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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 20.10.1921
- Strukturtyp
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- 1921-10-20
- Erscheinungsdatum
- 20.10.1921
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- Deutsch
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^ 246, 20. Oktober 1921. Redaktioneller Teil. dieser Bestrebungen hat schon in zahlreichen Fällen sowohl in Berlin wie im Reiche zeitweilig das Erscheinen einzelner Zeitungen ver hindert. Um die Tariflöhne der Entwicklung der wirtschaftlichen Ver hältnisse anzupassen, ist der Tarifausschuß der deutschen Buchdrucker im September dieses Jahres zusammengetreteu und hat nach schwie rigen Verhandlungen unter Mitwirkung des Neichsarbeitsministeriums am 25. September durch gemeinschaftlichen einstimmigen Beschluß der Vertreter der Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Neuregelung der Tariflöhne bis 31. Dezember 1921 vorgenommen. Die Arbeiterschaft des Verlags Rudolf Masse setzte sich über diese ordnungsmäßig gefaßten tariflichen Beschlüsse und das tarifliche Recht hinweg, indem sie über die ursprüngliche Forderung hinaus gehende neue weitergehende Forderungen stellte und deren Erfüllung in ultimativer Form innerhalb dreier Stunden verlangte. Gleich zeitig erklärte die Arbeiterschaft, daß sie Verhandlungen über diese Forderungen unter Mitwirkung irgendwelcher tariflicher Instanzen unbedingt ablehue. Der Verlag, der an den Tarif gebunden ist, konnte hierauf keine andere Antwort erteilen, als daß er kollektive Bewilligungen nur in Übereinstimmung mit seiner Organisation, als der mitverantwortlichen Trägerin der Tarifgemeinschaft, vornehmen könne, und daß er dieser die Angelegenheit schleunigst unterbreiten werde. Die Arbeiterschaft beantwortete nun diese Erklärung des Verlags kurz vor dem Erscheinen des Sonnabend-Abendblattes mit der sofortigen Einstellung der Arbeit. Gegenüber diesem Vorgehen der Arbeiterschaft, das in seiner be wußten Ausschaltung der Tarifgemeinschaft ein gedeihliches Zusam menarbeiten im Gewerbe zur Unmöglichkeit macht, gibt es für die Berliner Zeitungsverlage, um das gefährdete Tarifrecht vor dem Untergange zu bewahren, keinen anderen Weg, als sich mit der betrof fenen Firma solidarisch zu erklären. Ein schwerer Entschluß in ernster Stunde! Die Verlegerfchaft hat ihn um so schwereren Herzens gefaßt, als die politische Situation so überaus gespannt ist. Wenn die Berliner Zeitungsverlegerschaft so handelt, so geschieht dies nicht nur einem Gebot der Notwehr folgend, sondern im Hinblick auf die Aufrecht erhaltung unserer deutschen Gesamtwirtschaft, die mit dem Tarifwesen steht und fällt. Die Verteidigung und Hochhaltung des Tarifgedan kens ist aber nicht nur für alle Gewerbe, vielmehr auch für die Regierung, und insbesondere für die Gewerkschaften und Unternehmer- Organisationen in gleichem Maße Lebensnotwendigkeit. Die Öffentlichkeit möge aus diesen Vorgängen erkennen, wie unhaltbar sich allmählich in den Berliner Zeitungsverlagen die Lage durch dauernde Beunruhigung von innen heraus gestaltet hat. Wir sind sicher, daß die Öffentlichkeit in dem uns aufgezwungenen Kampfe, den wir so lange als irgend möglich vermieden haben, auf unserer Seite stehen wird. Da die Berliner Zeitungsverleger-Organisation sich mit dem Ver lag Rudolf Mosse, in dem das Druckereipersonal streikt, solidarisch er klärt hat, sind am 18. Oktober nur die drei sozialistischen Blätter sowie zwei rechtsstehende Zeitungen erschienen. Frieden im Hamburger Buchdruckgewerbe. Durch den stell vertretenden Demobilmachungskommissar wurden während der letzten Tage Verhandlungen geführt über die Beilegung des Streiks im Ham burger Buchdruckgewerbe. Sie endeten mit einem Übereinkommen, dem bereits die Prinzipale gelegentlich der mit den Arbeitern und Buch bindern eingetretenen Verhandlungen zustimmten. Nach Wiederauf nahme der Arbeit am Montag sind am Dienstag die getroffenen Ver einbarungen zmm Beschluß erhoben worden. Damit ist nach vier zehntägiger Dauer der Streik im Buchdruckgewerbe beigelegt. Fugcndschriften-Ansstcllung. - Für die Schulen in Berlin- Tempelhof soll die Buchhandlung von Otto Melcher in Berlin- Tempelhof eine Jugendschriften-Ausstellung errichten; deshalb seien die Jugendschriftenverleger auf die Anzeige dieser Firma im Bbl. Nr. 244, Seite IN 850, aufmerksam gemacht. Eine internationale Kunstausstellung in Paris. — In Paris wird für den Plan einer internationalen Kunstausstellung im Jahre 1922 Propaganda gemacht. Die Anregung hierzu geht von Armand Dayot aus, der im Frühjahr 1914 die französischen Abteilungen der internationalen Kunstausstellung in München organisiert hat. Zu der Ausstellung sollen alle Völker, auch Deutschland und Österreich, eingeladen werden, und sie soll dazu beitragen, die früher feindlichen Nationen einander näherzubringen. Auslieferung von Telegrammen durch Fernsprecher. — Der Fernsprechteilnehmer kann von seinem Anschluß aus Telegramme deni Vermittlungsamte zusprechen. Für die Aufnahme eines solchen Telegramms erhebt die Telegraphcnverwaltung eine Gebühr von IN Pf. für das Wort, mindestens 2 Mark, neben den bestimmungs mäßigen Gesprächs- und Telegrammgebllhren. Zur Ausführung der Übermittlung des Telegramms braucht der Teilnehmer lediglich seine Vermittlungsanstalt anzurufeu und ihr feine Absicht mitzuteilen. Er wird dann mit der Telegrammaufnahme verbunden, die das Tele gramm entgegennimmt. Kostenfreie Übermittlung angekommener Telegramme durch Fern sprecher. — Der Fernsprechteilnehmer kann bei seiner Telegraphen anstalt schriftlich beantragen, daß für ihn angekommene Telegramme der von ihm bezeichneten Sprechstelle übermittelt werden. Diese Übermittlung erfolgt jetzt kostenfrei. Die Ursprungsausfertigung des zugesprochenen Telegramms wird dem Fernsprechteilnehmer mit der Post als gewöhnlicher Brief — ebenfalls kostenfrei — zugestellt. Ebenso werden Telegramme an einen Empfänger, der sich bei einem Fernsprechteilnehmer aufhält oder in dessen Diensten steht, zuge sprochen, wenn der Empfänger es beantragt und der Anschlußinhaber zustimmt. Meldet sich bei der Teilnehmerstelle ein Unbefugter zur Entgegennahme des Telegramms, oder hört er dessen Inhalt mit, so ist die Telegraphenverwaltung für eine Verletzung des Telegraphen geheimnisses nicht verantwortlich. In großen Orten, wie Berlin, wo die Aussonderung der durch Fernsprecher zu übermittelnden ange kommenen Telegramme das Bestellgeschäft sehr erschweren würde, hat der Antragsteller dafür zu sorgen, daß die Telegramme bei ihrer Auflieferung die Angabe »Fernsprecher« vor der Anschrift erhalten. Handelt es sich um sehr lange oder um geschlüsselte Telegramme, oder um solche in fremder oder verabredeter Sprache, so kann die Tele- grapheuverwaltung abweichend von der Vereinbarung sie durch Boten abtragen lassen, wenn die Telegramme auf diese Weise schneller und sicherer zugestellt werden. Der Musikunterricht unter Staatsaufsicht. — Die Mißstände im privaten Musikunterricht, die in gleicher Weise eine Schädigung des Publikums wie der fachlich gebildeten Musiklehrkräfte darstellen und so die Zukunft der musikalischen Kultur des ganzen Volkes gefährden, haben das preuß. Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volks bildung zu einer Besprechung mit den Vertretern der staatlichen Akademie und allen in Frage kommenden Organisationen veranlaßt. Die Versammlung beschloß die Beaufsichtigung des gesamten Musik unterrichts durch den Staat und die obligatorische Prüfung aller Musiklehrkräfte. Wie weit die Beschlüsse auf die schM im Beruf stehenden Lehrkräfte Anwendung finden, steht noch Der Nachlaß eines Numismatikers. — Ein ist dem Kunstverein in Winterthur durch das Ableben des großen Numismatikers 0r. F. I m h o o f - B l u m e r zugefallen. Wie im »Cicerone« berichtet wird, besteht es außer einer bedeutenden Geld summe in dem Recht, aus der berühmten Jmhoofschen Bibliothek und K u p f e r st i ch s a m m l u n g Werke im Werte eines nicht ge nannten, aber sehr hohen Betrags aussuchen zu dürfen. Dadurch wird Winterthur eine Bibliothek und Kupferstichsammlung erhalten, die zu den bedeutendsten dieser Art in der Schweiz zählen dürfte. Die Gesamtschenkung umfaßt 53 Bände, 180 graphische Blätter und etwa ein Dutzend Mappenwerke. — Die berühmte, einzigartige Sammlung antiker Münzen, die Jmhoof-Blumer, einer der größten Münzkenner aller Zeiten, im Laufe seines Lebens zusammengebracht hat, befindet sich ilLtzt, wie bekannt, im Besitz des Berliner Münzkabinetts. Eine Rodcnberg-Stistung für Marburg. Die Witwe des ein stigen Herausgebers der »Deutschen Rundschau« Julius Roden- berg hat der Universität Marburg 150000 Mark als Vermächtnis überwiesen zum Andenken an ihren verstorbenen Gatten, der als geborener Hesse und Marburger Student seiner Heimat und seiner ehemaligen Bildungsstätte immer ein gutes Gedächtnis bewahrt hat. Marburg hatte Rodenberg bei seinem 80. Geburtstage zum Ehren doktor ernannt. ch- Ein Institut für Seeaquarienkunde in Holland. In Holland ist die Seeaquarienknnde im Vergleich zu anderen außerdeutschen Län dern viel weiter ausgebreitet. Ein um diesen Zweig der Aquarien- kunde verdienter Holländer, F. Groeneveld, gründete nun vor kurzem in Scheveningen, wie mir den »Mitteilungen der Zoologischen Station in Büsum« entnehmen, ein eigenes Institut zur Förderung der See- aguarienkunde in den Niederlanden. Das Institut soll außer seinem naturkundlichen Zwecke, indem es den dortigen Schulen für den Anschauungsunterricht zur Verfügung steht, den Seeaguarienfreunden Gelegenheit geben, ihren Bedarf an Seetieren und Hilfsmitteln dort zu decken. 1555
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