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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 06.10.1921
- Strukturtyp
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- 1921-10-06
- Erscheinungsdatum
- 06.10.1921
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- Deutsch
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^ 234, 6. Oktober IS2I. Redaktioneller Teil. überaus klägliche Besuch seitens der Angestellten des Leipziger Buch handels, trotz den wiederholten Ankündigungen in den Leipziger Tages zeitungen. Haben es diese nicht mehr nötig, Veranstaltungen dieser Art, die doch für sie von größtem Interesse sind und der Förderung ihrer Kenntnisse dienen, zu besuchen? C. St. Bohlsahrtslitcratur. — Eine Ausstellung von Wohlsahrts- literatur, Berufsberatung usw. findet in Düren in der Zeit vom 8.—1b. Oktober 1821 statt. Die Buchhandlung WilhelmSolinus in Düren ist mit der Ausstellung betraut worden und nimmt ein schlägige Literatur gern entgegen (siehe Inserat in Nr. 228, Seite 8888>. Führungen durch die Ausstellung »Deutsche Einbandkunst«. — Der JakobKrauße-Bund veranstaltet sllr Vereine, Lehranstalten und Jnteressentengruppen Führungen durch seine bis Ende Oktober im Meißen Saale des Berliner Schloßmuseums stattfindende Ausstellung »Deutsche Einbandkunst--. Diesbezügliche Wünsche sind dem Presse- beirat des Bundes, Herrn Schriftsteller Ernst Colli», Berlin- Steglitz, Sachscnwaldstraße 25, zu übermitteln. Berussgenosscuschast siir den Einzelhandel. — Wie aus den Be kanntmachungen in Nr. 238 des Reichsanzeigers vom 1. Oktober 1821 hervorgeht, finden am 14. November 1821 in sämtlichen Be zirken der Berufsgenossenschaft sllr den Einzel handel, der bekanntlich der Sortimentsbuchhandel zuge teilt ist, Neuwahlen der Vertreter zur Genossenschastsver- sammlung statt. Zu wählen sind nach den Grundsätzen der Verhältnis wahl insgesamt 78 Vertreter und 78 Ersatzmänner. Die Bekannt machungen enthalten ferner die Wahlvorschläge der einzelnen Wahl vorstände, die Orte, an denen die Wahllisten ausliegen, sowie eins Mitteilung über Ort und Stunde der Wahl. Die Freude am Buch. — Am Abend des Eröfsnungstages der Stuttgarter Buchmesse sprach Martin Lang, der dazu als Dichter besonders berufen ist, in feinen und überlegten Worten von der Freude am Buch und davon, wie man sich das Buch für die Stunden der Ruhe zum Freunde macht. Kein Tag sollte zur Rüste gehen, ehe nicht mit ihm kurze Zwiesprache gehalten worden wäre. Und wie man der echten Freunde nicht allzu viele braucht, so macht es auch nicht allein die Zahl der Bücher; nur sollte man sie so gründlich als möglich kennen zu lernen trachten, damit auch sie sich ihrem Freunde restlos zu offenbaren vermögen. Durch Einkleiden in ein geschmack volles Gewand sollte sich der Bücherfreund seine Lieblinge noch an ziehender machen. Das vielfach verpönte Anstreichen beliebter Buch stellen schätzt Lang; es erinnert den Leser und die Seinen immer wieder an das, was die Saiten des Herzens besonders zum Klingen, den Geist zum Schwingen gebracht und wo man sich mit dem Dichter eins gefühlt hat. Nicht zum Besitzer allein sollte das Buch sprechen; beim Vorlesen in der zum Kreise gescharten Familie muß es reden und vor ihr seinen gedankenreichen Inhalt ausbreiten. Die aufgewendete Sorgfalt gehört gleichfalls zur Freude am Buch. Beim Erwerb be schränke man sich auf die Bücher, die Trost, Labsal und Veredlung gewähren können. Wenn die Freude am Buche schließlich dahin führt, daß der Leser selbst Bücher schreibt, in die er ausgewählte Stücke seiner Lieblingsdichter oder die inhaltsreichsten Abschnitte aus Fa milien- und Freundesbrtesen zu einer Anthologie vereint, die Enkeln und noch späteren Nachfahren eine liebe und gern zur Hand genom mene Erinnerung sein wird, dann hat das Buch einen seiner vor nehmsten Freundesdienste erfüllt. (Wllrttemb. Zeitung.! Viicherdsebftahl. — Am 18/17. September 1821 wurde auf Station Himmelreich aus einem Koffer folgendes Buch, das der Bibliothek in Mannheim gehört, gestohlen: Mörike-Bibliographie, braunes Halb- lcder, Stempel der Gr. Bibliothek Mannheim. Der Staatsanwalt IV in Frciburg i. Br. ersucht, daß, im Falle das Buch zum Kauf angeboten wird, der Verkäufer festgehalten und die Polizei benachrichtigt werben möge. Nichelicus Memoiren gefälscht? — Mit einer überraschenden Entdeckung trat vor kurzem der französische Historiker Louis Batissol in einem Aufsatze der »lkevuo ckvs Vvnx Nonckvs« hervor. Er be hauptet nämlich, daß die berühmten Memoiren des Kardinals Richelieu nicht von dem großen Staatsmann verfaßt seien. Das Werk, das bisher für eine der wichtigsten Geschichtsquellcn der RcgierungSzeit Ludwigs XIII. galt, ist nach den Beweisen, die der Gelehrte anflihrt, nicht einmal ein zeitgenössisches Schriftstück, sondern sehr viel später von einem minderwertigen Pamphletisten verfaßt worden. Neues Notgeld. — In den »Vermischten Anzeigen» des Bbl. von Nr. 228 wird Notgeld der Stadt Wartha i. Schics, angezeigt, in Nr. 228 Dichter Fehls Notgeld-Serie der Stadt Itzehoe, in Nr. 238 Neues Gothaer Stadtgcld von Fritz Koch-Gotha und in Rr. 232 Notgeld der Kirchgemeinde Ottendors, Kreis Bunzlau in Schlesien, sowie von Cottbus, woraus wir Samm ler besonders aufmerksam machen. Die erste Umschlagseite des Börsenblattes ist in diesem Jahre durch Vorausbestellungen schon fest bis Mitte Dezember belegt worden, sodah keine weiteren Bestellungen bis dahin auf die erste Umschlagssite angenommen werden können. Dagegen stehen die anderen Umschlag- sciten, besonders die ebensalls sehr beliebte 2. Umschlagseite, noch reich lich zur Verfügung, und wir bitten, diese Setten sllr besondere Anzeigen- austräge in Aussicht zu nehmen. Red. Beschlagnahmte Druckschrift. — Das Buch »Französinnen ohne Geschlecht» von Eugen Ortner, Verlag Wilhelm Borngräber, Leipzig, ist laut Beschluß des Amtsgerichts Leip zig vom 24. September 1821 wegen seines unzüchtigen Inhalts be schlagnahmt. Leipzig, den 28. September 1821. Die Staatsanwaltschaft. (Deutsches Fahndungsblatt 23. Jahrg. Stück 8787 vom 38. 3.1821.) PersollalliaüMlel!. Jubiläum. — Am 1. Oktober konnte Herr Hermann Schnuerle, Prokurist und Hauptbuchhalter des Barsortimcnts und Kommissionsgeschäfts K o ch, N e s s L O e t i n g e r G. m. b. H. Sr C o. in Stuttgart, auf eine 25jährige Tätigkeit in dieser Firma zurllck- blicken. Der Jubilar wurde an seinem mit Blumen geschmückten Ar beitsplatz vom Geschästslciter des Hauses, Herrn Hosemann, be grüßt und ihm Dank und Anerkennung der Kirmainhaber in Wort und Tat dargebracht. Auch seitens des Personals wurde die Wert schätzung, die Herr Schnuerle genießt, durch einen älteren Mitarbeiter unter Überreichung eines Kunstgegenstandes zum Ausdruck gebracht. Der Geseierte dankte in bewegten Worten, wobei er einen kurzen Rück blick auf die Entwicklung der Firma aus kleinen Anfängen zu ihrer heutigen hervorragende» Bedeutung im süddeutschen Buchhandel gab. Damit schloß die schlichte, aber eindrucksvolle Feier. Julius Hann 4. — Der frühere Direktor der Zentralanstalt sllr Meteorologie und Erdmagnetismus Hosrat Professor vr. Julius Hann ist inWienim Alter von 82 Jahren gestorben. Er war am 23. März 1838 aus Schloß Haus bei Linz geboren, absolvierte das Gymnasium in Kremsmünster und trat nach kurzer Lehrtätigkeit an Schulen 1887 als Adjunkt in die Zentralanstalt für Meteorologie ein, zu deren Direk tor er 1877 berufen wurde. 1888 hatte er sich an der Wiener Universt tät habilitiert, wurde 1873 zum außerordentlichen, 1877 zum ordentlichen Professor der kosmischen Physik ernannt. Neben zahlreichen Spezial arbeiten in Zeitschriften, Programmen und Festschriften für Kongresse usw. verfaßte er u. a. solgende Werke: »Handbuch der Klimatologie (1883, 3. Ausl. 1811), »Die Temperaturverhältnissc der österreichischen Alpenländer» (1885), »Verteilung des Luftdrucks über Mittel- und Südeuropa» (1887), »Atlas der Meteorologie» (1887); von der in Ge meinschaft mit Hochstetter und Pokorny herausgegcbcncn Erdkunde ver faßte Hann den 1. Band: »Die Erde als Ganzes, ihre Atmosphäre und Hydrosphäre» (1886), seiner: »Lehrbuch der Meteorologie« <1888 3. Ausl. 1815), »Klimatographie von Niederösterreich» (1884), »Wärme lehre, chemische Physik, Thermodynamik und Meteorologie» (in Ge meinschaft mit Pfaundler, Drucker und Waßmuth in MLller-Ponilletk Lehrbuch der Physik 1887). Er gab in Gemeinschaft mit Reinhard Süring die Meteorologische Zeitschrift heraus. SpreWal. Zensurunfug. Getien Ende September brachten die Hamburg-Altonaer Tages zeitnngen folgende Notiz: Die Jugendlichen gegen den Schund. Altona wird in der nächsten Zeit im Zeichen des Kampfes stehen. Die Jugend wird diesen Kampf führen, und die Parole wird lauten: Gegen Schmutz und Schund! Die Angehörigen sämtlicher Jugendorganisationen werden i,! diesem Kampfe zusammenstehen. Die Stadt Altona soll in Bezirk) geteilt werden, in deren jedem ein mit Unterstützung der städtischen Jugendpflegekommission gebildeter Ausschuß (Jugendliche und Er^ wachsene) sämtliche Buchhändler durch Unterschrift verpflichten 1487
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