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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 15.09.1927
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- 1927-09-15
- Erscheinungsdatum
- 15.09.1927
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- Deutsch
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^ 21«, 15. September 1927, Redaktioneller Teil. Börsenblatt f. d. Dtschn. Buchhandel. Ich habe im Vorstehenden generell aufgezeigt, baß für ein« zweckvoll« Betrachtung der Bibliotheksetats bestimmte metho dische Voraussetzungen gegeben sind. Vor allem ist Wohl klar, daß man zunächst immer nur die Sachlage innerhalb der ein zelnen Bibliotheksgruppen mit annähernd gleichen Verhältnissen und annähernd vergleichbarem Quellenmaterial betrachten kann. Im folgenden Abschnitt soll nun di« Gruppe der deutschen Universitätsbibliotheken einer kurzen Betrachtung unterzogen werden. Gerade an dieser Grupp« läßt sich sehr gut demon strieren, welche entscheidende Rolle die Art des Bestandsausbaues spielt. Das Qucllcnmaterial ist hier noch am vollständigsten. Im Rahmen dieses Auszuges muß daraus verzichtet werden, zu diesem Material, wie es besonders in den einzelnen Jahrgängen des »Jahrbuches der deutschen Bibliotheken« vorliegt, kritisch Stellung zu nehmen"). 2. Die deutschen Universitätsbibliotheken 1913—1926. Die wissenschaftliche Bibliothek soll das Material für die wissenschaftliche Arbeit (Studium und Forschung) sammeln und bereithallen. Sie dient also der Gegenwart und wesentlich auch der Zukunst. Dies Auswählen und Sammeln für eine Möglich keit in der Zukunft im Dienste der wissenschaftlichen Überliefe rung ist der stark irrationale Faktor im Bestandsausbau der wissenschaftlichen Bibliothek. Der Bcstandsausbau ist aber noch - von drei anderen, bestimmter zu erfassenden Faktoren abhängig: vom Gegenwartsbedars der Benutzer, vom Umsang der Buch produktion und vom Verbrauch an Exemplaren (in Verlust ge ratene, unbrauchbar gewordene Werke, Dublettenexemplare. Dieser Punkt spielt keine entscheidende Rolle). — Die Bedarfs feststellung der wissenschaftlichen Bibliothek beruht also in der sachgemäßen, die Bedürfnisse der Gegenwart ebenso wie die der Zukunft berücksichtigenden Auswahl des wertvollen wissenschaft lichen Schrifttums aus der in- und ausländischen literarischen Produktion eines Jahres und der Vergangenheit. Es ergibt sich hieraus ein Verhältnis des Etats einerseits zum festgestellten und zum vermuteten Bedarf und andrerseits zur Buchproduktion. 1892 hat Adalbert Roquette"") zum ersten Male die buch- händlerische Produktion eines Jahres durchgcarbeitet, um einen Mindestetat für Universitätsbibliotheken generell aufzustellen. Er «rechnete für die aus der buchhändlerischen Produktion eines Jahres zur Anschaffung an einer Universitätsbibliothek notwen dige Literatur den Prozentsatz vom Gesamtladenprcis dieser buchhändlerischen Jahresproduktion. 1992 wiederholte R.""") das Verfahren und gab verbesserte Zahlen. Ähnliche Unter suchungen stellten Milkauf) für 1992, Ermanff) für 1999 und Weißenbornfff) sür 1913 an. *) ES sei dasiir nur kurz aus die Ausführungen von Georg Leyh hingewiescn. der sich sür den Ausbau der Statistik der wissenschaftlichen Bibliotheken besonders eingesetzt hat: Zentralblatl f. Bibliotheksw. XXXIX, 1822, S. 235: »Die Bibliotheks statist t k« sZentralbl. f. Bibliotheksw. XU, S. 434 ff.): »Noch einmal die Bibliotheks statt st ik» (Zentralblatt s. Bibliotheksw. XUIll, 1828, S. 13Ü ff.); »Jahrbuch der deut schen Bibliotheken 1827« (Zentralblatt f. Bibliothekswesen XUIV, 1827, S. 183). Roguctte, A.: Die deutschen Universitätsbibliotheken, ihre Mittel und ihre Bedürfnisse. (Sammlg. bibl.-wiss. Arbeiten VI, 1884.) "'s Derselbe: Die Finanzlage der deutschen Universitäts bibliotheken. (Sammlg. bibl.-wlss. Arbeiten XVI, 1882.) f> Zentralblatt f. Bibliothekswesen XU, 1823, S. 281. ff) Er man, W-: Der Kauspreis der im Jahre 1808 in Deutschland erschienenen wissenschaftlichen Literatur. (Zentralblatt s. Bibliothekswesen XXVII, 1810, S. 284 sf.) fff) Welßenborn: Der BUchcretat der größeren deutschen Bibliotheken im Jahre 1813. (Zentralblatt f. Bibliothekswesen XU, 1823, S. 280 ss.) 1118 Tabelle 1. Roquette 1902 Leyh 1822 Jahresproduktion des dtsch. Buchhandels 1900. . . Mark 105170 Mark 105 170 Mindestbedarf an dt. miss. Literatur (Bücher u. Zeit schriften' Zuschlaq für die nichtbuchh. Produktion Abzug für Rabatt (4*X») . Abzug für Pflichtexemplare Abzug für Geschenke. . . 26 620 380 1000 400 1600 26 620 380 1000 400 1600 Gesamtbetrag d. notweud. dtsch.Lit. (Bücher ».Zeit schriften) 24 000 -- 22,90/, d. Jahres produkt. 24 000 --- 22.90/. d. JahreS- produkt. Für ausländische Literatur (Bücher u Zeitschriften) 18 000 18 000 Gesamtbetrag f. Novitäten (In- u. Ausland) . . . Antiquaria Buchbinder 42 000 4 500 10 500 74°/„ 8°/» I8°/° 42 000 8 700 12 000 S7.3°/„ IS,S°/„ I»,8°/-> Gesamtetatbedars .... 67 000 --- 54,3o/o d. Jahres produkt. I00»/„ 62 700 -- 69,90/o d. Jahres produkt. 1Eo Die Zahlen für die nichtbuchhändlerisch« Produktion, für Pflichtexemplare usw. sowie die Prozentsätze sür den Anteil von Antiquariat und Buchbinder entnahm Roquette der Praxis. Das Verhältnis zwischen in- und ausländischer Literatur setzte er mit 4 :3 an. Für das Jahr 1999 fordert Roquette also als Mindest etat einer deutschen Universitätsbibliothek 57 999 Mark. Das sind 54,375 vom Gesamtwert der buchhändlerischen Jahresproduk tion. Diese Prozcntzisser ist grundlegend und drückt die Min- d e st - S o l l ka us kr a f t aus, di« eine Universitätsbibliothek um die Jahrhundertwende haben mußte. Diese wichtigen Unter suchungen Roquettes berichtigte Georg Leyh in seinem er schöpfenden Referat »Der Bücheretat der Universitätsbibliothek-") auf Grund der Zahlen für die preußischen Universitätsbibliotheken 1992—1913. Er kommt zu einer Meßzahl von 59,9^. Diese Meßzahl sür di« Kaufkraft der Bibliotheken, ausge drückt in Prozenten vom Gesamtladenpreis der deutschen Ver lagsproduktion, ergibt zweifellos sofort, wieviel Prozente unter dem »Existenzminimum« ein Etat liegt und wie es mit der abso luten und relativen Steigerung des Etats im Verhältnis zur wachsenden Produktionsmenge steht. Sie wird auch die Ver änderungen des durchschnittlichen Preisniveaus des deutschen Buches auffangen. Dagegen ist nicht gesagt, daß die wissenschaft liche Literatur an der wachsenden Produktion der Zahl und dem Wert nach gleichmäßig beteiligt ist. So zeigt sich z. B., daß seit 1913 der Anteil wichtiger Wissenschaften wie Medizin, Natur wissenschaften, Mathematik, Sprachwissenschaften, Geographie und Geschichte am Rückgang der Gesamtproduktion, der etwa 1575 beträgt, prozentual mengen- und wertmäßig viel stärker ist. Das bedeutet, daß die inneren Voraussetzungen für die Festsetzung einer Meßziffer für die Kaufkraft Schwankungen unterworfen sein können und daher der Kontrolle bedürfen. Die folgende Tabelle 2 gibt einen Überblick über die wech selnde Kaufkraft der deutschen Universitätsbibliotheken. Die Zahlen bis 1999 sind Roquette entnommen. Für 1913 und 1926 wurden die Angaben über den Vermehrungsetat im »Verzeichnis der Bibliotheken- im Jahrbuch der deutschen Bibliotheken 1913— 1926 zugrunde gelegt, und zwar für dieselben 21 Bibliotheken in beiden Jahren. (Straßburg sehlt 1913, weil es 1926 aus- scheidet; Köln und Frankfurt fehlen 1926, weil sie 1913 noch nicht als Universitätsbibliotheken geführt werden. Dagegen ist Ham burg auch 1913 benutzt, da der Charakter dieser Bibliothek sich nicht entscheidend geändert hat.) Dabei ist zu beachten, daß es sich nur um den »Vermchrnngsetat« (Bücher und Buchbinder) handelt, nicht um die sogenannten »sächlichen Ausgaben«. »> Zcntralbl. s. Bibliotheksw. XXXIX, 1822, S. 227 ff. >,. XI., 1823, S. 350 ff.
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