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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 29.10.1921
- Strukturtyp
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- 1921-10-29
- Erscheinungsdatum
- 29.10.1921
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- Deutsch
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WVWW Nr. 254 (R. 195). Leipzig, Sonnabend den 29. Oktober I92i. 88. JayrgllNP, Des Reformaiionsfestes wegen erscheint die nächste Nummer Dienstag, den 1. November 1921. Redaktioneller Teil. Die Kartenausstellung in der Deutschen Bücherei anläßlich des 20. Deutschen Geographentages. ^ VI»). <1—V sieh- die Nrn. 18», 188, 1S4, Lllll u. MV.) Das Bayerische Topographische Bureau. ) Die Gruppe des Bayerischen Topographischen Bureausin München (Ludwigstr. 24) war zwar räumlich eine der kleinsten, inhaltlich jedoch eine der reichhaltigsten und entschie den originell aufgestellt. An einer kurzen Wand hingen von jedem der bedeutenden Kartenwerke Bayerns ein paar Musterblätter, und auf einem wenige Meter langen Tische davor lagen sorgsam gebunden mit blau-weißen Abzeichen die Kartenwerke selbst in Atlasform, also eng zusammengedrängt das Ergebnis der Arbeit eines Jahrhunderts, das kartographische Endprodukt von Wohl Tausenden eifriger Mitarbeiter. Herrn Oberstleutn. a. D. Fried und Herrn Kartographen Staudiuger, die den Aufbau der Gruppe besorgt hatten, bin ich für manche wertvolle Erläuterung zu großem Danke verpflichtet. Als ältestes Werk lag die »dlwroxrsMa kLvaiias« des Herzog!, daher. Münzwardeins Peter Weiner aus. Sie umfaßt 24 , Blätter im Matzstab 1 :135 090 und stellt einen 1579 herausgegc- benen ziemlich getreuen Nachstich der berühmten »Bayerischen Land-Tafeln- von Philipp Apian von 1568 in Kupfer dar. Während sich diese Kupferplatten noch heute im Besitz des Topo graphischen Bureaus befinden, bewahrt das Bayerische National- museum die Holzstöckc der Apianschen Karte auf, die eine topo graphische Musterleistung des 16. Jahrhunderts darstellte; denn bei den Aufnahmearbeiten zu seiner Karte hatte Apian zum 'ersten Male die Triangulierung zu Landesvermessnngszwccken verwendet. Ebenfalls eine Wiedergabe der Apianschen Landtafeln be sitzt das Topographische Bureau iu der Karte des bischöflich Freisingischen und Regensburgischen Rates G. PH. Finkh aus dem Jahre 1655. Er verkleinerte sie auf etwa 1 :265 000 und fügte neben mehreren Orten, Benennungen und Gebietsgrcnzen die Oberpsalz hinzu. Die Herausgabe der in Kupferstich aus- gesührtcn 28 Blätter erfolgte erst nach Finkhs Ableben durch den gleichnamigen Sohn im Jahre 1684. Diese Karten wurden noch zur Zeit Napoleons benutzt, und Oberst Adrian von Riedl erwei terte sic sogar 1808 noch durch Anschlußblätter mit den Land gerichten Wegscheid und Werdenfels. Die Karle gibt damit einen vielsagenden Hinweis auf den großen Sprung, den die bayerische Kartographie durch die Tätigkeit des im Jahre 1800 gegründeten Topographischen Bureaus vorwärts tat. Photographische Kopien der auf K a t a st e r b l ä t t e r n I :500V und 1:2500- ausgcsührten Geländeaufnahmen zeigten den sieten Fortschritt dieser grundlegenden Arbeiten. Ein von 1859 stammendes Blatt aus der Oberpfalz, von der bis heute noch mit geringen Ausnahmen keine besseren Kartcngrundlagcn vorlicgen, zeigt in Bcrgstricheu skizzierte Bodenformen, die mit- »> Schluß dieser Artikelserie. tels Handbussole und eines einfachen Winkelmessers ausgenom men wurden. In dieser Art nahm man gegen sünszig Jahre lang bis Ende der sechziger Jahre des vorigen Jahrhunderts aus. Eine von 1919 stammende Aufnahme, die jüngste der aufgeleg ten Kopien, zeigte dagegen die Bodenformen durchweg in Ein meter-Schichtlinien dargestellt. Die Anzahl der mit dem Hellcr- schen Topometcr gemessenen Punkte beträgt hier aus 1 qßm ettva 320; sic ist seit der 1887 erfolgten Einführung dieses In struments auf das 10—löfache gestiegen. Infolge dieser reich licheren Punktmessungen, der bis auf die kleinsten Formen ein gehenden Darstellung des Geländes, sowie kürzerer, im Durch schnitt aber immer noch 11—I2stündiger Arbeitszeiten ging die tägliche Durchschnittsleistung eines Aufnehmers mit zwei Metz gehilfen in mittelschwerem Gelände von 1 qkm auf 1s zurück. Seit 1917 werden die Hellerschen Topometer durch vollkommenere Tachymeter von Sickler ersetzt, die den Horizontal- und Vertikal winkel auf 1 Minute genau angeben. Die ausgestellten Aufnahme blätter waren solche aus schwierigerem Gelände und ließen die Vorzüge des großen Maßstabes und des im unmittelbaren An schluß an die jeweiligen Messungen erfolgten Schichtlinienent- wurfes erkennen. Der Band zeitlich geordneter Blätter der »Topograph. Karte von Bayern 1:25 000« enthielt als Vorläufer die photographische Kopie einer jener farbigen Handzeichnungen 1 :25 000, die von 1817—1868 nach den Originalaufnahmen als Vorlagen für den Atlas l : 50 000 gefertigt und nicht im Druck vervielfältigt wurden. Von ihnen sind, soweit sic noch nicht durch Blätter der Topographischen Karte entbehrlich geworden, photographische Negative vorhanden, von denen auf Bestellung Kopien gefertigt werden. Die ältesten »Positionsblätter« sind photolithographische Verkleinerungen von Zeichnungen 1 :5000, in denen die Bodenformen in Schroffen und Schichten linien gegeben find. Bis 1901 geschah die Herstellung der teils ge zeichneten, teils gravierten Originale und deren Vervielfältigungen verschiedenartig, seitdem dreifarbig in Steingravur und Photoal- graphie. Besonders von den gravierten Blättern war eine große An zahl sehr sauber ausgeführter Stücke zu sehen. Aus morphologisch interessanten Gegenden, an denen Bayern ja besonders reich ist, waren Blätter eingereiht, die nur die Bodensormen zeigten und deren Entwicklung und Gestaltung besser erkennen ließen als die vollständigen Kartenblätter. Diese »Topographische Karte I : 25 000« besteht im rechtsrheinischen Bayern aus 892 quadra tischen Blättern, von denen die Südhälfte des Landes und ein Teil des Nordens fertig vorliegen. Ein weiterer Band enthielt die nahezu vollständig erschie nenen 58 »Meßtischblätter (besser Gradabtcilnngskartc) der Rheinpfalz 1 :25 OVO«, die hier an die Stelle der Po sitionsblätter getreten sind. Es ist ein sehr schönes Kartenwerk mit braunen Höhenlinien, und das Kartcnbild der angrenzenden Länder ist gewonnen durch Umdrucke der einfarbigen preußischen und der dreifarbigen badischen und hessischen Meßtischblätter. In diesem Jahre wurde begonnen, auch rechtsrheinisches, und zwar zunächst koburgisches Gebiet in solchen Gradabteilungskar- ten statt in Positiousblattern darzustellen. l.«8»
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