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Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 16.02.1920
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1920-02-16
- Erscheinungsdatum
- 16.02.1920
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- Deutsch
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- Saxonica
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Redaktioneller Teil. 36, 16. Februar 1920. währen, mindestens dieselbe Summe brauchen, so märe zur Erhaltung des Nigaschen deutschen Schulwesens in diesem Schuljahr ein Zuschuß von mindestens 120 OVO Rubel erforderlich, die von unserer deutschen Gesellschaft aufgebracht werden müßten.« Nun wende ich mich an meine Kollegen mit der Bitte: Helfen Sie imseren Schwestern und Brüdern in ihrem schweren Kampf um die Erhaltung der »deutschen« Schule im Ausland, um die Erhaltung — unseres Deutschtums! Denn »wer die Jugend hat, hat die Zukunft«! Sonst müssen die deutschen Kinder fremde Schulen besuchen und gehen dem Deutschtum dadurch verloren. Der deutsche Buchhandel sollte dieser Entwicklung nicht tatenlos zuschen. In Estland und Lettland haben sich besondere Gesellschaften zur Rettung des Deutschtums aus dieser Not gebildet, die Spenden sam meln. Ich habe es schon mit meinen »Baltischen Blättern« unternom men, Spenden für die »Deutschbaltische Schulspende« zu werben, und rufe meine Kollegen zum Beistand und zur Hilfe auf. Ich über nehme die Weitergabe von Spenden, die auf mein Postscheckkonto Ber lin 29 384 (mit der Angabe »Für die deutsch-baltische Schulspende«) abgeführt werden können. Quittung wird öffentlich erteilt. Berlin-Steglitz. F. WÜrtz. Lieferungen an Polen. — Das Präsidium des Ncichsverbandes der Deutschen Industrie hat beschlossen, die deutsche Industrie aufzu- fordcrn:-L t e fe r u n g e n nach Polen (einschließlich der früher deutschen oder österreichischen Gebiete) nur in deutscher Reichs mark gegen Vorauszahlung auszuführen. Es wird von der deutschen Industrie erwartet, daß sie sich dieser Mastregel mit voller Solidarität anschließt und auf diese Weise einmütig die Ant wort auf eine Verordnung der polnischen Negierung erteilt, durch die die deutsche Reichsmark als gesetzliches Zahlungsmittel außer Kraft gesetzt, sowie die polnische Mark mit gleichem Wert an die Stelle der Reichsmark gesetzt wird, wodurch zahlreichen deutschen Firmen er hebliche Verluste drohen. Wirtschaftliche Vereinigung Deutscher Buchhändler e. G. m. b. H., Leipzig. — Wie aus ber Nr. 37 des Bbl. hervorgeht, werden die Mit glieder zur zweitel» ordentlichen Generalversammlung auf Mittwoch, den 25. Februar 1920, nachmittags 5 Uhr, nach dem Buchhändlerhaus eingeladen. Auf der Tagesordnung steht: 1. Vorlegung des Geschäfts berichtes und des Rechnungsabschlusses für das 2. Geschäftsjahr (1919) und Erteilung der Entlastung. 2. Nevisionsbericht und Stellungnahme des Aufsichtsrates dazu. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reingewinns. 4. Festsetzung der Vergütung an den Aufsichtsrat. 5. Be schlußfassung über die Gesamthöhe der Anleihen der Genossenschaft so wie über die Kreditgewährungsgrenze an die Genossen nach 8 32, Abs. 13 und 14 der Satzungen. 6. Änderung der Fassung des 8 43 -er Satzungen (Gewinnverteilung betr.). 7. Wahl für die satzungsgemäß ausscheidenden Mitglieder des Aufsichtsrates. Wie aus dem Geschäfts bericht ersichtlich ist, hat die Genossenschaft im zweiten Geschäftsjahr einen außerordentlichen Aufschwung genommen. Es gehörten ihr am 31. Dezember 1919 438 Mitglieder mit 342 000 Kapitalanteilen an. Der Umsatz betrug 1919 3 018 684.77 gegen ^ 279 837.00 im Jahre 1918. Außerdem liegen reichlich Aufträge vor. wie sich auch im allge meinen der Geschäftsbetrieb rege entwickelt hat. Nach allen Abschrei bungen und Rückstellungen verbleibt ein Reingewinn von 08 382.51 »/t. Davon sollen zunächst dem Reservefonds 15 000 zugewiesen werden. Weiter wird auf die Kapitaleinzahlungen eine Dividende von 5°/, ver-, gütet. Außerdem drückt sich für die angeschlossenen Bezieher der Ge nossenschaft der besondere Vorteil darin aus, daß auf den Betrag der Warenbezüge im Jahre 1919 'K"/« rückvergütet werden können. Trotz der Schwierigkeiten in der Waren- und besonders Papierbeschaffung sind die Aussichten für das auf fester Grundlage beruhende Unter nehmen für das kommende Jahr gut. Es kann daher nur empfohlen werden, sich der Vermittlung der Wirtschaftlichen Vereinigung, die alle buchhändlcrischen Bedarfsartikel sowie auch Papiere, Pappe usw. liefert, in allen vorkommenöen Fällen zu bedienen und so ihren Einfluß stär ken zu helfen. Uber Stellenangebote und Gehaltssragen schreibt Walter Thiele mann in der Zeitschrift »Die Organisation« (Berlin): Die Geschäfts häuser suchen ihre Angestellten meistens durch Anzeigen in der Tages und Fachpresse. Hierbei hat sich in Handel und Industrie immer mehr der Brauch eingebürgert, beim Ausschreiben der neuen Stelle nicht an zugeben, welches Gehalt resp. welcher Lohn bewilligt wird, vielmehr werden in den Anzeigen die Bewerber ersucht, ihre Ansprüche mitzu- teilen. Das ist «ine Unsitte, mit der gebrochen werden sollte. Denn sicher ist es doch für den Chef möglich, eine zu besetzende Stelle im Gehalt richtig zu bewerten, wogegen sie von dem Bewerber aus manchen Gründen nicht immer richtig eingeschätzt werden kann. Es sprechen da, besonders unter den heutigen Verhältnissen, zu viel Umstände mit. die ihm eine Gehaltsforderung recht schwer machen können, zirbem wird mancher Stellungsuchende absichtlich seine Gehaltsfordernng so niedrig wie möglich stellen, um einer gefürchteten Stellungslosigkeit zu ent gehen. Welche Enttäuschungen aber erleidet er, wenn er nach Antritt seiner Stellung erkennen muß, daß er das Gehalt oder den Lohn seiner Vorgängers erheblich unterboten hat, und nun geraume Zeit braucht, um diese Höhe wieder zu erreichen! Kommt er beim Stellungswechsel in eine andere Stadt und Gegend, wo die Lebensbedingungen andere sind, als in der verlassenen, so wird er zweifellos mit seinem Gehalt nicht auskommen können. Aber auch dem Geschäftsherrn erwachsen nicht selten große Nach teile und mancher Ärger, wenn er erkennt, daß er für billiges Geld eine wenig brauchbare Kraft bekommen hat. Die Folge davon ist eine baldige Trennung, und das Suchen und Auswählen beginnt von neuem. Alle diese Unannehmlichkeiten ließen sich mit einem Schlage be seitigen, wenn in der Anzeige das Anfangsgehalt genannt wäre. Denn von vornherein würden sich auf Inserate nur solche Bewerber melden, denen das Gebotene zusagt. Dem Einwand, daß mancher sich um eine Stellung bewirbt, die auszufüllen er nicht imstande ist, kann man damit begegnen, daß diese Stellungsnchenden von einer Bewerbung sicherlich absehen, sobald sie aus der Höhe des Gehalteö oder Lohnes den Maßstab für die gestellten Anforderungen ersehen. Von großem Nutzen wäre es, wenn die inserierenden Firmen der obigen Anregung folgen und in ihren Anzeigen und sonstigen Stellen angeboten von vornherein Leistung und Gegenleistung zum Ausdruck bringen würden. Die Deutsche Nöntgengesellschaft hält ihren 11. Kongreß in Ber l i n am 11. und 12. April im Langenbeck-Virchow-Hause unter dem Vorsitz von Prof. I)r. Grashey-München ab. PersonalllachrlStelt. Jubiläen. — Am 15. Februar konnte Herr Friedrich Jansä in Leipzig die 25. Wiederkehr des Tages begehen, an dem er feine Verlagsbuchhandlung gegründet hat, die sich vorzugsweise mit pro testantischer Theologie beschäftigt. Dasselbe Jubiläum begeht am 18. d. M. Herr Paul Ed. Theod. G r n h l in Leipzig, der am 18. Februar 1895 die 1860 gegründete Kunsthandlung Louis Pernitzsch in Leipzig übernommen und seitdem mit großem Geschick lveitergeführt hat. In letzter Zeit hat er sich auch dem Buchhandel zugewandt. Gestorben. nach kurzem Krankenlager am Herzschlag Herr Maximilian Köhler in Leipzig, der 22 Jahre lang der Firma K. F. Koehler seine Dienste in unermüdlicher Tätigkeit gewidmet hat. Adolf Frey f. — Professor Dr. Adolf Frey, der Ordinarius für deutsche Literatur an ber Universität Zürich, ist dort wenige Tage vor seinem 65. Geburtstage gestorben. Mit ihm ist nicht nur einer der be deutendsten Vertreter der deutschen Literaturwissenschaft, sondern auch ein hervorragender Dichter und ein Mann von feinstem Kunstgefühl dahingcgangcn. Die Vereinigung dieser Eigenschaften zeigt sich am glänzendsten in seinen Biographien: »Conrad Ferdinand Meyer« (2. Ausl. 1909), »Arnold Böcklin« (2. Ausl. 1912), »Der Tiermaler Rudolf Koller« (1906) und in seinen »Erinnerungen an Gottfried Keller« (3. Aufl. 1919). Es ist bemerkenswert, daß beide großen Schweizer, Keller und Meyer, ihm ihre persönliche Huld'gleichermaßen zugewendel haben. Seine eigenen Gedichte erschienen zuerst 1886 (2. er weiterte Ausl. 1908), außerdem traten hervor »Neue Gedichte« (2. Aufl. 1913), »Duß und underm Rase. Füfzg Schwizerltedli« (2. Aufl. 1898), »Zürcher Festspiele« (1901). Literarhistorische Arbeiten beschäftigen sich mit Albrecht von Haller (1879), I. G. v. Salis-Seewis (1889), der »Kunstform des Lessingschen Laokoon« (1905). Die Sammlung »Wis senschaft und Bildung« brachte von ihm ein Bändchen »Schweizer Dich ter« (2. Aufl. 1919). Herausgegcben hat Frey die Werke seines Vaters, des Erzählers Jakob Frey, in 5 Bänden (1897), C. F. Meyers Briefe (1908) und Nachgelassene Prosadichtungen (1916), ferner Gottfried Kellers Frllhlyrik (1909, vergriffen) und die Briefe des Malers Albert Welti (Band 1 1916, Band 2 demnächst erscheinend). Seine histori schen Romane »Die Jungfer von Wattenwil« (1912) und »Bernhard Hirzel« (1918) haben den Verfasser auch weiteren Kreisen bekannt ge- macht. Ein Band nachgelassener Gedichte unter dem Titel: »Stunben- schläge« soll in Kürze veröffentlicht werden. Verantwortlicher Redakteur: Emil Thomas. — Verlag: Der Vörsenveretn der Deutschen Buchhändler zu Leipzig, Deutsches BuchhändlerhanS. Druck: Na mm L Seemann. Sämtlich in Leipzig. — Adresse der Redaktion und xpeditton: Leipzig, Gerichtsweg 2g (BuchdändlcrhauS).
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