriften der Tagebuchblätier aus dieser Zeit kann man tiefen Eiu- bltck in den ewigen seelischen Konfült und in das tiefe seelische Zer würfnis Grillparzers gewinne». Eine Überraschung bereitet eine ge plante Widmung des Goldenen Vließes an -Tesdcmona», worunter Charlotte von Paumgarten gemeint ist. Satirisch heiter ist eine Aus zeichnung über ein Gespräch zwischen Hosburgjchauspicicrn und Grill parzer über die Zigeuncrnatur des Bühnenvöltchcns. Überhaupt sind die unbekannten Blätter sür die Charakteristik Grillparzers recht auf- schlntzreich. Tie Mehrzahl der Tagcbuchblätter stammt aus de» Jah ren 1820 bis 1834, und die Versiegelung erfolgte höchstwahrscheinlich, weil es de» Schwestern Fröhlich unangenehm war, ihre Beziehungen zu dem Dichter vor aller Weit preisgcgeben zu sehen. Weiler wurde aus Wien gemeldet: Der sünszigste Todestag Grill parzers wurde in den Kreisen der Wissenschaft und Kunst in festlicher Weise begangen. Die Feier der Grillparzer-Gesellschaft fand in An wesenheit des Bundespräsidcnlen Hainisch statt. Bei der UnivcrsitätSscier hielt der Grillparzer-Forscher Professor Sauer der Universität Prag die Festrede, in der er erllärte: Grillparzer ist ein kostbarer nationaler Besitz, und jetzt, da tue alle Mouarchic zerfiel, ein Besitz des gesamten Deutschland. PersoiMiMrlMell. Gestorben: am 22. Januar Herr Rudols Koch in Bamberg, früher In haber von C. E. Büchner s Verlag, daselbst. Der Verstorbene wird bei alten Buchhändlern noch in gutem Ange denken stehen. Cr war in den 80cr Jahren des vorigen Jahrhunderts Gefchästssührer des Cottaschen Verlags in Stuttgart und war stets leb haft bei den Stuttgarter Messen tätig, denen er unter dem PseudoniM Rudolf von Bclzig manches schwungvolle Lied widmete und bei betten er sich als gern gehörter Festredner hervortat. Von 1803 bis 1008 war Rudolf Koch Besitzer von C. C. Buchner's Verlag in Bambecg, 1012 zog er sich dann ganz ins Privatleben zurück. Ein eigenes Geschick hat cs gewollt, daß der Verstorbene zwei Tage nach dem Ableben seiner Ehe frau, die einem Herzschlag erlag, bas Zeitliche gesegnet hat. Uber seinen Eintritt in den Buchhandel Anfang der 00er Jabre des vorigen Jahr hunderts hat Rudols Koch in launiger Weise selbst berichtet, wir hoffen, in nächster Zeit noch einiges über de» Lebensgang des verehrten Kol legen berichten zu können; ferner: tm 83. Lebensjahre der Buchhändler Emil Schmorrbe in Bernstadt lLausitz), der im Jahre 1800 daselbst eine Buch- und Papierhandlung nebst Buchdruckcre! gegründet und lange Zeit mit steigendem Erfolge geführt hat. Außerdem gründete er hie Druckerei der »Oberlausitzer Zeitung». Von 1887 an gehörte er den städtischen Kollegien an, war mehrere Jahre Stadtvcrordneten-Borstsher, 1800 bis 1802 Stadtrat und wurde am 0. April 1802 aus Lebenszeit zum stellvertretenden Bürger meister gewählt. Auf eigenen Wunsch schied der Entschlafene am 25. März 1800 aus den städtischen Kollegien aus; seiner: am 20. Dezember 1021, wie uns erst setzt mitgeteibt wird, inMlin- ch e n der Kunsthändler Herr Jakob Littauer im 08. Lebens- jahre- Jn Liegnih in Schlesien geboren, widmete er sich dem Buchhandel! und später dem Kunsthandel in der bekannten Kunsthandlung von Theodor Lichtender» in Breslau. Im Jahre 1883 crvsfnete er de» Knnstsalon Littauer in München, und sein Unternehmen entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer der ersten und angesehensten Kunsthand lungen Münchens. In die achtziger Jahr fiel die aufstrebende natura listische Bewegung der Münchener Maleret. Littauer. der mit dem Kreis der jüngeren Maler bekannt, zum Teil eng befreundet war, er kannte sosort das Wertvolle dieser Bestrebungen und förderte sie, indem er alle Reproduktionen und alle modernen Zeitschriften, die ibnen" bienten, der Münchner Künstlcrschaft zugänglich machte. Englische, französische, italienische, spanische Literatur, die man vorher in München nur schwer erhalten konnte, führte er ein. Er verstand es, das Publi kum für alle Kunstströmungen zu Interessieren, sodaß seine Tätigkeit kein unwichtiger Faktor Im Münchener Kunstleben wurde. Durch steten Verkebr mit den Künstlern blieb er immer auf dem laufenden »nd spürte der Entwicklung nach. Aber er ging durebans nicht einseitig in der Moderne auf, sondern förderte ebenso nachdrücklich das Verständnis für die alte Kunst. Um die Einführung der künstlerischen Reproduk-
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