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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 11.09.1920
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1920-09-11
- Erscheinungsdatum
- 11.09.1920
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
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Siedaknonellsr Teil. M 205, 11. September 1S20. eicht per Devisenzentral« richtet, um zu sehe«, ob die Mark schon wieder teurer geworden ist, und nun schon seit einigen Wochen die Verluste berechnet, die er bei Bezahlung seiner Verbindlichkeiten erleidet — da er die Bücher, die er bei einem Stand des Markkurses von ü 2.80 lauste, jetzt mit I< 5.30 bezahlen muß! —, habe» cs die Angestellten der Buchhandlungen für angezcigt gehalten, in den Streik zu treten und dadurch alle Buchhandlungen stillzulegen!! - Daß der Streik- baztllus auch einmal die Buchhandlungsangcstelltcn erfassen würde, haben wir seit einem Jahr befürchtet. Deshalb haben wir uns in einen, Arbeitgeberverband zusammengeschlossc», um gemeinsam dieser Gefahr zu begegne». Schon zweimal wurde sic durch Nachgiebigkeit der Chefs gebannt. Aber diesmal haben cs die exorbitanten Forde rungen der Angestellten — sic verlangten nicht weniger als 120 Prozent auf die Gesamtbezügc, während sich andere Organisationen mit 5 bis 8»/» auf die gleitenden Zulagen zufriedcngeben — mit sich gebracht, daß alle Betriebe sich so eng als möglich zusammenschlossen, um diese Forderung gemeinsam abzulehnen. Bis jetzt haben die Angestellten den Versicherungen der Chefs, baß sie nicht imstande seien, die Gehalte zu verdoppeln, keinen Glaube» schenken wollen, und so müssen sie sich erst dadurch von dieser Unmöglichkeit überzeugen, daß die Unterneh mer lieber verziehe», ihre Betriebe unter Umständen auch auf längere Zeit zu sperren oder zu verkleinern, als sich langsam, aber sicher selbst zugrunde zu richte». Daß wir Sortimenter den durch die Valuta- Verhältnisse, erhöhte Druck- und Papierpreise ohnehin schon hohen Preis der Bücher nicht noch mehr erhöhen können, was bei Erfüllung der gestellten Forderungen nötig wäre, sehen die einsichtsvollen Ange stellten schon ein, aber ihre Zahl ist »och zu gering, als daß sie Einfluß ans Ermäßigung der Forderungen nehmen könnten, und so bleibt uns voraussichtlich nichts anderes übrig, als uns auf eine eventuell längere Dauer des Streiks gefaßt zu machen und neuerdings an die Geduld und Nachsicht der Verleger zu appellieren. Wien, S. September 1020. Wilhelm Müller. Die Gründung eines Verbandes der öffentliche» Büchereien im Regierungsbezirke Merseburg ist erfolgt. Die versam melten Leiter und Mitarbeiter der öffentlichen Büchereien stimmten der Gründung zu. Vorsitzender ist Rektor Mühlner in Helfta bei Eis- lebcn. Dieser sowohl wie Bezirksjugeiidpflegcr Hemprich in Merse burg erteilen nähere Auskunft über die Aufgabe und Arbeit des Ver- lbandcs. Zeitschriften, die der Finna Masse die Verwaltung ihres Inseraten teils übertragen haben. Im Jahre 1872 gründete Masse das »Ber liner Tageblatt- und gliederte später diesem Berlage die --Berliner Morgenzeitung- sowie die »Berliner Volkszeitung- an. Um die Ent wicklung des Anzeigenwesens hat sich der Verstorbene große Ver dienste erworben. Er verstand es, seine Annoncenvermittlung zu einen, ! weltumfassenden Unternehmen auszugcstalten. An seinem 75. Ge- iburtstagc ernannte ihn die Universität Heidelberg zum Ehrendoktor. !Nber 50 Jahre stand er an führender Stell« im deutschen Zeilungs- geiverbe, das in ihm eine seiner markantesten Persönlichkeiten ver- - liert. Für wohltätige und soziale Zwecke hat der Heimgegangene, der selbst ein sehr bescheidenes Leben führte, Millionen zur Verfügung ! gestellt. Felix Guyo» f. — Ein Gelehrter von Weltruf, Professor Or. Felix Gupon, einer der hervorragendsten Vertreter der Urologie, ist, 89 Jahre alt, ln Paris gestorben. Seit 1877 Professor für chirurgische Patho logie, vertrat er von 1890 bis zu seinem Rücktritt an der Pariser Fa kultät die für ihn geschaffene Professur der Klinik für Harnwerkzeuge. Im seiner Klinik im Hospital Necker suchten ihn Schüler ans alle» Ländern der Erde auf, um seine Behandlung der chirurgischen Harn- und Blasenkrankhciteu und die Anwendung der von ihm erfundene» Instrumente kennen zu lerne». Seine »Vorlesungen über die Krank heiten der Haruwcge- und »Vorlesungen über die chirurgische» Er krankungen der Blase und der Prostata», sowie sein »Atlas über Krank heiten der Harnwegc- sind den Fachleuten unentbehrliche Werk« ge worden. Versonalnachrichtk.'!. Prosessor Walter Tiemann, der bekannte Graphiker und Künstler, wurde von der sächsischen Regierung zum Direktor der Leipzi ger Akademie für graphische Künste und Buchge werbe ernannt. Die Wahl des Nachfolgers für den verstorbenen Professor Max Seliger darf als eine recht glückliche bezeichnet werden. Tiemann steht im 44. Lebensjahre und ist seit 1903 an der Akademie tätig. In eurer Zuschrift an die »Leipziger Neuesten Nachrichten», von der nachstehend einige Sätze wiedergcgebe» werben, wird sei» über aus weitreichender Einfluß ans die Entwicklung der zeitgenössischen Buchkunst gerühmt: »Man darf ihn zu den Bahnbrechern der moderne» deutschen Schristkunst rechnen. Die von ihm entworfenen Typen, vor allem seine berühmte, bei Klingspor in Offenbach geschnittene Ttemann- Antigua, erfreuen sich größter Beliebtheit bei allen künstlerisch Fort geschrittenen. Hand in Hand damit gehen seine rassigen, doch stets vornehm zurückhaltenden, mit sparsamen Mitteln arbeitende» Buchein bände. Der Plakatkünstler Tieniann kann sich aus das bekannte Bugrapiakat berufen. Von dem Maler Tiemann sah man von Zeit zu Zeit Bilder, Landschaften, deren stille, unaufdringliche, sein kolo ristische Art eine Freude innerhalb dieser aufgeregten Zeit bedeuten.- — Auch seine pädagogische Begabung erfreut sich des besten Rufes. So vereinigen sich denn in der Person TiemannS alle Voraussetzungen, die einen weiteren künstlerischen Aufstieg der Akademie erhoffe» lassen. Arthur von Dettingen f. — Der bekannte Physiker und Bkteoro- loge Professor 11r. pliil. Arth,» von Dettingen, russischer Staatsra, a. D., ist am 5. September in Bensheim an der Bergstraße, wo er in, Ruhestände lebte, im 85. Lebensjahr« verschieden. Geboren am 28. März 1838 in Dorpat, studierte er daselbst, in Paris und Berlin und habi litierte sich 1883 in Dorpat, wo er 1887 zum ordentlichen Professor er nannt wurde. 1893 mutzte er bei der Russisizierung der Universität Dorpat de» dortigen Lehrstuhl verlassen. Er siedelte an die Universität Leipzig über, wo er 1894 zum ordentlichen Prosessor ernannt wurde Bei Dettingen gingen Wissenschaft und ihre Anwendung Hand in Hand Was die Theorie ihm zutrug, mußte die Praxis auf ihre Tüchtigkeit hin prüfen. Arbeiten über elektrische Entladungen und Gasexplosionen und über das Thermometer, praktische Betrachtungen in Meteorologie, Untersuchungen über mechanische Wärmetheorte und Konstruktion eines Winbkomponenten-Jntegrators füllte» seine Tätigkeit aus. Zur »Theo rie der Musik- hat er zahlreiche sehr wertvolle Arbeiten veröffentlicht. Bon größter Bedeutung wurde sein »Harmoniesystcm I» dualer Ent wicklung-. Zuletzt erschien seine Theorie »och neugefatzt in Ostwalds »Annalen der Naturphilosophie-. Mit Ostwald verband ihn auch in- i soweit engere Fühlung, als er dessen »Klassiker der exakten Wissen- ! schäften- mitrcdigiertc. Auf ein anderes Gebiet führte» seine Werke: -»Elemente des geometrisch-perspektivischen Zeichnens» und »Die pcr- : spektivischen Krcisbilder der Kegelschnitte--. 6prechsM. Gestorben: am 8. September auf seinem Gute Schcnkendors bei Königswuster hausen Herr Or. Ir. o. NudolfMosse im 78. Lebensjahre. Der Verstorbene, der sich bis zuletzt einer ungebrochenen körper lichen und geistigen Rüstigkeit erfreute, erlitt aus einer Wagcnfahrt einen Herzschlag. Rudolf Mosse wurde am 8. Mai 1843 in Grätz in Pose» als Sohn eines Arztes geboren. Er kan, als junger Buchhand- lungsgchilfc anfangs der 80er Jahre nach Berlin und gründete hier in, Jahre 1887, kaum 28 Jahre alt, eine Annonccnannahme- und -Ver mittlungsstelle für die deutsche Presse. Diese Zeitungs-Annoncen expedition nahm mit der Zeit einen gewaltigen Aufschwung, nament lich als sic den Anzeigenteil einer Reihe weitverbreiteter Blätter in eigene Verwaltung nahm. Heute sind es über 100 Zeitungen und Zur Auchbuchhändler-Frage. sVergl. Bbl. Nr. 107.» Herr Spezerei-,Mehl-,Papier-,Schreibware»- und nun Auchbuch händler Fritz Wagensetl ln Leutkirch hat einen Bruder, der eine Geschirrhandlung betreibt, »nb auch dessen Auslagen werden be nützt, um die Belferschen Negimcntsgeschichten auszustelleu inmitten von allem möglichen Kram von Geschirren, wie Tellern und Suppen schüsseln, Spucknäpfcn usw. Das ist eine Profanierung der literarischen Erzeugnisse eines Verlages in höchster Potenz und muß geradezu ver letzend für diesen wirken. Und da fordert der Belsersche Verlag auch noch auf, dieser A»ch buchhändler, der so viel Verständnis für das Buch zeigt, solle als Mitglied dem Börfciiverein beitreten. Der Vorstand desselben wird aber hoffentlich wissen, was er in solche» Fälle» zu tun hat. In der Erwiderung <Bbl. Nr. 107> des Belferschen Verlages brückt sich dieser sehr allgemein darin aus, er sagt, Herr Ba- genseil sei bei ihm mehrere Jahre beschäftigt gewesen: damit wird der Glaube erweckt, er sei als Buchhändler tätig gewesen, was aber nicht der Fall war, er war ln der Buchdruckerci des Belserschen Verlages als Schriftsetzer tätig. Leutkirch, im September 1020. H o f b u ch h ä » d l e r Bcrnklau. Verantwort!. Red. t. V.: Richard Albertt — Verlag: DerBörsenoerein der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches BuchhändlcrhauS. Druck: Ramm ch Seemann. Sämtlich tu Leipzig. — Adresse der Redaktion NN- Expedition: Leipzig, Gerichtsweg LS lBuchhändlcrhauSl. 1088
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