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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 09.03.1921
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1921-03-09
- Erscheinungsdatum
- 09.03.1921
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- Deutsch
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Redaktioneller Teil. 57, 9. März 1921. Neuer Vorsitzender des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins. — Wirkt. Geh. Oberbaurat vr. Otto Sarrazin hat mit Rücksicht auf sein hohes Älter — er steht im 79. Lebensjahr — sein Amt als Vor- . sitzender des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins nicdergelcgt. Geh. Rat Sarrazin hat mehr als zwanzig Jahre an der Spitze des Sprach- Vereins gestanden und sich in dieser Zeit um die Neinerhaltung der deutschen Sprache in Wissenschaft und Verkehr unvergängliche Verdienste! erworben. Allein sein in zahlreichen Auflagen verbreitetes »Verdeut schungs-Wörterbuch« hat hierfür unberechenbaren Nutzen gestiftet. Zu! seinem Nachfolger als Vorsitzender des Deutschen Sprachvereins ist der Präsident des Oberlandesgerichts Frankfurt a. M. Dronke aus ersehen, der ebenfalls bereits auf eine langjährige eifrige Tätigkeit im Hauptvorstand des Sprachvereins zurttckblicken kann. Gestorben: am 21. Februar Herr Carl Hcikampf in Düsseldorf, der die dortige Musikalienhandlung A. Modes 1917 übernommen hatte und unter der Firma A. Modes Nachf. (H. Heikampf) seit dem geführt hat. Nodgcro Prümcrs f. — In Wernigerode starb der frühere langjährige Direktor des Staatsarchivs in Posen und Professor für Geschichte an der dortigen Akademie Dr. Nodgero Prümcrs im 69. Lebensjahre. Gcheimrat Prümcrs trat 1874 in Magdeburg in den preußischen Archivdienst ein. 1875 wurde er nach Stettin und 1886 als Staatsarchivar nach Posen berufen. Hier erhielt er die Ernennung zum Archivdirektor und 1903 zugleich die Berufung zum Professor au der Akademie ebenda. Der Gelehrte war Mitglied der Provinzial-Kommission znr Erforschung und zum Schutze der Denk mäler der Provinz Posen, ferner Präsident der Deutschen Gesell schaft für Kunst und Wissenschaft in Posen, Vorsitzender der Historischen Gesellschaft für die Provinz Posen und Herausgeber der Zeitschrift dieser Gesellschaft. R. Pocch ch. — Der Wiener Anthropologe Professor Or. Rudolf Pocch ist nach längerem Leiden in Innsbruck in» 50. Lebensjahre gestorben. Der Verblichene hatte nach einer Malaria in der Schweiz Erholung gesucht, erlitt in Innsbruck bei der Heimreise einen Rückfall und mußte sich dort einer Operation unterziehen. Poechs Name war bekannt geworden, als im Jahre 1898 in Wien einige Fälle von Pest auftratcn; er, der damals an der Klinik Professor Noth nagels arbeitete, erkrankte ebenfalls an der Pest, genas jedoch. Später wandte er sich der Anthropologie und Ethnographie zu und unternahm im Aufträge der Wiener Akademie der Wissenschaften Reisen nach Neu- Gninca und Südafrika, wo er sich vornehmlich der Untersuchung und Erforschung der Stellung der Zwergrassen innerhalb des Menschen geschlechtes widmete. Von seinen wissenschaftlichen Werken sind zu nächst jene über die Pest in den Berichten der Wiener Akademie der Wissenschaften, ferner der Abschnitt »Pest« in Nothnagels großem medi zinischen Sammelwerk bemerkenswert: seine anthropologischen und ethnologischen Arbeiten sind zumeist in den Sitzungsberichten der Wiener Akademie der Wissenschaften, der Geographischen und Anthro pologischen Gesellschaft erschienen. ^ Spreaisaal. Aus Amerika. Von der S t a a t s z e i t u n g Herold in New Aork ist uns nachstehendes Schreiben zugcgangen, das wir wunschgemäß zur allge meinen Kenntnis bringen: Sehr geehrter Herr! Wir richten diese Zeilen an Sie und bitten Sie, dieselben Ihrer Vereinigung vorzulegcn und, soweit dies in Ihrer Macht liegt, unseren Worten durch die deutsche Presse die weiteste Verbreitung zu geben. Die Staats-Herold Corporation (die vereinigte New ?)orker Staats- zcitung und Herold) hat seit Jahrzehnten mit den deutschen Verlegern die freundschaftlichsten Beziehungen unterhalten: cs liegt im beiderseiti gen Interesse, diese Beziehungen auch küustighiu zu pflegen und zu stärken. Die Lage der deutschen Presse in Amerika hat sich in-1 folge der Umgestaltung der politischen Verhältnisse in Europa so bc-j deutlich verschlechtert, daß zahlreiche deutschsprachige Zeitungen ihr Er- ^ scheinen einstellcn mußten. Tie Zahl der deutschen Leser im Lande hat sich verringert, die Zahl der Anzeigcnknnden hat abgenommen. Die N. Y. Staatszeitung und der N. A. Herold haben unter schweren Opfern und trotz der gehässigen Anfeindungen durchgehalten; sic stehen heute so fest und sicher wie je, sie werden, ihrer Tradition getreu, der deutschen Kultur und der Freundschaft zwischen Amerika und Deutschland Stütze und Fürsprecher sein. In Erfüllung dieser Aufgabe rechnen wir auf Ihre Mithilfe, und wir verstehen unter Mithilfe lediglich einen Beweis Ihrer »Fairneß und Ihres Verständnisses für die Schwierigkeit unserer Aufgabe. Wir haben es uns von jeher angelegen sein lassen, die Leser unserer Zeitungen mit den besten Erscheinungen der deutschen Romanliteratur bckanntzumachen; wir haben diese Romane und Erzählungen von den Verlegern direkt erstanden und ihnen damit eine vielleicht nicht liber- reiche, aber regelmäßige Eiuuahmeguelle erschlossen. Wir beabsichtigen auch fernerhin, unsere Verbindungen mit den Herren Verlegern ausrecht- zuerhaltcn, wir müssen aber darauf bestehen, nur mit den Ver legern direkt zu verhandeln und nicht mit irgend welchm amerikanischen Unteragenten, meistens Persönlichkeiten, die jich hier nicht des wünschenswerten Ansehens erfreuen, und denen der eigene Vorteil höher steht als das Interesse ihrer deutschen Auftraggeber. Gleichzeitig erscheint cs uns geboten, die irrige Ansicht deutscher Autoren und Verleger über die finanzielle Lage in Amerika richtigzn- stcllen. Deutscherseits scheint man die Vorkriegsmarkpreise ganz einfach in Dollars zu übertragen; Schriftsteller, die vor dem Kriege für einen Beitrag 100 M a r k forderten, verlangen heute 100 Dollar, das heißr, sie wollen unsere Ausgaben vervierfachen und ihre Einnahmen verfünf- zigfachen. Die Herren Verleger, denen wir vor dem Kriege für einen Roman fünfzig bis zweihundert Dollar bezahlte», fordern jetzt 5000 Dollar für Romane, die keineswegs aus der Höhe der frühe ren stehen. Wir wollen hier nicht auf die sehr bedeutende Verteuerung des Zeitungsbetriebcs Hinweisen, die hier noch größer ist als in Deutsch land: wir wollen cs, ganz abgesehen von dieser Verteuerung, Ihrem ge schäftlichen Ermessen überlassen, ob Sie derartige übertriebene Forde rungen für berechtigt, für gerecht halten. Es muß Ihnen einleuchtev, daß wir unter solchen Bedingungen davon abschen müssen, den deutschen Lesern die geistige Kost vorzusetzen, die ihnen nottut, und die mir ihnen bieten wollen. Einzelne Verleger, leider nur sehr wenige, haben, in kluger und richtiger Erkenntnis der Sachlage, uns verständigt, daß sie all den Vorkriegspreisen festhalten werden, d. h. an den früheren Markpreisen zum alten Kurs. Es liegt uns durchaus fern, aus Deutschlands Not und aus der niedrigen Valuta Nutzen zu ziehen; alles, was wir wollen, ist, gegen lächerlich hohe Forderungen Verwahrung einzulcgcn; alles, was wir mit diesen Zeilen bezwecken, ist, unsere Leser vor einer geisti gen Hungerblockade und die deutschen Verleger und Autoren vor einem gerade jetzt doppelt empfindlichen Verlust zu bewahren. In der sicheren Erwartung, daß Sie diese sehr ernste Frage an zu ständiger Stelle Vorbringen und sehr ernstlich besprechen, verbleiben wir mit vorzüglicher Hochachtung Victor T. Nidder. Mitgliedsbeitrag des Börsenvereins. Ter Mitgliedsbcitrag des Börsenvcrcins wurde im Vorjahr von 30 auf 150 ^ erhöht! Warum? Nun, die allgemeine wirtschaftliche Lage erforderte diese Maßnahme! Im allgemeinen hat man sich viel leicht an diese Erhöhung gewöhnt, — oder nicht? Bei der schweren Vcrdienstmöglichkeit, die uns durch den Schulbüchcrverlag leider ge geben wurde, muß aber der kleine und mittlere Sortimentsbuchhändler mit jedem Pfennig rechnen. Würden nicht einige Kollegen einen Antrag zur Kantate-Hauptversammlung unterstützen, der eine gerechtere Ver teilung der hohen Beiträge ermöglichte, z. B. nach Umsatz, oder nach Personal, sodaß drei Stufen, und zwar 50 — 100 — 200 ./i oder 75 — 125 — 250 zur Einhebung gelangen müßten? Ebenso wie die Steuern nach dem Einkommen bemessen werden, ist es nicht anders als recht und billig, den Mitgliedsbcitrag (statt dieser gleichmäßigen Er höhung um das Fünffache) dem betreffenden Geschäftsumfang ent sprechend zu bemessen. Wir haben Geschäfte mit Umsatz von 50, 100, 300 Mille und darüber, also wenn dieser Modus zur Anwendung käme, würde durch Umfrage schnell die Lösung erfolgen können! Münsterberg i. Schl. F. Blühm. Vorstehende Anregung ist an sich bestechend, stößt aber aus erhebliche praktische Schwierigkeiten bei der Durchführung, vor allem wenn man bedenkt, daß alle Kauslcute nicht so leicht geneigt sind, bestimmte Zahlen ihres Geschäftsbetriebs anderen Personen mitzuteilcn. Die Höhe des Umsatzes dürste von den meisten Sortimentsbuchhändlern als Geschäfts geheimnis gewahrt werden. Einen durchaus gerechten Vcrteilungs- grundsatz vermag überdies weder die Höhe des Umsatzes noch die Zahl der Angestellten zu bieten. Red. 292
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