Suche löschen...
Börsenblatt für den deutschen Buchhandel : 10.02.1920
- Strukturtyp
- Ausgabe
- Band
- 1920-02-10
- Erscheinungsdatum
- 10.02.1920
- Sprache
- Deutsch
- Sammlungen
- Saxonica
- LDP: Zeitungen
- Zeitungen
- Digitalisat
- SLUB Dresden
- PURL
- http://digital.slub-dresden.de/id39946221X-19200210
- URN
- urn:nbn:de:bsz:14-db-id39946221X-192002104
- OAI-Identifier
- oai:de:slub-dresden:db:id-39946221X-19200210
- Nutzungshinweis
- Freier Zugang - Rechte vorbehalten 1.0
- Lizenz-/Rechtehinweis
- Urheberrechtsschutz 1.0
Inhaltsverzeichnis
- ZeitungBörsenblatt für den deutschen Buchhandel
- Jahr1920
- Monat1920-02
- Tag1920-02-10
- Monat1920-02
- Jahr1920
- Links
-
Downloads
- PDF herunterladen
- Einzelseite als Bild herunterladen (JPG)
-
Volltext Seite (XML)
>s 33, 10. Februar 1920. «edakttoneller Teil. VSrsenblatt f. d. Dtlchu. Duchhandrl. blattartikels nicht gesagt zu werden, daß Antiquariat nicht in größerer Anzahl vorhanden sein kann als neugekauste Bücher, und von der Schwierigkeit der Beschaffung hat er überhaupt keinen Begriff. Eine große Unvorsichtigkeit ist dem Verfasser des Börsen, blattartikels passiert, indem er ein Zitat von Philipp Nath bringt, in dem steht folgendes: »Philipp Rath macht nach einer nachdrücklichen Warnung vor der Einführung des 207°igenTeuerungszuschlags den Vor schlag, jetzt eine großzügige Reform in der Weise in die Wege zu letten, daß der Tenerungszuschlag ganz abgcschafft und durch einen zeitgemäßen Rabatt ersetzt werde. Was er über die schwere», durch die buntscheckigen Teuerungszuschläge her vorgerufenen Mißstände vorbringt, trifft, wie so vieles, was dieser hervorragende Fachmann sagt, ins Schwarze, abgesehen von der Bemerkung, daß die Preiserhöhung alter, nicht aus verlauster Bücher nur insoweit gerechtfertigt werden könne, als dadurch noch Kosten für Broschieren, Einbindcn, AuSlie- sern n. dgl. zu decken sind und den Sortimentern ein aus reichender Verdienst gesichert werden soll.« Meine Herren! Philipp Rath sagt also klipp und klar: 40 und 507» sind «in Unfug und dürfen nicht geduldet werden, wenn keine Einbandkosten mehr entstehen oder dem Sortiment nicht ein höherer Rabatt gewährt werden soll. Das hat dem Börsenblatt nicht gefallen. Da fragt es ganz erstaunt: »Können die enorme Geldentwertung und die Verteuerung der Lebensführung nicht ebenso eine Preiserhöhung rechtferti gen wie die besonderen Verhältnisse, die bei diesen Werken oder dem einzelnen Betrieb bestehen?« Diese Frage möchte ich zurückgeden an den Verfasser des Artikels. Dieselben Verhältnisse gelten ja wohl auch für den Sortimenter; auch er leidet unter Teuerung und Geldentwer tung, und wenn für den Verleger der Aufschlag als Recht ange sehen wird, dann kann ich nicht finden, warum nicht dem Sorti ment dasselbe zugebilligt werden soll. Dieser Artikel des Börsenblatts, mit dem ich mich länger befaßt habe, als ich wollte, war der Auftakt zu dem Schreiben, das mit dem Datum vom 2. September der Börsenvereins-Vor- stand mir zugehen ließ und von dem Sie eine Abschrift vor sich liegen haben. Der Börsenverein sagt, es habe keinen Zweck, eine Versammlung zusammenzuberufen, vielleicht später, wenn die großen Steuerlasten kommen. Also eine glatte Ablehnung des Tcuerungszuschlags. Mehr Beweiskraft verlangt der Vor stand des Börsenvcrcins; — Beweiskraft, wem gegenüber? Viel leicht den Behörden gegenüber? Meine Herren, wenn heute den Behörden das Material, das uns vorliegt, borgelegt und wohlwollend begründet wird, dann habe ich nicht den allerge ringsten Zweifel, daß die Behörden einsehen werden, daß eine Erhöhung ans 207° nicht nur erwünscht, sondern notwendig ist (Zuruf: Sehr richtig I>. Dem Verlag gegenüber braucht man keine Beweiskraft mehr, der Verlag hat ja erklärt, daß er über 107° hinaus grundsätzlich nicht zustimmen wolle, er hat erklärt, daß er grundsätzlich jeder Erhöhung widerstrebe. Der Schluß des Schreibens des Börsenvercins, so gern es uns auch mit einer glücklicheren Zukunft vertrösten will, ist nichts als eine schöne Geste, und wir werden auch seitens des Vorstands nichts an- deres zu hören bekommen als freundliche Vertröstungen, neue Beratungen, neues Hinausziche» der Sache bis zur Ostermesse, und dann voraussichtlich ein weiteres glattes Nein. Meine Herren! Jetzt möchte ich Ihnen aus dem Frage bogen ganz wenige Zahlen vorlescn, denn eine große Versamm lung ist nicht geeignet, um Zahlenmaterial durchzuarbeiten. Ich stelle aber anheim und möchte gleich zu Protokoll geben: wenn aus dieser Versammlung eine kleine Kommission gebildet werden soll, der das Aktenmaterial zugänglich sein soll, so werde ich inorgen oder übermorgen zur Verfügung stehen. Meine Herren! Der Fragebogen der Deutschen Buchhändler gilde, auf den ich mich vorläufig allein beschränken will, ist von uns zusammengestellt worden nach Umsätzen, Spesen, Reinge winn und Lebenshaltung. Wir haben die vorhin schon ver lesenen Fragen gestellt und haben volle Beantwortung, d. h. ein Material, das ohne weiteres von uns verwertet werden könnte, von 9l Firmen. Die antwortende Firmenzahl ist natürlich größer, aber wir haben alles Material ausgeschieden, das nicht ein Bild gibt von den Zuständen, die gegenwärtig herrschen; ich habe Weiler 26 ausgeschieden, weil von ihnen nicht die Frage beantwortet ist und werden konnte, welche Spesener- Höhung im laufenden Jahr aus Grund der Tarifverhandlungcn eingetreten ist oder noch eintretcn wird. Es sind das also Fir men, bei denen die Verträge noch nicht abgeschlossen waren oder Vorlagen. Es bleiben also zunächst 65 Firmen, die alle Angaben gemacht haben. Da haben die Umsätze ergeben durchschnittlich I9!7/l8 löl 000 und im kommenden Jahr l9l8/19 »/t >95 000, das ist eine Umsatzsteigerung von 29,73°/«, also noch nicht 307». Wenn ich auch die anderen 26 Firmen dazu rechne, wird das Re sultat nicht wesentlich anders. Es kommt dann heraus 28,98 7». Wenn also von den fabelhaften Steigerungen des Umsatzes ge sprochen wird, so mag dies bei einer Anzahl von Firmen zu treffen, im ganzen aber hat die Steigerung etwa 307» betragen. Die Spesen sind gestiegen von ^ 31 700.— auf ^ 42 400.-. Und unter Berücksichtigung der neugeschlossenen Tarifverträge auf »kt 52 600.—. Sie betragen im zweiten Jahr 2l,687», im dritten Jahr 26,887». Sie werden bestätigen können, daß sich ungefähr die Spesenlasten in dieser Höhe bewegen. Der Rein gewinn hat betragen im ersten Jahr »L 14 712.—, im zweiten Jahr 18 484.— und im dritten Jahr unter Berücksichtigung der Tariferhöhung »kl 18 307.— Die Lebenshaltung ist bedeu tend gestiegen. Das wird Ihnen leicht sein nachzuprüfen, um wieviel Sie mehr seit 1917 aufzuwenden haben. Nehmen wir die 26 Firmen dazu, die das dritte Jahr nicht beantwortet ha ben, so bleiben die Ergebnisse annähernd die gleichen. Die Pro zentsätze schwanken nur um Bruchteile. Wir haben, um diese Umsätze zu errechnen, nur Prozentualangaben eingefordert und haben jede Firma nach einem bestimmten Umsatz geschätzt. Ich gebe zu, das ist eine unsichere Rechnung. Aber wenn man auf Grund des Umsatzes von 1917 und der prozentualen Angaben nun die einzelnen Ziffern der späteren Jahre errechnet, kommt ein unbedingt sicheres Resultat heraus. Es kann im Gesamt ergebnis falsch sein, niemals aber im prozentualen Ergebnis, auf das es ankommt. Nun. meine Herren, auch der Vorstand des Börsenvereins hat ein Material gesammelt. Was er uns heute borlegt, kann nur ein Lächeln erwecken, denn er macht Durchschnittsberech nungen nach den Angaben von sechs Firmen. Aber, meine Herren, selbst dieses Resultat, das auf der ersten Seite aus sechs Firmen und auf der zweiten Seite aus 4 Firmen besteht, be stätigt das, was ich vorgetragen habe, daß der Reingewinn von 1918 gegen 1917 um 25—307° gestiegen ist, und daß er im Jahre 1919 erheblich gesunken ist. unter das Ergebnis von 1917, wenn die Tarifverträge tatsächlich richtig in An rechnung kommen. Dabei kommt in Betracht, daß wir andere Spesenerhöhungen gar nicht in Anrechnung gebracht haben. Auch das Ergebnis, das der Vorstand des Börsenvereins herausge rechnet hat, stimmt mit dem überein, was ich Ihnen vorge legt habe. Meine Herren! Sie sehen aus der ganzen Behandlung der Angelegenheit, wie sie bisher vom Verlegerverein und vom Börsenvercin gehandhabt worden ist, aus den Schwierigkeiten, die uns gemacht worden sind seit der vorigen Ostermesse, aus den Schwierigkeiten, aus denen wir auch jetzt nicht heraus kommen sollen nach dem ablehnenden Bescheid des Börsenvcr- eins. Sie ersehen daraus, meine Herren, daß es im Sortiment ohne die Selbsthilfe gar nicht mehr möglich sein wird, zu be stehen, daß es in den schwierigen Verhältnissen, auf die der Herr Vorsitzende schon hingewiesen hat, bei diesen wirtschaft lichen Veränderungen unter allen Umständen auf die eigene Kraft angewiesen ist. Ich möchte Ihnen den Brief eines Kol legen vorlesen, der auch wieder symptomatisch ist. <Der Brief wird verlesen.) Meine Herren, Sie sehen daraus, daß ein Sortimenter, der aufrichtig ist und kaufmännisch denkt und fühlt, auch ohne die Beihilfe des Börsenvereins und des Vcrlegervcreins seine Geschäfte macht und für sich und seine Familie jedenfalls besser arbeitet als die Herren, die aus Bedenken zusammengesetzt sind.
- Aktuelle Seite (TXT)
- METS Datei (XML)
- IIIF Manifest (JSON)
- Doppelseitenansicht
- Vorschaubilder