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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 21.09.1921
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- 1921-09-21
- Erscheinungsdatum
- 21.09.1921
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. 221, 21. September 1921. Eine Schaufenster-Ausstellung unter dem Motto »Bedenke, das; du ein Deutscher bist«, die in geschmackvoller Anordnung Bücher aus der Feder hervorragender Deutscher bringt und in gediegenen Schriften das deutsche Geistesleben dem Beschauer vor Augen führt, hat die Schlosser ' sche Buchhandlung (F. S ch o t t) in Augsburg zur Auslage gebracht. Die kleine Ausstellung soll der Vorläufer einer in größerem Nahmen gehaltenen Ausstellung sein. Vorträge während der Frankfurter Buchmesse. — Während der Buchmesse, die im Rahmen der Frankfurter Internationalen Messe vom 25. September bis 1. Oktober stattfindet und von führenden deut schen, österreichischen und schweizerischen Verlagsanstalten beschickt wird, werden vom Meßamt zwei Vorträge veranstaltet. Mittwoch, den 28. September, 4X- Uhr spricht im Vortragssaal des neuerbauten Hauses Wcrkbund der Stuttgarter Verleger Carl Ernst P o e s ch e l über »Quali- tätsgedanke und Stil im Buchgewerbe«, Freitag, den 30. September 4'/- Uhr der Frankfurter Verleger Moritz Soudheim über »Goethes Publikum«. Karten zu beiden Vorträgen werden an Interessenten kostenlos am Schalter 26 in der Verkehrshalle des Hauses Offenbach während der Messe ausgegcben. WsvnalMrWeli. Otto Reinette i. — Dem am 9. September verstorbenen Obcr- korrektor der Reichüdruckerei, Otto Neinecke, der den Folgen eines Schlaganfalls im 54. Lebensjahre erlag, widmet o>v. in der Papicr- zeitung einen warmen Nachruf, dem wir folgendes entnehmen: Elf Monate lang mußte er schon, durch Krankheit gezwungen, seiner ge liebten Korrektorentätigkeit in der Neichsdruckerei, der er seit 1890 angchörte, entsagen. Neinecke war ei» Mann von reichem Wissen auf allen Gebieten, besonders war er auch in fremden Sprachen bewandert. Sein Ein und sein Alles war ihm aber die deutsche Rechtschreibung. Unablässig war er für sie in Wort und Schrift tätig, und mit höchster Befriedigung erfüllte ihn seine Mitarbeit an der Rechtschreibung der deutschen Sprache, am Duden. Dr. Alfred Schmidt, der Nachfolger Dudens und Wülfings, schrieb 1915 im Vorwort zur neunten »nid letzten Auflage des Duden: »Wenn cs mir gelungen ist, die neue Auf lage dieses Buches im Sinne der Verstorbenen und im Sinne aller Mitwirkendcn zu Ende zu führen, so verdanke ich das zum großen Teile dem Oberkorrektor der Neichsdruckerei in Berlin, Herrn Otto Reinette. Wie er unermüdlich und uneigennützig dem Schöpfer des Buches, Herrn Geheimrat vr. Duden, und nach dessen Tode Herrn 1)r. Wülfing geholfen hat, so hat er auch mir allezeit hilfsbereit und sachkundig zur Seite gestanden. Sein reiches Wissen auf dem Gebiete unserer Rechtschreibung und unserer Sprache überhaupt befähigten ihn in hervorragendem Maße zur Mitarbeit au diesem Werke. Ich danke ihm aufrichtig und herzlich für seine Mitwirkung und habe gern Ver anlassung genommen, diese auf dem Titel anzucrkcnucn . Aber nicht allein durch seine Mitarbeit am Duden erfreute sich Reinette in der Fachwelt und weit darüber hinaus allgemeiner Wertschätzung, sondern auch durch seine stete Bereitschaft, als Sachverständiger für die amt liche Rechtschreibung und im Aufträge des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins mit Rat und Tat beizuspringen, wo und wann es not tat. Reinette verfügte auch wie kein anderer über eine äußerst reichhaltige und vollständige sprachliche Bücherei, die zum großen Teil aus den Nachlässen Dudens und Wülfings herstammt. Hoffentlich bleibt sic zum Nutzen des Buchgewerbes mit seinem »orthographischen Archiv« verbunden ungeteilt erhalten. Von seinen vielen sprachlichen Arbeiten sei nur noch der Mitarbeit au den Fachmitteilungen für die Korrektoren, an Bauer-Duden, Neuhochdeutsche Grammatik, au Vietor, Deutsches Aussprachewörterbuch, an Toussaint-Langcnschcidt, Italic uisch und au vielen Verdeutschungsbüchcru des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins, z. B. Das deutsche Buchgewerbe, gedacht. Tommaso Cannizzaro 1'. - In Hessin», seiner Geburtsstadt, ist der italienische Dichter Tommaso Cannizzaro, ein Freund Victor Hugos, im hohen Alter von 83 Jahren gestorben. Er hat auch in französischer Sprache Gedichtbände veröffentlicht und außer seinen eigenen phantasiereichen, aber oft formlosen Werken Übersetzungen der Dichtungen Hugos, eine Dantcausgabc in sizilianischem Dialekt und Übertragungen aus dem Spanischen geliefert. Alfred Grandidier In Paris ist kürzlich das Mitglied der Akademie der Wissenschaften, der Geograph und Forschungsreisendc Alfred Grandidicr im Alter von 85 Jahren gestorben. Sein Haupt- sorschungsgebict war Madagaskar, über das er ein viele Bkinde um fassendes Werk geschrieben hat. Auch Amerika, Indien, Ceylon und Sansibar hat er bereist und Forschungen darüber veröffentlicht. 1101 August Sommer f. — In Kobnrg ist der Bildhauer Professor August Sommer im 83. Lebensjahre gestorben. Von seinen Schöpfungen sind der Centaurenbrunuen in Bremen und die schlafende Sphinr in der Nationalgalcric in Berlin zu nennen. Sprechslllll. (Ohne Verantwortung der Redaktion: jedoch unterliegen Elniendnngcn den Bestimmungen über die Verwaltung des Börsenblatts.) Ein Fausischlag dem Buchhandel! Die »Tägliche Rundschau« brachte in der Sonntags-Nummer vom 4. September einen Artikel »Aus der Vogelschau des geplanten Leip ziger Mcsseturms« von Ernst Collin (Berlin-Steglitz), der folgende Sätze enthielt: »Wesentlich stiller ging's zu auf der Bugramesse. Die Bücher sind noch immer sehr, sehr teuer und werden auch in Zukunft nicht billiger werden. Da schränkt man sich ein; und wenn auch diese Messe mit dem, was sie darbot, wiederum ein glänzendes Bild von dem künstlerischen Hochstaud der deutschen Büchererzeugung bot, in geschäftlicher Beziehung ließ sic viel zu wünschen übrig.« Während alle Artikel das lO—20fache kosten, ist der Preis des Buches nur auf das 5—8fachc des Vorkricgspreises gestiegen. Trotz dem wagt es ein Berichterstatter, der auch in der Deutschen Verleger- Zeitung schreibt, also zweifellos die Verhäll.uisse im Buchhandel kennen muß, zu sagen: »die Bücher sind noch immer sehr, sehr teuer« und dann auszurufen: »da schränkt inan sich ein«. Hier ist der wahre Feind des Buchhandels! Diese irreführenden Preisnotizen über das teure Buch fügen dem deutschen Buchhandel einen nach Millionen zählenden, nie wieder gut zu machenden Schaden zu. Es ist bedauerlich, daß ein Blatt, wie die Tägliche Rundschau, die einen eigenen Buchverlag hat, derartige, den Buchhandel schädigende Berichterstattungen durchgehen läßt. Oder wohnen zwei Seelen in der Brust der Täglichen Rundschau — Redaktion gegen Verlag? Der Verleger wird sich die Haltung der Täglichen Rundschau merken müssen, denn Anzeigen können keine Wirkung haben, wenn im redaktionellen Teil geradezu einer Einschränkung im Bücher-Ankauf das Wort ge redet wird. Es wird endlich Zeit, daß die inneren Kämpfe im Buchhandel aufhörcn. »Einigt Euch! Bildet eine gemeinsame Außenfrvnt und organisiert einen gemeinsamen Werbeseldzug für das von der allge meinen Teuerung noch nicht so mitgerissenc ,deutsche Buch!'« Berlin. R i ch a r d C a r I S ch m i d t k b o. E r lv i d e r unge n. Jeder Unvoreingenommene, der meine Bemerkungen iiber die Bugramesse in der »Täglichen Rundschau« aufmerksam gelesen hat, wird verstanden haben, daß ich mit den Bemerkungen: »Die Bücher sind noch immer sehr, sehr teuer« und »da schränkt man sich ein« ledig lich die Empfindungen des bücherkaufenden Publikums wiedergeben wollte. Ein Verleger hätte sich über meine Ausführungen höchstens dann aufregen können, wenn ich — was mir durchaus fern lag — etwa gesagt hätte, daß Bücher z u teuer sind, und daß die Bücherkäufer vom Buchhandel bewuchert werden. Kein Buchhändler aber wird leugnen können, daß die gegenwärtige Gestaltung der Büchcrpreise lähmend auf ihren Absatz wirkt. Und cs tut hierbei nichts zur Sache, daß — was zugegeben sein soll — die Bücherpreise sich im allge meinen noch nicht der augenblicklichen Teuerung angcpaßt haben. Da in den obigen Ausführungen auch nicht der stille Geschäftsgang für Bücher auf der Bugramesse bestritten wird, so hieße es seitens des Verlegers Vogel Strauß-Politik treiben, wenn er leugnen wollte, daß die wesentliche Ursache für den Rückgang des Bücherabsayes in der Notwendigkeit der erhöhten Preise liegt. Kein gerecht Denkender wird mich wegen der zitierten Sätze zu einem »Feinde des deutschen Buch handels« stempeln wollen, was auch durch meine vieljährige Mitarbeit an den maßgebenden buchhändlcrischen Zeitschriften hinlänglich wider legt wird. Berlin-Steglitz. E r n st C o l l i n. Die »Tägliche Rundschau«, auf deren Inhalt der »Dom-Verlag (Buchverlag der Täglichen Rundschau) keinen Einfluß hat, wie er an dererseits von ihr unabhängig ist, hat mehrfach, gerade auch in letzter Zeit, ausdrücklich darauf hingewiescn, daß die Büchcrpreise im Ver gleich zu den Preisen anderer Gegenstände noch immer sehr mäßig zu nennen sind. »Dom-Verlag«, Buchvcrlag der Täglichen Rundschau. vere i n >»?r Dcuyclicii Vuchhülidler zu LcivzM,Deutsck> esiichs),inölcrlnn.
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