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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 26.01.1922
- Strukturtyp
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- 1922-01-26
- Erscheinungsdatum
- 26.01.1922
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. Vom Antiquariatshandel. i. (Zuletzt Bbl. 18Lt, Nr. LSI.» M ti che r v e r st e > g c r u n g e n : gewesene (besonders die Versteige rung Bode) und kommende. Wer über das Antiquariat berichten will, kann an der Auktion Bode nicht vorübergehen. So negativ ihre Be deutung auch für das Antiquariat ist, so verdient sie doch gerade deshalb vielleicht eine erhöhte Beachtung. Durch die Zeitungen geht die Notiz, daß Exzellenz von Bode den Erlös aus seiner Bibliothek, eine Summe von fast drei Millionen Mark, dem Kultusministerium zur Verfügung gestellt hat, mit der Bestimmung, das; dadurch der Bau des Asiatischen Museums in Dahlem gefördert werde. Einem solchen Edel mute gegenüber sollte eigentlich alle Kritik schweigen. Die Presse aber, die sich vorher gar nicht genug dafür einsetzen konnte, die Versteigerung der Sammlung zu empfehlen, sodaß sie sich da durch sogar den öffentlichen Dank des Gefeierten verdiente, sie steckt jetzt allenthalben doch voller Kritik. Gegen die Behauptung im Vorwort des Bersteigerungskatalogs, daß Exzellenz von Bode -auf Verlangen des Wohnungsamts« mehrere Zimmer hätte abgeben müssen, hat sich das Wohnungsamt zunächst selbst ge wendet, und dann hat derselbe Kultusminister, dem die Schen kung für das Museum in Dahlem geworden ist, eine Erklärung veröffentlicht, nach der die Sache gerade umgekehrt liegt, da Exzellenz von Bode bei dem Wohnungsamt vielmehr um die Er laubnis gebeten hat, zwei Gesellschastsräume seiner Villa, die ihm außerdem »nach vier Uhr nachmittags wieder zur Verfü gung« standen, vermieten zu dürfen. Man hat Mitleid erregt, und diese Anregung ist, wie inan es aus den gezahlten Preisen ersehen kann, die ungeheuerlich waren, namentlich im Ausland auf fruchtbaren Boden gefallen. Die »Vossische Zeitung« in ihrer Abendausgabe vom 2. Dezember i921 spricht davon, daß es vielleicht auf eine Art »materieller Ovation- für Bode angekommen sei. Das ist der richtige Aus druck dafür. Hätte man aber gewußt, daß der Besitzer der mate riellen Hilfe oder »Ovation« soavenig bedürftig war, daß er den ganzen Erlös hinterher verschenken konnte, dann wäre das Er gebnis möglicherweise viel weniger groß ausgefallen. Für das Antiquariat müßten diese Preise verheerend wir ken, wenn man sie als ernsthafte ansehen wollte. Aber obwohl man das nirgends tut, ihre Wirkung wird doch nicht so kurzer hand zu beseitigen sein. Das »Leipziger Tageblatt- hat ganz recht, wenn es in seiner Abendausgabe vom 2. Dezember sagt: »Der einzige, der diese Preis« mit einer gewissen Freude sehen kann, ist Wilhelm von Bode — obwohl es> gewiß keineswegs seine Absicht gewesen ist, seinen kunstforschendcn Fnchgenosscn ihr Arbeits- inaterial durch ein Beispiel an hervorragender Stelle verteuern zu helfen. Denn darüber muß man sich so leider im klaren sein: sind diese Preis« erst einmal gezahlt, dann wird «s schwer sein, sic ans dem freien Handel wieder verschwinden zu machen.« Ich will eine kleine Geschichte erzählen. Am ersten Tage — die Versteigerung war bereits in vollem Gange — kam ein klei ner alter Herr in dickem Mantel, mit Tüchern doppelt und drei fach gegen die Kälte gesichert, mit etwas wildem Haar und Bart — so eine Art Urbild des Weihnachtsmanns — mühselig hereingcschlürft, und recht umständlich setzte er sich am Ende des Saales nieder. Mit steigendem Erstaunen verfolgte er die Ge bote, ließ sich von den Dienern, die damit im Saale herumgingen, die gerade zur Versteigerung kommenden Bücher und Kataloge zeigen und sprach dann kopfschüttelnd und immer ziemlich laut vor sich hin: »Nein, wie ist das-möglich? Ich bin ein ehrlicher Mann, mein Geld ist redlich verdient. Wie ist das nnr mög lich!?« Einmal wurde sein Name als Ersteher genannt, und — der alte Herr schien dort bekannt zu sein — ein junger Mann vom Bureau brachte ihm den Zettel, auf dem der Kauf notiert ist. Entsetzt wehrte er mit beiden weit vorgestrecktcn Armen ab und schrie mehr, als er sprach: »Nein — nein — nein! Ich habe nichts gekauft! Ich kaufe nichts! Ich bin doch nicht . . .!- Es war ein Namensvetter von ihm, der geboten hatte, und als er das hörte, da reckte der kleine Herr sich auf, so weit er nur konnte, faßte diesen scharf ins Auge und sank dann mit den Worten: »Der — der sicht aber doch ganz vernünftig aus!« wie gebrochen ans seinen Stuhl zurück. Er erregte etwas Aufmerksamkeit, der alte Herr; die Diener erhielten einen Wink, sich von ihm fernzu halten; er aber achtete nicht darauf und begleitete Gebote wie Zuschlag nach wie vor mit seinen sarkastischen Gesten und Aus rufen. Einige der hauptsächlichsten Preise sollen hier folgen: Nr. 9. und die Fortsetzung: l-'^rte 1898—1914. 60 000.— Nr. 14. kurlinZton X1a§ar ine. 1—17. 1903 —1910. 8 300 — Nr. 21^ —1902. 11 000 — Nr. 23. Die Graphischen Künste. 1—42. 1879 —1919. ../k 20 500.— Nr. 41. Monatshefte für Kunstwissenschaft. 1—12. 1907—1919. 5 400.— Nr. 46. Ouä-»o11anä. 1—37. 1882—1919. 32 500 — Nr. 51. Repertorium f. Kunstwissenschaft. 1—42. 1870—1920. «!5 000 — Nr. 65. Zeitschrift f. bildende Kunst. 2—7. 9—14 u. Nene Folge 13—31. 3 000.— (also ein recht lückenhaftes Exemplar). Nr. 7t. 1. a ? arZe and 3 aeaeei : Notewortk> New Yo?k 1907. ^ .kk 59 000 - Nr. 85. lano. 1900. 4 500 — Nr. 98. Katalog der Sammlung Gold- s ch midt ans Frankfurt a. M. Gemälde alter Meister. Persteigeinngskat. Wien 1907. 1050.— Nr. 99. Thieme: Sainml. I. O. Gottschald (Alte Gemälde). Leipz. 1901. 1050 — Nr. 109. Collection Georg Hirth. 2 Bde. n. Mappe. München 1898. (In neueren Antiquariatskatalogen 700.— 120.—) Nr, 104. Zimmer m a n n : Niederländische Bil der des 17. Jahrh. in der Sammlung Hoelscher-Stumpf. Leipzig 1908. 1 600.— I0S
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