Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 05.03.1920
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1920-03-05
- Erscheinungsdatum
- 05.03.1920
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19200305
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192003054
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19200305
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1920
- Monat1920-03
- Tag1920-03-05
- Monat1920-03
- Jahr1920
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
53, 5. März 1920. Redaktioneller Teil. PersonaliillchriAen. Gestorben: am 24. Februar nach längerem Leiden Herr Friedrich GerS- l bach, Inhaber der gleichnamigen Verlagsfirma in Hanno ver, im Älter von 36 Jahren. Der Verstorbene Übernahm das am 1. Januar 1906 gegründete Geschäft 1914 für eigene Rechnung und ist bemüht gewesen, cs nach Möglichkeit auszubauen; ferner am 25. Februar Herr OttoKeller, Teilhaber der Firma Heinrich Keller in Frankfurt a. M., an den Folgen eines Schlaganfalls im 01. Lebensjahre. C. A. von Martins -f. — Am 27. Februar ist der Chemiker und Großindustrielle I0r. Carl Alexander v. Martius in Staufenhoff bei Reichcnhall im Alter von 82 Jahren gestorben. Als Gründer und Leiter der Aktiengesellschaft für Anilinfabrikation in Berlin hat er auf die Entwicklung der chemischen Industrie starken Einfluß ausgeübt. Im Jahre 1867 gab er mit Wichelhaus und anderen Schülern Hof manns die Anregung zur Gründung der »Deutschen Chemischen Gesell schaft« und zehn Jahre später zur Bildung des »Vereins zur Wahrung der Interessen der chemischen Industrie Deutschlands«. SvreWal. Mhne Verantwortung der Redaktion: jedoch unterliegen alle Einsendungen -er Bestimmungen Uber die Verwaltung des Börsenblatts.» über die Zukunft des Allgemeine« Deutschen Buch» haudlungs-Gehilfro-L'erboudrv ru Leipzig Der Allgemeine Deutsche BuchhanSluiigS-Gchilsen-Vcrband plant «ine Verschmelzung mit dem Angestcllten-Verband des Buchhandels ^frühere Allgemeine Vereinigung Deutscher Buchhai,dlungsgehilsen). Warum? Wer soll von beiden in Zukunft der Führer sein? Die Ten denzen der beiden Verbände sind verschieden, auch die Mitglieder sind dis zu einem gewissen Grade verschiedener Art. Wer von beiden Or ganisationen gibt nun sein Programm in Zukunft auf, welchen Mit gliedern wird zugemutet, in Zukunft eine andere Ansckzanung zu haben, wenigstens soweit es ihre Verbaudslcitung betrifft? llber diese Fragen Ist bisher noch sehr wenig in die Öffentlichkeit wie in die eigenen Mitgliederkreise gedrungen. Zwingen die Verhältnisse den einen oder den anderen Verband, Anschluß an eine andere Organisation zu suchen, oder welche Gründe sind maßgebend, beide zu einem Verbände zu ver einigen? Der Allgemeine Deutsche Buchhandlungs-Gchilfcn-Verband ist die ältere Vereinigung, sie besteht nahezu fünfzig Jahre, hat eine ganze Reihe von Wohlsahrtseinrichtungen und ein beträchtliches Ver mögen, das den Unterstützungskasscn die denkbar beste Sicherheit ge währleistet. Er hat ungefähr 2500 Mitglieder und erklärt in seinen Veröffentlichungen, »auch den modernen Fragen der Angestelltenbewc- gung mehr Interesse als früher entgegenbringen zu wollen*. Der Verband hat zwar nnter seinen Mitgliedern eine Reihe Prinzipale, die aber wohl ohne Einfluß auf die Betätigung der Verbandsleitung sind. Der Verband hat auch bereits bewiesen, daß er zu den neueren Fragen der Angestelltcnbcwegung, durch die wirtschaftlichen Verhältnisse der Angestellten im allgemeinen wie der Buchhandlnngsgchilfcn im beson deren veranlaßt, durchaus objektiv Stellung nimmt. Er will nicht lediglich Unterstützungsverein sein, aber er verkennt den Wert seiner Einrichtungen nicht, die im Falle der Not doch immerhin zu beachten sind. Er glaubt auch damit für die wirtschaftliche Hebung seiner Mit glieder zu wirken. Eine Kampforganisation ist er nicht. Anders der Angestcllten-Verband des Buchhandels. Er ist als Allgemeine Ver einigung Deutscher Buchhandlungsgchilsen vor ungefähr 25 Jahren ge gründet worden und eine reine Kampforganisation vom ersten Tage des Bestehens an. Der Name ist erst seit kurzem geändert, zweifellos um seine Arbeit auf eine breitere Grundlage zu stellen. Es könnte aber auch der Grund dazu der gewesen sein, daß im reinen Buchhandel die Werbetätigkeit nicht mehr genügend zugkräftig war, denn die Mit- gliedcrzahl mar auch nicht über die 3006 hinansgckommen. Nachdem nun eine breitere Grundlage für die Werbetätigkeit geschaffen war, namentlich im Zeitungsgewerbe, ist der Angcstclltcn-Verband jetzt sicher der größere von beiden Verbänden der Mitgliedcrzahl nach. Ob aber seine Einrichtungen den gesunden Aufbau haben wie die Einrichtungen -cs Buchhandlungs-Gchilfcn-Verbandes, ist wohl zu bezweifeln. Man hat gerade darüber vor dem Kriege stets das Gegenteil behauptet. Aber abgesehen davon, hat der Angestcllten-Verband durch seine ausgespro chene Kampfnatur und durch seine neuerdings eingetretcne Mitglieder- -unahmc hente in der Masse der Gehilfenschaft einen größeren Zu spruch. Die Organisationen sollen auf gewerkschaftlicher Grundlage stehen, so lauten heute die Forderungen der gesamten Angestelltenschaft. Es gibt einen Gewcrkschaftsbund der Angestellten, einen Gewcrkschasts- buud kaufmännischer Angestelltenverbände und eine Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände. lDieser letztgenannten Arbeitsgemeinschaft freier Angestelltenverbände gehört m. W. auch der Angestellten-Ver- band des Buchhandels an.) Alle Organisationen der Angestellten treiben heute Gewerkschaftspolitik, die einen weniger, die anderen mehr radi kal. Auch der Buchhandlungs-Gchilfcn-Verband hat sich an der Ge- wcrkschaftspolitik bereits beteiligt, allerdings in gemäßigter Form. Der Angcstellten-Verband ist seinem Programm von jeher treu geblie ben, in erster Linie Kampforganisation zn sein. Wie denken sich nun die maßgebenden Stellen der beiden Verbände in Zukunft diese beiden Richtungen unter einen Hut zu bringen? Will der Buchhaudlungs- Gchilfen-Verband sich der radikalen Führung des Angestcllten-Vcrban- dcs in Zukunft unterstellen, oder will der Angcstellten-Verband nach dem Zusammenschluß beider Verbände eine gemäßigtere Richtung ver treten? Darüber würde m. E. allein die Beantwortung der Frage: Wer soll in Zukunft Führer sein, Aufschluß geben. Ich kann mir eigentlich eine einheitliche Organisation der beiden Verbünde gar nicht vorstcllen, denn einheitlich würde doch die Führung nur, wenn sich beide auf einer mittleren Linie zusammenfinden könnten. Der Buch- handlungs-Gehilfeu-Vcrband müßte dann seine gewerkschaftliche Stel lung etwas verschärfen, was allerdings wohl denkbar wäre, aber der Angcstclltcn-Verband müßte sich dann von der ganz radikalen Ten denz ebenfalls abmenden, was nach der bisherigen Stellungnahme der Führer eigentlich kaum zu erwarten ist. Hierzu gehört aber die Beantwortung der oben aufgeworfenen Frage: Welche Gründe zwingen die eine oder die andere Organisation zu dem geplanten Schritt? Bis her bestanden beide Verbände nebeneinander, jeder mit seiner zweifel los berechtigten Eigenart, beide haben nebeneinander die Interessen der Gehilfenschaft vertreten, jeder auf seine Art, beide haben den Arbeit- gcbcrorganisationen nebeneinander als Vertreter der Gehilfenschaft und der Angestellten des Buchhandels gegenübergestanden. Das alles soll nun einer Vereinheitlichung Platz machen, nur eine Richtung, eine Organisation soll noch bestehen. Warum? Wer soll in Zukunft Führer sein? K. L. Zur Popiernot. lVgl. Bbl. Nr. 42 u. 49.) Der Artikel Nr. 42 des Börsenblattes mit der Überschrift »Zur Papiernot« von Hans Petcrsen erfordert eine Beantwortung. Es ist gewiß der Fall, daß auch heute, trotz ber Not, noch mit Papier in verschwenderischer Weise umgegangen wird, und daß unbe dingt auf vielen Gebieten, so auch auf dem Gebiet der Tageszeitung, gespart werden kann. Die Tageszeitung kann man jedoch in bezug auf Papierverbrauch kaum als Konkurrenz dem Buchhandel gegenüber an sprechen, denn das für Tageszeitungen benötigte Holzschliffdruckpapier wird wohl zum größten Teil auf Spezialmaschinen und in Fabriken hcrgestellt, die sich nnr mit diesem einen Artikel befassen. Die Ursache, daß das Papier für den Buchhandel so außerordentlich rar und vor allen Dingen so außerordentlich teuer geworden ist, liegt mehr in dem Um stand begründet, daß Papier in nnverhältnismäßig großen Mengen ausgeführt wird. Wir sind in Deutschland heute, da man unser Papiergeld im Ausland nicht mehr annehmen will, und auch aus Gründen des Fricdcnsvcrtrages heraus auf Ausfuhr angewiesen. Es ist ferner erklärlich, daß die Papierfabriken die hohen Preise, die sie vom Ausland erhalten, lieber nehmen, als sich mit Rücksicht auf den deutschen Jnlandkousum mit billigeren Preisen begnügen. Eine Ab hilfe kann nur durch den Staatskommissar für die Ausfuhr, also durch das Reich, geschaffen werden. Im übrigen muß aber auch anerkannt werden, daß die Rohstoffe für Papier für den Papierfabrikanten fast unerschwinglich geworden sind. Lumpen sind heute in Deutschland wohl kaum mehr zu haben, und die Preise für Papierholz können kaum große Papierfabriken mehr anlcgcn. In dieser Hinsicht sind die Ausführun gen der Papicrzeitung sehr interessant, in denen es heißt: Eine mittelgroße Holzschlcifcrci mit etwa 3000 Fcstmeter Holz- verbrauch hat dafür vor dem Kriege ungefähr 40 000 .V/ bezahlt. Nachdem der Preis für einen Festmeter Schleifholz auf 600 .// und noch höher gestiegen ist, muß ein solches bescheidenes Unternehmen für den Holzcinkauf 1)^ Millionen Mark aufbringen. Woher soll der kleine Holzschleifer ein derartiges Kapital nehmen? Für die großen Papierfabriken, die Holzschliff und Zellstoff selbst erzeugen, ist diese Sorge noch viel größer: Bei einent Bedarf von 100 000 Fcstmeter haben diese vor dem Kriege 1 500 000 .// gekostet Heute soll eine Fabrik mit diesem Papierholzbedarf dafür 50 Mil lionen Mark ansbringen. Das kann den Stärksten nmwerfen. Mit Kapitalerhöhungen von 1 bis 2 Millionen Mark ist dann nichts aus- zurichten. 223
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder