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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 17.05.1886
- Strukturtyp
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- 1886-05-17
- Erscheinungsdatum
- 17.05.1886
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- Deutsch
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112, 17. Mai 1886. Nichtamtlicher Teil. 2619 viertel und achtel Bogen in der Maschine gesammelt und in Paketen von zwölf Stücken ausgelegt. Unseres Wissens ist die Maschine bisher nicht Patentiert. Von Neuerungen auf diesem Gebiete ist sonst nichts zu berichten; dagegen haben wir heute mehrere Hilfsapparate für den Buchdruck zu erwähnen. Zunächst den Handdruck-Apparat von U. Wilkens in Braunschweig (Patent Nr. 35 238). Leider läßt uns der Erfinder darüber völlig im Unklaren, welchen Zwecken sein Apparat dienen soll. Handelt es sich um eine Schreibmaschine, oder um einen sogenannten Sclbstdruckcr für Kaufleute rc. oder endlich um eine Presse für kleine Accidenzicn, die in einer nur geringen Auflage gedruckt werden? Letzteren beiden Zwecken dürste der Apparat, soweit aus der Zeichnung zu ersehen, ganz gut an zupassen sein. — Praktisch erscheint auch die Paginier-Maschine von I. H. Ermbter in Neuß am Rhein (Patent Nr. 35 217). Dieselbe dient nicht nur zum Paginieren von Kontobüchern, sondern auch zum Numerieren von Coupons und Wertpapieren, und zwar bietet sie den Vorteil, daß man mitihr gleichzeitig, also mit einem Druck, eine ödere mehrere voneinander unabhängige Nummern drucken kann. — Interessant ist der Billet - Stempel - appart von E. Dania in Wien (Patent Nr. 35 243), insofern, als der Erfinder aus die Verstellung der Zahlen unseres Wissens zuerst das Prinzip der Haken- oder Ankerhemmung, wie bei den Uhren, angewendet hat. Durch dieses System hofft Dania die Nachteile zu heben, die solchen Apparaten anhaften und die haupt sächlich im langsamen Arbeiten bestehen. Dabei soll der Apparat nicht wesentlich teurer sein. — I. Kollmann in Salzburg hat sich die heikle Aufgabe gestellt, einen gut arbeitenden Brief abstempelungsapparat zu liefern (Patent Nr. 35 303). Der Apparat wird durch einen kleinen Motor getrieben und stempelt angeblich selbstthätig, ohne irgend welche Mitwirkung eines Beamten. Die Pariser Zeitschrift »I/Imprimsris« bringt einen Aufsatz über Gold- oder Bronzedruck, aus welchem wir einiges ent nehmen möchten. Das gewöhnliche Verfahren hierzu besteht be kanntlich darin, daß man die Form gut zurichtct und mit einer klebrigen, beizenden Farbe überzieht. Sobald ein Bogen mit dieser Farbe gedruckt ist, wird das Papier mit Goldstaub gepudert, dessen Überschuß man durch Schütteln des Papiers oder mit Watte entfernt. Dieses Verfahren wirkt jedoch nachteilig auf die Gesund heit der Arbeiter, weil der sogenannte Goldstaub aus Kupfer besteht. Man wendet deshalb, namentlich bei größeren Auflagen, Bronziermaschinen an, welche bei tOOO Bogen in der Stunde liefern und ziemlich ebenso zu Werke gehen wie die Steindruckpresse. Die Bronzefarbe wird in einem völlig abgeschlossenen Holzkasten mittelst einer Plüschwalze wie gewöhnliche Farbe auf die Schrift gedruckt, während andere Walzen die überschüssige Bronze entfernen. Andere Maschinen sind mit einem Schüttelwerk versehen, welches die frische Schrift mit Bronzefarbe bedeckt. — Ziemlich ebenso wird beim Silberdruck verfahren, nur daß die Beize hier aus Firnis und Silberweiß besteht. Zu diesen Drucken verwendet man auch vielfach an Stelle des Silbers Perlmutterstaub. Man kann aber auch echtes Blattgold zu den Golddrücken verwenden, in welchem Fall das sonstige Klebemittel durch in destillirtem Wasser aufgelöstes Gummi arabicum ersetzt wird. Da dieses sehr rasch trocknet, so muß die Arbeit in größter Eile erfolgen. — Gold- und Silberdrucke lassen sich, nach erfolgtem Trocknen, glätten oder satinieren, jedoch muß dies mit Vorsicht geschehen. Zum Schluß dieser sich auf den Buchdruck speziell beziehenden Notizen sei erwähnt, daß ein Italiener, welcher wohl aus Beschei denheit bisher nicht mit seinem Namen hervorgetreten ist, eine im Dunkeln leuchtende Buchdruckfarbe, ähnlich der sogenannten Balmaineschen Leuchtfarbe, erfunden haben will. Dies eröffnet weite Aussichten. Einmal wird man künftig seine Zeitung auch im Finstern lesen können, sodann hat, und das ist wohl die Hauptsache, der Erfinder hoffentlich dafür Sorge getragen, daß seine Leuchtfarbe ebenso rasch verblaßt wie die gewöhnliche, »ud daß man damit »ach kurzer Zeit das Papier von neuem bedrucken kann. — Aus dem verwandten Gebiete des Steindrucks bezw. chemischen Druckes haben wir heute eine Reihe Neuerungen zu verzeichnen. Julius Wezel in Reudnitz-Leipzig hat sich unter Nr. 35 454 ein Verfahren zur Herstellung einer Lithographie- Steinschicht auf Metallplatten, also auf einen Ersatz für die lithographischen Steine, patentieren lassen. Die bisherigen Versuche in dieser Richtung, meint er, lieferten kein günstiges Ergebnis, weil kohlensaurer Kalk zur Anwendung gelangte. Wezel verfährt da gegen bei Herstellung seines Surrogats wie folgt: Lithographie stein, Kreide, Marmor und Kalk werden mittelst Schwefel- und Salzsäure aufgelöst, und aus der Lösung mittelst Harzes oder Öl seife als harz- oder fettsaurer Kalk ausgeschieden. Nach Entfernung der Säure wird der Rückstand zu Pulver getrocknet, worauf man das Pulver in Sodalösung mechanisch verteilt und mittelst Dampf injektors auf die Metallplatte aufbläst. Der Erfinder versichert, seine auf diese Weise hergestellten Platten seien den Lithographie steinen ebenbürtig und haben außerdem den Vorteil der bequemeren Behandlung. Wie steht es aber mit dem Preis? Darüber fehlt leider jede Angabe. — Sampson BrigdewoodLSohn in Laugton (England) erhielten unter Nr. 35 434 ein Patent auf ein Verfahren zur Herstellung von lithographischen und zinkographischen Druckplatten in Halbtönen. Die so hergestellten Formen be sitzen angeblich alle Eigenschaften einer gewöhnlichen Lithographie. Zur Herstellung derselben dient ein künstliches Korn, welches die Anwendung des Verfahrens beim Steindruck sowohl, wie in der Porzellanindustrie gestattet. Der Erfinder behandelt Photographieen und Zeichnungen nach einen, Verfahren, auf dessen Einzelheiten wir hier nicht eiugeheu können, und welches in der Hauptsache aus der Auftragung eines Gemenges von Wasser, Stärkemehl, Gummi und Zucker besteht. Hierauf überträgt man das so vorbereitete Bild auf einen gekörnten Lithographiestein. Das Korn desselben drückt sich in die weiche Masse ein und giebt dem Negativ ein Korn, welches demjenigen des Steines entspricht. Mau arbeitet dann mit der Photographie oder der Zeichnung genau wie mit einem litho graphischen Stein, nur mit dem Unterschiede, daß »die anzufertigeude Zeichnung nur eine sehr leicht und sehr schnell anzufertigende Durch zeichnung ist«. Etwas unklar! Die Fachzeitung »Freie Künste« bringt den Anfang einer eingehenden Abhandlung über den immer mehr in Aufnahme kom menden lithographischen Zinkdruck. Der Verfasser des Auf satzes unterscheidet zwischen Zinkplatten, welche, wie die oben ge schilderten Wezelschen, mit Kalk überzogen sind, also weiter nichts sind, als handliche Lithographiesteine, und den Rosenthalschen Litho-Metalldruckplatten, d. h. Zinkplatten, welche chemisch be handelt sind. Diese werden mechanisch gekörnt, einem Bade von Säure ausgesetzt und schließlich mit Alaun behandelt. Was gehört nun dazu, daß diese Platten den Stein wirklich ersetzen? Zunächst, daß der Preis mäßig sei, und daß sich die Platten öfters wieder verwenden lassen. Erstere Bedingung sei jedoch noch nicht ganz erfüllt. Der zweiten aber entsprechen nur die Rosenthalschen Platten, die sich zehn bis zwanzig Mal benutzen lassen, ohne einer anderen Bearbeitung zu bedürfen, als Auswaschung mit Terpentin, Benzin und drei Tinkturen. Die Preisfrage spiele übrigens eine um so größere Rolle, als das Druckerpersonal nur widerwillig an die neuen Platten heranzugehen Pflege, weil eine Menge kleine > Kunstgriffe erst herausgefunden werden müssen. Überhaupt werde
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