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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 12.10.1921
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- 1921-10-12
- Erscheinungsdatum
- 12.10.1921
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I. Die 4. Vertteterversaminlung der Vereinigung der sächsischen Jugendschristen-Ausschüsse fordert, daß von der in Artikel 118 der Neichsverfussung gegebenen Möglichkeit, die Schnndschrifte» durch ge setzliche Maßnahmen zu bekämpfen, ohne Zöger» Gebrauch ge macht werde. Als geeignete Grundlage slir die gesetzgeberische Ar beit betrachtet die Versammlung den Gesetzentwurf, der von den Ver einigten Deutschen Prüfungsausschüssen für Jugendschristen in Ver bindung mit andern aus dem Gebiete der Jugenbbildung und Jugend- pslege tätigen Verbänden beim Reichsministerium des Innern einge reicht worden ist. II. Die Versammlung erblickt in der vom Reichswirtschastsrat geplanten Form der Reichs-Kultur-Ab gäbe eine schwere Gefahr slir die deutsche Geisteskultur und Volksbildung, sowie eine Förderung des seichten Schriftstellertums und der Schundliteratur. Sic lehnt deshalb diese Gesetzcsvorlage ab, ohne zu dem Plane einer Reichs-Kultur-Abgabe grundsätzlich Stellung zu nehmen. Ten Schluß der Beratung bildeten wichtige innere Angelegenheiten der Vereinigung. Zuletzt wurde Dresden wiederum als Vorort für Sachsen und Sitz der Hauptstellc gewählt. Das deutsche Buch lu Serbien. — I» einem Briese aus Belgrad schreibt vr. Stephan Steiner in der Wiener Neuen Freien Presse: »In den Belgrader Kaufläden sieht man heute schon beinahe aus schließlich nur deutsche, österreichische und italienische Waren. Be zeichnend ist ein Blick auf die Auslagen der Buchladen, wo den Hauptplatz deutsche Bücher einnehmen. Buchhändler, mit denen ich über den Bücherabsatz sprach, sagte» anir, daß be sonders der Bedarf an wissenschaftlichen Büchern größtenteils in deutschsprachige» Werken gedeckt werde: weniger stark ist der Bedarf an deutscher Literatur, da die romanlesende Damenwelt noch immer ein Faible für das Französische hat. Beklagenswert ist nur, daß die deutschen Buchhändler nach Serbien mit dem Auslandzuschlag liefern, während die Franzosen für Serbien und die anderen Balkanländer bil ligere Preise mache» als zu Hause, um ihre Kultur propaganda zu fördern. Bezeichnend für die Stimmung in Belgrad ist, daß man in den Auslagen gar keine Bilder der fran zösische» und englischen Heerslihrer und Staatshäupter steht. Seiner zeit, als die verbündeten Truppe» in Belgrad einzoge», wurden Photo graphien und Lithographie» Wilsons, Fachs, Clemenceaus, Lloyd Georges zu Millionen ins Land geschickt und prangten nicht nur in allen Schaufenstern und an den Hänserwänden, sondern selbst an den verschwiegensten Orten. Mit dieser Anbetung ist es endgültig aus. Man ist rein egozentrisch geworden und sucht seine Neigung nach Heldenverehrung mit heimischen Größen zu befriedigen. Das gleich« Bild wie bei den Buchhändlern wiederholt sich in den Zeitungsständen, die an den belebteren Straßen einer neben dem andern ihre geistige Ware seilbieten. Die Wiener und Berliner Blätter sind vollzählig vertreten und werden wie warme^Sem- meln ause in andergerissen. Tie wenigen Exemplare der französischen und englische» Blätter warten vom frühen Morgen bis zum späten Abend vergebens auf ihren Abnehmer«. — Auch hier taucht wieder der Irrtum auf, daß der deutsche Buch handel die Ausfuhr nach Serbien mit Valutazuschlägen belaste. Daß davon keine Rede sein kann, da Serbien zu den untervalutigen Län dern gehört, braucht im deutschen Buchhandel nicht besonders erörtert zu werden. Die Aufklärung darüber im Ausland ist jedoch ungeheuer schwer. Das serbische Publikum scheint im übrigen aber diese Belastung durch die geschäftstüchtigen Leute an Ort.und Stelle nicht weiter unwillig aufzunehme». Denn vr. Steiner berichtet im weiteren Verlaufe, daß das Exemplar der Neuen Freie» Presse in Belgrad ohne weiteres mit zwei Dinar — 58 österreichische Kronen bezahlt werde und reißend abgehe: denn »Städter und Bauern in Serbien haben Geld in Hülle und Fülle: das Land ist ausgehungert und infolge des Emporblühens luxusbedllrftig«. Btichcrnot in Rußland. — In der Zeitschrift »Russkuja linigs« (Das russische Buch) ist eine Eingabe Maxim Gorkis an den Allrussi schen Sowjetkongreß veröffentlicht, die ein grelles Licht aus die gegen wärtigen Kulturzustände wirft. Es heißt hier: »Die Provinz ist ganz ohne Bücher. Es gibt keine Lehrbücher für Schulen und Uni versitäten. Alte zerfetzte Lehrbücher werden »hinten rum« slir 3VM —8888 Rubel für das Exemplar verkauft. Hochschul-Lehrbücher find nicht zu bezahlen: die .Pathologie' von Strümpell kostet 188 868 Rubel, die .Physik' von Chwolson 388 888. Um diese unentbehrlichen Bücher zu bekommen, tun sich die Studenten zu Gruppen von 18—28 Mann zusammen und kaufen sich ein Buch. Es ist kein Wunder, wenn die Republik sehr schlechte Ärzte, Ingenieure, Chemiker und überhaupt ge lehrte Spezialisten bekommt. Viel wird von der Liquidation des An alphabetentums geredet, und ich weiß, daß diese Arbeit oft sehr schöne Ergebnisse gezeitigt hat: in wenige» Monaten hat man den Leute» das Lesen bctgebracht. Aber zu lesen bekommen sie nichts: die Agi tationsschriften sind ihnen noch unverständlich, und zudem sind sie auch so gedruckt, daß selbst ein geübter Leser sie nur mit Mühe entziffert — der Druck ist blaß, die Buchstaben sind durcheinander- gcworfen, die Korrektur ist miserabel. Und so beobachtet mau immer häufiger Rückfälle: im Frühling hat man de» Mann lesen gelehrt, im Herbst versteht er es schon nicht mehr, weil ihm jede Gelegenheit zur Übung sehlt«. Die ersten Wagneraufsührunge» in Bayreuth. — Der Verwal tungsrat der Deutschen Festspiel-Stiftung Bayreuth und die Zentral leitung des Allgemeinen Richard Wagner-Vereins in Leipzig teilen mit, daß nach Fühlungnahme mit Siegfried Wagner, Bayreuth, d. h. also mit der Kestspielleitung, die beiden genannten Körperschaften heute in der Lage und ermächtigt sind, bekanntzugeben, daß — vor behaltlich eines weiteren günstigen Verlaufs der Werbung der »Deut schen Festspiel-Stiftung Bayreuth» — bei der geplanten Wiederauf nahme der Festspiele im Jahre 1823 voraussichtlich: »Die Meister singer», »Parsifal« und »Der Ring des Nibelungen« zur Aufführung gelange» werden. Gegen Überspannungen der Prciskonjunktur. - Der Hauptaus schuß des Deutsche» Industrie- und Handclstagcs hat an alle Kreise von Industrie, Großhandel und Einzelhandel folgende Mahnung ge richtet: »Der Hauptausschutz des Deutschen Industrie- und Handelstages gibt der Auffassung Ausdruck, daß Industrie, Großhandel und Einzelhandel mehr als bisher zusammenarbeiten sollten, um die wachsende Steigerung aller Preise soweit als möglich einzudämmen. Auf die Berücksichtigung der berechtigten Interessen des Einzel handels als des letzten gewerblichen Abnehmers ist hierbei besonderes Gewicht zu legen. — Der Hauptausschuß richtet an Industrie und Handel die dringende Mahnung, sich einer Entwicklung entgcgen- zustcmmen, die unter dem Einfluß der neuerlichen Geldentwertung abermals zu den In der Hochkonjunktur von 1819/28 hervorgc- trctenen Mißstände» zu führen droht. Es muß insbesondere er wartet werden, daß jede Wirtschaftsgruppc ihr gesteigertes Risiko selber trägt, damit nicht einer unerträglichen Überlastung der wei teren Glieder im Verkehrsprozeh und eine Unsicherheit in de» ver traglichen Beziehungen der Kausleute Platz greift, die einer Aus beutung der Lage durch zweiselhaste Elemente Vorschub leisten.« Es ist zu wünschen, daß diese Mahnung aus fruchtbaren Boden fällt, damit die befürchtete Teuerungswelle nicht ein unerträgliches Maß annimmt und damit zu schweren Störunge» unseres Wirt schaftslebens führt. Der Buchhandel kann mit Befriedigung sest- stellen, daß in seinen Kreisen diese Mahnung von je als selbstver ständlich befolgt worden ist. Er ist wohl der einzige Handelszweig, der sich bei seiner Preispolitik von vornherein die größte Zurück haltung auferlegt hat, sodaß das Buch noch immer zu den billigsten Gegenständen gehört. PkrsrnilllliMWen. »Ojährigeo Doppel-Jubiläum. — Zu unserer Jmbiläumsnotiz Uber Herrn Bernhard Hartmann in Elberfeld in Nr. 230 schreibt uns der verehrte Herr Jubilar zur Berichtigung: »Nicht in Greifs wald, sondern in Stralsund habe ich das Gymnasium besucht und nur bis zur Versetzung nach Prima. Da starb meine Mutter; mein Vater war schon lange tot. Vollständig mittellos stand ich 16jähriger Junge allein. Es war mir ein unerträglicher Gedanke, auf viele Jahre hinaus durch die Mildtätigkeit Fremder meinen Studiengang vollenden zu müssen. So sattelte ich denn um, und statt als Student hielt ich Anfang April 1866 als jüngster Lehrling der Akademischen Buchhandlung meinen Einzug in Greifswald; aber ich befreundete mich bald mit meinem Berufe. In der Akademischen Buchhandlung verkehrten fast nur Professoren und Studenten. Ein tüchtiger Buch händler, so fühlte ich, ist für die Wissenschaft ebenso notwendig wie ein gelehrter Professor. Von der auf vier Jahre festgesetzten Lehr zeit wurde mir nach 2>6 Jahren der Rest erlassen, und im Oktober 1868 kam ich auf Empfehlung meines Gönners, des General-Ztvnsuls Einhorn, in Firma E. F. Steinacker in Leipzig, als jüngster Gehilfe in die Heroldsche Buchhandlung nach Hamburg. Auch in dieser Stellung gelang es mir, das Wohlwollen meines Chefs, des alten Gustav Ed. Nolte, zu erwerben, svdaß er mir schon nach einem halben Jahre den verantwortungsvollen Posten des ersten Gehilfen iibertrug. Die zwei Jahre meines Hamburger Aufenthalts stehen mir noch in 1515
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