Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.01.1922
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1922-01-07
- Erscheinungsdatum
- 07.01.1922
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Saxonica
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19220107
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192201079
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19220107
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1922
- Monat1922-01
- Tag1922-01-07
- Monat1922-01
- Jahr1922
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
6, 7. Januar 1922. Redaktioneller Teil. — Sprechsaal. VVNeublatt f. d. Dtschn. vuchhLLdel. kulose« ab. Weiter leistete der Forscher einer Einladung der Fakultät Granada Folget hier sprach er über seine Forschungen zur Jni- mitnitätslehrc. Auch in Malaga und Barcelona hielt er Vorträge. Ein deutscher Kunstgelchrtcr in Amerika. — vr. Wilhelm N. Va le»t i n c r , der Berliner Kunstgelehrte, der vor dem Kriege Ab- teilnngsdircktor am Neuyorkcr Metropolitan-Museum war, hat den Auftrag erhalten, den Katalog der berühmten Sammlung Widener in Philadelphia z» schassen. Die Galerie Widencr. die nach dem Tode ihre» Gründer» in öfseutlichen Besitz übergeht, enthält die stol zeste Reihe oon Reinbrandts, die augenblicklich noch in Privatbesitz ist, vor allem die Mühle, die früher in England, in Bowood-Castle, war. Erst neulich hat Widener aus dem Besitz des Fürsten Aussuposf zwei herrliche Altersbildnisse Rembrandts angekaust. Ans dem Bibliolheksdienst. — Ter Direktor der Stadtbibliothek in Danzig, Prof. l>r. Otto Günther, ist zum Direktor der Staats» und Universitätsbibliothek in Breslau als Nachfolger des Geh. Reg.-Rats Milkau berufen worden. Pros. Günther ist 1864 zu Celle geboren. Er studierte in Tübingen und Güttingen klassische Philologie und Geschichte. Am 1. Januar 1888 trat er als Volontär bei der Göttinger Universitätsbibliothek ein, unternahm 1889/M in, Aufträge der Savigny-Stistung eine Studienreise nach Italien, war später als Assistent bei der Katalogisierung der Handschriften der Göt tinger Universitätsbibliothek tätig, siedelte 1884 nach Berlin über, wo er zum Hilfsbibliothekar ernannt wurde. Im Jahre 1897 wurde er dann Stadtbibliothckar in Danzig. — Ter Assistent an der Universi tätsbibliothek in M ü n st e r i. W. vr. E r n st H e l l c r ist zum Hilfs bibliothekar an der Universitätsbibliothek in Marburg ernannt worden. Gestorben: am 23. Dezember v. I. nach längerem Leiden Herr Otto Le v y - sohn, Gesellschafter und Geschäftsführer der Firma C. Regen- Hardt, Verlagsbuchhandlung, G. m. b. H., in Berlin- Schön c b e r g. Der Verstorbene übernahm von seinem Vater die I. I. Heine'sche Buchhandlung in Posen und gründete nach deren Abgabe unter der Firma I. I. Hcine's Verlag in Berlin ein Vcrlagsuntcrnehmen, das er durch grosse Sachkenntnis, unermüdlichen Kleist und dank guten Be ziehungen zu hoher Blüte brachte. Seiner angegriffenen Gesundheit wegen mußte er auch dieses Unternehmen aufgeben, beteiligte sich aber bald daraus an dem Kalenderverlagc E. Regcnhardt, Verlagsbuchhand lung G. m. b. H., Verlin-Schoneberg, dem er seither seine große Erfah rung und seine unermüdliche Arbcitsfreudigkeit widmete. Ein Berufs attgehöriger strengster Pflichttreue und ein Mensch streng rechtlichen Denkens ist mit dem Verstorbenen dahingegange», dem seine vielen Freunde im Buchhandel ein herzliches Gedenken bewahren werden. Peter Giuseppe Lais f. — Am 26. Dezember ist der stellvertretende Direktor der vatikanischen Sternwarte und Präsident der Anvru Lccs- ckomia cke! I-incei Peter Giuseppe Lais in Rom gestorben. Er war um die Mitte des vorigen Jahrhunderts geboren, trat in den Oratorianer-Orden ein, wo er sich bald intensiv mit Astronomie be schäftigte. Als ihm die Billa Fulvia vor der Porta San Giovanni als Erbteil zugcsallen war, errichtete er dort eine Wetterwarte, aus der er feine Beobachtungen sortsetzte, bis er zum Leiter der Sternwarte des Vatikans berufen wurde, deren erfolgreichster Mitarbeiter er wurde. Seit 1886 beschäftigte er sich vorwiegend mit photographische» Aufnah men des Sternhimmels und gab den von der Sternwarte des Vatikans und ihren Schtvestcranstalten bearbeiteten Himmolsatlas und Stern katalog mit heraus. Wilhelm Herrmaun f. — Am 3. Januar ist der Senior der theo logischen Fakultät der Universität Marburg, Herr Geheimer Kon- sistorialrat Professor I). vr. W i l h e l m H e r r m a n n, im Alter von 75 Jahren gestorben. Er wirkte seit 1879 als ordentlicher Professor an genannter Universität und trat 1897 in den Ruhestand. Bon seinen Schriften seien genannt: Metaphysik in der Theologie (1876), Religion im Verhältnis zum Welterkennen und zur Sittlichkeit (1879), Die Be deutung der Jnspirationslehre für die evangelische Kirche (1882), Warum bedarf unser Glaube der geschichtlichen Tatsachen? <1884, 2. Auf lage 1885), Der Verkehr des Christen mit Gott (1886, 6. Auflage 1968), Die Gewißheit des Glaubens und die Freiheit der Theologie <1887, 2. Auflage 1888), Begriff der Offenbarung (1887), Worum handelt es sich in dem Streit um das Apostolikum (1893), Der evangelische Glaube und die Theologie Albrccht RitschlS (1896, 2, Auslage 1886), Ethik <1961, 8. Auslage 1913), Römische und evangelische Sittlichkeit <1961, 3. Auslage 1963), Die sittlichen Weisungen Jesu <1864, 2. Auflage 1967), Offenbarung und Wunder (1968), Die Not der evangelischen Kirche (1913), Die Wirklichkeit Gottes <1914), Die Türken, die Engländer und die deutsche» Christen <1915), Haerings Apologetik (1818), Die Religion unserer Erzieher <1918), Der Sinn des Glaubens an Jesus Christus in Luthers Leben (1918). Geheimrat Herrmaun war auch Mitherausgeber der Zeitschrift für Theologie und Kirche. SvreWlll. Umsatz- und Unkostenpolitik des Verlegers. (Vgl. Sprcchsaal im Bbl. 1921, Nr. 297.) Man muß dem Einsender unbedingt darin rechtgebcn, daß auch im Buchhandel eine möglichst wirtschaftliche Bctricbssührnng erstrebt und alle vermeidbare» Unkosten vermieden oder tunlichst verringert werden sollten. Hierzu gehört nicht zum wenigsten auch das Mahn wesen, das in manchen Betrieben einen Umfang angenommen hat, von dem sich der Fernerstehende kaum eine richtige Vorstellung macht. Aber die Kosten ließen sich wesentlich verringern, wenn man anders als der Einsender Vorgehen würde. Die Mehrzahl der Sortimenter leidet doch nicht gerade, sage» wir schon an -hereditärer Indolenz in Jdealkonnex mit chronischer Paralyse des dlervus rsrum»; die Unpünktlichkeit, mit der vielfach gezahlt wird, hängt m. E. nicht zum wenigsten mit dem ganze» Kleinkramgewerkcl des Sortimentsbetriebs zusammen, das zwar auch verringert werden sollte und könnte, sich zum guten Teil aber nicht vermeiden läßt. Bei dieser Sachlage dürfte es vielsach voll auf genügen, wenn der Buchhalter ein vorgedrucktcs Mahnschreiben kurz mit Firma, Tag und Betrag der unbezahlten Sendung aussllllt. Das macht kaum mehr Arbeit, als die Vorbereitung zum Diktat erfor dert, die Koste» stelle» sich etwa auf: Briefbogen und Vordruck —.25 Briefumschlag —.15 Falzen, Kuvertieren usw. —.25 Porto 2.— 2.85 statt auf .// 8.45. In hartnäckigeren Fällen wird man mit derlei Vor drucken allerdings nicht zum Ziele kommen, aber auch hier ist ein anderer und billigerer Weg gangbar. Es ist doch nicht notwendig, jeden derartigen Brief einzeln zu diktieren, man kann hier einmal ein halbes oder ganzes Dutzend Schcmabricfe ausarbeiten, nach denen auf Grund näherer kurzer An gaben der Buchhaltung eine Maschinenschreiberin die Briefe einzeln schreibt. Die Angaben der Buchhaltung werden in größeren Betriebe» am besten kurz in einem Vordruck fcstgehaltcn: Schema Firma und Ort: Sendung vom: Betrag: Frühere Mahnungen: 2 Lehmann L Schulze, G/ tting. l2. Aug. 3o1,7b 15. Sept., 4. Noo. 8 Kurt Müller Passau I?. Aug. 1§4.20 26. Sept, 10. Nov. 2. Dez. Der Brief lt. Schema 8 würde etwa folgenden Wortlaut besitzen: Herrn Kurt Müller, Buchhandlung, Passat! Wir müssen leider feststellcn, daß der Betrag unserer Sendung vom 18. August in Höhe von ./< 194.26 trotz unserer direkten Mah nungen vom 26. September, 16. November und 2. Dezember auch hcnte noch offen steht. Ans dem Ilmstaude, daß Sic trotz dreimaliger direkter Mitteilung cs nicht für nötig befunden haben, uns den Be trag zu überweisen, können wir zu unserem Bedauern nur den Schluß ziehen, daß Ihnen die ernstliche Absicht fehlt, Ihren Verpflichtungen »achzukommen. Sollte Innerhalb von 8 Tagen der obige Betrag uns nicht zu- gegangcn sein, so werden wir gerichtlich gegen Sie Vorgehen. Bis ans weiteres liefern wir Ihne» nur noch gegen Voreinsendung des Betrags. Hochachtungsvoll! Ein derartiger Schemabrief wird in keiner Weise einem eigens sür diesen Fall diktierten Brief nachstchen, wenn die Schemata gut aus gearbeitet sind. Die Schreibdauer eines derartigen Briefes darf zwei Minuten bei einer geübten Maschinenschreiberin nicht übersteigen. Rechnet man hierzu für Einführcn des Briefblattes samt Kohlepapier und Durchschlagpapier und sür die Entnahme eine halbe Minute, ge währt man auf diese 2ft> Minuten der Schreibern« 166 Prozent Er holungspause, so erfordert dieser Brief einen Aufwand von 5 Minute» ober einen Gchaltsaufwand von ./< —.68. Für das Durchlesen der artiger Schemabriese genügt eine Minute, sür die Unterschrift eben falls eine Minute vollauf. Die Kosten würden sodann betragen: 31
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder