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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.10.1921
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1921-10-15
- Erscheinungsdatum
- 15.10.1921
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. X: 242, 15. Oktober 1921. Eröffnungssitzung wurde ein Begrüßungsschreiben des Ministerpräsi denten und Außenministers vr. Benesch verlesen. ES Ist bereits der bisher in Stockholm tätige Professor Ljackij zum Professor der Sla wistik an der Prager theologischen Fakultät und der aus Rußland flüchtige Professor Franken zum Ordinarius für slawische Philo logie ernannt, vr. Kramarsch begrüßte den Kongreß mit einer die altslawische Verbrüderung feiernden Rede. Er sagte, die Tschechen wären glücklich, wenn die russischen Gelehrten gerade in Prag die geistige Wiedergeburt Rußlands vorbercitcn und die russische Jugend zur ehrlichen sozialen Demokratie erziehen würde». Das billige Buch. — Die Preisvcrhältnlssc kann man sich am besten dadurch vergegenwärtigen, daß man die Kauskraft eines Zehn markstücks mit der seines jetzigen papicrnen Ersatzes vergleicht. Wer heute noch ein goldenes Zehnmarkstück sein eigen nennt, kann es gegen mindestens 150 Papiermark cimvechseln. Was war nun ein Zehn markstück, was sind die ISO Papiermark in Waren wert? Mit dem Zehnmarkstück konnte man einst den 8. Teil eines guten Anzugs bezahlen, mit den 158 Papiermark nur etwa den 12. Teil. Für ein Zehnmarkstück kaufte matt in Frie'denszeiten 8 Pfund Butter, mit de» 158 Papicrmark dagegen nur 5 Pfund. Zu den wenigen Gegen ständen, die sich der Geldentwertung nicht angepaßt haben, sonder» verhältnismäßig gar billiger geworden sind, gehört das Buch. Für das Zehnmarkstück konnte man einst 58 Reclamhefte oder 28 Jnsel- bücher oder 28 Ouickbornbücher lausen, für die 158 Papiermark er hält man dagegen zurzeit 188 Ncclamhcfte »der 48 Ouickbornbücher oder 82 Jnsckbllchcr. Ähnlich steht es mit den umfangreicheren Wer ken der schönen Literatur. Es ist daher kein Wunder, daß das Buch auch als Geschcnkwerk seinen Platz behauptet hat. Da feine Preissteigerung eben nicht mit der Geldentwertung Schritt gehalten hat, so ist cs durchweg billiger als die meisten andcren in Frage kommenden Gegenstände. Ob der deutsche Verlag diese Wohlfeilheit sciuer »Ware« noch länger wird aufrecht erhalten können, ist freilich eine Krage, die sich schon in naher Zukunft entscheiden dürfte. Bcsristung und Streichung von Gesprächsanmeldungen im Fern verkehr. — Bei der Anmeldung von Gesprächen ist jetzt eine »Be fristung« zugelassen. Es kann also bei der Anmeldung mit angegeben iverden, daß die Gültigkeit zu einem bestimmten Zeitpunkt vorzeitig erlöschen soll. Ei» solcher Antrag wird kostenfrei ausgcführt. Das selbe ist der Fall, wenn jemand, der ein Gespräch anmeldet, gleichzeitig mit angibt, daß die Gesprächsanmeldung zu streichen sei, wenn sie innerhalb eines bestimmten, in die Gültigkeits dauer fallenden Zeitraums zur Ausführung an der Reihe wäre. Ein solcher Kall wird z. B. praktisch, wenn jemand bei der Anmeldung eines Gesprächs cs bis 8 Uhr nachmittags befristet, dabei aber gleichzeitig mit- tcilt, daß er in der Zeit von 1—8 Uhr nicht zu Hause sei, und daß des halb, wenn das Gespräch innerhalb dieses Zeitraums zur Ausführung an der Reihe sein sollte, es gestrichen werden möchte. Kommt das Ge spräch in Wirklichkeit in diesem Falle zwischen 1 und 8 Uhr nicht zur Ausführung an die Reihe, so läuft die Befristung des Gesprächs bis 8 Uhr weiter. Nicht angängig ist die Zurückstellung von Gesprächs anmeldungen auf bestimmte Zeiträume. Verlangt ein Teilnehmer, der ein Ferngespräch angemeldet hat, nachträglich dessen Streichung oder seine nachträgliche Befristung, oder ändert er nachträglich die Bc sristung, oder hebt er sie aus, so hat er hierfür eine Gebühr von 75 Pf. zu entrichten. Adressierung der Anzeige» für das Börsenblatt. — Um jede Ver zögerung bei der Drucklegung von Anzeigen zu vermeiden, machen wir die Herren Auftraggeber wiederholt daraus aufmerksam, daß alle neuen In s e r a ta u f tr ä g e für das Börsenblatt an die Expe dition des Börsenblattes zu richten sind, die die Aufträge zunächst aus den Konten notiert und sie dann zur Drucklegung an die Redaktion des Börsenblattes iveitcrgibt. Die Redaktion des Börsen blattes versendet dann die Korrekturabzüge, falls solche gewünscht iverden, und deshalb sind zurllckgehende Korrekturabziige stets an die Redaktion des Börsenblattes zn richten. Wir bitten also, stets genau darauf zu achten, daß neue Aufträge an die Expedition, Korrektur- scndungen dagegen an die Redaktion Uberschrieben werden. MMillliiMWeli. Ehrengabe für Geheimrat Abderhalden. Ter Physiologe Ge heimrat Emil Abderhalden erhielt von der Stadt Halle eine Ehrengabe von 100 000 Mark zur Fortführung wissen schaftlicher Studien aus Dankbarkeit dafür, daß er den Nus an die Universität Basel abgelehnt hat. Gestorben: am Ul. Oktober schnell und unerwartet an einem Schlaganfall Herr Edmund Meyer in Berlin. In dem Verstorbenen ist ein hervorragender Antiquar dahingcgan- gen, der ganz besonders auf dem Gebiete der deutschen Literatur sehr bewandert war. Am 1. April 1898 gründete er zusammen mit Martin Breslauer die Firma Breslauer L Meyer, aus der Meyer am 1. Okto- ber 1904 wieder austrat, um unter seinem eigenen Namen eine Sorti ments-, Antiquariats- und Verlagsbuchhandlung zu errichten, die sich hauptsächlich mit Bibliophilie, seltenen Drucken, Bucheinbänden, ersten Ausgaben, deutschen und fremdländischen Massikern, Kunstantiquariat, Japonica, Autographen usw. beschäftigte. Äußerst wertvolle Kataloge hat der Verstorbene herausgegeben und sein ganzes Wirken ist von einer nicht zu unterschätzenden Bedeutung für den Antiquariatshandel ge wesen, sodaß sein frühzeitiges Hinscheiden allgemein bedauert werden wird; ferner: am 8. Oktober nach langem Leiden im 57. Lebensjahre Herr Rudolf Heger in Wien. Der Verstorbene hatte im Mai 1893 ein Sortiment und Anti quariat gegründet, von denen sich besonders das letztere lebhaft entwickelt hat. Viele wertvolle Antiquariats-, auch Kunst-Kataloge hat der Verstorbene ausgehen lassen. Sein Hinscheiden im kräftigsten Mannesaltcr wird von weiten Kreisen seiner Berufsgenossen auf richtige Trauer erregen. Otto von Gierte f. — In Berlin ist am 10. Oktober Herr Geheimer Justizrat v. Or. Otto von Gierte im Alter von 80 Jahren gestorben. Er wirkte seit 1887 als Professor des Deutschen Privat- und Staatsrechts an der Universität Berlin. Sein Haupt werk ist »Das deutsche Genossenschastsrecht«, das in vier Bänden von 1868 bis 1913 erschienen ist. Er schrieb ferner: »Der Humor im deutschen Recht« (1874, 2. Ausl. 1886), »Johannes Althusius und die Entwicklung der naturrechtlichcn Staatstheorien« (1880, 3. Ausl. 1913), »Die Genossenschaftstheorie und die deutsche Rechtsprechung« (1887), »Ter Entwurf eines B.G.B. und das deutsche Recht« (1889), »Hand buch des deutschen Privatrechts« (l- 1895, II. 1905, III. 1917), »Die Bedeutung des Fahrnisbesitzes für streitiges Recht« (1897), »Vereine ohne Rechtsfähigkeit« (1900, 2. Ausl. 1902), »Schuld und Haftung im älteren deutschen Recht' (1910), »Schuldnachfolge und Haftung« (1911), »Die Wurzeln des Dienstvertrages« (1914), »Dauernde Schuldverhält nisse« (1914), »Die Grundbegriffe des Staatsrechts und die neuen Staatsrechtstheorien« (1915), »Unsere Friedensziele« (1917); er gab heraus: »Untersuchungen zur deutschen Staats- und Nechtsgeschichte« und hat auch öfter zu Tagesfragen und bei Gelegenheit akademischer Feiern das Wort genommen. öprechsaal. Eine eigenartige Überraschung. (Vgl. Bbl. Nr. 215, 21g, 222 und 281.j Dem Börsenblatt ging folgendes Schreiben voin 8. Oktober zn: »Auf die im Sprechsaal des Bbl. erschienenen Artikel des Ver eins Karlsruher Sortimentsbuchhändler teile ich mit: 1. Die Nachforschungen sind im Gange. 2. Unter der in meinem Brief vom 10.9.21 an den Verein Karls ruher Sortimentsbuchhändler (abgcdrnckt in Nr. 231 des Bbl.) mit- geteiltcn Bedingung bin ich zur Zurücknahme aller Drucke bereit, die infolge der gleichen Veranlassung bestellt worden sind. 3. Nach der bisherigen Aufstellung handelt cs sich um Bestel lungen im Gesamtwert von mehreren hundert Mark. 4. Sofort nach Bekanntwcrdcn der Veranlassung jener Bestellun gen habe ich jede Lieferung an den Sortimentsbuchhandel auf die Dauer von drei Wochen eingestellt, bzw. von einer vorherigen Rück frage abhängig gemacht. 5. Eine genaue Aufstellung und weitere Mitteilungen erfolgen, sobald es möglich sein wird. Mit vorzüglicher Hochachtung D. U.« Auf der Rückseite dieses Briefes steht gedruckt: Drei Ähren-Verlag Wiesbaden-Sonnenbcrg. * Weiter liegen nns noch Meldungen über das gleiche Schwindel Manöver ans Marburg a. d. Lahn — Nennkirchcn (Saar) — Worms vor. Red. Vcrailiwvrtl. Redakteur: Richard A l b e r I t. — Verlag: Der Börsenverein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches Buchhändlerhall». Dru-t-, Ramm L Seemann. Sämtlich in Leipzig — Adresse der Redaktion und Expedition: Leipzig. Gerichtsweg 2S lBuchhändlerhauSs. l532
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