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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 07.05.1894
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1894-05-07
- Erscheinungsdatum
- 07.05.1894
- Sprache
- Deutsch
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->s 10«, 7. Mai 1894. Nichtamtlicher Teil. 2805 -t in der unheilvollen Theorie befangen gewesen sei, daß aller Handel sich selbst reguliere, und die Dinge habe gehen lassen, wie sie gegangen wären. Der Berband würde übrigens seiner Aufgabe noch weit besser dienen können, wenn überall eine gleich rege und zugleich maßvolle Bethätigung der gemeinsamen Bestrebungen herrschen würde. Aber der Verbandsleitung sei einerseits eine betrüchlliche Menge von Gleichgiltigkeit ent- gegengelreten, anderseits wieder ein vollgemessenes Maß von Ungeduld, die ebenso schädlich sei, wie die allzu weit gebende Zurückhaltung. Die immerhin langsamen, ober sicheren Erfolge des Verbandes sollten nicht durch neue Unternehmungen, die in ihren Wirkungen zunächst noch nicht absehbar seien, gestört werden. Man helfe, daß durch eine regere allgemeine Thätigkeit in den einzelnen Vereinen die Sache des Verbandes, die zugleich weil überwiegend diejenige der Sortimenter sei, ge fördert werde, und achte besonders darauf, worauf er den größten Wert legen müsse, daß überall in Uebereinstimmung mit dem Börsenvereins-Vorftande gearbeitet und nicht durch zeitweilige Ungeduld zerstört werde, was in der buchhändlerischen Organi sation in langen Jahren planvoll aufgebaut sei. Er verkenne nicht, daß die Motivierung des Herrn Meißner eine sehr durch dachte und im Einzelnen auch wohl berechtigte sei, daß es in der That große Mängel gebe im Verhältnis des Sortiments zum Verlage; es sei gut, daß diese hier einmal zur Sprache ge kommen seien. Die ruhigen leidenschaftslosen Darlegungen des Herrn Meißner hätten nicht nur inhaltlich, sondern auch ihrer Form nach seinen entschiedenen Beisall; er bedaure daher leb haft, geaen Herrn Meißner sich äußern zu müssen; man sei Herr» Meißner zu Dank verpflichtet und werde ihm noch dank barer sein können, wenn er seine Beredsamkeit und opferwillige Ar-beit in den Dienst des Verbandes stellen möchte, dem sie von unschätzbarem Nutzen sein würde. Herr Meißner-Elbing: Er danke aufrichtig für die zuletzt gehörten schmeichelhaften Worte des Herrn Vorredners, müsse sie aber ablehnen. Die Besorgnis, daß der Sorlimenterdund einen Keil in den Verband der Kreis- und Ortsvereine treiben werde, sei durchaus unbegründet. Man wolle sich doch vergegenwärtigen, daß die Verleger schon seit langen Jahren mit ihren vier Ver legervereinen nicht weniger als vier Keile in den Verband, der ja überwiegend das Sortiment in sich einschließe, getrieben Hütten; der Verband habe dadurch keinen Schaden erlitten, im Gegenteil habe er sich gekrästigt. Die Kreisvereine sollen nicht im min desten geschädigt, vielmehr bereichert werden durch neue Aufgaben und hoffentlich auch neue Erfolge. Die Frage, ob vom ver einigten Sortiment überhaupt etwas zu geschehen habe, werde allgemein bejaht; es handle sich also nur um die Form, und die beste Form werde die sein, die den Sortimentern die Mög lichkeit biete, ganz unter sich nach Lage des Bedürfnisses über die einzuschlagenden Wege zu beraten und an der Hand dieser Beschlüsse vorzugehen. Er bemerke wiederholt, daß in den jährlichen Delegierten-Versammlungen diese Möglichkeit nicht geboten werde. Herr von Zahn-Dresden: Vom Verbände und der Dele- gierten-Versammlung könne doch nicht behauptet werden, daß sie bisher Verleger-Interessen getrieben hätten. Im Verbände der Kreis- und Ortsvereine kämen vielleicht 99 Sortimenter auf einen Verleger; das Sortimenter-Interesse, das im Verbände vorwalle, sei also ein fast ausschließliches, und wenn das Sortiment oder die Mitglieder der Kreis- und Ortsvereine, jetzt wünschten, daß das bisherige freundschaftliche Zusammengehen mit dem Verlage, das ja immer die empfehlenswertere Taktik bleiben werde, aufzu geben und mit gewissen Forderungen hervorzutreten sei, so sei es eben die Aufgabe des Verbandes und der einzelnen Vereine, hierüber zu beraten und zu beschließen. Durch die Schaffung eines neuen großen Vereins, der ja auch alle die bisherigen Mitglieder des Verbandes umfassen solle, nehme man den Ver einen und ihrem Verbände den wichtigsten Teil ihrer Aufgaben weg und übertrage sie aus den neuen Verein. Nun bestände die Organisation der Vereine aber schon seit geraumer Zeit und habe sich bewährt; wozu also etwas Neues schaffen, dessen Aus sichten zunächst ungewiß seien? Herr Calvör-Göttingen: Der Gedanke des Herrn Meißner sei ihm zuerst sehr sympathisch gewesen; bei näherem Nachdenken habe er sich aber sagen müssen, daß durch Gründung eines reinen Sortimentervereins die Stellung dem Verlag gegen über sehr leicht eine scharfe und keineswegs erfreuliche werden könne, so daß ein Nutzen für das Sortiment nicht vorhanden wäre. Die Frage, ob der neue Verein notwendig sei, müsse er ver neinen; denn zur Wahrung der in Frage stehenden Interessen seien die Kreisvereine da, die eventuell reformiert werden könnten. Die andere Frage, ob er wohlthätig wirken werde, müsse er ebenso verneinen, denn nur durch ein friedliches, ver ständnisvolles HandinHandgehen des Sortiments mit dem Ver lage könne etwas Ersprießliches erreicht werden. Die Verleger vereine könnte» hier nicht angeführt werden, da ihre Zwecke überwiegend anderer Art wären. Vorsitzender Herr Zeidler-Sorau: Es hätten schon früher Sortimenter-Vereinigungen der hier geplanten Art teils bestan den, teils seien sie in Aussicht genommen gewesen. Er bitte, sich aus der Versammlung hierüber äußern zu wollen. Herr Theodor Ackermann-München: In den sechziger Jahren sei von Hermann Dominicus in Prag ein allgemeiner Sortimenterbund angeregt und gegründet worden, der seine Auf gabe völlig erschöpft und bis i» die siebziger Jahre bestanden habe. Eist durch den Zusammenschluß der Kreis- und Orts vereine zu ihrem gegenwärtigen Verbände sei dieser Bund gegen standslos geworden, also gewissermaßen in den Verband ausge gangen, und wenn er nicht irre, so sei s. Z. auch das Vermögen des Sortimenterbundes an den Verband der Kreis- und Orts vereine übergegangen. Später, in den achtziger Jahren, habe Herr Alexander Francke-Bern den Gedanken des früheren Sor- timenterbundes wieder ausgenommen; doch sei dieser Plan nur theoretisch erörtert und nicht zur Ausführung gebracht worden. Ein Programm dieses letzterwähnten Planes habe ihm nicht Vor gelegen. Er müsse daraus zurückkommen, daß auch die heute angeregte Sache mit einem klar vorgezeichneten Programme hervorlreten müsse, damit die Beitretenden genau formulierte Ziele daraus ersehen könnten und wüßten, woraus sie sich verpflichten. Ein solches Programm sei auch für die Leitung der neuen Be wegung unerläßlich; auch diese müßte eine genaue Begrenzung ihrer Pflichten kennen, denn er sehe voraus, daß es hier wie in allen derartigen Vereinigungen gehen werde, daß nämlich schließ lich die ganze Last der Arbeit, der erfüllbaren und der unerfüllbaren Ansprüche, auf einige wenige Schultern drücken werde. Er em pfehle nochmals, keine neue Organisation neben dem Verbände ins Leben rufen zu wollen, sondern die Lösung der Aufgaben, die dieser zusallcn würden, lieber innerhalb des bestehenden Ver bandes der Vereine zu versuchen. Wünschenswert sei allerdings die Herbeiführung regerer beständiger Beziehungen und Anregungen zwcichen den einzelnen Vereinen unter sich und mit der Central- leituog des Verbandes, und das könne wohl am besten durch ein vom Verbände hervorzurufendes Organ in die Wege geleitet werden, dessen Begründung er empfehlen möchte. (Rufe: Schon dagewesen.) Herr Meißner-Elbing: Er könne nur wiederholen, daß seines Erachtens der Sortimenterbund keinen Keil in den Ver band treiben werde, daß er im Gegenteil darauf angewiesen bleiben werde, neben diesem, durch seine Vermittelung und Unter stützung seiner Aufgabe zu dienen. Herrn von Zahn gebe er zu, daß der Verband vorwiegend Sortimenterinteressen zu pflegen habe; aber von einer Macht des Verbandes, die hier mehrfach betont worden sei, habe er bisher wenig bemerkt. Ja, wenn diejenigen Herren, die die Ueberzeugung von dieser Macht des
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