ChinesischeLyrik im ursprünglichenRhythmus D T //r /Krre Chinesisch-deutsche Zahres- und Tageszeiten Lieder und Gesänge verdeutscht von Richard Wilhelm. Mit 10 Nachbildungen chinesischer Lwlzschniite. Nach Art der chinesischen Blockbllcher in Pappe mit farbigem Überzug gebunden etwa M 60.—. Lieb haberausgabe in 500 numerierten Exemplaren auf Daunenpapier als Block buch in chinesisches Ölpapier gebunden und in Kassette gelegt etwa M 100.— Die bisher erschienenen Verdeutschungen chinesischer Poesie wurden nicht aus der Ursprache gewonnen, sondern fast durchgängig aus englischen Übertragungen, und so gaben sie nur den Stimmungsgehalt der Originale wieder. Die chinesische Poesie aber beruht einesteils auf der Magie des Rhythmus von Ton und gedanllicher Tiefe des Wortes, andernteils auf der Technik des leeren Raumes, wie er sich bekanntlich auch in der Malerei findet. So gibt uns eine beigefügte Abhandlung Wilhelms über die chinesische Poesie erst den Schlüssel zu seinen Übersetzungen und wir er leben, daß wir zum ersten Male die chinesischePoesie in ihrer Wirklichkeit kennen lernen. 10 beigefügte chinesische Holzschnitte lassen die technische Verwandtschaft der chinesischen Poesie mit der bildenden Kunst erkennen. Wer ist Richard Wilhelm? Richard Wilhelm war bis zum Weltkrieg sozusagen „der" Mittler zwischen deutscher und chinesischer Kultur in Tsingtau, und zahlreiche chinesisch« Gelehrte und Künstler gingen während eines Zeitraumes von 20 Jahren bei ihm aus und ein. So ist er zurzeit der populärste Deutsche in China und seine Gestalt lebt bereits in den Romanen der neuen chinesischen Volksliteratur als eine Art übermächtige Persönlichkeit, die beispielsweise Kanonenkugeln aufha>ten kann. Seit kurzem hat er Europa nach einjährigem Aufenthalt wieder verlassen, um gemeinsam mit den chinesischen Gelehrten und Künstlern eine Akademie zu gründen, auf der China mittelst „europäischer Kultur" im Gegensatz zu „europäischer Zivilisation" durch eine Art Schule der Weisheit befruchtet werden soll. Wilhelm ist auch bekanntlich der anerkannte Mittler der chinesischen Philosophie, und von der von ihm herausgegebenen Biblio thek chinesischerPhilvsophen werden in diesem Jahr noch zwei weitere Bände erscheinen. Es urteilten über ihn als Übersetzer der Philosophen: Graf Hermann Keyserling Chinas Geist hat Richard Wilhelm tief, sehr tief erfaßt und für ihn einen entsprechenden deutschen Ausdruck gefunden. Wer Chinas Gedanken verstehen will, muß sie umdenken, und dies hat Richard Wilhelm mit feinem Verständnis getan. Die Frankfurter Zeitung Es ist der entscheidende Vorzug der Wtlhelmschen Übersetzung, daß sie auch von der Wissen schuft keineswegs als eine „freie Bearbeitung" abgetan werden kann. Die Theologische Literaturzeitung Was Wilhelms Verdeutschung des Urtextes anlangt, darf gerühmt werden, daß sie in stilistischer Linsicht eines vor allen bisherigen Übertragungen voraus hat: sie kommt in KonziSheit und Prägnanz des sprachlichen Ausdrucks diesem Original nahe wie keine andere. o W Eugen Diederichs Verlag in Jena AI6) —ä» 7.5*—, 0 e— —»i,—«e— —*1,— —«e-7>ex-—20