^ 213, 12. September 1917. Künftig erscheinende Bücher. Söu-nbl-u f. d. Dttchn. BE-nd-I. 6041 d ^Verlag ^ ^ ^uvErttevcrtrrr" und «Eun^ Mitte September erscheint! Sarbra Ring Die Jungfrau Roman Einzige berechtigte Übersehung aus dem Norwegischen von Julia Koppel Umschlagzeichnung von Karl Arnold Ladenpreis geheftet 4 M., gebunden 6 M. A>arbra Ring erzählt in diesem neuen Roman viel mehr als nur die Geschichte der jungen Gylicke. Wohl verdient schon die Handlung als solche Beachtung, und eS ist spannend zu lesen, wie Gylicke in der Lucie-Nacht auf unerklärte, schaurige Art zur Waise wird, wie sie im Schneedämmer den fremden Reiter findet, um ihn gleich wieder zu verlieren. Wie dann eine neue Liebe in ihr erwacht und wie die blonde üppige Frau Mette die Unerfahrene täuscht, bis sie sich in Trotz dem alten Wüstling Jens Eggert verlobt. Wie der Brobolter Hof immer enger umstrickt wird von dunklen und gefährlichen Geheimnissen, die nur eine kennt: die alte ver wachsene Zigeunerin Ann Maggret, die bexenhatt ist und voll unendlicher Güte, und die der jungen Herrin durch die Qualen des Brautstandes zur Seite steht bis in die verhaßte Ehe, uni ihr schließlich alle Rätsel ihres Da seins und ihrer Seele zu lösen. Aber diese Gylicke ist nicht nur sie selbst, nicht nur die willenlose Heldin selt samer und unerklärlicher Geschehnisse, die Herrentochter, in der nordisches Adelsblut und wildes Jigeunertum miteinander ringen; sie ist darüber hinaus die Jungfrau schlechthin. Alles Grübeln und Sich-nicht-verstehen und Sich-verachten, alle süße Not der erwachenden Jungfräulichkeit, das ratlose Hin und Her der ersten Sinnen liebe die ganze sechzehnjährige Jugend mit einem Wort, ist inkarniert in der Gestalt der schwarzhaarigen Gylicke, und das gibt dem Buch seinen absoluten Wert neben der besonderen Handlung. Gylicke, durch Abstammung und Geburt zu innerlich schwerem Schicksal vorausbestimmt, geht, fast Kind noch, ihren Dornenweg. Zweimal erlebt sie das Schicksal, dem verfallen zu sein, dem sie äußerlich nicht gehören darf. Aber vor gewaltsamem Ende bewahrt sie der Gedanke an das, waS nach ihr kommt und um deffentwillen sie alle Nöte überwindet und gefaßt ins Leben zurückkehrt: ihr Kind, in dem ihr Stamm sich reiner und glücklicher erneuern wird. Diese heiße und trauervolle Geschichte ist hineingestellt in die Umwelt des hohen Norwegens, ist erfüllt von weiten Schneefeldern, vereisten Seen, schneidendem Winterwind und warmen, lösenden Johannisnächten, lebt in ausge dehnten stattlichen Gutshöfen, im Getriebe der Weihnachtszeit, auf alten Edelsitzen und in kleinen nordischen Land- städtchen, in der strengen, schönen Heimat der Dichterin, die sie uns durch ihre Schilderung ebenso nah und sichtbar macht, wie ihre haarscharf analysierende und doch immer gütige Art uns das Jungfrauentum der Gy licke und aller ihrer Schwestern zu blutwarmem Leben erstehen läßt. wir liefern bedingt mit 257«, bar mit 33'///» un- tt/10. riv»